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The right one  – Es ist nicht einfach den Richtigen zu finden

von Catweazle
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Het
OC (Own Character) Samu Haber
20.02.2021
21.10.2021
21
45.163
24
Alle Kapitel
153 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
21.09.2021 3.713
 
Hi ihr Lieben,

nach einer etwas längeren Pause geht es nun weiter und es ist das letzte 'richtige' Kapitel. Ein Bonuskapitel wird noch folgen, dann ist die Story beendet.  Ich habe gemerkt, dass es bei mir einfach nicht mehr so lief, ich mich vermutlich nur festgeschrieben hätte, daher finde ich ein Ende besser als wenn die Story 'versandet.'
Das Kapitel ist etwas länger geworden, ich wollte es nicht mehr unterteilen.

Danke an Miwi, shootingstar, Sternchen1208, Bella-2017, SunriseAve66 und Dani Leseratte für die lieben Reviews.
Und an alle anderen ein Danke fürs Lesen!

Gute Unterhaltung.
Liebe Grüße
Cat
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Kapitel 20:      Hoppla hopp, was für ein Angriff!


Samus Stimme hatte ziemlich ernst geklungen und er sah auch sehr ernst aus als er mich dazu aufforderte mich zu setzen. Mir wurde richtig mulmig zumute.
„Ist es wegen des  Satzes von mir? Du weißt, das mit der Bemerkung, dass ich nicht so anspruchsvoll bin?“, brachte ich meine Befürchtung gleich zu Wort. Er nickte.
„Ja.“
„Das hast du missverstanden, es war nicht so gemeint wie es sich vielleicht angehört hat, damit meinte ich nicht dich persönlich“, versicherte ich abermals während ich an dem kleinen Esstisch Platz nahm. Samu setzte sich mir gegenüber.
„Jo, ich habe dir doch bereits gesagt, dass ich dich verstanden habe. Du meintest damit vermutlich, dass du eine pflegeleichte Person bist, richtig?“ Ich nickte. „Jo, du ...“ Er legte die Hände auf den Tisch, ließ die Finger miteinander spielen. „Du bist tatsächlich eine sehr bescheidene Person“, begann er, „du bist immer glücklich mit dem was du hast.“
„Ist das etwa ein Fehler?“, warf ich ein.
„Njein“, gab er mir zur Antwort, „denn wenn du  nicht glücklich bist findest du dich trotzdem damit ab und redest dir ein, dass es okay ist. Weißt du eigentlich, um was du dich dadurch bringst?“ Ich runzelte die Stirn, weil ich wirklich nicht wusste was sein Gerede sollte.

„Samu, auf was willst du hinaus?“, wurde ich jetzt doch ungeduldig.
„Folgendes“, streckte er mir über dem Tisch seine Hände entgegen, „du solltest endlich mal Ansprüche stellen! Du versteckst dich wie ein graues Mäuschen, aber das bist du nicht. Ich sehe durchaus was in dir steckt, das was du selbst anscheinend nicht rauslassen willst, aus Angst damit nicht klar zu kommen. Verdammt, wie kann ich dir nur begreiflich machen was ich meine? Augenblick.“ Samu stand noch mal auf, holt ein Blatt Papier und einen Stift. In die Mitte des Blattes malte er einen relativ kleinen Kreis, mitten in den Kreis kam ein J. „Das J. bist du, Josefiina Suomlinen“, erklärte er. „Der Kreis ist dein Umfeld. Wenn du dich bewegst, dann nur soweit, dass du den Kreisrand nicht berührst. Du bist glücklich in deinem kleinen Kreis in dem du dich bewegst ohne anzuecken. So weit, so gut, aber ...“, er schaute auf, sah mich an, „die Welt und dein Leben sind mehr, viel mehr“, schraffierte er nun alles um den Kreis herum. „Das hier ist das Leben und im Grunde genommen geht es noch über das Blatt hinaus. Und  das ist der Unterschied zwischen uns beiden,  ich bewege mich auch außerhalb des Kreises und habe auch keine Angst davor an die Ränder dieses Blattes zu kommen, um herauszufinden was es da noch für mich gibt. Das ist mit Risiken verbunden, Risiken die es in deinem kleinen Kreis nicht gibt, aber das engt dich ein.“

