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One day we´ll be old

von Eliflu
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
18.02.2021
25.02.2021
6
8.355
 
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23.02.2021 2.159
 
Alisha hatte schon geschlafen als die anderen zurück ins Zimmer kamen, diese schliefen nämlich erst um halb drei ein und waren dementsprechend ziemlich müde als der Wecker am morgen weckte.
Mit müden, verschlafenen Augen blickte Jill auf die Uhr, auf ihrem Handy. „Fuck, schon 06:30…“ stöhnte sie und versuchte die Augen offen zu halten. Gequält schleppten sich die Mädchen aus dem Bett, nur Alisha blieb liegen, während die anderen schon auf dem Weg in den Waschraum machten. Sam, die sich schon gestern Abend um sie gesorgt hatte, blieb bei ihr im Zimmer. „Geht es dir gut?“ fragte die Blondine leise. Alisha konnte nicht antworten, sie wusste die Antwort nicht einmal. „Nimm diesen Wichser doch nicht zu ernst! Der redet viel, wenn der Tag lang ist. Glaub mir, ich kenn ihn…“ versuchte sie, sie aufzumuntern. Alisha nickte, um Sam endlich los zu bekommen und das funktionierte auch.
Fast dasselbe hatte Sue ihr gestern schon am Telefon gesagt. Aber nicht nur das, sie sagte auch dass sie sich von solchen Leuten fernhalten sollte, nicht nur von dem Jungen, sondern auch von den anderen Mädchen, mit denen sie sich gestern noch gut verstanden hatte. Wahrscheinlich hatte Sue nur Angst, sie würde als Freundin ersetzt werden, dachte Alisha.
Nun rappelte sich Alisha doch noch auf, zog sich die Schuluniform an und band sich die Haare in einem lockeren Dutt zusammen. „Vielleicht seh ich erwachsener aus, wenn ich nur einen Dutt habe und nicht die kindischen zwei Zöpfe?!“ überlegte sie.
Die Schuluniform bestand aus einem grauen Rock und einer weißen Bluse, mit einem orangenen Kragen. Die Jungen trugen eine graue Hose und ein weißes Hemd, allerdings mit einem blauen Kragen.
Alisha war zu spät dran um noch zu Frühstücken und lief direkt in das Klassenzimmer. Es war schon 08:15 Uhr, also wirklich ziemlich spät. Ohne Sam könnte sie das Klassenzimmer nicht finden, aber vorher musste sie sowieso noch ihren Spint suchen. Hätte sie das andere Mädchen doch nur nicht weggeschickt!
-
Alessio war auch zu spät, konnte jedoch nicht sagen er hätte das Klassenzimmer nicht gefunden. Er war aber sowieso immer zu spät. Seine Freunde waren schon längst in der Klasse und er lief entspannt durch die Schulflure zu seinem Spint. Da sah er ein junges Mädchen, mit wunderschönen braunen Haaren, Alisha. Er sah sie zum ersten Mal und konnte seine Augen nicht von dem Mädchen lassen. Sie zerrte an ihrem Spint herum und versuchte ihn zu öffnen. Aber helfen konnte er ihr trotzdem nicht, er musst los, sonst würde er schon wieder einen Eintrag bekommen. Am ersten Schultag einen Eintrag?! Seine Eltern würden durchdrehen. Also lief der Junge an Alisha vorbei, lächelte ihr aber listig zu.
