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You are the one

von Wolke22
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Anastasia Steele Christian Grey OC (Own Character) Taylor
15.02.2021
19.06.2021
26
51.753
32
Alle Kapitel
51 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.04.2021 3.428
 
Hallo und guten Morgen,

Ich freue mich, dass die Geschichte nach wie vor immer neue Leser bekommt. Leider werden die Reviews aber immer weniger. Dabei wäre Kritik so wichtig.

Schon gehört, im Juni kommt der dritte Teil aus Christians Sicht. Ich freue mich!

Euch allen eine schöne Woche und bleibt gesund!!!

_____________________________________

CHRISTIAN POV

Wiedermal eine Woche vorüber. Gleich ist 16 Uhr und ich warte nur darauf, dass Ana ins Büro tritt und sich von mir verabschiedet. Ob wir uns am Wochenende sehen? Wie gerne würde ich sie heute mit zu mir nehmen. Aber ich hab versprochen es langsam angehen zu lassen. Außerdem hab ich gleich noch das lange vor mir her geschobene Gespräch mit Elena. Ich habe sie ins Escala bestellt. Erst Abendessen und dann lasse ich die Bombe platzen. Mal sehen, was sie zu sagen hat.

Die Anwälte meinen, wenn ich sie anzeige, dann komm ich mit einem blauen Auge davon. Am besten wäre es, die Anteile komplett los zu werden. Anzeigen kann ich sie nicht. Da steht mir unsere gemeinsame Vergangenheit im Weg. Einen anderen Anteilseigner wird sie nicht akzeptieren. Also werde ich ihr meine Anteile schenken. Aber sie muss mir schriftlich erklären, dass ich von diesen Fake-Firmen nichts wusste und dass sie alleine das Geld auf ihre Konten überwiesen hat. Leider wird sie ohne Strafe davon kommen, aber ich bin fein raus und hoffentlich lässt sie mich dann endlich in Ruhe. Auch mit dieser ganzen Sub Scheiße. Ana ist alles was ich will und brauche.
Ja Ana. Meine Ana.

„Hallo Christian. Noch viel zu tun?“ Da ist sie.

„Ana, komm kurz her.“ Die Woche mit ihr war wundervoll. Wir harmonieren wirklich toll. Nach dem Katastrophen-Montag lief alles sehr gut. Immer wieder haben wir uns ein paar Minuten für uns „gestohlen“. Für einen Kuss. Mehr läuft leider nicht. Aber vielleicht sollte ich einfach auch nicht auf mehr hoffen, nach nur einer Woche. Langsam angehen, ist mein Mantra. Langsam. John ist mehr denn je davon überzeugt, dass Ana das Spielzimmer und mein altes Leben verstehen und akzeptieren wird. Allerdings nur dann, wenn sie sich unserer Liebe ganz sicher ist. Und das braucht Zeit.

Ich nehme Ana wieder auf meinen Schoß. Sie hat schon ihren Mantel an. Die Tasche hat sie auf dem Boden abgestellt.

„Du siehst geschafft aus. Irgendwas nicht in Ordnung?“

„Ich hab gleich das Gespräch mit Elena. Mir graut davor.“

„Hey, Christian Grey. Du hast schon andere Nüsse geknackt. Du wirst auch das schaffen. Mach ihr klar, dass Eure geschäftliche Verbindung ein Ende hat. Das muss sie doch verstehen. Du kündigst ihr ja nicht die Freundschaft generell. Oder doch?“ Irgendwie klingt Hoffnung in ihrer Stimme mit.

„Das mach ich vom Verlauf des Gesprächs abhängig.“ Ich kann Ana ja schlecht sagen, wie meine Verbindung mit Elena wirklich aussieht. Sie weiß, was sie wissen muss.

