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Winkler & Gorniak

von padsmoony
GeschichteRomance, Freundschaft / P12 / FemSlash
Kriminaloberkommissarin Karin Gorniak Kriminaloberkommissarin Leonie Winkler
15.02.2021
01.04.2021
4
4.282
 
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9 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
15.02.2021 1.152
 
Wer Fehler findet, kann se behalten :) Ich hoffe, dass ich genug Motivation hab, um diese ff auch zu beenden, ahaha. Viel Spaß beim Lesen! Ach ja, eine Sache noch: ich bin seeehr unkreativ, was Titel angeht. Also falls jemand Ideen hat, immer raus damit :))



Es war bereits dunkel geworden, als die beiden Polizistinnen nach diesem langen Tag das Präsidium verließen. Beide waren froh, den Fall endlich gelöst zu haben, auch wenn niemand erwartet hatte, dass ausgerechnet die Ehefrau dahintersteckte. Karin schlug den Weg in Richtung Innenstadt ein und Leo, die immer noch ein wenig geschockt von den Geschehnissen war, folgte ihr schweigend. Keine der beiden wusste so recht, über was sie sprechen sollten. Ab und zu warf Leo ihrer Kollegin einen kurzen, seitlichen Blick zu, ehe sie wieder auf den Boden starrte. Irgendwann bog Karin in eine etwas ruhigere Seitenstraße ab, und Leo folgte ihr. Die beiden betraten ein kleines Restaurant. Beinahe alle Tische waren besetzt, daher setzten sie sich auf die Barhocker am Tresen. Leo blickte sich um. Das Restaurant erschien freundlich, nicht besonders hell und offen, aber es wirkte irgendwie gemütlich.

,,Ich hoffe, dass... Dein Unfall nicht mehr zwischen uns steht?", begann Leo vorsichtig. Karin lächelte leicht.  ,,Wie gesagt, ich WAR wütend auf dich. Außerdem hast du dich inzwischen echt oft genug entschuldigt. Du kommst mich ja dann beim nächsten Mal besuchen" Leo lachte und der Barkeeper gesellte sich zu ihnen. ,,Na, was darf's denn sein für die beiden Damen?", fragte er. ,,Zwei Bier?", antwortete Karin mit einem fragenden Unterton an Leo gewandt. Diese nickte, der Mann notierte sich etwas auf seinem Block und ließ die beiden wieder alleine. Es entstand eine unangenehme Stille. ,,Erzähl mal, was hast du vor Dresden so gemacht?", durchbrach Karin diese. Leo seufzte.

,,Ich war schon auch hier, nur in 'nem anderen Präsidium. Mein Bruder und ich haben dort gemeinsam gearbeitet", begann sie stockend. ,,Und warum bist du gewechselt?" Leo nahm einen Schluck aus einem der Gläser, die mittlerweile vor ihnen abgestellt worden waren. ,,Naja, das letzte halbe Jahr bevor ich zu euch gewechselt bin, war ich im Innendienst" Sie machte eine kurze Pause und ließ den Blick durch den Raum schweifen. ,,Ich hab mich einfach nicht mehr wohl gefühlt, im richtigen Dienst. Ich, puhh, mein Bruder und ich waren in einem gemeinsamen Einsatz und... Er wurde erschossen, weil ich nicht schnell genug gehandelt hab. Zumindest ist das die Meinung meines Vaters", schloss Leo ihre Erzählung. ,,Aber das weißt du wahrscheinlich alles schon, oder?"

Karin starrte ihre Kollegin an, die in der Zwischenzeit den Kopf gesenkt hatte und ihr Glas in den Händen drehte. Dann schüttelte sie ihren Kopf. ,,Das tut mir so leid, ich hatte ja keine Ahnung", sagte sie, ehrlich betroffen. Leo blickte kurz auf, sah ihr und die Augen und sagte dann: ,,Ich dachte damals echt, ich hätte das alles hinter mir gelassen. Ich mein, ich hab mit dem Polizeipsychologen gesprochen, Schießtraining absolviert und ich war mir so sicher, dass mir das nicht noch einmal passiert. Aber dann kam dieser Einsatz und ich war... Wie gelähmt" Sie lachte nervös.

Karin legte ihre Hand vorsichtig auf Leos Arm. ,,Aber heute hast du geschossen", sagte sie und blickte Leo währenddessen eindringlich an. Diese nickte. ,,Ich wäre bestimmt auch schon vorher soweit gewesen, nur dieser erste Einsatz von uns hat mich so geschockt weil... Es war einfach genauso wie mit ihm." Karin nickte verständnisvoll und nahm nun ebenfalls einen Schluck von ihrem Bier. Sie schwiegen erneut, doch dieses Mal war die Stille nicht unangenehm. Sie hingen beide einfach ihren Gedanken nach.

,, Und dein Vater? Hat der seine Meinung geändert?" Leo schnaubte. ,, Dieser Mann ist noch sturer als ich, und das will was heißen! Also nein, hat er nicht, und deshalb rede ich auch ehrlich gesagt nicht so gerne mit oder über ihn." Karin nickte schnell. ,,Klar" ,,Und du? Du hast einen Sohn, oder?", fragte Leo dann. ,,Ja, Aaron. Er ist wunderbar, aber teilweise ist es immer noch sehr anstrengend mit ihm", lachte Karin. ,,Immerhin ist er mittlerweile aus der gröbsten Pubertät raus, was ihn allerdings nicht davon abhält, ab und an mal Scheiße zu bauen."

Leo grinste. ,,Das klingt anstrengend." Die beiden wandten sich erneut ihren Getränken zu und schwiegen einige Minuten. ,,Und du? Kinder, Mann?", grinste Karin sie an. ,,Weder noch. Du solltest doch gemerkt haben, dass ich nicht sonderlich begeistert von Kindern war", grinste Leo leicht, und erinnerte sie damit an einen ihrer Einsätze, bei dem sie sich partout geweigert hatte, ein Vertrauensverhältnis mit der Jugendlichen aufzubauen. ,,Naja, du hast es dir dann ja doch noch anders überlegt", entgegnete Karin. ,,Es ist nicht so, als würde ich Kinder hassen, aber ich glaube nicht, dass ich momentan mit einem klarkommen würde. Außerdem hab' ich ja nicht mal einen Partner", erklärte Leo. Karin nickte nachdenklich.

,,Und Aaron's Vater, lebt der auch bei euch?", erkundigte die Blonde sich vorsichtig. Karin lachte kurz auf und Leo beobachtete fasziniert, wie ihre Augen belustigt aufleuchteten. ,,Nein, das war eher… Eine sehr kurze Beziehung, es hat einfach nicht gepasst und ich sag mal so, er interessiert sich auch nicht wirklich für seinen Sohn." ,,Das tut mir leid" ,,Muss es nicht, wirklich nicht. Das klingt zwar hart, aber vielleicht ist es besser so." Karin führte die Aussage nicht weiter aus und Leo kam sich dann doch zu neugierig vor, wenn sie noch weiter fragen würde.

Die beiden schwiegen erneut, bis zwei Männer, die ein paar Meter von ihnen entfernt standen, ihre Aufmerksamkeit erweckten. ,,Das ist alles deine Schuld!", schrie der größere von beiden den anderen an. Leo blickte Karin fragend an, doch diese deutete ihr an, zu warten. ,,Vielleicht nur eine kleine Meinungsverschiedenheit" Doch die Männer schrien sich nun beide gegenseitig an, bis der kleinere sich auf seinen Begleiter stürzte. Leo sprang auf und mit drei großen Schritten war sie bei den rangelnden angekommen, Karin dicht hinter ihr. ,,Das reicht jetzt", rief sie mit fester Stimme und zerrte die Männer auseinander. Der kleinere Mann, blond und schlank, den sie gepackt hatte, wehrte sich heftig. ,,Reicht jetzt, ja? Gorniak, meine Kollegin Winkler, Kripo Dresden", rief Karin, woraufhin der Mann sich augenscheinlich beruhigte.

Leo ließ von ihm ab und wandte sich an den anderen Mann. ,,Ausweis?", fragte sie und wollte auf ihn zugehen, doch etwas hinderte sie daran. Verwirrt blickte sie nach unten, auf ihren Bauch, wo sich ein großer Fleck ausbreitete. Sie rang nach Luft. Was war passiert? Wie durch Watte hörte sie ihre Kollegin schreien, und dass sie den Blonden zu etwas aufforderte. ,,Messer fallen lassen, jetzt!", drang es langsam zu ihr durch. Messer? Warum denn Messer? Woher sollte er so schnell… Die Erkenntnis traf Leo, während ihr schwarz vor Augen wurde und sie langsam zu Boden glitt.
 
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