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Unter der Maske

GeschichteRomance, Freundschaft / P16 / Gen
16.02.2021
16.02.2021
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3.625
 
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Ivan wurde geschlagen. Es ist nicht zu beschönigen und nicht zu entschuldigen. Sein Trainer hat ihn ausgeschimpft und seine Frau ist endgültig gegangen. Vielleicht war doch nicht alles schlecht. Er hat kein zu Hause mehr, er hat keine Freunde mehr. Er lebt in einer Leistungsgesellschaft, wer nicht lokrativ ist, der ist nichts wert und wird dementsprechend behandelt.

Er denkt oft an den Kampf. Es ist jetzt zwei Wochen her und er hat sich in der Hütte seiner Familie versteckt. Jeder kennt ihn, jeder weiß von seiner Schande gegen einen kleinen Amerikaner.
Rocky ist ein Rätsel. Er ist ihm körperlich unterlegen aber er hatte eine Wut in sich die seinesgleichen sucht. Verständlich wenn man bedenkt, dass er seinen besten Freund getötet hat. Niemand glaubt ihm, aber er wollte das nicht tun. Es belastet seine Seele und er würde alles tun um es rückgängig zu machen. Er hat den anderen verfolg. Er ist noch in Russland in einer kleinen Hütte ein paar Dörfer weiter. Oft wollte er ihn besuchen, um Vergebung bitten, auch wenn er weiß dass er keine verdient. Er wollte nie ins Rampenlicht, aber wenn der Staat etwas verlangt tust du es, wenn du nicht ins Arbeitslager willst. Er hatte keine Wahl. Er war ein einfacher Arbeiter nach dem Militär gewesen, bis ihn jemand sah und gemeldet hat. Dann kam eines Tages ein Mann und gab ihm die Möglichkeit, Sibirien oder Boxen.

Er sitzt jetzt seit einigen Stunden still und beobachtet das Feuer. Er geht den Kampf immer und immer wieder durch, aber er findet keinen Fehler. Er hat sein Bestes gegeben und es war nicht gut genug.
Es wird langsam dunkel als er einen Entschluss fasst, er wird zu Rocky gehen und sich entschuldigen. Auch wenn es ein Tropfen auf den heißen Stein ist, er muss etwas tun. Also schnappt er seine Jacke und geht in den Schnee. Es sind zehn Kilometer aber er ist im Training, also kann er es zu Fuß schaffen.

Nach vierzig Minuten steht er frierend vor der Hütte des Amerikaners. Er sieht, dass das Licht noch brennt. Er will sich gerade bewegen als der besagte Mann aus der Tür tritt.
"Wer ist da?", fragt er mit dickem Akzent und Ivan muss schmunzeln.
"Ich bin´s.", sagt er und hofft, dass Rocky nicht auf ihn losgehen wird.
"Ivan?", er klingt ungläubig, fast hysterisch und der Russe muss sich ein Lachen verkneifen.
"Da.", antwortet er schlicht und nähert sich vorsichtig dem Eingang.
"Was machst du hier?"
"Ich bin mir nicht ganz sicher.", gibt er zu und schämt sich solche Schwäche zu zeigen.
Rocky steht einige Augenblicke dort bevor er ihn rein bittet. Ivan legt seinen Mantel ab und geht zum Feuer. Der Amerikaner steht misstrauisch an der Tür und beobachtet ihn.
"Also was ist los? Ich kämpfe nicht mit dir."
"Ich würde nicht wollen das du es tust. Ich bin hier um mich zu entschuldigen, auch wenn ich weiß, dass es nichts wieder gut macht."
Rocky hat einen äußerst lustigen Gesichtsausdruck und er kann sich einem Lächeln nicht entziehen.
"Oh mein Gott, mach das nochmal."
Er ist verwirrt und sieht den Kleineren an.
"Das Lächeln, ich war mir nicht sicher ob du so etwas kannst.", er klingt nicht genau bösartig, aber es klingt als ob er sich wirklich gefragt hat.