„Um Dir ein wenig Hoffnung zu schenken. Was hältst Du davon, wenn wir uns morgen am Mittag treffen. Lunch und dann zeig ich Dir das Projekt, in das ich mein Las Vegas Geld stecken werde.“

„Gute Idee. Ich hol Dich gegen 13 Uhr ab. Ist das ok?“

„Sicher. 13 Uhr bei mir. Ich freue mich.“

Ich liebe ihre Küsse. Nie wieder küsse ich eine andere. Nie wieder.


ANA POV

Wie gerne wäre ich heute Abend nicht alleine. Wie gerne würde ich in seinen Armen liegen. Wie gerne würde ich mich von ihm verwöhnen lassen. Aber leider, leider, Elena Lincoln. Diese Frau ist mir so was von unsympathisch obwohl ich sie nur vom Telefon her kenne. Bei ihr stellen sich mir alle Nackenhaare hoch. Ich weiß nicht warum. Hoffentlich läuft alles so, wie Christian es sich vorgenommen hat. Sicher, es ist nicht schön, dass sie ohne Strafe davon kommt, aber niemand kann von Christian verlangen, dass er eine Freundin anzeigt. Hoffen wir mal, die Steuer kommt ihr nicht auf die Schliche. Denn wenn, dann ist Christian wieder mit im Spiel. Und dann kann es übel werden. Aber er wollte sich für diesen Fall absichern. Ich hoffe, dass geht gut.

Morgen dann sehen wir uns. Ich hoffe, das Projekt gefällt ihm so sehr wie mir. Aber eigentlich müsste es. Es passt perfekt zu ihm.



Samstag


CHRISTIAN POV

Mensch bin ich froh, wenn ich gleich bei Ana bin. Der Abend mit Elena war so anstrengend. Zu guter Letzt hat sie auch noch versucht, Ana bei mir schlecht zu machen. Aber da hat sie sich geschnitten. Noch nie, wirklich noch nie, bin ich ihr gegenüber so laut geworden. Aber gestern war es nötig. Ich war so deutlich wie möglich und ich hoffe, sie hat es endlich verstanden. Ich will keine Sub mehr, sie soll mich endlich in Ruhe lassen und ich weiß schon selbst was gut für mich ist. Ana ist gut für mich.

Ich steh vor ihrem Haus und klingle. Zwei Minuten später steht sie direkt vor mir. Ein unwiderstehliches Lächeln auf ihrem Gesicht. Ich muss sie einfach küssen.

„Hallo schöne Frau.“

„Hallo schöner Mann.“ Ich klaue mir einen kleinen Kuss von ihren Lippen und bin überrascht, dass sie nicht zurückweicht. Nein, sie erwidert meinen Kuss.

„Wo wollen wir hingehen. Ich hab Hunger und nur eine Kleinigkeit gefrühstückt und schon eine Trainingseinheit mit Claude hinter mir.“

„Die solltest Du aber nicht ohne Mahlzeit absolvieren. Sonst fällst Du irgendwann mal um.“

„Weiß ich kluge Frau, aber heute hatte ich irgendwie überhaupt keinen Hunger. Also wohin.“

„Lass uns über den Weihnachtsmarkt schlendern. Gleich hier um die Ecke. Wir essen was, trinken Punsch und dann kann Taylor uns nach Southpark fahren.“

„Ana, muss das sein? Weihnachtsmarkt?“

„Ach komm schon. Für mich.“

Wie soll ich da widerstehen?

„Also gut.“



ANA POV

„Christian Grey, Weihnachtsmuffel - Fragezeichen?“ Ich stell mich ihm in den Weg und schaue ihm direkt in seine wunderschönen Augen. Ich könnte das stundenlang tun. Einfach nur in seine Augen schauen. Mich darin verlieren.