Ich musste erst einmal schlucken, denn für mich hörte sich das schon so an, als wenn Samu mich für langweilig hielt. Andererseits ... wäre er dann mit mir zusammen?“
„Nun ja, ich bin sicherlich nicht so mutig und experimentierfreudig wie du, ich brauche mehr Sicherheit“, gab ich zu, „aber ich denke schon, dass ich mich über diesen Kreis hinausbewege, immerhin ziehe ich bald hierher, in ein Land, das ich nur von Besuchen in meiner Kindheit kenne. Ich kenne hier kaum jemanden und fange in Grunde genommen bei Null an. Für mich ist das durchaus ein großer Schritt.“ Ruhig sah er mich an.
„Das verstehe ich, aber meine Schritte werden weiter gehen und ich hoffe du wirst sie mit mir gehen.“ Ich musste schlucken.
„Willst du das denn wirklich?“
„Jo, das ist doch keine Frage!“ Samu kam um den Tisch herum, nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich schmatzend auf den Mund. „Ich werde zwar nie aufhören an meinen Traum zu glauben und alles dafür zu tun, aber ich bin trotzdem für dich da. Als dein Freund. Dein Geliebter.“ Er zog mich von meinem Stuhl, schloss mich in seine Arme.
„Und was ist mit meinem Traum?“, fragte ich leise.
„Du meinst ... eine Familie?“
„Ja, das meine ich. Genau das.“ Samu nahm meine Hand, zog mich zu dem Bett das an der Wand stand. Was sollte das jetzt?

„Nicht, dass du denkst ich will dir jetzt deinen Traum von einer Familie erfüllen“, erklärte er, als hätte er meine Gedanken gelesen, „ich will dir nur zeigen, wie schön es ist genau das tun zu können was wir tun wollen. Ohne Rücksicht auf ein schreiendes Baby, ohne mitten in der Nacht aufstehen zu müssen. Selbst am Tag dreht sich dann doch alles nur um so einen kleinen Wurm. Natürlich mag ich Kinder, Kaisa liebe ich abgöttisch, aber so ein Leben wie Sanna und Mikka es führen kann ich  mir für mich nicht vorstellen. Für die Beiden ist das ihr Traum, ihr gemeinsamer Traum, aber nicht für mich. Jo, ich möchte keine Kinder. So weit bin ich noch nicht und vielleicht werde ich es auch nie sein. Trotzdem möchte ich mit dir zusammen sein.“ Ich schwieg einen Moment.

„Danke für deine Ehrlichkeit. Ich möchte auch mit dir zusammen sein Samu, aber Kinder sind für mich wichtig. Nicht jetzt, aber irgendwann. Wenn du selbst daran zweifelst macht es doch keinen Sinn mit uns. Wir sind einfach zu verschieden. Zu verschieden um miteinander glücklich zu werden. Wir machen uns doch nur etwas vor wenn wir das außer Acht lassen was wir eigentlich wollen. Du deine Karriere, ich eine Familie. “ Samu der neben mir saß ließ dem Kopf zwischen seinen Schultern hängen und starrte angestrengt auf den Fußboden der Hütte.
„Und jetzt? Aus, bevor es so richtig begonnen hat?“
„Vermutlich“, antwortete ich leise und fügte dann ein: „Ja“, hinzu.
„Jo!“ Schon hatte er seine Arme um mich geschlungen und mich fest an sich gedrückt. Ich hörte seinen heftigen Atem an meinem Ohr.
„Wir ... wir können beide nicht aus unserer Haut, was?“, flüsterte er.
„Nein, das können wir nicht. Aber ich werde trotzdem hier in Helsinki ein neues Leben beginnen, schließlich möchte ich den kleinen Kreis in dem ich mich befinde durchbrechen“, lächelte ich traurig.
„Das ist gut.“ Samu legte seine Hand unter mein Kinn, hob es leicht an und küsste meine Wange. Ich spürte Feuchtigkeit auf meiner Haut, Tränen, aber es waren nicht meine.
„Samu ...“
„Immer verbocke ich alles, ich und mein Egoismus“, schniefte er.
„Du verbockst nichts, das bist eben du. Und du bist ehrlich, mehr kann man eigentlich nicht verlangen. Mehr kann ich nicht verlangen. Du bist eben nicht the right one für mich und ich bin es nicht für dich.“ Sanft streichelte ich seine stoppelige Wange. Samu schluckte trocken.
„Ist es denn okay für dich wenn wir über Nacht hierbleiben?“
„Klar. Ich weiß ja, dass du nichts gegen meinen Willen tun wirst.“ Er schüttelte den Kopf.
„Nein, das werde ich nicht, ganz bestimmt nicht.“ Ich sah ein kurzes Aufblitzen in seinen Augen. „Aber ich würde es mit deinem Willen tun“, sagte er.