"Weißt du, über die Jahre lernst du zu verstecken, was dich schwach erscheinen lässt.", sagt er gutmütig und sieht wie Rockys Blick etwas weicher wird.
"Du hattest es nicht leicht oder?"
"Nicht genau nein.", er hat einen wehmütigen Ausdruck im Gesicht und der andere geht leicht auf ihn zu.
"Wolltest du ihn töten?", fragt er aus heiterem Himmel und Ivan muss wegsehen.
"Nein.", sagt er leise und blickt wieder auf. "Du wirst mir nicht glauben, aber manchmal unterschätze ich meine Kraft und werde zu dem Tier für das mich alle halten.", fügt er traurig hinzu.
"Ich denke das nicht."
"Was?"
"Das du ein Tier bist. Du versuchst zu überleben, wie wir alle. Nur das du mehr dafür tun musst."
Er starrte den Mann verwirrt an. Rocky konnte unmöglich so denken. Er hatte Apollo umgebracht.
"Ich sehe was du denkst, aber glaub mir, du tust nur was nötig ist."
"Ich habe ihn umgebracht."
"Nun ich kann nicht sagen, dass ich dir zu 100% die Schuld dafür gebe. Weißt du, ich habe ihm gesagt er soll es verschieben, er hatte kein Training, kaum Vorbereitung und sieh dich an. Wie hätte er eine Chance haben können."
Er musste lächeln, alle beurteilten ihn nach seinem Aussehen. Sie denken nur ein Killer oder brutaler Mensch würden so aussehen. Sie denken er hat nichts dafür getan, aber die Wahrheit ist er hat nie Hilfsmittel berührt bevor er zum Staatseigentum wurde.
"Es ist lustig, die Menschen denken immer jemand der so aussieht wie ich würde ihnen Böses wollen. Sie verstehen nicht, dass ich einfach gerne Sport mache und auf meinen Körper achte."
"Nun, die Leute würden mir nie glauben wenn ich ihnen sage ich bin Boxer. Sie sehen einen kleinen Mann mit tollen Haaren und meinen ich könnte niemandem etwas antun."
"Ein Dilemma nicht wahr?"
Sie sahen sich einen Moment an.
"Weißt du ich verzeihe dir.", sagte Rocky dann mit ernsten Augen. Ivan glaubte ihm.
"Ich danke dir dafür."
Es nahm etwas von der Schuld weg, auch wenn es immer noch da war.
"Was wirst du jetzt tun?", fragte der Amerikaner.
"Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich war Staatseigentum, du hast kein Entscheidungsrecht. Ich weiß nicht was ich arbeiten soll, es ist nicht wie bei euch. Wenn du hier versagst kannst du nichts tun. Du wirst abgestempelt und hast nur noch die Möglichkeit dort zu arbeiten wo niemand sonst sein will."
"Hast du keine Rücklagen?"
Er musste laut lachen.
"Du verstehst nicht. Der Staat hat dich in der Hand. Was du verdienst bekommen die Leute die dir dazu verholfen haben und die korrupten Beamten, die ihnen helfen. Du bekommst Nahrung und Unterkunft und kriegst ein Bisschen Taschengeld. Erbärmlich nicht wahr?"
Rocky sah ihn offensichtlich geschockt an.
"Wieso hast du dem zugestimmt?"
"Es ist amüsant wie unterschiedlich unsere Länder doch sind. Ich weiß du konntest wählen aber ich hatte die Wahl zwischen Arbeitslager und Boxen. Ich nahm den einfacheren Weg."

"Du kannst mit mir kommen.", überraschte der Amerikaner ihn. "Ich meine du hast hier nichts mehr. Du kannst mit mir kommen und... Keine Ahnung, sei mein Sparringspartner oder such dir einen Job den du wirklich magst."
Rocky sah ernst aus als er sprach.
"Wie sollte ich das anstellen? Alles ist hier."
"Denk darüber nach. Du kannst von vorne anfangen, ein neues Leben."
Er stand nachdenklich da und überlegte. Konnte er einfach gehen? Konnte er sein Land hinter sich lassen und neu anfangen? Nach einem ruhigen Moment sprach Rocky leiser als zuvor.