„Weihnachten hat für mich nicht so eine große Bedeutung. Dieser ganze Konsumwahnsinn geht mir auf die Nerven.“

„Wie habt ihr zu Hause Weihnachten gefeiert?“

„Mum macht immer einen Riesen Aufriss. Und in diesem Jahr ist Mia wieder da. Da ist der Baum bestimmt nochmal so groß. Die Anzahl der Kugeln verdreifacht. Lametta so dicht, dass man den Baum nicht mehr erkennen kann. Nur bei den Geschenken, da halten wir uns eigentlich seit Jahren zurück. Wir haben alle mehr als genug. Wir verbringen die Zeit miteinander, das ist das wichtigste.“

„Hast Du einen Baum im Escala.“

„Gott behüte. Gail sorgt immer für ein wenig Deko. Aber mehr kommt nicht in Frage. Der Baum in Grey House muss reichen.“

„Ich hab auch nur einen kleinen zu Hause. Unecht. Kann ich jedes Jahr wieder aus dem Karton holen und bin in zwei Minuten fertig.“

„Praktisch veranlagte Frau.“ Und schon liegen seine Lippen auf meinen. Ich könnte ihn ununterbrochen küssen.

Hand in Hand schlendern wir weiter. Ich zieh ihn ein wenig auf indem ich ihm ein kitschiges Weihnachts-Souvenir nach dem Anderen vor die Nase halte. Schneekugeln, Elche, Teelichter. Ich muss wohl aufpassen, sonst kippt gleich seine Stimmung

„Dahinten gibt es Punsch und Bratwürste. Ok als Lunch?“ frage ich ihn. Er nickt nur und ich ziehe ihn mit mir an die hintere Ecke des Marktes. Das muss genügen für heute.

Eine halbe Stunde später sitzen wir in seinem SUV Richtung Southpark.

„Verrätst Du mir jetzt, um welches Projekt es sich handelt?“

„Ich habe eine Nachbarin. Sie ist schon in Rente. In ihrer freien Zeit, da kümmert sie sich um so ziemlich alles, was Hilfe braucht. Kinder liegen ihr dabei besonders am Herzen. Sie hat mir mal von diesem Kinderheim in Southpark erzählt. Sie kommt regelmäßig hier hin und macht Hausaufgaben mit den Kindern. Liest den ganz Kleinen vor. Manchmal auch kocht sie mit ihnen.“

„Warum ein Kinderheim?“

„Zum einen, weil ich denke, dass diese Kinder es verdient haben, in einer lebenswerten Umgebung aufzuwachsen. Zum anderen, weil mich Deine eigene Geschichte so gerührt hat. Du hast Sie bei der Abschlussfeier erzählt. Nicht jedes Kind in der gleichen Situation wie Du damals, hat das Glück auf jemanden zu treffen wie Deine Eltern. Hier sind zudem viele Kinder untergebracht, die eine Einschränkung haben. Körperlich oder geistig behindert sind. Ihre Eltern haben sie einfach abgegeben, weil ihnen die Arbeit mit ihnen zu viel wurde, oder weil sie schlicht weg überfordert waren. Auch diese Kinder haben ein Recht auf humane Lebensumstände. Und wenn ich mit dem Geld ein bisschen dazu beitragen kann, dann mache ich das.“

„Die Frau die mich geboren hat, war auch nicht in der Lage sich um mich zu kümmern. Sie war eine Crack Hure.“ Scheiße, das ist mehr als ich bisher wusste.

„Wo warst Du als sie starb?“

„Ich war bei ihr. Erst nach 4 Tagen kam die Polizei. Mich brachten sie ins Krankenhaus. Dort hat Grace mich gesehen.“

„Das alles ist so furchtbar.“

„Ja, aber es ist auch Vergangenheit. Baby, komm. Lass uns anschauen, wo Du Dein Geld investierst.“


CHRISTIAN POV

Meine Ana. Ausgerechnet ein Kinderheim. Hätte ich mir auch denken können. So ist sie. Hand in Hand betreten wir das Kinderheim. Von da an bin ich irgendwie auf Autopilot. Hier ist es einfach nur schrecklich. Irgendwann mal, war das sicher ein schönes Zu Hause für Kinder. Aber diese Zeiten sind lange vorbei. Die Wände brauchen dringend einen Anstrich. Die Sanitären Anlagen sind ekelerregend. Die eine Seite von mir will dringend hier raus, die andere kann nicht. Stromleitungen kommen ungesichert aus den Wänden. Uralte Fernseher. Schränke ohne Türen. Teilweise kaputte Fenster. Ich bin zutiefst schockiert. Das alles in meiner Stadt. Das darf nicht wahr sein!

