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The right one  – Es ist nicht einfach den Richtigen zu finden

von Catweazle
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Het
OC (Own Character) Samu Haber
20.02.2021
21.10.2021
21
45.163
24
Alle Kapitel
153 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
26.02.2021 1.600
 
Hi,

für den bombastischen Einstieg danke ich euch ganz herzlich! Dankschön für so viele Glitzerlis. Und bei Dani Leseratte, Bella-2017, Nightangel2103, Rocky0411, SunriseAve66 und Sternchen1208  möchte ich mich ganz herzlich für die Kommentare bedanken, ebenso für all die Favos.

Hier nun Kapitel 2, ich hoffe es gefällt euch.
Habt Spaß.
Liebe Grüße
Cat
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Kapitel 2:              Welche Bettseite bevorzugst du?


„Samu, du weißt ja wo Jo schlafen soll, würdest du bitte den Koffer in ihr Zimmer bringen?“ Sanna nahm meine Hand. „Und du kommst jetzt mit“, bestimmte sie, „du sollst doch Mikka und Kaisa kennenlernen.“ Sie führte mich ins Haus, und so wie es bei Finnen üblich ist zog ich mir die Schuhe aus bevor es weiterging. Sannas Ehemann Mikka erwartete uns schon in dem hellen Wohnzimmer, Baby Kaisa auf dem Arm. Ohne, dass ich hätte sagen können weshalb, war mir der Jungpapa sofort sympathisch.
„Willkommen bei uns, Josefiina. Oder darf ich auch Jo sagen?“, legte er sogleich den rechten Arm um mich während links die kleine Kaisa schlummerte.
„Aber natürlich. Ich freue mich so sehr endlich die Familie von Sanna kennenzulernen zu dürfen, Und dich natürlich auch, Sanna“, lächelte ich.
„Vergiss mich nicht“, ertönte Samus Stimme von der Tür her und schon trat auch er ein.

Sanna wies ihren Bruder mit der Bemerkung zurecht: „Dich kann man gar nicht vergessen, dafür sorgst du schon, egal, ob man es will oder nicht.“
„Oha! Hör nicht auf Sanna und ihre Lästereien. Ich kann überhaupt nichts dafür, dass ich so eine charismatische Ausstrahlung habe“, warf sich Samu in die Brust. Sanna seufzte.
„Er ist eine Nervensäge.“
„Aber eine liebe Nervensäge“, konterte Samu.
„Und er muss immer das letzte Wort haben.“
„Ich habe nun mal immer etwas zu sagen.“
„Zu 50 Prozent ist es aber unnötiger Mist“, stellte Sanna mit einem liebevollen Blick zu ihm fest.
„Und zu 50 Prozent ist es etwas Wichtiges, das sollte man nicht vergessen, Schwesterchen.“
„Siehst du Jo, das meine ich. Wenn ich wollte könnte es noch stundenlang so weitergehen. Jetzt zeige ich dir aber dein Zimmer. Ich denke, du möchtest dich vielleicht etwas frisch machen und eventuell auch ein wenig ausruhen?“ Da Sanna ihre Worte in Form einer Frage an mich gerichtet hatte und nicht nur als Bemerkung, stimmte ich zu.
„Ja, das würde ich wirklich gerne.“
„Okay, hier ist das Bad“, öffnete sie eine Tür. „Du kannst duschen oder auch baden, ganz wie du willst. Handtücher liegen dort drüben für dich bereit“, wies sie zu einem kleinen Schränkchen. „Dort kannst du auch deine ganzen Utensilien unterbringen.“ Das Bad war nicht riesig, aber es war alles schön hell und blitzesauber.

„Saaaannaaaaaaaa!“, erscholl ein Hilferuf aus dem Wohnzimmer, „Kaisa kotzt!“
„Oh je! Augenblick, Jo.“ Sanna flitzte wieder ins Wohnzimmer und ich ging hinterher. Was sollte ich auch im Bad warten? Sanna hatte ihre Kleine bereits auf dem Arm. „Ach Schätzchen ... Jo, entschuldige bitte, aber ich muss mich eben erst um Kaisa kümmern bevor ich dir dein Zimmer zeige.“
„Ist doch klar, kein Problem.“
„Ich kann Jo doch zeigen wo sie schlafen soll“, bot Samu an. „Mikka ist ja schon damit beschäftigt sich selbst und den Fußboden zu säubern.“
„Superlieb von dir, danke Samu“, verließ Sanna mit Kaisa den Raum.

