Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The right one  – Es ist nicht einfach den Richtigen zu finden

von Catweazle
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Het
OC (Own Character) Samu Haber
20.02.2021
21.10.2021
21
45.163
24
Alle Kapitel
153 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
02.07.2021 2.137
 
Hallo,

auch hier geht es endlich wieder weiter.

Vielen Dank an Kylja, SunriseAve66, Miwi, shootingstar, Bella-2017 und Dani Leseratte für die lieben Kommentare!
Danke an alle die mitlesen.

Liebe Grüße
Cat
_________________________________________________________________________________



Kapitel 16:     Und mein Herz schmolz noch mehr ...


Natürlich war ich damit einverstanden, auch wenn mir klar war, dass an diesem Abend, beziehungsweise in dieser Nacht, bestimmt nichts mehr zwischen uns Laufen würde. Aber allein der Gedanke daran war erregend. Genau so, wie das was auf der Kühlerhaube des Autos passiert war. War ich ein billiges Mädchen, weil ich mich zu so etwas hatte hinreißen?
Ach, was machte ich mir darüber überhaupt Gedanken? Ich hatte mich nicht in ihn verlieben wollen, aber es war passiert und ich konnte doch glücklich sein, dass er ernsthaftes Interesse zeigte. Natürlich unter Vorbehalten, aber so ganz abgeneigt schien er einer dauerhaften Beziehung gegenüber doch nicht mehr zu sein. Ich musste ihm einfach eine Chance geben herauszufinden, ob er inzwischen bereit war auch sein Herz mit einzubringen, und nicht nur diesen phänomenalen Körper.

Nach einem Gute-Nacht-Kuss im Garten seiner Schwester huschte ich durch eine Tür von der man direkt vom Carport aus ins Haus gelangen konnte hinein. Natürlich erst, nachdem Samu den Schlüssel aus den Geheimversteck geholt und aufgesperrt hatte.
„Du gehörst jetzt zum Kreis der Mitwisser“, flüsterte er, „damit bist du in den Familienclan aufgenommen.“
„So einfach geht das bei euch?“, wunderte ich mich. Samu zog die Augenbrauen hoch.
„Wer sagt, dass das einfach ist? Du kennst uns noch nicht richtig.“
„Aber das was ich von euch kenne ist wunderbar. Auch das, was ich von dir kenne.“ Er hob den Arm, lehnte ihn gegen einen Pfeiler des Carports und dann seinen Kopf dagegen.
„Du meinst, meine dunkle Seite? Das Böse in mir?“, brach er mit einer Hand einen dünnen, trockenen Zweig von einem Strauch ab. Jetzt in der Stille der Nacht hörte sich das Knacken beinahe bedrohlich an.
„Nein, ich meine das Traurige in dir. Aber es macht dich zu dem der du bist, einem im Herzen guten Menschen.“ Samu lächelte mich an, dann drückte er sich vom Pfeiler ab.
„Gute Nacht, Josefiina Suomlinen.“
„Samu?“
„Ja?“
„Mein zweiter Vorname ist Hilja. Nach meiner einen Oma.“
„Aleksi“, entgegnete er, „nach ... nach einer Laune meiner Eltern. Und grinsend fügte er hinzu: „ich glaube der damalige Briefträger hieß so.“ Dann zwinkerte er mir zu und humpelte Richtung Zelt davon. Und ich huschte, wie schon erwähnt, ins Haus und stand im einer Art Vorratsraum. Da es nur eine weitere Tür gab ging ich da durch und befand mich in der Küche. Jetzt kannte ich mich wieder aus. Trotzdem ging ich sehr langsam und vorsichtig, zum einen weil kaum Licht hereindrang, zum anderen weil ich niemanden wecken wollte. Leise schlich ich in das Zimmer von Kaisa in dem ich schlief. Ausziehen und nichts wie schlafen.

