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Die drei ??? Das Fenster zum Schrottplatz

GeschichteKrimi, Mystery / P12 / Gen
Allie Jamison Bob Andrews Justus Jonas Mathilda Jonas Peter Shaw Skinner "Skinny" Norris
15.02.2021
21.02.2021
11
17.101
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15.02.2021 844
 
Justus Jonas war schwer erbost und gleichzeitig niedergeschmettert von der Anordnung seiner,ähem,Kinderärztin,zu der er trotz seines fortgeschrittenen Studentenalters immer noch tappte,wenn ihm etwas fehlte.
Und diesmal fehlte ihm eine ganze Menge.
Eine Sekunde unachtsam am Herd hantiert-und schon hatte er sich eine heftige Brandwunde durch brodelndes Wasser zugezogen, das aus einem Topf gespritzt war,  weil er etwas zu,nun,gierig nach der Suppe war.
Nicht nur,dass sein Bein nun grässlich schmerzte. Es war auch noch angeschwollen und verursachte ihm heftige Beschwerden.
Wenn er hin und wieder aufstand, wurde ihm schwindelig.
Allie,Peter und Bob waren an die Uni zurückgekehrt,Ende der Semesterferien.
Sie konnten nur jeden zweiten Tag zu Besuch vorbeikommen,was sie auch taten,und worüber Justus mehr als dankbar war.
Seit zwei Wochen lief sein Bettlager nun. Tante Mathilda und Onkel Titus waren sozusagen Tag und Nacht mit Schrottplatzarbeit beschäftigt,ohne ihre,äh, eifrigen Helfer.
Natürlich sorgte Tante Mathilda für sein leibliches Wohl...heute ausschliesslich mit Zwieback,da der Magen von Justus von den ganzen Schmerzmedikamenten etwas angegriffen war.
Aber sie weigerte sich,mit ihm über Kriminalfälle zu streiten und neueste Forensikartikel mit ihm zu besprechen. Ihr werde nur übel davon,und die wenige Freizeit,die ihr blieb,wolle sie in Zombiefilme investieren.
Gestern war ihm beim Aufstehen sein Smartphone auf den Fuss gefallen,und so hatte sie es heute weit,weit entfernt von seinem Zimmer platziert.
Sein Fernseher und sein Computer waren beim kürzlichen Fall mit den Möhrosuppen durch eine Rauferei eines Klienten mit Mr Porter  zu Bruch gegangen und erst unvollständig ersetzt worden.
Durch die Schmerzmittel konnte er nur bedingt lesen. Legobauen und aus dem Fenster zu sehen,das waren heute seine Beschäftigungen. Gestern hatte er es mit Zeichnen versucht,und die seiner Meinung nach beeindruckenden Resultate via Skype gezeigt.
Seine Freunde hatten sich doch tatsächlich vor Lachen gebogen.
Dabei hatte er einen grossangelegten interpretierbaren Ansatz in die Kunstwerke gelegt. "Singuläre Relikte der Verbraucherkultur" zum Beispiel hiess  sein heruntergefallenes Stück Metall auf grüner Aue. Kunstbanausen,selbst Bob mit seinem Hang zur Kunstszene und Malkursen.
Heute hatte Justus ein 1:1 Legomodell des Schrottplatzes erstellt. Morgen würde er mit seinem Stabilbaukasten einen perfekten Kran entwerfen, der ihm rund um das Bett runtergefallene Sachen aufheben konnte.
Er bückte sich im Augenblick nicht so gerne unter das Bett. Denn da...war irgendwas im Argen.
Irgendwas raschelte dort hin und wieder beunruhigend...und ihm fielen die ganzen Unterbettmonstergeschichten ein,die Peter ihm zu hunderten erzählt hatte.
Natürlich gab es eine natürliche Erklärung dafür,natürlich. Onkel Titus,den er gestern abend gefragt hatte,kurz mit Sicherheitsabstand unter sein Bett zu spähen, weil dort etwas nicht stimmte, hatte vehement abgelehnt.
"Nein,Justus,was da auch nicht stimmt,lass es einfach. Ich habe da neulich mit Tante Mathilda einen Gruselfilm gesehen..."
Die schaurige Handlung war nicht dazu angetan,Justus zu beruhigen.
Obwohl er sich immer wieder selbst zur Ordnung rief. Zum Glück war wenigstens der neue Kleiderschrank noch nicht angeliefert worden. Sonst würde der Boogeyman noch höchst persönlich...
Nein. Diese Irrationalität war sicher eine Folge des Tablettenkonsums.
Was immer auch unter dem Bett war,musste sich eben mit seiner Ignoranz abfinden.
Das neue Panoramafenster,das nach der Rauferei eingebaut worden war, fand er wirklich super.
Er konnte weit in die Landschaft schauen, an klaren Tagen sogar den Pazifik schemenhaft erkennen.
Justus war kein Wassersportfan,aber gerade die Diagnose,dass er in den nächsten Monaten keinen ausüben durfte,führte dazu, dass er sich nach Segeln,Schwimmen und Surfen sehnte. Und tauchen,und Muschelnkollektionen anlegen,und barfuss durch die Wellen schreiten...ins Freibad gehen,ins Hallenbad gehen, Badewannentester werden.
Aus dem Fenster sah er Allies Schimmelstute Queenie auf dem Schrottplatz herumtappen, neugierig wie immer. Allie hatte sie nicht zum Campus mitgenommen,da sie ohnehin jeden zweiten Tag vorbeikam und die Wochenenden hier verbrachte.
Onkel Titus bürstete Queenie jeden Tag und kratzte ihre Hufe aus. Mit Erstaunen hatte Justus erfahren,dass Onkel Titus reiten konnte. Hatte er ihm nie erzählt!
Tante Mathilda war nicht erbaut von Queenies Art,einfach in ihre Küche zu stapfen und sich aus dem Brotkorb zu bedienen,aber sie hatte sich dazu entschieden, einfach nicht hinzusehen. Sich über Queenie aufzuregen war genauso sinnlos, wie sich über ihre verrückte Besitzerin zu ärgern.
Trotzdem hatte Tante Mathilda an einigen Orten des Schrottplatzes Vogelscheuchen aufgestellt, damit Queenie nicht in die Nähe kostbarer Metalle oder antiker Schränke kam. Sie mochte es,Möbeln umzuwerfen.
Natürlich funktionierten die Vogelscheuchen nur,weil Queenie sich grinsend an die wortlose Abmachung hielt,in diesem Bereich keine Sachen umzuschichten oder umzuwerfen.
Über die Vogelscheuchen an sich kicherte sie nur.
Sehr ungewöhnlich war die Wirkung auf den Aufbau des Schrottplatzhofes, denn es war ziemlich aussergewöhnlich,alle Metalle und alle wertvollen Möbeln auf grossen  Stapeln an zwei Plätzen zu sehen.
Justus griff zum Zeichenblock. Seine Freunde würden sich noch wundern,falls er sich vom Krankenlager erheben konnte, und das als ausgebildeter Zeichenkünstler.
Er musste sich nur genau an die Realität halten.
So begann der erste Detektiv konzentriert,den Möbelstapel zu zeichnen,inklusive Vogelscheuche.
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