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Das Butterfly- Projekt

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
17.02.2021
17.02.2021
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Hintergrund:
“Nein! Lass mich!”, schreie ich.
Mit all meiner Kraft versuche ich mich gegen Finns starke Arme, die mich fest und nah bei sich halten, zu wehren. Kochend heiße Tränen fließen über meine Wangen, meine Hände zittern, in meinem Kopf funktioniert nichts und mein Herz ist gebrochen. Schluchzend sinke ich zu Boden, denn meine Beine geben den Geist auf. Ich kann nicht mehr. Das kann doch alles nicht wahr sein, nicht er. Es fühlt sich immer noch unreal an, ich kann nicht glauben, dass er tot ist. Vielleicht, will ich es auch nicht glauben, ich bete jeden Tag, dass er zurück kommt und mir sagt er hat es nur vorgetäuscht. Das hat er doch schon mal gemacht!
“Shhhht. Bunny, es ist alles gut. Du kannst ihm nicht helfen, er ist jetzt weg, okay? Und er kommt nicht wieder.”, Finn versucht mich zu beruhigen, aber seine Worte lenken nur meinen Blick auf den Grabstein.
>​Hinterlässt zahlreiche Freunde...
Ja und ein riesen Chaos!
“Finn. Warum lässt du mich nicht zu seinem verdammten Grab?”, fahre ich ihn an,” Was denkst du was ich tue? Ihn ausbuddeln?” Er kniet mittlerweile neben mir auf dem Boden, hält mich immer noch fest und sieht mich ganz ernst an.
“Seit Monaten, Jamie, seit Monaten bist du komplett durch den Wind. Du glaubst nicht Mal, dass Lucas tot ist obwohl er sich genau vor dir erschossen hat! WACH DOCH ENDLICH MAL AUF!”, meine Trauer und verletztheit verstecken sich wieder. Er bemerkt, was er gerade getan hat und löst seine Arme sanft.
“Jamie... Ich-”
“Nein, Finn.”, unterbreche ich ihn,”Es ist alles gut. Ich hab's schon verstanden” Ich lache leicht und stehe auf. Ohne etwas zu sagen drehe ich mich um und gehe weg, aber nach einigen Schritten wird mein Gehen zu Rennen. Der Asphalt fliegt weg unter meinen weißen Converse und Schritt für Schritt habe ich das Gefühl Lucas im Stich zu lassen. Ich renne immer weiter von ihm weg, jeden Tag verändere ich mich mehr, ich bin nicht mehr die Person die ich mit ihm war. Ich werde nie wieder diese Person sein können, weil das entscheidene Merkmal dafür fehlt. Er fehlt. Und ich bin sauer auf ihn, so unglaublich sauer. Die kalte Februar-Abendluft zerzaust meine Haare und sticht mir in den Augen. Ich renne immer schneller und schneller, denn meine Wut wird größer mit jeder Sekunde. Wie konnte er mich nur alleine lassen? Meine Lungen schmerzen bereits vor Erschöpfung, doch ich renne weiter. Ich dachte er hat mich so lieb, warum geht er dann? Mein rechtes Bein tut unglaublich weh, die noch nicht ganz verheilten Brüche melden sich mal wieder; sie versuchen mir mitzuteilen, dass es jetzt genug ist und, dass ich sofort aufhören ​muss. ​Aber wann hab ich jemals auf die Signale meines überanstrengten Körpers gehört? Irgendwann bringt mich das noch um, aber im Moment habe ich keine Angst vor dem Tod, denn meine Seele ist bereits mit Lucas gestorben, es gibt nur noch den Körper. Mir ist schwindelig und übel, und ohne, dass ich es beeinflusse, bleibe ich stehen. Mein Atem ist schwer und alles tut mir weh, als ich mich umsehe und realisiere, dass ich auf einem abgelegenen; dunklen Weg bin, auf dem ich jeden Tag bin. Hier rauche ich und denke ich. Hier habe ich Platz zum Atmen, aber genau in diesem Moment bleibt mir die Luft weg und ich falle auf den Boden.
“Ich hasse dich, Lucas.”, murmle ich gerade noch bevor alles schwarz wird.
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