Ich befand mich gerade in der Einschlafphase als mich zorniges Babygebrüll aus dieser Phase riss.
Oha, da gab Madame Kaisa ja richtig Dampf! Ein Türenklappern, gedämpfte Stimmen, ein leises Singen, aber Kaisa schien sich nicht beruhigen zu wollen. Stimmen die miteinander redeten, wieder eine Tür. Ich zog mir das Kissen über den Kopf, aber das half natürlich nicht. Im Gegenteil, jetzt bekam ich kaum noch Luft. Und Kaisa schrie wie am Spieß.
Mit einmal wurde es ruhig, endlich. Dafür drückte jetzt meine Blase, also stand ich auf und ging schnell ins Bad.

Als ich wieder heraus kam sah ich Licht im Wohnzimmer und es war eindeutig Samu der da jetzt mit ganz leiser Stimme sang. Natürlich weckte das meine Neugierde und so ging ich näher, schob die Wohnzimmertür ein wenig weiter auf. Dort saß Samu auf dem Sofa, die Beine auf dem Wohnzimmertisch und im Arm seine kleine Nichte. Er sang gerade ein finnisches Kinderlied, das auch meine Mutter mir sehr oft vorgesungen hatte, ich hatte es seit Ewigkeiten nicht mehr gehört. Dafür hatte Samu mich scheinbar gehört, denn er warf mir einen Blick zu.

„Komm doch rein. Ich glaube sie ist eingeschlafen“, flüsterte er. Kaisa strafte seinen Worten Lüge indem sie gleich einen meckernden Ton von sich gab.
„Shhhhh, schlaf weiter, mein Mäuschen“, streichelte Samu mit dem Finger ihre Wange.
Mir ging das Herz richtig auf wie ich ihn so mit dem Baby im Arm dasitzen sah. Leise und vorsichtig setzte ich mich dazu während Samu nun zu summen begann. Es dauerte gar nicht lange, da schlief sie tatsächlich tief und fest. Samu wurde still.
„Das hast du prima gemacht“, lobte ich.
„Ja, ich bin der Babyflüsterer“, grinste er mich an. „Sanna hat mich extra reingeholt. Ehrlich gesagt war ich froh darüber, im Zelt war es stickig und Santtu hat sich furchtbar breit gemacht. Ich glaube ich bin aus dem Alter bin raus in dem man unbedingt in ein Zelt kriechen muss. Aber ich habe ja eine gute Ausrede, um nicht wieder zurückzugehen, nämlich meine Süße hier“, schaute er auf Kaisa, nahm ihre kleines Händchen und hauchte einen Kuss auf die Fingerchen. Und mein Herz schmolz noch mehr ...
Samu hatte absolut Papa-Qualitäten, auch wenn sicherlich mehr dazu gehörte, als das Kind in den Schlaf zu singen.

Als hätte er meine Gedanken erraten sagte er: „Nein, das ist nicht mein Traumjob. Ich glaube ich wäre kein guter Vater wenn ich mich nicht von ganzem Herzen für ein Kind entscheide und das kann ich nicht. Zumindest noch nicht. Mein Egoismus ist einfach zu groß. Da ist übrigens jemand der sich für uns einsetzen will. Also für die Band, für unsere Musik. Ich hoffe das wird was, aber der Kerl ist echt begeistert von uns. Wenn das klappen würde, das wäre ein Traum!“ Samus Augen begannen ganz schwärmerisch zu leuchten. „Kannst du mir einen Gefallen tun, Jo?“
„Ähm... ich weiß nicht. Vielleicht solltest du mir erst sagen um was es geht.“
„Hey, ich würde nie etwas Unmögliches von dir verlangen oder etwas Unanständiges. Oder vielleicht doch“, fügte er nach dem Bruchteil einer Sekunde hinzu und zwinkerte mir zu. „Aber jetzt ist es harmlos. Ich möchte mich gerne mit dem kleinen Knuddelbärchen in meinem Arm hinlegen, würdest du uns dann zudecken?“, bat er.
„Selbstverständlich.“