Nur ein paar Minuten später stand Alessio schon im Klassenzimmer. Herr Schmitt, ihr Klassenleiter, schaute ihn wütend an. „Guten Morgen Mr. Lenz, schön, dass sie uns auch beehren!“ sagte er ironisch. „Morgen“ brummte All und lief hinter, in die letzte Reihe und setzte sich auf den Platz, den Kai für ihn freigehalten hatte. „hast du für mich mitgeschrieben?“ wispert er Kai ins Ohr. Dieser nickte und schob ihm ein Blatt rüber. „Hey, weißt du was? Da ist so ein Mädchen, ich glaub die ist neu hier…“ redete er weiter. „Oh, wow, das ist ja unglaublich.“ Unterbrach ihn Kai sarkastisch, leider ein bisschen zu laut, so dass Herr Schmitt auf die beiden aufmerksam wurde. „Wollen sie auch etwas sagen, Mr. Taylor?“ Er sprach sie immer mit Nachnamen an. „Nein.“ Antwortete der Junge frech. „Hat sich allerdings doch so angehört, wenn sie ihrem Verlangen zu reden nachgehen wollen, schlage ich vor sie bereiten einen für nächste Woche einen Vortrag vor! Dann können sie soviel reden wie sie wollen!“ Schockiert starrte Kai nun seinen Lehrer an und murmelte: „Ganz bestimmt nicht…“ „Raus!“ schrie der verärgerte Lehrer und zeigte auf die Tür. Fassungslos stand Kai aus, schenkte All einen wütenden Blick zu und verließ den Raum.
Auf dem Flur sah er wie Alisha sich suchend umblickte. Sie liefen direkt aufeinander zu. Alisha überlegte, ob sie schnell irgendwo abbiegen sollte oder einfach in irgendein Klassenzimmer flüchten. Aber das ging nicht… sie starrte einfach auf den Boden. „er wird so oder so an mir vorbeilaufen, ohne mich zu beachten.“ Dachte sie, das machte es allerdings nicht besser, denn sie hatte jetzt schon ein wenig Angst vor ihm. Seine Worte hallten immer noch in ihren Ohren und ließen sie rot werden.
Sie lief ein bisschen schneller, bis sie jemand beim Vorbeilaufen am Oberarm festhielt. Überrascht drehte sie sich um und blickte in die leuchtend blauen Augen. „Das Klassenzimmer ist die erste Tür, wenn du da vorne nach links abbiegst.“ Sagte er erstaunlich freundlich. Alisha sah ihn perplex an. „wieso ist er plötzlich nett?“ dachte sie sich, aber bevor sie irgendetwas sagen konnte, hatte der Junge ihr wieder den Rücken zugekehrt und lief weiter.
Der Weg den Kai ihr beschrieben hatte war richtig. Sie kam ins Klassenzimmer und erklärte dem Lehrer unschuldig das sie den Weg nicht gefunden habe und er akzeptierte diese. Als sie durch die Reihen zu Sam, neben der noch ein Platzt frei war, lief, bemerkte sie, dass ein Junge sie beobachtete. Sie hatte ihn vorhin bei den Spinten. Er saß zwischen einem freien Platz und Violet. Sobald Alisha bemerkte das er offensichtlich mit dieser Schlampe, Violet, befreundet war, schaute sie genervt weg.
Als es zur zweiten Stunde klingelte kam Kai zurück und setzte zu dem Jungen, der sie beobachtete. Er schien sauer auf All zu sein und reagierte nicht auf seine Fragen. „Hey?! Was hast du den jetzt?“ zischte er zu Kai. „Mann, wegen dir hat dieser verfickte Schmitt mich rausgeschickt! Danke für den Eintrag, du Arsch“ seine stimme klang wütend, schon fast zerstörerisch. Wie konnte Kai nur so mit ihm reden?! „Pass auf!“ knurrte Alessio zurück. Von Zorn gepackt stoß Kai den anderen zurück. Ein Fehler. Alessio war nicht gerade für seine Gelassenheit bekannt, im Gegenteil, er hatte eher ein Aggressionsproblem. Und diese Aggression wurde jetzt geweckt. „Fuck, fuck, fuck…“ schrill es in Kais Kopf, als er merkte wie All seine Fäuste ballte und auf ihn zugerast kam.