„Darf ich bitten?“ Galant hielt Samu mir seinen Arm hin und ich hakte mich ein. Er war fröhlich und witzig und er machte es einem leicht sich wohl zu fühlen, deshalb hatte ich auch gar nichts dagegen.
„So, hier ist das Gästezimmer.“ Samu öffnete eine Tür und ich blickte in einen Raum mit einem großen Bett, Kleiderschrank und einer Kiefernkommode mit Spiegel darüber. In einer Ecke des Raums stand ein kleiner Tisch sowie zwei Holzstühle auf denen Klamottenberge lagen. Ein schwarzer Socken lag vor dem Bett, ein anderer nur unweit entfernt.
„Sorry, ich habe ganz vergessen ihn aufzuheben“, bückte sich Samu. „Welche Bettseite bevorzugst du? Mir ist es egal, ich überlasse dir die Wahl.“

Nun wurde ich doch blass. Ich sollte mir ein Bett mit Samu teilen? Das konnte doch nicht Sannas Ernst sein! Ich würde mich ja schon komisch dabei fühlen das Zimmer mit ihm teilen zu müssen, würde jedoch, wenn es nicht anders ging, auch das tun, aber das Bett? Da waren nächtliche Berührungen vorprogrammiert. Auch wenn Samu mir durchaus sympathisch war: Nein! Abwartend sah er mich an. „Sag was“, forderte er mich auf.
„Ich soll ... mit dir ...?“ Samu hob beide Hände an und genau in diesem Moment kam Sanna herein.
„Was macht ihr denn hier? Samu, du solltest Jo nicht zeigen wo du,  sondern wo sie schlafen soll. Komm mit, Jo. Und du großer Nichtsnutz kannst dich mal um dein Patenkind kümmern! Sing ihr etwas vor, zumindest das  beherrscht du ja.“

Trotz dieser nicht unbedingt freundlichen Worte merkte man doch, dass es gar nicht so gemeint war und die Geschwister ein sehr gutes Verhältnis zueinander hatten.
„Samu findet es spaßig andere auf die Schippe zu nehmen, du wirst natürlich nicht  mit ihm in einem Zimmer, geschweige denn in einem Bett schlafen.“
Den Refrain eines Songs pfeifend kam Samu hinter uns her. Ich erkannte den Song  sofort und den Refraintext nutzt er nun scheinbar als Antwort auf Sannas Worte.
„The answer my friend ist blowin' in the wind ...“~

Sanna drehte sich, mit ihrem Mittelfinger grüßend, zu ihm um und trällerte den Textbeginn. „How many roads must a man walk down before you call him a man ... ~ Ich fürchte so viele Straßen gibt es auf dieser Welt gar nicht, damit du  je erwachsen werden könntest!“
Gutmütig lachte Samu auf und verschwand mit einem Winken zu Schwager und Nichte. „Ich hoffe, du hältst uns nicht für bekloppt“, entschuldigte sich Sanna.
„Überhaupt nicht, ich finde euch total warmherzig“, versicherte ich ihr.
„So, Jo, hier sind wir richtig, auch wenn es nicht danach aussieht. Das ist Kaisas Zimmer, aber sie schläft momentan bei uns. Eigentlich würde dir und nicht Samu das Gästezimmer zustehen, aber er wohnt schon seit einigen Wochen bei uns, weil ...“ Leicht hob ich meine Hand an.
„Sanna, alles okay, du brauchst mir doch nichts zu erklären. Außerdem ist es hier sehr gemütlich, wirklich“, beruhigte ich sie.
„Ehrlich? Dann ist ja gut. Da du nicht in ihr Gitterbettchen passt habe ich ein Luftbett für dich organisiert, ich hoffe, das ist okay?“
„Klar doch.“
„Schön. Dann lasse ich dich jetzt allein. Wo das Bad ist weißt du ja. Komm einfach ins Wohnzimmer wenn du dich etwas ausgeruht hast.“
„Mach ich, vielen Dank.“ Sanna zog die Tür zu und ich war alleine. Interessiert sah ich mich erst einmal um. Das hier war so ein richtiger Klein-Mädchen Traum. Weiß, Pink und zartes Rosa beherrschten den Raum, Bilder von glitzernden Elfen und anderen Fabelwesen zierten die Wände. Blieb nur zu hoffen, dass Kaisa nicht zu den Mädchen gehörte die Rosa verabscheuten, sich zum Geburtstag Fußballschuhe wünschten und Poster von schnellen Autos an der Wand haben wollten.