Ich sah zu wie Samu die Kleine ganz vorsichtig an seine Schulter legte, dann hielt er ihr Köpfchen fest während er sich der Länge nach auf dem schwesterlichen Sofa ausstreckte. Kaisa wurde etwas tiefer gezogen, sodass sie nun auf seiner Brust weiterschlafen konnte, dem Schlag seines Herzens lauschend.  Wusste die Kleine eigentlich wie gut sie es hatte?
„Kissen“, flüsterte Samu und versuchte den Kopf zu heben. Also stopfte ich ihm einen Kissen in den Nacken. „Danke“, kam es von ihm und sein Mund verzog sich zu einem Fischmäulchen. Passend dazu gab es schmatzende Geräusche.
„Glaubst du ernsthaft, dass ich ein Fischmaul küsse?“, verzog ich das Gesicht. Sofort verschwand das Mäulchen.
„Besser so?“
„Viel besser.“ Nun bekam Samu auch seinen Kuss. Anschließend deckte ich ihn und Kaisa zu.
Ja, ich konnte es nicht bestreiten, der Wunsch eines Tages so etwas auch mit Samu zu haben war da, aber ich würde ihn niemals in diese Rolle drängen, denn wie er schon gesagt hatte, er würde nur dann ein guter Vater sein wenn sein Herz auch dazu bereit war. Immerhin war es schon ein toller Fortschritt, dass er bereit war eine Beziehung mit mir einzugehen. Mit mir, Josefiina Suomlinen!
Samu bleib mit Kaisa auf dem Sofa liegen, ich schlich wieder in mein Bett zurück. Aber das Bild das ich in meinem Herzen mitnahm war wunderschön.

Der nächste Morgen begann mit einem gemeinsamen Abschiedsfrühstück. Man merkte wie schwer es Eve fiel wieder zu fahren, auch wenn sie versuchte sich das nicht anmerken zu lassen. Santtu und Samu blödelten herum, was es ihnen offensichtlich einfacher gestaltete sich wieder zu trennen. Schließlich hatten sich alle verabschiedet und wir winkten dem Auto nach in dem Jaakob, Eve und Santtu davonfuhren. Sanna seufzte leise auf. „Es war so schön, dass die Drei da waren.“ Samu nickte zustimmend.
„Na ja, sie sind ja nun wirklich nicht aus der Welt.“
„Das nicht“, bestätigte Sanna, „aber was ich meinte das ist, dass wir alle mal zusammen waren, die ganze Familie.“
Samus: „Ja“, fiel mit dem Moment zusammen in dem er seinen Arm um meine Schulter legte. Gedankenloser Zufall oder gewolltes Zeichen, dass  er mich dazu zählte? Ich hoffte schon, dass er damit etwas ausdrücken wollte, aber sicher war ich mir nicht. „Ich werde gegen Mittag heimfahren“, verkündete Samu, „was liegt bei euch an?“ Sanna machte ein betrübtes Gesicht.
„Ich werde mit Kaisa zum Kinderarzt fahren, sie ist immer noch so nölig, auch wenn du sie letzte Nacht gut beruhigen konntest und sie auf deiner Brust scheinbar wunderbar geschlafen hat, aber sie hat leichtes Fieber und ich würde sie gerne einmal durchchecken lassen“, erklärte die besorgte Mutter.
„Und du?“, wanderte sein Blick zu mir.

„Nichts Anstrengendes“, beschloss ich, „einfach mal die Atmosphäre am Hafen genießen, ein Fischbrötchen essen und mich mit der Stadt vertraut machen in der ich in Zukunft leben möchte.“
„Dann biete ich mich als Fremdenführer an“, hob Samu den Zeigefinger. „Keine normale Sightseeingtour“, ließ er mich wissen.  - Wie könnte es bei ihm auch normal ablaufen?,  fragte ich mich im Stillen. „Ich würde dir zeigen wo du was am besten bekommst und so“, legte er dem Kopf ein wenig schief und sah mich an.  - Und so, aha.
„Sag mal, hast du nichts Besseres zu tun?“
„Nein“, kam es umgehend zurück. „Was gibt es schon Besseres als mit so einem bezaubernden Wesen durch die Stadt zu gehen, an der das eigene Herz hängt?“, setzte er einen sagenhaften Unschuldsblick auf.
„Okay“, grinste Sanna uns an, „ich merke es schon, Turteltäubchenalarm.“ Prompt wurde das weibliche Turteltäubchen rot. Sanna verschwand im Haus und das männliche Turteltäubchen turtelte weiter.