Für einen Moment verschlug es mir die Sprache. Abschiedssex? Was bildete er sich eigentlich ein?! Doch dann ...
Was sprach dagegen? Wir empfanden so viel füreinander. Hätten wir vor wenigen Minuten nicht beschlossen uns zu trennen wäre es sicherlich zu einer gemeinsamen Nacht gekommen, warum nicht auch so? War das verwerflich?
Es war bestimmt nicht einfach, vielleicht auch nur bekloppt, aber wir konnten etwas daraus machen an das wir gerne zurückdenken würden. Es waren ja nicht unsere Gefühle füreinander die nicht zusammenpassten, es war einfach das was wir vom Leben erwarteten, das was wir uns erträumten und unserem Leben einen Sinn gab. Das war es was bei uns nicht zusammenpasste und auch nie zusammenpassen würde, da brauchten wir uns doch gar nichts vorzumachen. Sollte ich wirklich darauf hoffen, dass Samu seine Meinung eines Tages vielleicht änderte? Was, wenn nicht? Spätestens dann würde es zu einer Trennung kommen die noch viel schmerzhafter werden würde. Wir hatten beide mit offenen Karten gespielt und nun hatten wir doch auch das Recht diese Spiel so zu beenden wie wir das für richtig hielten, ohne dafür verurteilt zu werden.
„Samu?“
„Ja?“
„Du darfst dich glücklich schätzen, ich finde es okay wenn wir ... Also eine letzte gemeinsame Nacht.“ Seine Augen wurden groß wie Untertassen, ich sah ihm an, dass er damit nicht gerechnet hatte. Schnell fiel ich ihm wieder um den Hals.
„Hoppla hopp, was für ein Angriff!“, lachte er auf. „Komm, lass mich mal aufstehen, dann können wir uns besser umarmen.“
Gesagt, getan.

„Ist es okay wenn ich dich jetzt küsse?“, streichelte Samu mit dem Daumen über meine Wange.
„Das ist okay, wirklich. Manchmal braucht man so etwas.“ Samu nickte und legte die Lippen auf meine. Vorsichtig begann er sie zu bewegen, drang sanft mit der Zungenspitze weiter vor.
Ich genoss das, denn Samu konnte wirklich gut küssen. Trotzdem konnte man nicht von Luft und Liebe leben.
Was hatte ich gerade zu ihm gesagt?  Manchmal braucht man so etwas. Und manchmal brauchte man sogar noch ein bisschen mehr. Ganz unverbindlich ... Ein letztes Mal ...
Ich schob meine Hand unter sein T-Shirt, ließ sie über seine nackte Brust wandern. Leise stöhnte Samu auf.

„Du weißt schon, dass du mich damit heiß machst?“, murmelte er.
„Ist das ein Problem für dich?“, schaute ich zu ihm auf.
„Lass uns kein Problem daraus machen. Das ist jetzt eben so eine Art One-Night-Stand.“
„Da kann ich nicht mitreden, eine One-Night-Stand hatte ich noch nie.“
„Hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert“, küsste Samu meine Nasenspitze. „Dann eben Sex mit der Ex. Es ist eine komische Situation“, gab er zu, „etwas ganz anderes als wäre man ein festes Paar, aber das heißt für mich nicht, dass es einen geringeren Stellenwert hat.“  Er neigte den Kopf ein wenig zur Seite. „Ich habe hier zwar keine Gitarre, aber da ich einigermaßen singen kann könnte ich etwas für dich singen. Es würde uns die Anspannung nehmen. Würde dir das gefallen?“
„Bestimmt.“
„Etwas Romantisches?“, fragte er weiter. „Was wäre dein Favorit? Wenn ich das Lied kenne singe ich es für dich.“
„Na ja, ich ... also ...“
„Nun sag schon.“
„Nee, das wäre zu kitschig. Wer weiß, was du dann über mich denkst.“
„Tja, das weiß dann tatsächlich nur ich“, gab er zu, „ aber ich versichere dir, dass ich keine falschen Schlüsse daraus ziehen werde.“
„Okay, dann ... Heaven. Bryan Adams.“ Samu nickte.
„Kenne ich. Das Lied gehört mit zu den Songs die ich mal so für mich klimpere.“ Er zog sich die Schuhe aus, krabbelte auf das Bett und setzte sich mitten drauf. „Komm her“, hielt er mir seine Hand hin. Auch ich streifte die Schuhe ab und Samu zog mich zwischen seine Beine. Die Arme legte er um meinen Körper, hielt mich wie in einem warmen Nest. Es war einfach nur wunderschön ihn zu spüren und zu riechen während es draußen, und somit auch im Raum, ganz langsam immer dunkler wurde. Leise begann er zu singen.

