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Frontline

von Minotaur
Kurzbeschreibung
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / FemSlash
Admiral Ackbar Anakin Skywalker / Darth Vader Leia Organa OC (Own Character)
15.02.2021
17.09.2021
18
92.648
22
Alle Kapitel
74 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
15.02.2021 3.164
 
Ein paar Worte vorab:

Ich besitze keine Rechte am Star Wars-Universum oder entsprechenden Figuren.
Die Charaktere Jean Stark, Luna Sin, Ostera und Ash Manic, wie auch der Planet Gandocore und die Handlung der Geschichte, sind von mir frei erfunden bzw. wurden von Spielern in meiner Rollenspielgruppe inspiriert. Rechte an diesen Figuren und der Geschichte allgemein gehören mir.

Die Geschichte spielt zur Zeit der Rebellenallianz, irgendwann zwischen der Schlacht von Yavin und der Schlacht von Hoth.

Die Geschichte bezieht sich eher auf das Extended Universe bzw. Legends, einfach schon aus dem Grund, weil ich ne Menge Begrifflichkeiten verwende, die im EU Standard waren, man bei Disney aber gar nicht mehr liest/hört. Außerdem kenn ich mich im Kanon des EU zehnmal besser aus als im Kanon von Disney.

Gebt mir gerne Feedback in Form von in Reviews, Mails oder Empfehlungen. Was hat euch besonders gefallen und was gefällt euch nicht so? Eure Meinung interessiert mich!

Update 07.09.22: Alle Kapitel sind frisch überarbeitet. Der Inhalt ist gleich geblieben aber Fehlermenge sollte abgenommen haben und die Lesbarkeit verbessert sein.  

Besonderer Dank geht an Severin Sesachar, die bei der ganzen Story eine hervorragende Betaarbeit geleistet hat <3

Viel Spaß beim Lesen  :)



Kapitel 1: Admiral Stark

In einer Galaxie weit, weit entfernt lauerte der Sternzerstörer Bahamut in der Dunkelheit des Weltraums. Die Hyperraumschneise in den Perla-Sektor wurde nicht stark beflogen, aber die Bahamut und ihre Besatzung waren geduldig. Sie hatten ihre Befehle.
Schließlich erfassten die Sensoren des Großkampfschiffes ein einzelnes Raumschiff, das aus dem Hyperraum gesprungen war. Es handelte sich um einen alten Mittelklasse-Frachter der YT Baureihe. Die Bahamut hatte gefunden, wonach sie gesucht hatte.