"Ich würde mich freuen wenn du kommen würdest. Weißt du ich habe keine Freunde mehr."
"Wir sind Freunde?", musste er einfach fragen, denn wie konnten sie das sein?
"Sicher, ich meine ich sehe dich als einen. Ich weiß wir kennen uns kaum, aber ich respektiere dich, glaub es oder nicht aber ich verstehe warum du getan hast, was du getan hast und ich hege keinen Groll gegen dich. Du bist genauso verloren wie ich."
"Nun, ich hatte lange Zeit keinen Freund mehr.", sinnierte er.
"Du hast eine Frau.", konterte der Kleinere.
Er musste wieder lachen bei dieser absurden Vorstellung. Rocky sah ihn irritiert an.
"Ich habe nicht aus Freiwilligkeit geheiratet. Es sollte dem Image helfen. Ein unbesiegbares Paar weißt du.", er kicherte leicht als er den Ausdruck auf dem Gesicht seines gegenüber bemerkte.
"Also musstest du so tun als würdest du sie lieben nur wegen einem Image."
"Wie ich schon sagte, wir kommen aus verschiedenen Welten. In meiner lernst du zu überleben und zu tun was nötig ist.", er klang seltsam melankolisch dachte er.
Dann schritt Rock entschlossen durch den Raum und umarmte ihn. Er erstarrte.
"Was tust du?", fragte er vorsichtig und spannte sich instinktiv an.
"Nach was sieht es aus?"
Er zuckte mit den Schultern.
"Wann hat dich das letzte Mal jemand wirklich umarmt?", wollte der Amerikaner wissen.
Ivan musste überlegen er konnte sich an früher erinnern, als er seine Mutter noch hatte, in der Zeit vor dem Militär. Rocky sah von Sekunde zu Sekunde trauriger aus. "Sag mir.", forderte der Kleinere, immer noch seine Arme um ihn geschlungen.
"Ich denke es muss mit 17 gewesen sein. Ich wurde damals eingezogen.", er sagte es, froh das er sich erinnern konnte. Dann sah er nach unten und blickte in erkennende und ungläubige Augen.
"Du willst mir erzählen, dass dich seit damals niemand in den Arm genommen hat."
"Naja ja, es ist nicht so als hätte es Möglichkeiten gegeben. In der Armee lernst du solches Verhalten, Gefühle, zu unterdrücken und danach hat sich keiner getraut mich zweimal anzugucken also...", er zuckte wieder die Achseln und Rocky umarmte ihn fest. Es war ein ungewohntes Gefühl und er entspannte sich nur langsam. Dann hob er seine Arme zögernd und erwiderte die Handlung.
"Ich werde dir nichts tun."
"Nicht mehr viel was es gäbe.", gluckste er dunkel und fing sich einen Schlag auf den Hinterkopf.
"Du weißt das war nicht aus Bosheit."
"Ich vergesse manchmal, dass nicht alle so sind wie bei uns.", sagte er entschuldigend und löste sich leicht. Rocky trat zurück und sah ihn intensiv an.
"Was ist?", fragte der Russe misstrauisch.
"Ich frage mich was sie dir angetan haben."
"Nichts was ich nicht aushalten konnte.", sagte er leicht aber der Andere sah ihn immer noch an.
"Komm bitte mit mir."
"Warum bestehst du darauf?", es war für ihn unerklärlich warum sich der Amerikaner darum kümmerte.
"Ich möchte dir zeigen wie man lebt. Und ich möchte dich kennenlernen."
"Warum?"
"Kannst du es nicht einfach akzeptieren?"
"Jeder hat einen Grund.", er hatte auf die harte Tour gelernt, dass diese Gründe meistens nichts Gutes für ihn tun würden.
"Du bist mein Freund.", antwortete Rocky als würde es alles erklären.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Leute erfreut wären mich zu sehen.", er schluckte als er sich all das Leid vorstellte, dass er verursacht hatte.
