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Tess und der Beginn ihres wilden Lebens

GeschichteAllgemein / P6 / Gen
Gonzo Gonzales Juli Leon Markus OC (Own Character) Vanessa
16.02.2021
03.03.2021
18
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23.02.2021 638
 
Ich klapperte verschiedene Möglichkeiten ab, wo sie sein könnten und wurde schließlich in der Eisdiele von Leon und Marlons Vater fündig.
Die Kerle saßen betrübt an der Theke und beschwerten sich bei dem Inhaber der Eisdiele darüber, dass ihr Plan nach hinten losging. Jener schien allerdings noch mit der Tatsache beschäftigt, dass sein bester Anzug, welchen scheinbar der falsche Scout vom DFB getragen hatte, im Eimer war.

„Dachtet ihr etwa ernsthaft, dass funktioniert?“ Bei meiner Frage schreckten die „Wilden Kerle“ auf und drehten sich um 180° auf ihren Stühlen. „Tess?“, rief Markus gleichermaßen  erfreut wie überrascht.
„Na, bei dir scheint es ja funktioniert zu haben", murrte Leon hingegen nur. Das ich im Grunde genommen aus Mitleid hier war, behielt ich in diesem Moment lieber für mich. Es würde nur für Zoff sorgen; dass war zumindest mein Eindruck.
„Aus dem Schlamassel könnt ihr euch nur selbst herausholen Jungs. Aber derzeit seit ihr da auf dem kompletten Holzweg. Bei den 14 Monden des Neptun, was dachtet ihr euch eigentlich bei der Aktion vorhin?
Förbaskad¹, wie kommt man denn auf sowas! Das muss doch von Anfang an klar gewesen sein, dass das nix wird!“, machte ich meinem Missmut über die Aktion Luft. Die Jungs stöhnten genervt auf, manche rauften sich die Haare.
„Klugscheißer, und was sollen wir deiner Meinung nach tun?“, fragte mich Leon.
An dieser Stelle fing der Vater von Leon und Marlon an, sich einzumischen: „Wisst ihr, sie hat recht. Ihr müsst die Hosen runter lassen"
„Oh ha, einen Moment“ – „Nein Deniz“, erwiderte der Eisdielenbesitzer, „Ihr habt Vanessa belogen, und zwar so richtig erbärmlich! Schaut euch doch mal an.
Und wenn euch das Mädchen noch irgendwas glauben soll, dann bleibt euch nichts anderes übrig. Ihr müsst die Hosen runter lassen“
Geschockt und überrascht schauten die Kerle den Mann vor ihnen an.
„Aber das meinst du doch nicht wörtlich?“, fand der Anführer als erstes seine Sprache wieder.
„Nee, das wäre zu einfach. Ich spreche von dem", dabei legte Leons Vater seine Hand auf die Stelle, an der sich das Herz befindet, „das muss die Hosen runter lassen“

Den „Wilden Kerlen“ war ihre Überforderung deutlich anzusehen, aber mir selbst ging es bei dem Thema ja nicht viel besser.
Gefühle waren noch nie ein Thema, bei dem ich mich noch besonders gut auskannte, aber bei den Jungs stand es wohl noch schlimmer.
„Jungs, ihr habt gar keine andere Chance“, setzte der Vater wieder an, „ihr müsst Vanessa eure Gefühle beweisen. Das Mädchen hat sich verknallt“, ein kollektives Aufstöhnen hallte wieder.
„Und wie sie das hat", kam es von Raban. Dem konnte ich nur zustimmen.
Ich fragte mich sowieso zwischenzeitlich, was ich mir dabei gedacht hatte, helfen zu wollen. Wie konnte ich bei einem Thema helfen, von dem ich selbst keine Ahnung hatte?
Immerhin war ich die bessere Hälfte von Markus! Der war sich doch viel zu cool für Gefühle, und diese Einstellung kam nicht von ungefähr. Nein, dass lag ein Stück weit in der Familie.

„Aber vielleicht irrt sie sich ja“, setzte der Mann nach, „vielleicht liebt sie ja einen anderen“
Dieser Satz gab mir zu denken und jetzt, wo ich so überlegt, viel mir durchaus die ein oder andere Szene zwischen Vanessa und … Leon ein.
Auf dem Schulflur, wenn sie zusammen lachten oder beim Fußball, wenn sie auf dem Platz perfekt harmonierten.
„Jetzt red' keinen Stuss“, rief der Slalomdribbler allerdings, „hört ihr! Das stimmt nie im Leben!“
Da meinte sein Vater nur, dass das aber sehr schade sei; denn das sei genau das, was sie jetzt brauchen würden. Und damit hatte er gar nicht so unrecht – das könnte tatsächlich klappen! Was er dann sagte, schockierte aber sogar mich: wir sollten einen Liebesbrief schreiben! Sjutton också² – einen waschechten Liebesbrief! Na da war ich aber mal gespannt.

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Schwedisch für …

¹ „verflixt“
² „Siebzehn auch“, schwedische Redewendung
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