„Was soll der Quatsch?“, fragte die grünhäutige Twi’lek die beiden Sturmtruppensoldaten, welche vor der Tür Wache schoben, durch die sie selbst und ihr Kumpel, der Schmuggler Ash Manic, kürzlich den Besprechungsraum betreten hatten.
„Bitte setzen Sie sich. Der Captain wird jeden Moment hier sein“, lautete die Antwort des Soldaten in der weißen, imperialen Panzerung.
Die Twi’lek stieß wütend die Luft aus ihren Lungen und wandte sich von den beiden Soldaten ab, um zu Ash hinüberzusehen, der es sich am Ende des langen Besprechungstisches gemütlich gemacht hatte. Seine Füße lagen auf dem Tisch und die Arme waren hinter dem Kopf verschränkt. Die schwarzgraue Pilotenjacke hatte er ausgezogen und hinter sich über den Stuhl gehängt.
„Ist das zu fassen? Du hast gesagt, das ist nur eine unbedeutende imperiale Kontrolle. Warum sind wir dann hier und werden vom Captain befragt?“, wollte sie von ihm wissen.
Der menschliche Schmuggler schaute sie mit seinen braunen Augen ruhig an: „Das ist ungewöhnlich, das stimmt schon. Aber es ist wie der Junge in Weiß dir gesagt hat, wir müssen auf den Captain warten. Also hab einfach Geduld, Ostera.“
Ostera ging zu ihm hinüber und warf sich auf einen der Stühle. Nervös begann sie mit den Fingern auf dem Brustpanzer ihrer mattsilbernen Plastoid-Rüstung herumzutrommeln und auch ihre Kopfschwänze zuckten nervös. „Du hast doch bestimmt irgendwas ausgefressen, als ich gerade nicht hingeschaut habe. Ich wusste, dass du mich irgendwann in ein imperiales Gefängnis bringst – oder irgendein anderes.“
„Du bist doch nur verstimmt, weil sie dir dein heißgeliebtes Blastergewehr weggenommen haben“, meinte Ash grinsend und wischte sich durch seine dunkelblonden Haare. Er grübelte zwar selbst darüber, was dieses merkwürdige Verhalten der Imperialen zu bedeuten hatte, aber er wollte es sich nicht anmerken lassen. Weder auf seinen Kopf noch auf den der Söldnerin Ostera war ein imperiales Kopfgeld ausgesetzt. Wenn es doch so wäre, hätte man sie schon längst in einer Zelle untergebracht.
Ihr Warten hatte ein Ende, als sich die Tür zischend öffnete. Die beiden Sturmtruppen nahmen Haltung an. Eine Frau in einer imperialen Offiziersuniform rauschte festen Schrittes in den Raum und setzte sich an das andere Ende des Tisches. Ash und Ostera mussten insgeheim zugeben, dass die Frau ein beeindruckendes Auftreten hatte. Die Uniform schien ihr auf den hochgewachsenen und wohlgeformten Leib geschneidert zu sein. Die braunen Haare, zu einem Zopf geflochten, hingen ihr über den Rücken und ihr Gesicht war von einer zeitlosen, kühlen Schönheit, mit hohen Wangenknochen und vollen Lippen. Exzentrischerweise war ihr rechtes Auge von einer schwarzen Augenklappe bedeckt, obwohl sie als imperialer Offizier bestimmt Zugang zu kybernetischen Implantaten hatte. Ostera grübelte automatisch darüber nach, was sie zu dieser Variante bewegt hatte.
Insgesamt war ihre Haltung steif und diszipliniert, wie man es von einer imperialen Offizierin erwartete. Schwarzschimmernde Handschuhe verbargen ihre Hände. Ash schätzte sie auf Mitte 30, vielleicht sogar älter, aber das änderte nichts an ihrer Attraktivität. Auch wenn sie bestimmt einige Jahre älter als Ash war, hätte er sie in einer Cantina sicher angeflirtet. Leider waren sie nicht in einer Cantina und eine imperiale Uniform wirkte nicht förderlich auf die Libido des Schmugglers.
Ash bemerkte verwundert, wie Ostera sich plötzlich aufrichtete und kerzengrade im Stuhl saß. Dann erkannte er es auch. Diese Offizierin hatte nicht die richtigen Abzeichen für einen imperialen Captain. Er versuchte sich gerade erfolglos an die verschiedenen Ränge und Abzeichen zu erinnern, da wurde ihm die Frage auch schon beantwortet.
„Mein Name ist Admiral Jean Stark. Entschuldigen Sie bitte, dass sich ihre Weiterreise verzögert.“ Ihre Stimme klang sachlich.  
Während Ash und Ostera noch überlegten, ob sie sich vorstellen sollten, trat ein blonder Offizier durch die Tür und reichte der Admiralin zwei Datapads, bevor er selbst am Tisch Platz nahm. Sonderbarerweise hatte er keine Abzeichen auf seiner Uniform. Ein Bedürfnis, sich vorzustellen, schien auch nicht vorhanden zu sein. Stattdessen blickte er Ostera und Ash nur misstrauisch an.