Mrs. Burk, die Leiterin des Heims führt uns durch das gesamte Haus. Im Wohnraum steht ein Weihnachtsbaum. Bzw. die Karikatur eines Weihnachtsbaums.

Selbstgebastelter Schmuck hängt daran. Und Wunschzettel. Einige davon lese ich mir durch. In dem Moment steht mein Entschluss.

„Wem gehört dieses Haus, Mrs. Burk?“

„Der Kirche. Reverend Olden ist der Vorsitzende.“

„Hören sie Mrs. Burk. Ich werde in den nächsten Tagen meinen Bruder vorbeischicken. Er wird einen Sanierungsplan machen. Sie schreiben ihm bitte genau auf, was sie alles außerhalb des Gebäudes brauchen. Wie viele Betten, Schränke, Schreibtische etc. Außerdem welche Hilfsmittel, Rollstühle und so. Außerdem will ich, dass sie mir in den nächsten zwei Tagen eine Liste schreiben mit allen Weihnachtswünschen, die die Kinder dort an den Baum gehangen haben. Ich werde einen Weihnachtsmann organisieren. Der wird die Kinder beschenken. Ich werde das alles zahlen. Machen sie sich deswegen keine Sorgen. Und schreiben Sie wirklich alles auf. Alles was Sie und die Kinder sich wünschen. Ein Behindertengerechtes Auto? Sowas halt.“

„Mr. Grey, das ist sehr großzügig, aber ich weiß nicht, ob wir das annehmen können.“

„Sie können, Mrs. Burk. Ich habe mehr Geld, als ich jemals ausgeben kann. Ich möchte, dass diese Kinder ein schönes Leben haben. Machen Sie sich bitte keine Gedanken um das Geld.“

„Christian. Alles ok?“ Ana hat die ganze Zeit stumm neben mir gestanden.

„Ja, und bei Dir? Du bist so ruhig.“

„Ich hab sowas schlimmes noch nie gesehen. Dieses ganze Elend hier. Einfach unvorstellbar. Danke, dass Du das hier machst. Aber die Sanierung wird hier nicht ausreichen. Hier wird noch so viel mehr gebraucht.“

„Ana, Step by Step. Wir werden eine Stiftung gründen. Ich werde eine großzügige Summe einzahlen. Wir werden Spenden sammeln und dann Spezialkräfte einstellen. Physiotherapeuten und was sie sonst alles hier brauchen. Draußen im Garten ist Platz für einen Pool. Wir machen es den Kindern hier richtig schön.“

„Mr. Grey, ich bin beeindruckt. Wiedermal.“ Ihre Lippen auf meinen. Mehr brauche ich gerade nicht.

„Miss Steele, Danke.“

„Wofür?“

„Du hast den Kindern gerade ihr ganz persönliches Weihnachtswunder beschert. Ohne Dich wäre ich nicht hier.“

„Ein ganz schön teures Wunder.“

„Geld ist mir sowas von egal.“

Als wir wieder im Auto sitzen und Taylor uns zurück in Richtung Escala steuert, halte ich Ana in meinen Armen. Die Eindrücke dieses Nachmittags sind zu präsent. Wir können beide nicht richtig abschalten.

„Möchtest Du mit zu mir kommen? Wir könnten es uns vor dem Kamin gemütlich machen. Taylor kann Dich aber auch nach Hause fahren.“ Bitte, Bitte. Sag ja.

„Einverstanden.“

Vor lauter Glück ziehe ich sie noch näher an mich.