In aller Seelenruhe packte ich meine Sachen aus, dann ging ich duschen. Nachdem auch das erledigt war legte ich mich eine Runde auf das Luftbett. Ich wollte zwar nicht schlafen, aber etwas Entspannung tat gut.
Wenn der Rest der Familie auch so nett war, dann würde ich mich hier bestimmt wohlfühlen. Von wegen sture Finnen! Sicherlich gab es auch solche, aber diese Exemplare hier gehörten definitiv nicht dazu, Samu schon mal gar nicht, der war alles andere als zurückhaltend.
Heute war Mittwoch, am Sonntag war Kaisas Taufe, solange würde Samu also bei seiner Schwester und seinem Schwager zu Gast sein, und ich war mir sicher, dass das noch ein paar sehr unterhaltsame Tage werden würden.
Es war schön hier, wirklich schön und ich fühlte mich sauwohl.

„Jo?“, hörte ich eine leise Stimme neben mir. Ich wandte den Kopf um, blickte in Samus Gesicht der sich nun über mich beugte.
„Ich habe Sanna und Mikka fortgeschickt, wir sind alleine. Ich dachte, da du das menschliche Original bevorzugst ...“, nestelte er schon an seiner Hose herum.


Laut klopfte es an der Tür.
„Jo, bist du eingeschlafen?“, hörte ich eine weibliche Stimme. Ich riss die Augen auf, sah mich um.  Von einem Samu weit und breit keine Spur. Erst da begriff ich, dass ich eingeschlafen war und diese Aktion von Samu lediglich geträumt hatte.
Was für ein frecher Kerl, ich kannte ihn kaum ein paar Stunden und schon schlich er sich in meine Träume, und dann noch so ... Gut, dafür konnte er nichts, es war mein Traum gewesen, mein Unterbewusstsein, dass sich das zusammen fabriziert hatte.

„Ich bin sofort bei euch!“, rief ich schnell zurück. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich glatt eine Stunde geschlafen hatte. Mit einer frischen Jeans, meinen weißen Hauspuschen und meinem neusten T-Shirt bekleidet verließ ich das Zimmer und traf prompt auf Samu der gerade aus dem schräg gegenüberliegende Gästezimmer herauskam. Offensichtlich war er auf den Weg ins Bad, denn über seinem nackten, muskulösen Oberkörper hing ein Badetuch. Die Jeans saß fast schon unter seinen schmalen Hüften und ließ den Bund einer schwarzen Unterhose hervorblitzen. Unwillkürlich fiel mir mein Traum ein. Doch das hier war noch besser als ein Traum, das war Sex pur, nur eben ohne Sex.
„Ich bin auf dem Weg ins Bad“, erläuterte er und wedelte mit dem Zipfel des Badetuchs.
„Und ich bin auf dem Weg zu Sanna. Ich habe etwas geschlafen, obwohl das gar nicht so von mir geplant war.“ Samu nickte verständnisvoll.
„Ja, manchmal passieren Sachen die  man überhaupt nicht geplant hat. Das Leben bietet viele Überraschungen.“ Und mit einem Augenzwinkern setzte er seinen Weg fort.

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~  Song: 'Blowin' in the wind' Bob Dylan
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