„Wir könnten später auch noch in meine Wohnung und die Fortsetzung von gestern Abend wieder aufnehmen“, schlug er vor.
„Ach, ich weiß nicht, so eine Sightseeingtour mit dir ist sicherlich schon anstrengend genug.“
Samu zwinkerte nicht mal mit den Wimpern als er sagte: „Wir können das mit der Stadtführung natürlich auch verschieben.“ Was für ein frecher Hund! Dennoch fühlte ich mich ein wenig geschmeichelt. Und was antwortete ich ihm?
„In Ordnung, verschieben wir die Besichtigungstour.“
Mit dieser Antwort hatte Samu ganz offenbar nicht gerechnet, das Erstaunen sah man ihn an.
„Du wählst die Fortsetzung?“, vergewisserte er sich.
„Muffensausen?“
„Ganz und gar nicht, ich habe das nur nicht erwartet.“
„Im Grund genommen“, erklärte ich und versuchte das erneute Rotwerden zu unterdrücken, „ist es doch genau das was wir wollen.“ Samu küsste meine Wange.
„Dann lass uns doch jetzt schon aufbrechen. Offiziell natürlich zu einer Besichtigungstour. Aber im Grunde genommen ist es ja eine“, überlegte er weiter, „wir werden unsere Körper besichtigen. Und erforschen, also ist es auch eine Forschungsreise. Ich freue mich drauf.“ Er nahm meine Hand und wir gingen ins Haus zurück, um Sanna davon zu untereichten, dass wir zu der Forschungsreise ... Äh, zu der Besichtigungstour – was sich auch immer dahinter verbarg – aufbrechen wollten.

Da Samu ja kein Auto hatte mussten wir mit der Straßenbahn fahren, was mir auch gefiel. Es gab jede Menge zu sehen und Samu erklärte mir auf die Schnelle was ich da zu sehen bekam. „Komm, aussteigen“, sagte er plötzlich, wieder nach meiner Hand greifend. Erstaunt sah ich mich um nachdem wir draußen waren, es sah hier nicht so aus wie in der Gegend in der sich seine Wohnung befand. Aber wahrscheinlich mussten wir noch ein Stück laufen. Das konnte ja was werden, mit seinem lädierten Fuß! Erstaunlicherweise lief er heute aber schon recht gut, auch wenn er immer noch nicht richtig mit dem Fuß auftrat.
„Ist es noch weit?“, erkundigte ich mich.
„Kannst du es nicht mehr abwarten?“
„Noch so ein bescheuerter Spruch und ich sitze wieder in der Straßenbahn!“

Samus kommentierte das mit einem:“Ups!“ dann folgte ein: „Sorry, ich freue mich einfach. Warte mal, ich muss da rein. Oder willst du mitkommen?“ Wir standen vor einer Apotheke. Ich war mir ganz sicher, dass er sich keine Salbe für seinen Fuß besorgen wollte.
„Wenn es dir nichts ausmacht warte ich hier draußen.“
„Nein, es macht mit nichts aus, ich kann alleine Kondome kaufen, mir kam gerade nur der Gedanke, dass du vielleicht mit aussuchen willst.“
„Ich glaube da kennst du dich besser aus als ich.“
„Vermutlich. Besondere Wünsche?“
„Extrem sicher“, gab ich ihm zur Antwort und er lachte.
„Ja, das ist auch in meinem Interesse.“
Samu ging also in die Apotheke und ich musste tief durchschnaufen. Samus Direktheit war wirklich sagenhaft. Er plante Es also wirklich. Wollte ich das tatsächlich? Wenn nicht, wäre es vielleicht ein guter Zeitpunkt es ihm zu sagen bevor wir in seiner Wohnung waren. Dann konnten wir die Art der zu besichtigen Objekte schließlich immer noch ändern.
Samu kam wieder heraus und in dem Moment wusste ich die Antwort.
„Samu“, sagte ich und nahm diesmal zu Abwechslung seine Hand, „ich freue mich auch.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast