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Ein anderer Weg

von Skyjem
KurzgeschichteSci-Fi / P12 / Gen
Anakin Skywalker / Darth Vader Luke Skywalker
15.02.2021
01.03.2021
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23.02.2021 1.314
 
Der Tag, vor dem Luke sich so gefürchtet hatte, kam viel zu schnell. Darth Vader bekam einen Auftrag und musste für mehrere Tage verreisen. Er verkündete Luke jedoch kurz vor seinem Aufbruch, dass der Imperator persönlich so lange Lukes Training übernehmen würde.
Tatsächlich erwartete der Imperator den Jungen im Trainingsraum. Er lächelte, als er Lukes Angst bemerkte.
„Junger Skywalker! Wie sehr habe ich mich schon auf diesen Moment gefreut. Lord Vader hat mir bereits über deine Fortschritte berichtet und ich möchte mich davon einmal persönlich überzeugen. Nimm dein Lichtschwert und stelle dich in die Mitte des Raumes!“
Luke gehorchte. Er wusste, dass er gar keine andere Wahl hatte, doch sein Inneres warnte ihn. Er spürte, dass der Imperator nicht wie Vader vorgehen würde und auch nicht so viel Rücksicht nahm. Vorsichtshalber aktivierte er sein Lichtschwert und blickte dem alten Mann misstrauisch entgegen, der an der Türe stehen geblieben war.
Luke wartete, doch nichts geschah, außer, dass sich plötzlich der Boden bewegte. Er hatte Mühe auf den Beinen zu bleiben und versuchte zu erkennen, was geschah. Die Falltüre auf der er stand hatte sich geöffnet und nun stand er auf einem Plato, während der Boden um ihn herum immer tiefer einsank, bis er in der Mitte eines drei Meter tiefen Lochs stand. Dann sank auch das Plato in die Tiefe. Luke sah nach oben, wo das Gesicht des Imperators über dem Rand auftauchte.
Dann sprang etwas von oberhalb in die Tiefe zu Luke hinab. Es war so behände und schnell, dass Luke es beinahe nicht kommen sah. Gerade noch rechtzeitig machte er einen Satz nach hinten.
Das etwas war zwei Meter groß. Es handelte sich eindeutig um kein lebendes Wesen, sondern einem in einer Rüstung steckender Droide, der nicht mal mit dem Lichtschwert einfach zu durchschneiden sein würde. An den Armen des Droiden befanden sich Kreissägen, die kreischten und blitzten und auf Luke gerichtet war.
Blitzschnell kam der Droide auf Luke zugestürmt und Luke konnte nur noch im letzten Moment ausweichen. Seine Reflexe waren das, was er dank der Macht am besten beherrschte, nicht zuletzt, da er sie beim Fliegen geschult hatte.
Doch der Droide war verdammt schnell und schlug mit den Sägen immer dort am Boden ein, wo Luke noch kurz zuvor gestanden hatte.
Luke war erschrocken, dass der Imperator ihm bereits jetzt solch einer Prüfung unterzog. Das Ding konnte ihn mit Leichtigkeit töten!
„Du bist schnell, mein junger Schüler! Doch das alleine wird deinen Gegner nicht vernichten!“ rief der Imperator von oben.
Luke tat, als habe er ihn nicht gehört und konzentrierte sich weiter.
„Du nutzt deinen Verstand, aber nicht deine Gefühle. Wo ist dein Zorn? Ich fühle deine Wut, wie sie unter deiner Oberfläche brodelt. Ich habe dir dieses Ding auf den Hals gehetzt! Etwas, dass dich töten könnte! Das gibt dir jeden Grund wütend zu sein!“
Jetzt las der Imperator schon wieder seine Gefühle! Aber hatte Vader nicht gesagt, er solle sie vor ihm verbergen? Doch Luke konnte sich nicht auf den Kampf mit dem Droiden konzentrieren und auf seine Gefühle achten! Er spürte seine Wut, wie sie anschwoll.
„Gut so!“ lachte der Imperator.
Diese Worte machten Luke nur noch wütender, während er sich unter der Maschine weg rollte und mit dem Lichtschwert die Kreissägen abwehrte, die zu leuchten begannen, da das Metall langsam schmolz. Er wollte dem Imperator nicht dienen! Er wollte auch nicht von ihm gelobt werden! Was bildete dieser Mann sich eigentlich ein? Er sprach von Luke als sei er sein Eigentum! Er machte ihm Angst und glaubte seine Gefühle zu kontrollieren!
„Dein Vater hat dich wohl zu sehr verhätschelt! Er sagte dir, dass du deine Tante und deinen Onkel wiedersehen könntest! Das war eine Lüge und das wusste er ganz genau! Du wirst sie nie wiedersehen!“
Die letzten Worte brachten das Fass zum Überlaufen. Luke schrie zornig auf und säbelte dem Droiden die erste Säge ab. Dann schleuderte er den Blechhaufen quer durch den Raum.
Luke stand da und war einen Moment selbst verblüfft. Noch nie war es ihm gelungen so viel Macht zu bündeln und gezielt freizusetzen. Doch die Wut in ihm war noch nicht abgeklungen. Er leitete den Machtfluss in seine Beine und sprang aus der Grube hinaus. Etwas, dass ihm auch noch nie gelungen war. Dann sah er dem Imperator ins Gesicht und richtete sein Lichtschwert auf ihn.
„Ihr werdet nicht über mich bestimmen!“ knurrte Luke. „Ich bin hier wegen meines Vaters! Nicht wegen Euch und ich werde Euch nicht dienen!“
„Da irrst du dich, mein junger Schüler.“ Entgegnete der alte Mann.
„Ihr sollt mich nicht so nennen!“ schrie Luke ihn an.
Für diesen einen Augenblick sah der Imperator so klein und schwach aus. Der Zorn in Luke brodelte so heiß, dass er sich nicht mehr kontrollieren konnte.
Er ging mit energischen Schritten auf die Türe zu und wollte den Raum verlassen. Er hielt es mit diesem Mann nicht länger aus. Doch da traf ihn etwas hart in den Rücken. Er schrie auf, als ein furchtbarer Schmerz seinen Körper durchzuckte. Er ging schreiend zu Boden.
Blaue Machtblitze schossen aus den Händen des Imperators und jagten durch Lukes Körper. Er lag am Boden und krümmte sich unter Schmerzen.
„Ich habe den Unterricht für heute noch nicht beendet.“ Sagte der Imperator ruhig, aber in seinen Augen stand ein Funkeln, dass Luke sagte, dass er es genoss ihn leiden zu sehen. „Ich glaube es ist Zeit dir bewusst zu machen, wer dein Herr und Meister ist. Lord Vader untersteht meinem Befehl! Ich entscheide über dein Schicksal, mein junger Schüler!“
Luke konnte kaum verstehen, was der Imperator sagte, so groß waren seine Schmerzen. Doch er verstand durchaus, was der alte Mann damit bezwecken wollte.
Als die Lichtblitze endlich verebbten, lag Luke weiterhin am Boden und konnte sich nicht bewegen. Sein Bewusstsein trübte sich immer wieder, als der Imperator über ihm aufragte.
„Also? Wessen Schüler bist du?“ wollte er von dem Jungen wissen.
Luke konnte nur erschöpf und mit geröteten Augen zu ihm aufsehen. „Euer. Ich bin Euer Schüler.“ Murmelte er.
Der Mund des alten verzog sich wieder zu einem finsteren Lächeln. „Gut.“

Luke war zwei Tage nicht in der Lage weiter unterrichtet zu werden. Der Imperator veranlasste ihn auf die Krankenstation zu bringen, wo Luke von einem Medidroiden und Lady Vius betreut wurde.
Als Luke die Station verlassen durfte, war Vader zurück gekehrt und erwartete ihn im Trainingsraum. Luke war immer noch nicht ganz auf der Höhe, aber versuchte  sich nichts anmerken zu lassen.
Doch Vader spürte, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Er spürte, dass die Furcht größer geworden war.

„Was ist mit dir Luke? Du bist heute sehr unaufmerksam.“ Stellte Vade fest und musterte seinen Sohn eindringlich.
Luke wich seinem Blick aus und sah auf den Boden. „Ich will das nicht mehr.“ Murmelte er.
Vader schwieg und schien auf eine ausführlichere Antwort zu warten.
„Ich will nach Hause. Zurück zu meiner Tante und meinem Onkel!“
Langsam hob Luke den Blick. Vader sah ihn immer noch an.
„Das ist nicht möglich, mein Sohn. Du hast deine Ausbildung noch lange nicht vollendet.“
Luke spürte erneut seinen eigenen Zorn in sich aufsteigen und versuchte ihn zu verdrängen.
„Aber Ihr habt gesagt, dass…“ begann er, doch Vader unterbrach ihn.
„Ich sagte, dass es vielleicht möglich ist! Aber im Moment nicht!“

Luke starrte ihn einen Augenblick wütend an, dann verließ er ohne ein  Wort den Raum und ging auf sein Zimmer. Dort übermannte ihn die Verzweiflung. Tränen liefen seine Wange hinab.
Nach einer Weile ließ er sich erschöpft ins Kissen sinken. Das Weinen war heilsam. In seinem Inneren kehrte Ruhe ein und hinterließ eine eigentümliche Leere. Er setzte sich aufrechter hin und seine Gedanken ordneten sich. Es lag eigentlich auf der Hand, was er tun musste. Er musste fliehen!
Niemand konnte ihn zwingen hier zu bleiben! Nicht, wenn er es nicht wollte! Wenn Vader ihn nicht zu seiner Familie brachte, dann würde er das eben selbst tun müssen!
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