"Sie haben kein Mitspracherecht und es gibt sowieso nur noch wenige die ich kenne."
"Was ist mit deiner Frau, deinem Sohn?", es war schwer zu glauben, dass sie ihn mit offenen Armen begrüßen würden.
"Nun, wir sind eigentlich getrennt also lebt sie nicht mehr bei mir."
"Wieso das?"
"Naja, wir haben uns entfernt.", Ivan spürte, dass der Andere etwas verschwieg. Aber er hatte kein Recht ihn zu befragen also beließ er es dabei.
"Komm schon, es wird dir gefallen, du kannst bei mir wohnen.", Rocky sah offen ermutigt aus und Ivan fragte sich was es schaden könnte. Er hatte bereits alles verloren, also was könnte schlimmes passieren.
"Ich stimme zu. Allerdings werde ich dich nicht bezahlen können."
"Vergiss das, weißt du ich behalte meine Einnahmen, also mach dir keine Sorgen. ich habe mehr als ausgesorgt."
"Ok, ich werde mit dir gehen, wann willst du los?"
"Nun ich bin bereit wenn du es bist."
"Ich bin bereit.", sagte er einfach.
"Willst du keine Sachen mitnehmen?"
"Ich habe nur einige Hemden. Ich werde mir neue holen."
Er war schon immer ein einfacher Mensch gewesen. Seine Mutter hatte ihn sparsam erzogen, sie hatten sowieso nie viel.
"Ok, also ich werde die Flüge für morgen buchen."
Er nickte und ging Richtung Tür.
"Du kannst bleiben.", rief Rocky als Ivan gerade den Ausgang erreicht hatte.
"Wir müssen uns eh daran gewöhnen oder? Außer du schnarchst."
"Das weiß ich nicht.", gab er zu.
"Oh Mann, du bist ein Stück Arbeit. Komm schon setzt dich aufs Sofa.", der Amerikaner winkte ihn zurück und er folgte um sich zu setzen.
Es gab einen Zweistzer und einen Sessel, in dem Rocky sich niederließ.
"Also, was hättest du heute noch getan?", fragte der Amerikaner neugierig.
"Nicht viel, Training vermutlich." Er hatte sonst nicht wirklich etwas zu tun.
"Ich kann mir vorstellen. Wie viel trainierst du?" Er schien wirklich interessiert zu sein und Ivan fragte sich wann ein anderer tatsächlich neugierig über etwas war, was ihn betraf.
"Zwei bis drei Stunden pro Tag, außer Wochenende. Da laufe ich.", es war etwas beruhigendes geworden eine gewisse Routine zu pflegen.
"Guter Gott, mir wird Einiges klar.", er sah wage ehrfürchtig aus, aber das bildete er sich sicher nur ein.
"Was heißt das?"
"Nun, und nimm mir das nicht übel, aber ich dachte ihr arbeitet mehr mit Hilfsmitteln, aber dann hättest du trotzdem deine Kraft nicht gehabt.", er sah entschuldigend aus, dass er das dachte und Ivan konnte ihm keine Vorwürfe machen, schließlich lag er nicht ganz falsch.
"Weißt du ich bin kein Freund von Anabolika, aber es wurde erwartet. Sie wollten schnelle Ergebnisse, egal ob richtig oder falsch. Ich habe immer versucht sie zu überzeugen, dass ich es ohne schaffe, aber ich war nicht schnell genug."
"Arschlöcher."
"Ich stimme zu."
Sie lächelten sich an und Rocky stand plötzlich auf.
"Lass uns zusammen trainieren."
"Ok."

Der Amerikaner führte ihn in ein Nebenzimmer und zeigte seine Gräte. Er musste lächeln als es sich wie früher anfühlte, ohne die ganze Technik und die Maschinen.
"Deinen Ansprüchen angemessen?"
"Ich habe ähnlich angefangen. Meine Familie hatte kein Geld, also nahm ich was ich finden konnte und baute mir mein eigenes Fitnessstudio."
