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Nighttime-Thoughts

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
16.02.2021
08.04.2021
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Dieses Kapitel
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16.02.2021 1.018
 
Anmerkung der Autorin:

Das ist kein wirklich fröhlicher Text, eher das genaue Gegenteil, also wenn ihr so etwas nicht mögt, dann Lest es lieber nicht^^

Vielleicht wirkt dieser Text etwas wirr, aber das sind die Sachen, über die ich nachts nachdenke, die Sachen über die ich nicht sprechen kann, die ich trotzdem loswerden muss, irgendwie.
Die Menschen, die hier gemeint sind, werden das wohl nie zu Gesicht bekommen und das ist wohl gut so, aber loswerden musste ich es trotzdem.
Ach ja, und ich bitte nicht um Mitleid, im Gegenteil, ich möchte kein Mitleid.
Wirklich nicht.

Über Reviews freue ich mich natürlich, aber ich zwinge selbstverständlich keinen^°^

Viele Grüße und viel "Spaß" beim Lesen
Ann

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Nun ja, zuerst einmal, was soll das hier darstellen?

Ganz genau weiß ich das auch nicht, allerdings muss ich meine Gedanken einfach mal loswerden, reden kann ich nicht darüber,  warum?
Vielleicht, weil ich, nachdem ich auch nur kurz über meine Gedanken geredet habe, ein schlechtes Gewissen habe.
Oder, weil ich es hasse im Mittelpunkt zu stehen, wobei wer sagt denn, dass ich, wenn ich über meine Probleme reden würde, im Mittelpunkt stehen würde?
Das ist das, was ich wohl noch am ehesten hoffe, dass sich andere auch einmal für MICH interessieren, das kleine blonde Mädchen, das gut in der Schule ist, immer allen hilft und jedem sagt, dass es ihm gut geht.

Wahrscheinlich sieht es für Außenstehende, auch so aus, aber so ist das leider nicht.
Um mich mal direkt an diese Personen, die Außenstehenden, die das hier vermutlich nie zu Gesicht bekommen, zu wenden:
Ja, es macht mir etwas aus.

Es macht mir etwas aus, dass ihr mich immer nur dann anschreibt, wenn ihr etwas von mir wollt. Dass ihr mich nicht fragt, wie es mir geht, oder was ich heute so gemacht hab, sondern kurz vor dem Abgabetermin fragt:
„Anni!”
„Hast du Chemie!? Schnell!”
(Zitat ein Mitschüler)

Es tut weh, wenn alle nur die Schulaufgaben von einem wollen, als wäre das meine Persönlichkeit, dass ich gut in der Schule bin, es tut verdammt weh.

Lange halte ich das nicht mehr aus, ich drehe durch, mehr als die Hälfte von den Nachrichten, die ich bekomme, sind von Personen, die etwas von mir wollen.
Und "Nein"-sagen kann ich nicht, ich habe Angst davor, noch unbeliebter zu werden, ich habe Angst, dass noch mehr Leute hinter meinem Rücken über mich reden, oder wenn mich die Personen dafür auslachen, wenn ich den Lehrer sage, worum sie mich vor zwei Sekunden noch gebeten haben.

Und der Lockdown und das Homeschooling macht das nicht besser.
Ich weiß jetzt, wer die Menschen sind, die mich nur für ihre Zwecke benutzen und es sind zu viele.
Zu viele, von denen ich dachte, dass ich ihnen etwas bedeuten würde.
Aber dem ist wohl nicht so.

„Sorry, ich kann mich nicht mit dir treffen, Corona du weißt schon”, antworten sie, wenn ich ihnen sage, dass ich seit Wochen nur Zuhause sitze und Schulaufgaben mache.
Am nächsten Tag posten sie auf Instagram Bilder in ihrer Story, wie sie mit zwei anderen Personen zusammen waren und ich bin wieder diejenige die abends gefragt wird, ob ich die Aufgaben schicken kann, weil sie es „Zeitlich nicht mehr geschafft” haben.
Manchmal verfluche ich das Internet deswegen.

Ich wäre schon froh, wenn man mir einfach ehrlich sagen würde, dass man mich nicht leiden kann.
Es würde wehtun, aber es ist besser als etwas vorgespielt zu bekommen.
Ich will nicht nur die Person sein, die einem aus der Klemme hilft, wenn man mal wieder die Aufgaben vergessen hat oder die da ist, wenn man mal wieder über seine Probleme heulen muss.

Natürlich höre ich auch gerne zu und helfe, aber nicht, wenn ich überhaupt nichts zurückbekomme, nicht, wenn ich nie gefragt werde, wie es mir geht oder auch nur annähernd etwas derartiges, es ist doch nicht zu viel verlangt, einmal vier Worte "Wie geht es dir?" zu schreiben, ihr schafft es ja auch, mich jede Woche wieder nach den Aufgaben zu fragen.

Aber diese Personen wissen nicht, dass ich es bin die nachts schlaflos im Bett sitzt, so wie heute und über all das mit Tränen in den Augen nachdenkt, sie wissen nicht, dass ich mich von ihnen hintergangen fühle, bei ihnen ist ja alles gut, sie haben ihre Aufgaben und damit bin ich auch Geschichte, zumindest so lange, bis sie wieder etwas von mir wollen.

Sie geben mir das Gefühl, als wäre ich nur dazu da, ihnen die guten Noten einzubringen.
Wie viele gute Noten haben sie schon auf meine Kosten, auf meine Zeit, die ich für sie geopfert habe, bekommen?
Öffentlich freue ich mich darüber, wenn sie mir ihre Noten zeigen, aber innerlich zerfrisst es mich.

Es zerfrisst mich, dass ich schon so viel Zeit, für sie geopfert habe und dafür nichts zurückbekommen habe, selbst dafür, sich mit mir ein, zwei Stunden zu treffen, sind sie sich zu fein, bin ich wirklich so ein Abschaum, dass man sich nicht mit mir in der Öffentlichkeit zeigen will?
Oder liegt es einfach daran, dass ich denen nichts, aber auch rein gar nichts bedeute?

Ich weiß nicht, ob ich wütend oder traurig darüber sein soll, wie sie mich behandeln. Ich bin beides, aber was ich weiß ist, dass es mir nahe geht, dass es mir sehr wohl etwas ausmacht, wann ich angeschrieben werde. Ich hoffe bei jeder WhatsApp Nachricht, dass es etwas persönliches ist und nicht nur
„Hast du Physik?”.

Vielleicht wäre es besser, wenn ich nicht mehr darüber nachdenken würde.
Vielleicht wäre es besser, wenn mir einfach das alles egal wäre, wenn ich mich auf die paar Leute, die Handvoll, die mich nicht enttäuscht hat, denen ich auch etwas bedeute, konzentriere.
Ich bin dankbar für diese Personen, die meinem Tag etwas Freude bringen, die sich auch mit mir über anderes unterhalten, als über Schulaufgaben.

Aber ich kann die anderen nicht vergessen, die die nur etwas von mir wollen, das ist ein zu großer Teil von meinem Leben und ich kann ihn nicht einfach ignorieren.

Und genau diese Personen bringen mich Nacht für Nacht aufs neue zum Verzweifeln.
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