Mit gerade Schlag direkt auf seine Nase stieß Kai gegen die Wand. Entweder er würde sich jetzt wehren, ihn auch schlagen und ihn so bis ins unendliche Provozieren oder er würde dastehen wie ein Schwächling, der sich aus Angst ergeben würde. Also entweder verschlagen werden oder sich blamieren. Die Wahl fiel im nicht schwer. Er schmiss sich förmlich auf Alessio und schlug immer wieder so schnell und so fest er konnte. Er konnte nicht gewinnen und das wusste er auch. Alessio hob ihn hoch und packte ihm am Hals, so dass er keine Luft mehr bekommen konnte. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der Kai nach Luft schnappte, rissen ihre Mitschüler die beiden auseinander.
Frau Baumann, ihre Englischlehrerin, schickte die beiden zum Direktor. Noch saß Kai auf dem Boden und rieb sich den Hals. Genervt zog Alessio ihn hoch und die beiden liefen ins Direktorrat. Vor dem Büro saßen sie nun auf zwei Stühlen nebeneinander und warteten auf Direktor Müller. „Wenn du das nächste Mal Stimmungsschwankungen hast, warnst du mich vor!“ sagte Alessio sarkastisch. Kai verdrehte nur die Augen, er war wirklich sauer auf seinen „Freund“.
Als die zwei Jungs wieder in ihrem Zimmer ankamen und sie immer noch kein einziges Wort gewechselt hatten, unterbrach Alessio die unangenehme Stille: „Naja, also was ich dir heute Morgen, bevor du rausgeschmissen wurdest, sagen wollte war das…“  Bevor er den Satz zu ende sprechen konnte, unterbrach ihn der Rothaarige, mit einem giftigen Blick. „Es ist mir so was von Egal! Lass mich einfach in Ruhe!!!“ Er setzte sich auf sein Bett und zog ein Buch unter seinem Kopfkissen hervor.
All wusste das er ihn nun wirklich besser allein lassen sollte und lief in den großen Gemeinschaftsraum. Allerdings war dieser für ihn, ohne Kai, langweilig. Fakt ist, das er außer ihm keine Freunde hatte und die Gruppe, in welcher sie zu Abendessen, in der Pause zusammenstehen oder so etwas in der Art machten, war nur bei ihm, weil sie mit Kai befreundet sind. Nicht mit Alessio selbst.
Er setzte sich auf einen der Sitzsäcke und tat so als würde er etwas sehr Wichtiges auf seinem Handy lesen. Er sah, dass das hübsche Mädchen von heute Morgen mit Samantha, Jill und Joe am Tischkicker stand und gebannt dem Spiel von den anderen folgte. Sie muss sich offensichtlich nicht anstrengen, um schön zu sein. Sie trug einen weiten, gelben Pullover, der die weiblichen Kurven ihres Körpers verdeckte. Sie trug kein Make-up, dass war aber auch besser so, dachte All. Sie hatte eine sehr reine Haut. Ihre hellbraunen vielen wie Seide auf ihre Schultern und mit einem Lächeln zeigte sie ihre schneeweißen Zähne. Das alles viel Alessio auf Gefallen, und er konnte seine Augen nicht von ihr abwenden. Er wünschte er könnte sie kennenlernen, aber jetzt hatte sie sich schon mit Joe und den anderen angefreundet. Er war zu spät. Samantha war schneller. Aber am Ende war es doch sowieso Kais schuld! Hätte er sie nicht gleich so angemotzt, sondern hätte sich bei ihr entschuldig, könnte sie schon längst zu ihrer Klicke gehören. Aber stattdessen bekommt sie nun garantiert von allen anderen gesagt was er für ein Asch sei.
Aber so leicht wollte er nicht aufgeben! Er wollte sie kennenlernen und er wollte sie dazu bringen ihn zu mögen. „Es geht mir nicht um das Eine, diesmal wirklich nicht“ erklärte er sich selbst, immer und immer wieder. Erst würden sie gute Freunde werden, bis sie sich unsterblich in ihn verliebt, danach würde er sie ein wenig zappeln lassen und zum Schluss wären sie das ideale Paar, über welches alle redeten. Genau so stellte All sich das vor. Aber dazu müssten sie erst einmal Freunde werden und das ginge nur mit Kais Hilfe. Solang dieser sich wie ein egozentrischer Wichser aufführte, würde sie um ihn einen großen Bogen machen.