Admiral Stark überflog eines der Pads. „Mr. Manic, wenn Sie so freundlich wären, Ihre Füße von meinem Tisch zu nehmen, ersparen Sie es mir, Sie erschießen zu lassen“, sagte sie, ohne aufzusehen.
Amüsiert beobachtete Ostera, wie der Schmuggler langsam seine Füße vom Tisch gleiten ließ. „Eiskalt, die Lady“, flüsterte sie ihm zwinkernd zu.  
„Ihr Lebenslauf liest sich wie eine einzige Strafakte. Nach dem Austritt aus der corellianischen Handelsflotte haben Sie sich als Dieb, Pirat, Falschspieler und Schmuggler betätigt. Alles mit mäßigem Erfolg.“ Stark musterte Ash kritisch.
„Hey, das mit dem Falschspieler ist maßlos übertrieben“, verteidigte sich Ash und setzte eine Unschuldsmiene auf. „Ich spiele immer so fair wie meine Gegner!“
Admiral Stark ignorierte ihn und wandte sich der grünhäutigen Twi‘lek zu. „Ostera, Söldnerin und Kopfgeldjägerin. Kein Clanname bekannt. Ich bin mir sicher, dass der imperiale Geheimdienst herausfinden könnte, warum Sie ihn abgelegt haben, aber ich denke, Sie werden sicher einen guten Grund haben.“
„Worauf Sie wetten können“, meinte Ostera stur.
„Könnte vielleicht was mit der Sklavenrevolte auf der Pytos-Station zu tun haben, wer weiß das schon“, säuselte die imperiale Offizierin vor sich hin, während sie wieder auf das Display schaute.
Ostera und Ash tauschten Blicke aus. Beiden war klar geworden, dass Admiral Stark mit ihnen spielte.
„Was wollen Sie von uns?“, fragte Ostera schließlich gerade heraus. Sie hatte keine Lust auf Spielchen.
Stark schob das eine Datapad zur Seite, so als hätte sie auf diese Frage gewartet. „Ich habe ein Angebot für Sie beide.“ Sie ließ das zweite Pad mit einer schwungvollen Bewegung über den Tisch rutschen. Die Söldnerin nahm es auf der anderen Seite in Empfang. „Alles, was Sie wissen müssen, steht dort drin.“
Ash beugte sich zu Ostera hinüber, um einen Blick auf das Display werfen zu können. Es handelte sich um eine Akte. Auf dem Foto war ein sommersprossiges Mädchen mit schulterlangen rotbraunen Haaren und grünen Augen zu sehen. Ihr Blick wirkte hart.
„Luna Sin. Eine Rebellensoldatin?“, fragte Ostera verwundert, nachdem sie die Infos überflogen hatte. „Lassen die jetzt schon Kinder für sich kämpfen?“
„Dieses ‚Kind‘ kämpft schon seit ihrem 15. Lebensjahr gegen das Imperium. Seit wir vor drei Jahren ihren Heimatplaneten Limbara besetzt haben. Sie ging in den Untergrund und schloss sich einer Widerstandsbewegung an. Nachdem diese zerschlagen wurde, floh sie von ihrer Heimatwelt und suchte auf eigene Faust nach der Rebellenallianz, um sich dieser anzuschließen. Sie glaubt, auf diese Weise kann sie ihre Heimatwelt befreien“, erklärte Stark und Ostera war leicht irritiert. Es klang fast so, als wäre die imperiale Admiralin von dieser Luna beeindruckt, und trotzdem wollte sie das Mädchen zu einem Ziel machen.
„Ich jage keine Kinder!“ Ostera ließ das Pad demonstrativ auf die Tischplatte fallen und Ash lehnte sich wieder in seinem Stuhl zurück. Das ließ er die beiden Damen unter sich ausmachen.
„Wie ich schon versuchte anzudeuten – sie ist schon lange kein Kind mehr. Abgesehen davon haben Sie mich missverstanden. Es geht hier nicht um eine Kopfgeldjagd, sondern um eine Rettungsmission“, entgegnete Stark kühl.  
Die Twi‘lek sah sie verwundert an. „Sie wollen, dass wir eine Rebellensoldatin retten?“  
„Genau genommen ist sie nur eines von zwei Zielen“, berichtigte die Offizierin.
Ostera nahm das Pad wieder zur Hand und scrollte auf dem Display weiter nach unten. „Hier steht nur eine Dienstnummer: OS-1019.“
„Das ist alles, was Sie brauchen. Es handelt sich um einen imperialen Piloten. Der Auftrag umfasst die Bergung von Luna Sin und des Piloten OS-1019. Bringen Sie Luna Sin zu den Koordinaten, die auf dem Pad hinterlegt sind. Den Piloten bringen Sie mir persönlich.“
„Bergung von wo?“, fragte Ash.
„Dem Planeten Gandocore“, las die Söldnerin vom Display ab und seufzte. „Das schreit nach Gefahrenzulage.“
„Ihr seid ja verrückt“, beschwerte sich Ash und hob abwehrend die Hände. „Das System ist nach den Nachrichten im Holonet ein einziges Schlachtfeld zwischen dem Imperium und der Allianz. Wenn wir dort hinfliegen, ist nicht die Frage, ob wir abgeschossen werden, sondern von wem wir abgeschossen werden.“
„Wieso schicken Sie nicht eines Ihrer tollen imperialen Einsatzkommandos dahin, um sie rauszuholen?“, fragte Ostera und blickte Admiral Stark über das Datapad hinweg an.
Die imperiale Offizierin verschränkte die Finger ineinander, wobei das Material ihrer Handschuhe ein knarzendes Geräusch von sich gab. „Das ist keine offizielle imperiale Mission. Sie arbeiten für mich.“
„Das klingt, als könnte man dafür Ärger bekommen“, vermutete Ash.  
Stark beugte sich etwas nach vorne, so als wollte sie etwas sehr Wichtiges verkünden: „Das Imperium steht keineswegs loyal zu … Leuten wie Ihnen. Wenn Sie für das Imperium arbeiten würden, dann würde man Sie fallen lassen, sobald Ihre Mission scheitert oder Sie dem Feind in die Hände fallen. Ich neige im Privaten nicht dazu, jemanden hängen zu lassen, den ich selbst auf eine Mission geschickt habe. Mit anderen Worten: Seien Sie froh, dass es kein offizieller Auftrag ist.“
Ash und Ostera tauschten Blicke aus. Mit imperialen Offizieren zu verhandeln, war generell schwierig. Die Kaltschnäuzigkeit allem Nicht-Militärischen gegenüber wurde imperialen Soldaten schon in der Akademie eingetrichtert. Sie versuchten meist, weder freundlich noch besonders diplomatisch zu sein, weil sie schlichtweg die Macht und die Befugnis hatten, alles zu vernichten, was nicht kooperierte. Und obwohl Admiral Stark die gleiche impertinente Ausstrahlung hatte, spürten sie beide deutlich, dass sie irgendwie anderes war.
„Warum wollen Sie die beiden retten, Luna Sin und diesen Piloten?“ Ostera blickte die Offizierin neugierig an.
„Es ist etwas Persönliches“, antwortete Stark knapp und schien das auch nicht weiter ausführen zu wollen.
„Mich interessiert viel mehr die Frage, vor wem wir sie retten sollen. Davor, sich nicht gegenseitig umzubringen?“ Letzteres meinte Ash nicht ganz ernst, aber Admiral Stark presste die Lippen aufeinander und es war zum ersten Mal so etwas wie eine emotionale Reaktion zu sehen.
„Das könnte wirklich vonnöten sein. Die beiden Ziele sind keine Verbündeten und sie werden sich entsprechend verhalten“, entgegnete sie ihm.
„Und sie sind beide dort, weil sie Teil einer Armee sind. Würden sie nicht desertieren, wenn sie mit uns kommen?“, warf Ostera ein.
„Glauben Sie mir, beide sind auf sich alleine gestellt und in Gefahr. Sie werden kaum eine andere Wahl haben. Und wenn es doch Probleme gibt, so baue ich auf Ihre Kreativität, mit der Situation umzugehen. Nur darf den beiden nichts passieren!“ Der letzte Satz kam Stark etwas scharf über die Lippen.
„Und warum wollen Sie uns für den Job?“, fragte Ash.
„Es ist eher Zufall, dass wir Sie beide aufgegabelt haben, und das ist auch absolut so beabsichtigt. Ich will nicht, dass diese Sache nachzuverfolgen ist“, erklärte Stark. „Ich habe mit Ihnen einfach Glück gehabt; Ihre Fähigkeiten sind akzeptabel.“
Ash grunzte etwas Unverständliches. Ihm war die Sache nicht geheuer und diverse Details störten ihn. Die Admiralin bemerkte seine Ablehnung und sie fixierte ihn mit ihrem linken, saphirblauen Auge, während sich Ostera zum wiederholten Male fragte, was Admiral Stark wohl hinter der Augenklappe versteckte.
„Sie misstrauen mir. Das kann ich nachvollziehen. Aber ich begebe mich ebenfalls auf dünnes Eis indem ich Ihnen vertraue. Ich möchte nur diesen beiden jungen Soldaten das Leben retten und ich entlohne Sie dafür sehr gut. Dieses Vertrauen könnte sich für alle Beteiligten bezahlt machen!“  
Ash blickte zu Ostera, die auf das Datapad deutete. Sie hatte bis zu der zu erwartenden Belohnung heruntergescrollt. Ash bekam große Augen. „Wir brauchen imperiale Codes, damit Ihre Leute nicht mein Schiff abschießen“, wandte er sich kurz darauf an Stark. Plötzlich wirkte er tatendurstig und auch Ostera schien gewillt, den mysteriösen Auftrag anzunehmen.
Admiral Stark lächelte triumphierend. „Kriegen Sie!“