~„Oh, thinkin' about all our younger years
There was only you and me
We were young and wild and free
Now nothin' can take you away from me
We've been down that road before
But that's over now
You keep me comin' back for more

Baby you're all that I want
When you're lyin' here in my arms
I'm findin' it hard to believe
We're in heaven
And love is all that I need
And I found it there in your heart
It isn't too hard to see
We're in heaven.“


Tränen stiegen in meinen Augen auf, Samus Stimme war so unglaublich berührend. Und auch wenn ich wusste, dass wir keine gemeinsame Zukunft hatten, jetzt zählte der Moment und den wollte ich genießen. Irgendwann würde ich schon den Menschen finden mit dem ich mir eine Zukunft aufbauen konnte.

„Oh, once in your life you find someone
Who will turn your world around
Bring you up when you're feelin' down
Yeah, nothin' could change what you mean to me
Oh, there's lots that I could say
But just hold me now
'Cause our love will light the way.“ ~


Ich griff nach Samus Hand, küsste sie und drehte mich dann in seinen Armen herum. Unsere Augen trafen sich, ebenso wie unsere Lippen.
Eine wohltuende Wärme ergriff meinen ganzen Körper und ich bewegte mich weiter bis ich zwischen seinen Beinen kniete. Langsam schob ich sein T-Shirt höher und höher während seine Augen mein Tun ruhig verfolgten. Schließlich zog ich es ihm über den Kopf.
Die Scheu die mir eigentlich so eigen war hatte ich vollkommen verloren. Das hier war Samu, ich vertraute ihm, gerade weil er so ehrlich gewesen war und mir keine Hoffnungen in Bezug auf meine Träume gemacht hatte.

Mit gekreuzten Armen ergriff ich den Saum meines Shirts und zog es mir über den Kopf. Jetzt blieb auch Samu nicht mehr untätig. Seine Finger machten sich am Verschluss meines BHs zu schaffen, öffneten ihn und ließen ihn seitlich neben das Bett fallen. Während er die Hände auf meine Hüften legte glitten seine Lippen über mein Gesicht, küssten sich immer tiefer, meinen Hals herab, kreisten über mein Dekolleté und erforschten die weiche Haut meiner Brüste die er mit sanften Knabbereien verwöhnte. Ja, seine Hände hatten etwas Magisches, zogen mich in einen Bann dem ich nicht mehr entkommen konnte, geschweige denn wollte. Wohlig stöhnte ich auf. Ich wollte mehr, führte seine Hände nach oben bis er meine Brüste berühren konnte. Mit einer Mischung aus süßem Schmerz und brennendem Verlangen drückte ich mich weiter gegen ihn, sodass er schließlich den Halt verlor und rückwärts auf die Matratze sank auf der wir saßen. Mich zog er einfach mit, beziehungsweise, ich landete auf ihm, da ich meine Arme um seinen Hals geschlungen hatte. Samu war geschickt genug, damit keiner von uns sich dabei weh tat. Nach weiteren Küssen die immer hungriger wurden richtete ich mich auf, schob die Hände unter den Bund seiner Jeans die er trug. Noch trug. Aber nicht mehr lange.
Er selbst hatte sie in Windeseile aufgeknöpft und so lange daran herumgeruckelt bis es ihm gelungen war sie über seine Hüften zu ziehen. Tiefer ging es nicht, da ich auf seinen Oberschenkeln saß. Damit es weiterging machte er sich jetzt an meiner Hose zu schaffen.

