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Tess und der Beginn ihres wilden Lebens

GeschichteAllgemein / P6 / Gen
Gonzo Gonzales Juli Leon Markus OC (Own Character) Vanessa
16.02.2021
03.03.2021
18
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21.02.2021 717
 
„Vanessa, warte!“, rief ich der Blonden hinterher.
Nachdem wir uns unsere Fahrräder geschnappt hatten, versuchten wir nun, den Flammenmützen zu folgen.
Besser gesagt, Vanessa versuchte das, während ich einfach ihr folgte.
Bei den „wilden“ Idioten wollte ich sicher nicht bleiben! Empathieloser Haufen, keine Ahnung von Gefühlen und so wie ich sie kennen gelernt hatte sie vermutlich auch noch stolz darauf und sich keiner Schuld bewusst!
Nein, mit diesen Kindern von Fußballspielern wollte ich erst einmal nichts mehr zu tun haben, för sjutton¹!
Die hatten doch keine Ahnung.
Zumindest von Markus hatte ich definitiv mehr erwartet, aber dafür war er anscheinend „zu cool“. Pah, dass ich nicht lache!

In einer Unterführung schließlich schien Gonzo Gonzales auf uns gewartet zu haben, denn er hängte lässig von einem Rohr an der Decke runter und schaukelte daran hin und her. Zugegeben, er machte einen recht rebellischen Eindruck.
„Hey ho, kleiner Stern“, wandte er sich an Vanessa, dann erst schien er mich zu bemerken: „Oh, hey ho, wen haben wir denn da? Doch keine Lust auf einen Kindertanztee?“
„Nicht wirklich, nein“
Etwas schlagkräftigeres wollte mir gerade einfach nicht einfallen, wofür mich selbst in diesem Moment verfluchte. Aber was sollte man machen?
„Also, kleiner Stern: Wenn du dich traust und zu mir kommst, dann gehör ich nur dir“, wandte er sich wieder an Vanessa. „Und deine kleine Freundin kannst du gerne mitbringen!“
Also wirklich, ich war doch nicht klein!
Gonzales schwang sich währenddessen, cool wie er war, auf sein Skateboard und fuhr davon. Vanessa und ich tauschten Blicke und obwohl wir uns noch nicht lange kannte, war die darin enthaltene Botschaft trotzdem klar: wir würden ihm folgen!

Mit unseren Fahrrädern nahmen wir also die Verfolgung des „blassen Vampirs“ auf, bis wir an einem baufälligen, alten Gebäude ankamen, was früher mal eine Lagerhalle oder so etwas in der Art zu gewesen sein schien. Davor standen allerhand rostige Figuren, die mich im ersten Moment tatsächlich erschreckten. Aber wirklich nur im ersten Moment, bei Artemis!
Drinnen waren Rampen und ähnliche Dinge aufgebaut, auf denen die Flammenmützen mit ihren Skateboards rumfuhren. Von der Decke hingen komische Gebilde aus Stoff, die wie kleine Höhlen wirkten und ihre Verwendung vermutlich als Schlafstätten fanden.
Im ersten Moment bemerkten sie uns gar nicht, sodass die "Unerschrockenen" und ich uns erst einmal das ganze Spektakel anschauten, doch dann schritt, oder sagen wir lieber torkelte, Gonzales auf uns zu: „Hey ho, ihr seit ja wirklich hier! Na dann:“, er machte mit seinen Armen eine ausladende Geste, „Willkommen in der Nebelburg!“

„Wie heißt ihr eigentlich?“, fragte nun einer aus der Gang. Nachdem wir uns als Vanessa und Tess vorgestellt hatten, gab Gonzales uns jeweils eines der Ersatz - Skateboards, die sie hier rumliegen hatten und zeigte uns eines der herunterhängenden Nester, in dem wir schlafen konnten. Dabei flirtete er die ganze Zeit mit der Blonden und machte ihr schöne Augen. Es war zum kotzen! Ich bereute meine Entscheidung, mitgegangen zu sein, mittlerweile fast schon, denn ich kam mir vor wie das fünfte Rad am Wagen. Abgesehen davon ging mir dieser schmierige Typ sowas von auf die Nerven, aber Vanessa alleine lassen, dass kam gar nicht erst in Fragen!

Nachdem ich meinem Papa mitteilte, dass ich bei einer Freundin schlafen würde - was so gesehen ja nicht einmal gelogen war - ging ich bepackt mit Klamotten, die für ein paar Tage reichen sollten, und sonstigem nützlichen Zeug zurück zur Nebelburg.
Ich war froh und dankbar, Markus oder einem der anderen Idioten nicht begegnet zu sein.
In meiner vorrübergehenden, neuen Bleibe angekommen ging ich ziemlich bald schlafen und bekam so auch nicht mit, dass Vanessa und der blasse Vampir noch lange zusammen lachten und er ihr das Fahren auf dem Skateboard beibrachte.

Die "Unerschrocken" erzählte mir dafür am nächsten Morgen davon, einschließlich der Tatsache, dass sie jetzt mit Gonzo, wie sie ihn nannte, zusammen war. Hui, dass ging aber schnell! Zu schnell, um genau zu sein.
„Meinst du nicht, dass das etwas voreilig ist? Du kennst den Typen doch gar nicht!“, teilte ich ihr auch sofort meinen Standpunkt mit, biss jedoch auf Granit. „Jetzt fang du bitte nicht auch noch damit an!“, rief sie, schnappte sich ihr Skateboard und rannte mit ihm aus der Lagerhalle.
Åh förbannad², dieses sturköpfige Mädchen!

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Schwedisch für...

¹ "Zum Kuckuck"
² "Oh verflucht"
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