Über den Rand des Schützengrabens spähte Luna Sin auf das Terrain vor sich. Die Felsformation im Westen würde ihren Rückzug decken. Die vereinzelten blaublättrigen Bäume, die in dem Tal wuchsen, hatten einen breiten Stamm und waren damit als Deckung geeignet. Außerdem zogen in der feuchten morgendlichen Luft Nebelschwaden auf.
Luna überprüfte ihre Ausrüstung: Munition und Überlebenswerkzeug im Gürtel, die Tasche mit der medizinischen Ausrüstung und ihr Blastergewehr. Bevor sie den Graben verließ, musste sie sichergehen, dass sie vorbereitet war. Sie hatte keine Rückendeckung mehr und jeder Fehler konnte ihr letzter sein.
Aufgrund eines imperialen Luftangriffs war ihre Einheit dazu gezwungen gewesen, sich in das Talbecken zurückzuziehen. Dort waren sie direkt in eine Falle gelaufen und aus diversen Schützengräben unter Beschuss genommen worden. Ohne Deckung und Rückzugsmöglichkeit waren die Rebellen gefallen wie die Fliegen. Luna wusste nicht, ob außer ihr noch jemand überlebt hatte, und sie war sich auch nicht sicher, warum sie selbst noch am Leben war. Die Druckwelle einer Explosion hatte sie zu Boden gerissen und betäubt. Als sie wenig später wieder Herr ihrer Sinne gewesen war, hatte sie eine Gruppe von Sturmtruppensoldaten in die Richtung abziehen sehen, aus der die Rebellen gekommen waren. Vielleicht hatten einige ihrer Kameraden überlebt und wurden von ihnen verfolgt.
Sie selber hatte sich erst einmal in einem der Schützengräben in Deckung begeben.
Es war nicht auszuschließen, dass in den anderen Gräben noch imperiale Soldaten lauerten, die Überlebende aufs Korn nehmen wollten, daher überprüfte Luna erst einmal mit dem Makroglas die Umgebung. Sie hielt auch nach weiteren überlebenden Kameraden Ausschau, denn sie war als Feldsanitäterin ausgebildet. Für einen schwer verwundeten Rebellen wäre sie vielleicht die einzige Überlebenschance. Aber Luna konnte weder Überlebende noch feindliche Soldaten entdecken. Da niemand in Reichweite auf ihre Funksignale antwortete und die Langstreckenkommunikation vom Feind gestört wurde, musste sie ihren Arsch selbst hier rausbringen. Auch wenn ihr der Schock über den Tod so vieler Kameraden noch in den Knochen streckte, war ihr Überlebenswillen ungebrochen. „Die Allianz zählt auf dich! Deine Heimatwelt zählt auf dich! Tod dem Imperium!“, spornte sie sich an und spurtete los.
Der Boden war feucht, matschig und aufgewühlt, doch ihre schweren Stiefel sorgten für Stabilität. Ihr Blastergewehr eng an den Körper gepresst, lief die junge Soldatin über die Ebene. Als sie einen der Bäume erreichte – ihr erstes Etappenziel –, ging sie wieder in Deckung. Durch das Zielfernrohr des Gewehrs suchte sie den weiteren Weg vor sich ab. Niemand war zu sehen, nur eine Gruppe froschähnlicher Geschöpfe stürzte sich vergnügt in eine der Schlammpfützen. Luna ignorierte sie und hetzte weiter. An jedem weiteren Baum ging sie kurz in Deckung, bis sie die Steigung erreichte, die aus der Senke hinaufführte. Da sah sie plötzlich das Aufblitzen des morgendlichen Sonnenlichts auf einem weißen Soldatenhelm. Ihre nächste Deckung war zu weit weg, also warf sie sich einfach flach auf den Boden und hoffte, dass man sie nicht gesehen hatte. Sie hatte sich bereits so oft auf diesem schlammigen Untergrund gewälzt, dass ihre Kleidung die entsprechende Farbe angenommen hatte. Zumindest wurde nicht unmittelbar das Feuer auf sie eröffnet.