Schließlich lagen wir unbekleidet auf den Bett, streichelten uns, küssten uns und verwöhnten uns gegenseitig mit den Zärtlichkeiten von denen wir uns einfach führen ließen. Am Schönsten fand ich, dass es so unglaublich selbstverständlich wirkte was wir da gerade miteinander anstellten. Keine Hemmungen, einfach nur der Spaß an der Sache und der Wunsch eine wunderschöne letzte Nacht miteinander zu erleben. Selbst wenn wir Zungenküssen austauschten spürte ich immer wieder, dass sich sein Mund zu einem Lächeln verzog.
Kleine Neckereien vermischten sich mit Lauten der Leidenschaft die unsere Körper immer stärker ergriff.
„Okay“, flüsterte er, „bevor es gleich zu spät ist bekommt mein Freund jetzt Scheuklappen verpasst.“
Ich mochte Samus blumige Art zu reden, die meisten Männer waren da ja etwas plump, aber er verstand sich großartig auf Worte. Bestimmt würde irgendwann der Tag kommen an dem er mit seinen Texten und Melodien jemanden erreichen konnte der ihm den beruflichen Weg ebnen konnte den er sich erträumte.
Ich wünschte es ihm von ganzem Herzen.

Vorsichtig schob er sich über mich, suchte Platz zwischen meinen Schenkeln. Sein etwas hektischer Atmen verriet mir, dass es nicht mehr lange dauern konnte bevor er seinem Verlangen nachgeben würde, aber er gab sich große Mühe diesen Moment hinauszuzögern.
„Bitte“, flüsterte ich mit zittriger Stimme und drückte den Kopf in das Kissen zurück.
Sein harter Stoß vermischte sich mit einer Art Urschrei von mir und auch Samu stieß einen tiefen Laut aus, der bei ihm aber eher dumpf klang. Keuchend verharrten wir, sahen uns an und ließen wieder unsere Finger zueinander finden die sich dann miteinander verschränkten. Zeitgleich begann sich Samu zu bewegen. Um mehr Kraft zu haben stützte er sich mit seinen Unterarmen auf der Matratze ab, was es mir selbst ermöglichte einen Rhythmus zu finden den ich mit seinem in Einklang bringen konnte.

Es war nicht Wildes, nichts Gehetztes, ruhig und intensiv schenkten wir uns diese Momente die uns immer näher an den Punkt bringen würden der unausweichlich zum ersehnten Ziel führte.
Aber soweit war es noch nicht, uns immer wieder küssend und ansehend, dem Atem und den seufzenden Lauten des anderen lauschend, trieben wir uns gemächlich weiter. Wortlos tauschten wir die Positionen, sodass ich auf ihm saß, was wieder eine ganz neue Intensität aufkommen ließ. Er forderte mich indem sein Stöhnen immer heftiger wurde während er meine Hüften packte und seine Finger fest im meinem Fleisch vergrub. Ich konnte gar nicht anders als der wilden Sehnsucht in mir freien Lauf zu lassen. Es war mir egal was um mich herum geschah, meine Welt bestand nur noch aus den beiden Körpern die jetzt, vereint in hitziger Gier, einem gemeinsamen Ziel entgegen jagten.
Die Welle überrollte mich gnadenlos, der angespannte Körper unter mir erschauderte wie in Krämpfen und alles was uns blieb war, es einfach geschehen zu lassen.

Keuchend lag ich auf seiner Brust, hörte dem trommelnden Schlag seines Herzens zu. Das tiefe, zufriedene Schnaufen das er von sich gab zeigte mir, dass es auch für ihn schön gewesen war. Jetzt spürte ich seine Hand in meinem Haar, die kraulenden Bewegungen.
„Alles gut?“, erkundigte er sich fürsorglich.
„Könnte nicht besser sein.“ Er lachte auf, fuhr fort seine Finger durch meine Haare gleiten zu lassen. Noch immer bemerkte ich das leichte Pulsieren in mir.
„Weißt du was wir jetzt machen?“ Seine Stimme klang träge. „Jetzt werden wir schlafen. Du in meinem Arm, einverstanden?“
Wie hätte ich dem Angebot widerstehen können? Nach ein paar wenigen Handgriffen an sich selbst, um sich von dem Kondom zu befreien und es zu entsorgen, kuschelten wir uns wieder eng aneinander. Wie versprochen zog Samu mich in seine Arme.
„Und? Bedauerst du deine Entscheidung Jo?“
„Nein, ganz bestimmt nicht. Und du?“ Er küsste meine Schläfe.
„Ich hätte es bedauert wenn deine Entscheidung anders ausgefallen wäre. Jo ... es war wunderschön und ehrlich. Falls wir uns in der Zukunft noch mal wiedersehen sollten – wovon ich ganz stark ausgehe – dann können wir uns in die Augen schauen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Wir haben das was wir hatten anständig beendet.“
„Anständig, ehm, ja“, grinste ich und fragte mich, warum ich mich so glücklich fühlte, obwohl es unser Ende war. Ich hob meinen Kopf an, um ihn ansehen zu können.
„Samu?“
„Ja?“
„Wir haben alles richtig gemacht.“ Zufrieden und mit einem Lächeln, in dem aber auch ein Hauch von Wehmut lag, bettete ich meinen Kopf an seine Schulter.
Ich versuchte tief in mich zu horchen um festzustellen wie stark mich dieses Ende traf, ob da nicht noch die Tränenflut kommen würde, das große Leid, aber da war nichts außer dem Wissen das wir die für uns beide richtige Entscheidung getroffen hatten.

Als ich erwachte war Samu schon auf. Zigarette rauchend und eine Kaffeetasse in der Hand stand er vor dem Mökki. Ich zog mir schnell etwas über und öffnete die Tür.
„Guten Morgen. Fertig?“, begrüßte er mich.
„Guten Morgen Samu. Gib mir zehn Minuten. Wenigstens eine Katzenwäsche, dann können wir los.“ Er nickte nur und ich ging wieder rein.
Eine Viertel Stunde später waren wir unterwegs zum Flughafen.
Samu begleitete mich und wartete mit mir. Durch fröhliches Geplapper versuchten wir uns abzulenken während wir auf den Aufruf warteten. Und dann war es soweit. Eine letzte Umarmung.

„Es tut mir so leid, dass ich nicht der sein kann den du brauchst,“ flüsterte er.
„Und mir tut es leid, das ich nicht die sein kann die du brauchst.“
„Aber wir haben es versucht“, schaute er mich jetzt mit feuchten Augen an.
„Ja, das haben wir.“
„Hi Jo, wenn du irgendwann Nachwuchs bekommst, dann möchte ich Patenonkel werden.“ Ich nickte.
„Versprochen. Und ich möchte bei deinem Kind Patentante werden, sollte es  irgendwann mal dazu kommen“, forderte ich.
„Auch versprochen. Aber erst müssen wir beide wohl noch the-right-one für uns finden, wir waren es leider nicht füreinander.“
Jetzt kullern doch meine Tränen. Ich hätte es mir so sehr gewünscht, aber es war einfach nicht so. Samu war eben Samu und ich war Jo.
„Tut mir leid, ich bin so eine emotionale Kuh“, heulte ich. „Danke Samu, danke für alles! Mach deinen Weg, ich glaube ganz fest an dich!“
„Ich danke dir“, hielt er mich in seinen Armen. „Du wirst den Menschen finden der dich glücklicher machen wird als ich es gekonnt hätte.“
„Ja, da bin ich mir ganz sicher“, schniefte ich. Ein letzter Kuss auf meine Stirn, dann drehte er sich ganz schnell um und ging, ohne sich noch einmal nach mir umzuschauen.

Ich atmete tief durch. Diese 14 Tage hatten mein Leben verändert, hatten mich reifer gemacht. Der Zukunft sah ich zuversichtlich entgegen. Ein festes Ziel vor Augen, so wie Samu, das war es was ich jetzt angehen wollte. Und vielleicht würde ich dann auch das finden was ich bei Samu nicht gefunden hatte: Die große Liebe.


                                                       ***BONUS folgt***

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~= Song: Heaven
Songwriter; Bryan Adams, Jim Vallance
Interpret: Bryan Adams


An dieser Stelle möchte ich versichern, dass dieses Ende von Anfang an so geplant war, es ist also keine 'schnelle Lösung.'
Ganz im Gegenteil, mein Entschluss die Story nicht noch weiter auszuschmücken hat es mir etwas schwieriger  gemacht zu diesem Ende zu finden, weil diese Entwicklung/Erkenntnis eigentlich langsamer stattfinden sollte. Aber so waren sie noch nicht zu tief in ihre Beziehung verstrickt ...

Ich würde mich freuen wenn ihr auch noch den Bonus mitnehmt. :)
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