"Du bist ein interessanter Mensch weißt du das Ivan?", Rocky starrte kurz geschockt als er anscheinend bemerkte, dass er seinen Vornamen verwendete. Es war schön wie es klang, wenige Leute nannten ihn heutzutage so.
"Es tut mir leid, ich meine du kannst mich gerne Rocky nennen aber weißt du wenn..."
"Alles gut. Es ist nur ungewohnt. Sie haben mich früher immer Ivan den Schrecklichen genannt, es ist neu es in einem freundschaftlichen Kontext zu hören."
"Ich kann ihren Gedankengang irgendwie verstehen. Natürlich nicht wegen dir aber wie du sagtest, die Leute urteilen nach dem Äußeren."
"Tja, ich hatte mit sechzehn schon einiges an Muskeln gewonnen, also nehme ich an sie hatten irgendwie recht."
Es war damals lustig zu sehen wie alle ihn anstarrten und wegliefen sobald er sich näherte.
"Gott, ich wette alle Mädchen waren hinter dir her.", sagte Rocky im Scherz.
"In der Tat. Sie haben mich immer verträumt angesehen. Einige haben sogar gesabbert wenn sie im Unterricht saßen. Es war amüsant, die Jungs waren eifersüchtig und wollten sich mit mir anlegen obwohl sie es hätten besser wissen sollen.", er musste lachen als er daran dachte. Damals hatte er noch die Naivität der Jugend gehabt, er vermisste es manchmal.
"Ich kann mir vorstellen. Ich kann leider nicht sagen, dass ich so viel Glück hatte."
"Ich hatte kein Glück. Es war nicht gut die Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen. Man mag es mir nicht anmerken aber ich bin eigentlich nicht dumm. Ich wollte studieren nach der Armee, aber wenn du so aussiehst wie ich, werden Leute auf dich aufmerksam die mit dir Geld verdienen wollen. Sport ist in Russland eine ernste Sache, also suchen sie jeden der etwas kann oder wie ich Muskeln hat und verpflichten ihn. Abgesehen davon möchte ich keine Freundin, die mich nur mag weil ich groß und böse aussehe. Es ist nicht immer so toll wie es sich anhört."
Rocky war still. Er vermutete, dass es dem widersprach womit er großgeworden ist.
"Ich denke du wirst mich noch sehr oft überraschen.", er hatte einen komischen Ton den Ivan nicht ganz identifizieren konnte, aber er ließ es fallen und ging zu einer Matte die auf dem Boden lag.
"Ich werde hier beginnen.", sagte er und zog seine Trainingsjacke aus um in einem Top weiterzumachen. Der Kleinere starrte ihn offen an.
"Wie was du siehst?", konnte sich der Russe nicht verkneifen und dachte wie schön es war mit jemandem scherzen zu können.
"Es ist jedes Mal aufs neue ein Genuss.", antwortete Rocky und beobachtete ihn weiter.
"Die Welt hat schon das Meiste gesehen nehme ich an.", er fühlte sich nie wohl dabei ein Objekt zu sein, aber was sollte er tun.
"Wer soll es ihnen verdenken, du siehst aus wie eine Statue.", das war anscheinend ungewollt herausgekommen und Ivan sah eine Röte bei dem Anderen aufsteigen. Er konnte nicht leugnen, dass Rocky nicht auch faszinierend war.
"Du kannst mich später bewundern. Jetzt möchte ich trainieren."
Er dehnte sich kurz und begann dann mit simplen Liegestützen. Er bemerkte, dass der Amerikaner immer noch vor ihm stand und beobachtete.
"Sonst noch etwas?", fragte er lässig als er die dreißig erreichte.
"Wie viele schaffst du?"
"Ich denke mein Rekord, wenn du es so nennen willst, liegt bei ca. 120 will ich meinen."
Rocky sah offen beeindruckt aus.
"Ich fass es nicht, dass du verloren hast. Entschuldigung.", sagte er schnell und Ivan stoppte knapp über dem Boden um aufzusehen.
"Es muss dir nicht leid tun. Ich bin kein schlechter Verlierer, ich akzeptiere wenn ich geschlagen wurde. Außerdem geht es nicht immer um Kraft. Du brauchst Schnelligkeit und Technik."
