Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Sonnenflecken

von -Madara-
KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P6 / Gen
16.02.2021
25.02.2021
2
2.685
3
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
16.02.2021 896
 
Hallo und herzlich willkommen!

Bei dieser FF handelt es sich um einen "Two-Shot", sodass sie mit 2 Kapiteln bereits abgeschlossen ist. Für das Crossover-Universum selbst habe ich Aziraphale (jepp, ich weigere mich die deutsche Version des Namens zu benutzen) und Crowley (es handelt sich hierbei also ausdrücklich nicht um den Supernatural-Crowley) in das Universum von Supernatural eingefügt, womit sich die Hintergrundgeschichte der beiden ein klein wenig verändert. Jedoch in keinem Maße, das wichtig für die FF selbst ist.

Die Geschichte spielt irgendwann in Staffel 13 oder 14 von Supernatural und enthält, bis auf den Charakter von Jack generell, keine Spoiler.

Wie immer freue ich mich über jede Form von Review oder Kritik!



Sonnenflecken

EINS



„Du bist also der Sohn von Lucifer, huh?"
Beim Klang der Stimme drehte Jack sich erschrocken herum, hatte er doch geglaubt in die Bibliothek alleine zu sein.
In dem Durchgang zum Teleskop lehnte der Dämon Crowley mit einer Schulter an der Steinwand und beobachtete ihn. Oder jedenfalls nahm Jack das an, denn wie immer waren Crowleys Augen hinter den runden Gläsern einer Sonnenbrille verborgen.
„Ja", erwiderte Jack, dann blickte er sich kurz um. Bis auf ihn und Crowley war die Bibliothek verlassen. Also fragte er: „Was machst du hier? Ich glaube nicht, dass du hier alleine herumschnüffeln solltest."
„Herumschnüffeln?", fragte Crowley spöttisch nach. „Ich schnüffel nicht. Kein Fan von Büchern."
„Was machst du dann hier?"
Mit einem Daumen deutete Crowley über seine Schulter auf das Teleskop. „Ich wollte mal sehen, was das für ein Ding ist. Und ob es Sinn macht, es unter der Erde stehen zu haben."
„Oh... Und?"
„Keine Ahnung.", meinte Crowley. „Entweder dem Ding fehlt Energie oder es funktioniert erst, wenn es dunkel ist, damit keiner in die Sonne starren kann."
Er schwieg kurz und meinte dann zu sich selbst: „Aber hätten die dann nicht einfach einen Sonnenfilter angeschafft, um Sonnenflecken beobachten zu können, wenn welche da sind…?“
Nachdenklich musterte er das Teleskop.
„Was sind das?", fragte Jack.
„Was?", fragte Crowley nach und drehte sich wieder zu Jack herum.
„Sonnenflecken. Was sind das? "
„Das sind Stellen an der Sonnenoberfläche, die weniger heiß sind und darum dunkler erscheinen. Tauchen auf und verschwinden wieder, je nach dem was auf der Sonne gerade so passiert."
Aufmerksam war Jack der Erklärung gefolgt, dann fragte er: „Sind Sonnenflecken was schlechtes?“
„Nein. Die sind ganz normal.“
„Achso…“

Es herrschte einige Momente Schweigen zwischen ihnen. Jack war es unangenehm, während es Crowley nichts auszumachen schien.
Schließlich ergriff Jack wieder das Wort: „Ich habe mal gelesen, dass Sterne sterben können. Stimmt das?"
„Interessante Wortwahl, aber ja. Nichts ist ewig. Und einige Sterne hauchen ziemlich dramatisch ihr Leben aus. Dabei hinterlassen sie allerlei Kram, wie Nebel, Pulsare und all die kleinen Atome, die man braucht um Menschen zu bauen."
„Wie meinst du das?", fragte Jack und setzte sich nun auf einen der Stühle an dem Lesetisch, der Crowley am nächsten war. "Die Atome kommen aus den Sternen?"
Crowley dachte einen Moment nach, dann meinte er: „Sicher. Woher sollten sie sonst kommen?"
„Von Gott?", schlug Jack vor.
„Nah", winkte Crowley ab. "Das einfache Zeug kommt von Gott - Wasserstoff, ein bisschen Helium und Lithium. Der Rest kommt aus den Sternen."
Nachdenklich schwieg Jack einen Augenblick. Dann fragte er: „Woher weißt du das alles?"
„Hab in der Schule aufgepasst", gab Crowley ungerührt zurück und setzte sich nun auf die Steintreppe, auf der er gestanden hatte.

„Unsinn", erwiderte Jack.
„Unsinn?"
Jack nickte. „Cass hat gesagt, dass du alt bist und das tut er erst, wenn jemand wirklich alt ist und nicht bloß ein paar hundert Jahre. Ich denke, du bist älter als Schulen."
Crowley blickte den Jungen einige Momente lang an, dann kratzte er sich am Kinn und meinte: „Niemand wird als Dämon geboren."
Interessiert sah Jack Crowley an und wartete, ob dieser noch etwas sagen würde.

Doch er schwieg, sodass Jack doch wieder das Wort ergriff. „Sam und Dean sagen, dass Dämonen einmal Menschen waren, die in die Hölle gekommen sind."
„Sagen sie das?" Interessiert blickte Crowley ihn an.
„Sie sagen, dass Lilith der erste Dämon war und Lucifer sie erschaffen hat, um die Menschen zu verspotten." Jack hielt einen Moment inne. „Aber du klingst so, als wüsstest du, dass es falsch ist."
Crowley wiegte den Kopf einen Moment hin und her. Dann meinte er: „Ja und nein. Lilith war der erste Mensch, der zu einem Dämon wurde und relativ kurz nach ihr Kain."
„Wie alt bist du?", wollte Jack dann wissen.
„Deutlich älter als Castiel, so viel ist sicher", antwortete Crowley und sein Lächeln machte deutlich, dass er absichtlich vage antwortete. Jack hatte den Verdacht, dass Crowley versuchte um ein gewisses Thema herumzuschiffen ohne allzu deutlich abzulenken.
Doch bevor er zu einer weiteren Frage ansetzen konnte, betrat Sam die Bibliothek und warf Crowley einen Blick zu, ehe er seine Aufmerksamkeit auf Jack richtete. „Kommst du? Dean will los."
„Klar", erwiderte Jack sogleich und erhob sich. „Tut mir leid, Crowley. Wir reden ein anderes Mal weiter."
„Mach's gut, Kiddo", erwiderte Crowley. Und als er Sams prüfenden Blick einige Momente zu lange auf sich spürte, bleckte er in einem Lächeln die Zähne.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast