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Χρυσόμαλλο δέρας golden fleece

von Satyrical
OneshotRomance, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Neugear Hatiwelt Youtarou Tsumugi
15.02.2021
15.02.2021
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"Und so klagten die Wölfe, von denen es nur noch wenige gab, den Menschen ihr Leid, denn sie fürchteten dass mit dem Winter auch die letzten ihrer Welpen sterben würden."
"Warum gibt es nur noch so wenige Werwölfe, Gear?"

Gear seufzte, schloss die Augen. Für einen Moment saß der Werwolf nur ruhig da, bevor er wieder zu sprechen begann, die Stimme so leise als fürchtete er, ein schlafendes Kind zu wecken würde er auch nur ein wenig lauter sprechen.

"Du bist ohnehin zu alt für diese Bücher."

"Was meinst du?" Youtarou richtete sich auf - er hatte bis eben noch gelegen, den Kopf auf dem Schoß seines Freundes, die silberfarbenen Augen geschlossen - und musterte das Gesicht seines Freundes. Sanft legte er eine Hand an Gears Wange und fuhr vorsichtig mit dem Daumen über die blasse Haut. Die Ohren des Werwolfs zuckten und er öffnete die Augen. Diese blickten Youtarou nachdenklich an, als würde er sich an längst vergangene Zeiten erinnern. Er hatte diesen Blick schon einmal in Gears Augen gesehen, damals, als der Schwarzhaarige ihm zum ersten Mal von seinem alten Freund Sleepy Ash erzählt hatte, und er legte sanft einen Arm um den Werwolf.

"Alles in Ordnung, Gear?" Youtarous Worte waren vorsichtig gewählt, und Gear seufzte leise. Er lehnte sich auf dem Sofa zurück, zog die weiße Wolldecke weiter über sich und seinen Freund und erhob erneut die Stimme.

"Es ist... eine lange Geschichte."
"Ich habe Zeit."
"Du bist schrecklich."

Ein leises Lachen von Youtarou und der Schwarzhaarige boxte ihm spielerisch gegen den Oberarm. "Sei still." Ein erschrockenes Quietschen von dem Grauhaarigen - der Werwolf hatte Kraft - und dieser warf seinem Freund einen besorgten Blick zu. Es wäre nicht das erste Mal dass er ihm versehentlich weh getan hätte, Werwölfe waren so viel stärker als Menschen, aber Youtarou schenkte ihm ein beschwichtigendes Lächeln und Gear seufzte erleichert.

"Aber es ist keine schöne Geschichte."
"Also erzählst du sie mir?"
Der Werwolf seufzte. "Das habe ich nicht gesagt."



--



"Mama... Mir ist kalt..."
Gears Stimme war leise und heiser und kaum zu hören über dem lauten Geschrei der Menschen, dem metallischen Scheppern von Rüstungen und Waffen. Wortlos drückte seine Mutter ihn dichter an ihre Brust.

Der Wind heulte lauter als hundert Wölfe und der schwarzhaarige Junge vergrub sein Gesicht im warmen Fell seiner Mutter. Es war schwarz wie sein eigenes, aber viel dichter und wärmer, und roch tröstend nach Zuhause.

Immer lauter wurde das Heulen, bis es fast schon in Gears empfindlichen Ohren schmerzte,  und er er erzitterte.

Seine Mutter hatte ihm erzählt, es waren die Seelen der Werwölfe, die weniger Glück als sie selber hatten, die nicht schnell oder stark genug waren, um ihren Verfolgern zu entkommen. Sie heulten nach ihren Gefährten, einsam, alleine, gefangen zwischen der Welt der Lebenden und der Toten, und  Gear fragte sich ob er bald mit ihnen heulen würde.

Früher, hatte ihm seine Mutter erzählt, da antworteten sie ihren verstorbenen Gefährten. Früher, da stimmten alle Rudelmitglieder, Väter wie Mütter, Söhne wie Töchter, in das Geheul ihrer Ahnen ein. Heute war solch ein Geheul schon lange verboten. Zu groß die Gefahr, dass die Jäger es hören würden.

Es fühlte sich falsch an, ihre Klagerufe unbeantwortet zu lassen. Sie mussten schreckliche Angst haben, so alleine, im Dunkel des Nachlebens das gar kein richtiges war. Gear würde Angst haben, dass wusste er, er würde schreckliche Angst haben, und so hob er den Kopf zu einem leisen Heulen.

Es war kaum mehr als ein Wispern, welches sich leicht im Wind verlor, aber vielleicht, so hoffte Gear, vielleicht würde es doch eine der armen Seelen erreichen. Für einen Moment schloss er die Augen und lauschte auf das Heulen des Windes, aufmerksam auf jede Veränderung in Ton und Klang ihrer Stimme hörend. Um so mehr er sich auf sie konzentrierte, um so klarer wurden die Stimmen - er hörte leise und laute, sanfte und raue Stimmen, und malte sich in seinem Kopf aus wie die Werwölfe zu ihnen ausgesehen haben könnten.

Vor seinem inneren Auge sah er sie - viele mit schwarzem oder grauem Fell, aber auch weiße oder gefleckte Pelze konnte er hier und da erblicken. Fast alle von ihnen waren verwandelt, nur die Kinder lagen in menschlicher Gestalt in den Armen ihrer Eltern. Es ergab Sinn, dachte Gear traurig, waren sie doch auf der Flucht vor oder im Kampf gegen Jäger gestorben - ihre Tiergestalt war nicht nur schneller als ihre Menschengestalt sondern auch stärker, und er war sich sicher, dass das Blut auf ihren Pelzen nicht nur ihr eigenes war.

Für einen Moment beobachtete Gear die Werwölfe - manche liefen auf vier Beinen, andere nur auf zwei, da sie in den Armen ihre Kinder trugen, und ausgerechnet die Mütter mit ihren Kindern fielen immer mehr zurück auf der Flucht vor den Jägern.  Aber bevor die Jäger in seiner Vorstellung die hintersten Werwölfe erreichen konnten riss ihn ein lauter Schrei aus seinen Gedanken.

Das Scheppern der Waffen und Rüstungen war verstummt. Seine Mutter kam stolpernd zum Stehen.

Unsicher drehte sich Gear im Griff seiner Mutter, versuchte über ihre Schulter zu blicken. Hatten sie sie abgehängt? Mit den Krallen versuchte der Junge, Halt im Fell seiner Mutter zu finden, doch er rutschte immer wieder ab. Im Nachhinein würde sich Gear wünschen, er hätte einfach aufgegeben, hätte sein Gesicht im Fell seiner Mutter vergraben, auf ihren Schutz vertraut.

Aber das tat er nicht, und was er an diesem Tag sah würde ihn noch viele Jahre verfolgen.

Am Boden, umringt von Jägern, lag sein Vater.

Wie die meisten Werwölfe aus Gears Rudel war auch er vollständig verwandelt. Sein Maul war zu einem Schrei aufgerissen, seine Zähne funkelten im silbernen Mondlicht, und in einer dünnen Spur rann Blut aus Mund und Nase, sammelte sich am Boden zu einer kleinen Pfütze unter dem Kopf seines Vaters. Nur schwach zuckten seine Glieder, und Gear wusste nicht, ob er noch am Leben war oder aber es nur noch die letzten Zuckungen eines bereits toten Körpers waren.

Lange konnte der Junge jedoch nicht darüber nachdenken, denn einer der Jäger ergriff seinen Vater am Nackenfell, zog ihn so hoch dass auch alle anderen Jäger einen guten Blick auf ihn hatten, und zog sein Messer einmal durch das Fell an seinem Arm.

"Was... macht er da?..." Gears Stimme zitterte. Seine Mutter sah zu ihm. Ihre gelben Augen waren leer und verständnislos, als wäre sie sich der Bedeutung der Worte ihres Sohns unbewusst, und sie ließ seine Frage unbeantwortet.

Gear wollte nicht mehr hinsehen. Er wollte sich aus dem Griff seiner Mutter befreien, wollte kehrt machen und so weit weg rennen das kein Jäger ihn jemals finden würde.

Aber irgendetwas hielt ihn zurück und zwang ihn, die Jäger weiter bei ihrem grausamen Treiben zu beobachten.

Eine Bewegung des Jägers, ein Knacken von dem sich Gear augenblicklich wünschte, es nie gehört zu haben, und die starke Kralle seines Vaters war ab, getrennt vom Rest seines Körpers. Einer der Jäger nahm die Klaue in die Hand und winkte mit ihr den anderen Männern, und die Gruppe brach in schallendes Gelächter aus. Gear hatte es nie verstanden. Menschen lachten, wenn ihnen etwas gefiel, hatte er gelernt. Menschen lachten, wenn sie etwas lustig fanden. Gear sah zu dem Körper seines Vaters, zu seiner abgetrennten Klaue in der Hand des Jägers. Ihm war nicht zum Lachen zumute.



--



"Gear..." Youtarous Stimme war sanft und voller Mitgefühl, wenn auch die silbergrauen Augen die Verunsicherung des jungen Mannes offenbarten. "Das.. ich wusste nicht..."

Der Werwolf schnaubte nur leise. "Woher auch."

Der Grauhaarige griff vorsichtig nach der Hand seines Freundes. "Du musst nicht weiter erzählen wenn du nicht willst." Unter seiner Berührung verwandelte sich Gears Hand, aus Fingern wurden Krallen, die weiche Haut wurde rau und hart, doch Youtarou schreckte nicht zurück.

Sanft fuhr er mit dem Daumen über Gears Handrücken, während er mit der freien Hand die Linien auf seiner Handfläche nachzeichnete. Sie sahen anders aus als bei einem Menschen, und der Werwolf stieß ein leises, wohliges Seufzen aus als Youtarou einen sanften Kuss auf seiner Hand platzierte. Youtarous Lippen waren weich und warm und so ein Gegensatz zu den groben, rauen Händen Gears dass es dem Werwolf fast den Verstand raubte.

"Ist schon in Ordnung."

"Wirklich-"

"Ist schon in Ordnung!" Youtarou zuckte zusammen. Gears Stimme war harsch und laut, und aus Gewohnheit senkte der Grauhaarige den Kopf in einer Geste der Unterwürfigkeit - Werwölfe kommunizierten anders als Menschen, mit einem weitaus größeren Fokus auf der Gestik als auf der Mimik, und Youtarous Wille sich Gears Art der Kommunikation anzupassen hatte schon den ein oder anderen Streit verhindert.

Gear seufzte und legte seinen Kopf auf Youtarous - an sich eine Geste der Dominanz, doch so sanft wie der Werwolf seine Arme um seinen Freund legte, immer darauf bedacht, ihn nicht mit den Krallen der verwandelten Hand zu verletzten, wirkte es wenig bedrohlich.

"Willst du weiter hören?"
"Willst du weiter erzählen?"
"So kommen wir nicht weiter."

Youtarou seufzte. Gear hatte  ja recht. "Erzähl."



--



Gear erinnerte sich kaum an die Stunden danach. Sie hatten Schutz in einer kleinen Höhle gesucht. Sie roch vertraut, nach Wolf, und der kleine Junge knurrte in die Dunkelheit der Höhle wie um trotz seiner geringen Körpergröße eventuelle Konkurrenz einzuschüchtern.

"Gear!" Zischte seine Mutter streng, und der Junge sah mit großen Augen zu ihr auf. Ihre Stimme so laut und harsch zu hören machte Gear Angst, war seine Mutter doch sonst immer so sanft, und der junge Werwolf senkte mit einem unterwürfigen Winseln den Kopf.

Er schloss die Augen, unsicher der Reaktion seiner Mutter. Er gab sein Bestes, das unterwürfige Verhalten nachzuahmen, welches er bereits mehrere Male zuvor seinen Rudelgefährten beobachtet hatte, legte die Ohren an, klemmte den Schwanz zwischen die Beine.

Gears Mutter war immer freundlich, sanft, hatte ihn nie angeknurrt oder gar geschlagen, egal wie oft er sie in den Schwanz oder in die Beine biss oder im wilden Spiel Teller und Töpfe zu Boden riss. Gear war geschwisterlos, und so waren seine Eltern immer seine liebsten Spielpartner gewesen. Stundenlang war er mit ihren durch den Wald und über die Felder geprescht, er war ihnen sehr nah, aber in der Situation in der sie sich gerade befanden...

Vielleicht würde sie ihn anschreien, dachte sich Gear, oder ihm einen strafenden Schlag mit den Krallen verpassen. Er hatte schon oft gesehen, wie andere Kinder so von ihren Eltern bestraft wurden. Doch Gear wartete und wartete ohne das etwas geschah. Kein Geschrei. Kein Schlag. Nur Stille.

Nach einiger Zeit der Stille - es hätten fünfzehn Minuten sein können oder aber auch zwei Stunden - öffnete er seine Augen. Und fand sich alleine im Dunkel der Höhle wieder. "Mama?" rief er in die Höhle. "Mama, wo bist du?" doch seine Rufe wurden nur von seinem eigenen Echo beantwortet.


--


"Sie hat dich verlassen?"

Gear lehnte sich mit einem Seufzen an seinen menschlichen Freund.  "Sie wusste es nicht besser."
"Sie wusste es nicht besser? Gear, das ist schrecklich!" Youtarous sonst so sanfte Stimme klang aufgebracht, und der Werwolf verdrehte die Augen. "Sie hat ihren Gefährten verloren. In so einer Situation ein Kind großzuziehen... Vermutlich dachte sie, es wäre das Beste. Für uns beide."

"Wie kann es das Beste für ein Kind sein ganz alleine zu sein?"

"Weißt du, Youtarou, du klingst als hätte sie dich verlassen und nicht mich."

Der Grauhaarige wandte verlegen den Blick ab. "Tut mir leid, Gear... Es ist nur... Es macht mich traurig zu hören, was dir da passiert ist..."

Erneut seufzte Gear, legte einen Arm um Youtarou und zog diesen dichter an sich heran. Kalt spürte der Grauhaarige das Metall von Gears goldenem Ohrring an seinem Hals und er zischte leise. Doch schnell wich das kalte Metall Gears warmen Lippen. Der Werwolf hinterließ einen Kuss nach dem anderen auf der empfindlichen Haut, und all die Sorgen des Grauhaarigen schmolzen unter seinen warmen Berührungen dahin.

"Gear..." der zittrige Atem des Werwolfs an seinem Hals verriet ihm, dass auch dieser nicht weniger aufgeregt war als er selbst. "Gear..."

Plötzlich spürte er nicht mehr Gears Lippen und auch nicht mehr seinen Atem, und Youtarou erwischte sich selbst bei einem verzweifelten Winseln.

"Die Geschichte ist noch nicht zu Ende, weißt du?" Gears Stimme war nicht besonders ausdrucksstark - tief, ruhig, eine Eigenschaft der Werwölfe - aber Youtarou konnte dennoch einen Hauch von Belustigung heraushören.

"Du Teufel."

Für einen Moment meinte er, ein Lächeln auf Gears Lippen zu sehen. Doch so schnell wie es gekommen war war es auch schon wieder verschwunden.

"Weißt du wieso sie uns gejagt haben?"

"Weil sie Angst vor euch hatten?"

Es war nur naheliegend, wie Youtarou fand - wann immer Menschen etwas sahen, was stärker war als sie, was sie nicht begreifen konnten, griffen sie zu ihren Waffen. Aber der Werwolf schüttelte den Kopf.

Erneut verwandelte er seinen Arm und Youtarou fuhr mit einer Hand in das schwarze Fell. Es war unordentlich aber weich, und am liebsten würde er sein Gesicht in ihm vergraben. Aber Gear schien vorher noch etwas von ihm zu erwarten.

"Wegen... eurem Fell?"

Gear nickte. "Kennst du die Geschichte vom goldenen Vlies?"



---



"Haben die Menschen uns denn schon immer gejagt, Mama?" hatte Gear einmal gefragt. Seine Mutter hatte den Stock mit dem darauf aufgespießten Fisch vom Feuer genommen, und der junge Werwolf wusste schon, dass das ein längeres Gespräch werden würde.

"Nein, Neugear. Früher waren wir Wölfe und die Menschen so etwas wie Freunde. Verbündete, sogar."
"Verbündete?" Die Augen des jungen Werwolfs wurden groß. Wölfe und Menschen? Verbündete? Das konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen.

"Wir haben unser Wissen mit ihnen geteilt. Über Kräuter, die Natur..." Seine Mutter schloss die Augen. "Und auch über Magie."
Das Zucken von Gears Ohren zeigte seiner Mutter sein Interesse, und sie lächelte sanft. "Die Menschen haben ihre Verbindung zur Natur verloren, Gear. Du musst sie dir für immer bewahren, ja? Sie ist das Wichtigste was wir haben."

Gear nickte, auch wenn er sich der Bedeutung ihrer Worte nicht sicher war, und der Blick in seinen Augen schien seine Unsicherheit widerzuspiegeln, denn seine Mutter lachte leise auf bevor sie mit einer Erklärung fortfuhr.

"Egal wo du bist. Im Wald, auf dem Feld, in einer dieser Städte der Menschen. Wann immer du dich einsam fühlst oder Angst hast, schließ die Augen. Hör auf den Gesang der Vögel, auf das Rascheln der Blätter." Er spürte eine Hand auf seinem Kopf. "Die Natur ist überall. Die Menschen werden sich nie ganz vor ihr verstecken können. Egal wie sehr sie sie fürchten."

Die Worte seiner Mutter würden Gear noch lange im Kopf bleiben, auch wenn er damals noch nicht vollständig begriff, von welcher Bedeutung sie später einmal sein würden, wenn Gear alleine war, Angst hatte, durch die Straßen Londons irrte.

