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Tess und der Beginn ihres wilden Lebens

GeschichteAllgemein / P6 / Gen
Gonzo Gonzales Juli Leon Markus OC (Own Character) Vanessa
16.02.2021
03.03.2021
18
14.690
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16.02.2021 445
 
Ich saß Zuhause, also bei Onkel Måns Zuhause, auf dem Balkon und schaute mir Stockholm bei Nacht an.
Wie sehr ich diese Stadt liebte!
Ich sah im Augenwinkel, dass sich mein Lieblingsonkel neben mir auf der Bank niederließ. Fragend schaute ich ihn an.
Als ich in seine Augen sah, wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Hatte er etwa geweint?
"Was ist los?", fragte ich ihn deshalb leise. Traurig erklärte er mir nach längerem Zögern, dass es einen Flugzeugabsturz über dem Atlantik gegeben hatte. Und das meine Mutter ein Passagier besagter Maschine gewesen sei! Stockend und, soweit es die Situation zuließ, schonend erzählte er mir dies.
Fassungslos saß ich da und wusste nicht wohin vor Trauer. Das konnte doch nicht wahr sein! Ich weiß nicht, wie lange ich so dasaß, ich glaube Måns ist dann irgendwann gegangen.
Nach einer gefühlten Ewigkrit ging auch ich schließlich, von Trauer und Schmerz erfüllt, ins Penthouse. Den kalten Wind, den Regen, all das spürte ich nicht. Ich spürte gar nichts, ich war einfach nur taub.

Das ist mittlerweile schon einen Monat her. Einen Monat voller Einsamkeit. Inzwischen wurde meine Mutter auf dem Zemun Friedhof in Belgrad beerdigt. Sie wollte das so, denn Serbien war wie eine dritte Heimat für sie, sie war sehr oft beruflich dort. Pberhaupt war meine Mutter viel auf Geschäftsreisen, das war nicht immer einfach. Doch reisen war ihr Leben.
Einmal hatte sie gemeint: "In Finnland bin ich geboren, in Schweden verbrachte ich den größten Teil meiner Kindheit und in Serbien will ich sterben!" Also erfüllten wir ihr diesen letzten Wunsch.

Auch das ist inzwischen zwei Wochen her und heute steht eine Frau, die nach eigener Aussage beim Jugendamt arbeitet, vor unserer Tür.
Nachdem sie meinem Onkel und mir ihr Beileid versichert hat, erfahren wir zu meinem Schrecken, dass durch Margaret Johanssons Tod, also den meiner Mutter, dass Abkommen zwischen ihr und Måns nicht länger gültig sei.
Um es kurz zu fassen: Ich sollte aus meinem heiß geliebten Stockholm weg, um zu meinem Zwillingsbruder und unserem Vater nach Deutschland zu ziehen. Genauer gesagt in einen Stadtteil von München, nämlich nach Grünwald. Nicht das ich es nicht toll fände, nach drei Jahren meinen Zwilling wieder zu sehen, aber zum einem erwähnte ich ja bereits vorhin, wie sehr ich Schwedens Hauptstadt liebe, zum anderem habe ich in den vergangenen drei Jahren, da meine Mutter den Kontakt zu Papa und Markus abgebrochen hatte, meine Deutschkenntnisse kaum benötigt. Und ich bezweifelt, dass ich diese Sprache noch ausreichend beherrschte. Mal ganz davon abgesehen, dass ich dort, außer den zwei bereits genannten Personen, niemanden kannte, was die Sachlage nicht verbesserte!

Aber eine Wahl hatte ich wohl eh nicht.
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