Vorsichtig hob sie den Kopf. Es waren keine Sturmtruppen, die hier lauerten, stattdessen sah sie drei imperiale Scouts. Zwei von ihnen bewegten sich in ihre Richtung, auch wenn sie noch nicht alarmiert aussahen. Luna dachte fieberhaft nach, was zu tun war. Sie hatte keine Deckung und war in der Unterzahl. Ihre Chancen standen schlecht.  
Plötzlich rief der dritte Scout seinen beiden Kameraden aufgeregt etwas zu. Sie drehten sich herum und blickten in den Himmel. Luna nahm am Rande wahr, dass dort oben ein seltsames Licht aufblitzte, aber sie konzentrierte sich lieber weiter auf die Scouts. Diese waren abgelenkt und das war ihre Chance. Sie stemmte sich hoch, blieb aber auf den Knien und legte mit dem Gewehr an. Sie prägte sich die Positionen jedes Gegners ein, nahm den ersten in Visier und drückte ab. Einer der beiden vorderen Scouts ging mit einem Funkenregen zu Boden, als das Plasmageschoss die Panzerung durchschlug. Sofort schwenke Luna mit dem Gewehr zu seinem Kompagnon, der erschrocken seine Blasterpistole zog, aber nicht mehr dazu kam, auf jemanden anzulegen, bevor auch er getroffen zu Boden ging. Der dritte, weiter entfernte Scout wollte offenbar zu seinem Speeder Bike laufen. Luna feuerte weitere der rotleuchtenden Plasmaladungen ab und erwischte ihn, als er gerade aufsteigen wollte. Der Scout bäumte sich noch einmal auf, riss die Arme hoch und sackte dann über dem Sitz zusammen. Nun hätte Luna eigentlich schnellstmöglich prüfen müssen, ob die drei auch wirklich keine Gefahr mehr waren, aber sie konnte nicht anders, als ebenfalls nach oben zu sehen. Da ging etwas sehr Merkwürdiges vor sich.
Soweit sie sehen konnte, war der Himmel von einem violetten Licht durchflutet, das immer greller wurde. Instinktiv hob sie eine Hand, um ihre Augen zu schützen, aber den Blick abwenden wollte sie nicht. Luna versuchte, eine Ursache für das Phänomen ausfindig zu machen, aber da war nichts. Der Himmel hatte einfach die Farbe geändert und begann nun in dem violetten Licht zu pulsieren, immer schneller und schneller, so dass Luna sich darauf vorbereitete, dass jeden Moment eine Bombe hochgehen würde. Dann war es plötzlich verschwunden.
Der Himmel lag zunächst wieder ruhig da in seiner normalen, tiefblauen Farbe. Luna atmete durch. Dann sah sie etwas aus dem Himmel stürzen – wie einen fallenden Stern. Sie griff zum Gürtel und versuchte so schnell wie möglich das Makroglas auszurichten. Sie musste herausfinden, was dort vor sich ging. Vielleicht benutzte das Imperium eine neue Waffe.
Durch die Makrolinse erkannte sie, dass es sich um ein abstürzendes Raumschiff handelte, auch wenn sie nur eine Schliere aus Feuer und Rauch zu Boden gehen sah. Vermutlich ein Raumjäger oder eine Rettungskapsel, die viel zu steil herunterkam. Sofern es eine Besatzung gab, war es unwahrscheinlich, dass diese überlebte. Im besten Falle würden sie schwer verletzt sein. Der Absturzort lag sehr nah und Luna hatte schnell entschlossen, sich das näher anzusehen. Es gab eine gute Chance, vor den Imperialen dort zu sein, doch sie würden kommen, denn eines war sicher: Diesen Vorfall hatte so ziemlich jeder auf diesem Teil der Planeten-Hemisphäre mitbekommen!
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