Entschlossen stand Alessio auf und stürmte aus dem Raum, um mit Kai zu reden. Auf dem Weg fiel ihm jedoch ein, dass dieser ja immer noch sauer auf ihn war. Dabei hatte er gar kein Recht dazu, oder zumindest dachte All das. Auf dem Flur sah er einen Jungen, er ging in ihre Parallelklasse, Alessio kannte ihn vom Sehen. Der Junge hielt Packung Gummibärchen in seinen Händen, die Alessio ihm, im Vorbeigehen, aus der Hand riss. Zuerst wollte sein Mitschüler noch lautstark dagegen protestieren, als All aber, ohne in einem Blick zu würdigen, weiterlief, gab er es auf.
Kai sahs noch immer auf dem Bett und las in seinem Buch, als er bemerkte das ihm jemand eine offene Tüte mit Gummibärchen hinhielt. Er musterte kurz den blassen Jungen der mit einem leichten lächeln vor seinem Bett stand. „Tut mir leid?!“ Es klang mehr als eine Frage als eine Aussage, so dass Kai nur seine Augen verdrehte. „Ich hab dir sogar was mitgebracht!“ sprach All weiter und holte ein paar der Süßigkeiten aus der Tüte heraus und hielt sie genau vor das Gesicht des anderen. „Nein, Danke. Sowas ess ich nicht.“ Antworte dieser mürrisch. Nun packte Alessio die Wut. Da war er mal nett und bringt ihm sogar was zum Essen mit und was sagt er?! „Ich ess sowas nicht?! Ich zeig dir gleich was du isst, du verfickter Wichser!!“ Zornig packte er Kai am Oberarm zog ihn vom Bett herunter, so das er nun vor ihm auf die Knie stürzte und ihn böse anschaute. „Du musst doch nicht vor mir auf die Knie fallen, aber schön, dass du meine Entschuldigung annimmst!“ lachte er hämisch. „haha…“ sagte Kai daraufhin ironisch.
Kai stand auf, steckte sein Buch zurück unter sein Kissen und hörte All jetzt doch aufmerksam zu, als dieser ihm seinen Plan erklärte. Alessio sagte ihm, er solle über Sam an Alisha herankommen, besonders nett zu ihr sein und sie zu guter Letzt in ihre Klicke mitbringen.
Als All fertig mit dem Erklären war, blickte er skeptisch zu Kai und wartete darauf das dieser ihm sagt, wie lächerlich dieser Plan ist und zum Schluss dann doch zustimmt. „Über Samantha? Hast du sie nicht mehr alle?! Ich soll mit dieser Schlampe rumhängen, nur weil du ihre Freundin flachlegen willst? Ich denk nicht dran!!!“ „Komm schon, ein, zwei Mal mit deiner Schwester reden wird dich nicht umbringen!“ knörte Alessio weiter.
Ziemlich wenige wissen das Sam und Kai zweieigene Zwillinge sind und damit waren die beiden auch ziemlich zufrieden, vor allem da sie sich nicht sonderlich gut verstanden. Ja, das lag in aller erste Linie an Kai, der seine Schwester für alle schlimmen Dinge, die sein Stiefvater ihm angetan hatte, verantwortlich machte und diese, in seinen Augen, so tat als wüsste sie von gar nichts.
„Geht das nicht auch anders?“ fragte Kai entrüstet. „Nein, mach einfach!“ Der Rothaarige atmete tief durch und nickte, dann würde er also nett sein zu Alisha und auch zu Samantha. „Aber garantiert nicht, weil ich die beiden mag, nur weil All das will. Sonst nichts!“ dachte er immer wieder um seine Wut, über diese Forderung, zu verdrängen.
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