"Wow, du bist echt ein netter Mensch."
"Ich versuche es.", sagte er und startete wieder.
"Könntest du mich schaffen?", fragte Rocky leise und mehr für sich selbst, aber er hörte es und stoppte wieder in der Bewegung.
"Ich habe das laut gesagt oder?"
"In der Tat."
"Und was denkst du?"
"Finde es heraus."
Rocky ging langsam zu ihm und legte sich vorsichtig auf seinen Rücken. Ihm wurde sofort warm.
Er begann wieder und spürte die Anstrengung, hielt aber tapfer durch. Allerdings hat auch er ein Limit und musste nach weiteren zehn Wiederholungen abbrechen. Er ließ sich auf den Bauch fallen und schnaufte.
"Du bist überraschend schwer für einen kleinen Mann.", grummelte er.
"Ich fass es nicht, dass du das wirklich getan hast.", er klang erstaunt und Ivan putzte sich ein bisschen, er war Lob nicht gewohnt. Es war schön, dass jemand seine Arbeit zu schätzen wusste.
Rocky lag immer noch auf ihm und verschränkte die Arme auf seinen Schultern.
"Nichts geht über Disziplin."
"Ich habe auch Disziplin, aber so was schaffe ich trotzdem nicht."
"Amerikaner sind eben schwach." Er sagte es gutmütig, ohne die Schärfe von vor einigen Wochen.
Eben benannter schlug ihn wieder und murmelte etwas über eingebildete Statuen. Er musste lachen.
"Das klingt wirklich schön."
"Was?"
"Dein Lachen."
Ivan schnaubte, bewegte sich aber nicht.
"Geh von mir runter bevor ich ersticke.", sagte er dann als Rocky tatsächlich schwer wurde.
Der Amerikaner rührte sich nicht und ohne Vorwarnung wurde sein Nacken geküsst.
Es war zögernd und leicht und er zwang sich ruhig zu bleiben. Dann passierte es erneut und er musste seufzen.
"Weißt du, du bist wunderschön.", flüsterte Rocky heiser und Ivan wollte protestieren.
"Sag nichts und glaub es einfach."
Er hielt sich still als die Hand des Amerikaners seine Seite entlang fuhr. Dann schob er sie unter sein Oberteil und Ivan drehte sie herum und steckte Rocky unter sich fest. Dieser sah eindeutig überrascht aus.
"Da hast du die Schnelligkeit.", sagte er und grinsde. Ivan konnte nur schmunzelnd den Kopf schütteln.
"Ihr Amerikaner braucht immer das letzte Wort oder?"
"Nun ich kann auch andere Dinge mit meinem Mund machen.", er sah herausfordernd aus und der Russe war noch nie ein Feigling. Also beugte er sich an das Ohr des Anderen und flüsterte mit schwüler Stimme.
"Du hast keine Vorstellung was ich mit meinem Mund tun kann. Weißt du, in der Armee hast du viel Zeit totzuschlagen." Er fuhr langsam über den kleineren Körper unter ihm und strich über die Brust des Anderen um kurz vor seinem Hosenbund aufzuhören. "Sie haben immer gebettelt, so wie du es tun wirst." Rocky wölbte sich nach oben und atmete schwer. "Ich nehme dich Stück für Stück auseinander und du wirst alles vergessen, was du weißt. Reduziert auf einen keuchenden Haufen willigem Fleisch ohne die Chance auf Erlösung, solange ich es nicht sage."
"Guter Gott, tu etwas Ivan.", er klang leicht verzweifelt, aber sie hatten gerade erst angefangen.
"Hörst du diese Verzweiflung in deiner Stimme, sie wird sich verstärken und dann wenn du kurz vor dem Brechen bist werde ich aufhören und erneut beginnen." Er biss in den Nacken unter ihm und hörte ein langes Stöhnen.
"Oh das wird so viel Spaß machen."
Und am Ende konnte Rocky ihm nur zustimmen, verschwitz und ohne Knochen.
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