"Aber warum jagen sie uns denn dann?"

"Wegen unserem Fell." Die Stimme seiner Mutter wandelte sich von sanft zu bitter, und Gear erzitterte fast von ihrer Kälte allein.

"Wie ich sagte. Die Menschen haben ihre Verbindung zur Natur verloren. Sie sind träge geworden. Sie wissen sich nicht mehr mit Kräutern zu helfen. Ihnen bleibt nichts, außer uns unserem Fell zu berauben."



---



"Das goldene Vlies? Das ist aus der griechischen Mythologie, oder?"
Gear nickte. "Du hast ja doch etwas gelernt."
"Hey!" Spielerisch wollte Youtarou seinen Freund boxen, so wie dieser es zuvor getan hatte, aber Gear war schneller und griff seine Hand bevor er sie auch nur einen Zentimeter in seine Richtung bewegen konnte.

"Heißt das euer Fell hat Heilkräfte?"

Der Werwolf nickte. "Weißt du noch, als du dich beim Kochen in die Hand geschnitten hast?"
Der Grauhaarige verzog das Gesicht bei der schmerzhaften Erinnerung. Er hatte Abendessen für sich selbst und Gear kochen wollen und ein Augenblick der Unaufmerksamkeit hatte gereicht - fast hätte es ihn einen Finger gekostet.

"Du hast darauf bestanden, mit mir im Bett zu schlafen... Ist.. Ist es deswegen so schnell geheilt?"

Gear seufzte leise.

"Warum hast du mir das nie erzählt?"
"Du hast nie gefragt."
"Meinst du man kann mit deinem Fell Garn spinnen?"

Ein leises Schnauben seitens Gears.

"Ein weiterer Grund, warum ich es dir nie erzählt habe."

Sanft kämmte Youtarou mit den Fingern durch Gears Fell. "Es würde sicher wunderbares Garn geben..."
Schnell wanderten die dünnen Finger von Gears Arm zu dessen Brust und dann weiter herunter, und der Atem des Werwolfs ging immer schneller unter der sanften Berührung seines Freundes.

"Warum wusste ich schon, dass unser Abend so endet?" Gears Stimme zitterte leicht und der Grauhaarige lachte leise auf. "Endet nicht jeder Abend so?"

"Dabei habe ich doch extra so eine traurige Geschichte erzählt."

"Ich mag Typen mit einer tragischen Backstory."

"Du bist schrecklich."

Eine Weile ging ihr spielerisches Zanken hin und her, doch bald hatten weder Gear noch Youtarou  Lust darauf,  noch länger zu warten. "Du bist heute oben", stellte der Werwolf klar, und Youtarou grinste. "So erschöpft vom Erzählen?" "Mein Hals tut schon weh." "Na da wird es dir aber nicht helfen unter mir zu liegen und dir die Seele aus dem Leib zu stöhnen~"

Ein leichter Rotschimmer schlich sich auf Gears Wangen und der Werwolf versuchte den Kopf wegzudrehen.  "Halt die Klappe." Sanft aber bestimmt zwang der Grauhaarige Gear, ihn weiter anzusehen, und auch das gereizte Knurren des Werwolfs entlockte Youtarou nicht mehr als ein Lachen.

"Was wenn ich auch erschöpft bin?"

Gears Knurren wurde lauter und Youtarou grinste. "Ist ja gut, ist ja gut."  

Der Grauhaarige küsste seinen Werwolf einmal, zweimal, und mit jedem weiteren Kuss wurden sie leidenschaftlicher, hungriger für den anderen. Einer von Gears Zähnen striff Youtarous Lippe und der Werwolf erstarrte augenblicklich in seiner Bewegung, doch Youtarou fuhr mit einer Hand in seine Haare und zog ihn nur in einen weiteren leidenschaftlichen Kuss.

"Ich bin nicht aus Zucker", flüsterte er leise in Gears Ohr. "Du musst nicht so vorsichtig mit mir sein."

Gears Ohr zuckte, und ein Grinsen umspielte Youtarous  Lippen. Sanft biss er in Gears Ohr, welcher heiser aufstöhnte.

"Jetzt komm endlich zur Sache.." brachte der Schwarzhaarige leise hervor. "So ungeduldig~ Nagut, nagut." Er schenkte Gears Ohr einen letzten, sanften Kuss, dann öffnete er sowohl seine als auch Gears Hose.

"Aber sei nicht zu laut~ Sonst kannst du morgen nicht weiterlesen~"

"Du bist schrecklich."
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