Eine Stunde später sind Ana und ich endlich alleine. Gail hat uns ein hervorragendes Abendessen gezaubert. Vorwiegend schweigend haben wir es zu uns genommen. Die Stimmung zwischen Ana und mir ist irgendwie angespannt. Verkrampft.

Vielleicht hilft Musik. Ich suche eine schöne Playlist auf meinem Iphone und kopple es mit den Bluetooth-Lautsprechern. Leise Saxophonklänge von Kenny G erfüllen den Raum. Ana hat es sich derweil vor dem Kamin gemütlich gemacht. Das Sofa dort ist breit genug für zwei Personen. Im Kamin lodert ein schönes Feuer.

„Magst Du noch etwas Rotwein? Oder lieber Weißwein?“ frage ich sie quer durch den großen Raum hinweg.

„Lieber Weißwein.“ Gesprächig scheint sie heute nicht zu sein.

In der nächsten Woche ist Weihnachten. Wir werden Grey House am 24. schließen und erst am 2. Januar wieder öffnen. Das machen wir nun schon seit Jahren so. Wirklich produktiv gearbeitet wird eh nicht. Auf eine Weihnachtsfeier verzichten wir auch seit Jahren. Alle Mitarbeiter bekommen eine Prämie ausgezahlt und am 24. ist „Open Office“. Jeder kann jeden besuchen. Überall stehen selbstgemachte Plätzchen herum. Tee und Punsch sind vorbereitet, ein Caterer hat Finger Food bereitgestellt und es läuft die ewig gleiche furchtbare Weihnachtsmusik auf allen Gängen. Gegen 12 Uhr halte ich kurz eine Rede im großen Konferenzsaal und danach können alle machen, was ihnen gefällt. 15 Uhr ist dann Ende. Bis dahin musste ich „Last Christmas“ gefühlte hundert Mal ertragen. Aber es gehörte einfach dazu. Und meine Familie gehört dazu.

„Ana, was wirst Du Weihnachten machen?“

„Ich fahre zu Ray nach Montesano, Silvester bin ich aber hier. Du wirst sicher mit Deinen Eltern feiern.“

„Ja, ich werde ab 24. wieder in mein altes Zimmer einziehen und mich von Mum zwei Tage verwöhnen lassen. Das ist Pflicht, sonst kann ich mir ein Jahr lang anhören, was ich nur für ein undankbares Kind bin.“

„Sie lieben Dich und Deine Geschwister und wollen Euch um sich haben. Das ist doch wunderschön.“

Ja, da hat sie recht, aber eigentlich wäre ich gerne mit ihr zusammen. Aber wieder hole ich mir Flynns Worte ins Gedächtnis. Nichts beschleunigen. Langsam machen.

„Möchtest Du Silvester zu mir kommen? Gail könnte uns was Schönes kochen und wir sehen uns von hier oben das Feuerwerk an.“

„Vorschlag meinerseits. Ich komme hierhin und wir machen ein typisch Schweizer Käsefondue oder Raclette. Ich kaufe alles ein dafür. Das braucht seine Zeit und Gail braucht nicht kochen.“

„Gut. Raclette hört sich gut an. Das haben wir mal bei einem Urlaub in St. Moritz gemacht. Da war ich so 13 oder 14. Aber ich lass Gail einkaufen. Du kommst einfach gegen 17 Uhr und wir machen uns einen schönen Abend.“

„Das hört sich gut an.“

Endlich hab ich Zeit mich zu ihr zu setzen. Sie macht mir Platz neben sich auf dem Sofa. Ich nehme sie in meine Arme und küsse sie auf ihre Haare. Sie riecht so wundervoll.


ANA POV

In seinen Armen zu liegen, ins Kaminfeuer schauen. Geht´s noch romantischer? Was erwartet er von mir? Was erwartet er von diesem Abend?

Die Luft zwischen uns wird immer angespannter. Ich hab das Gefühl gleich explodiert hier was. Kann ich das zulassen? Läuft es genau darauf hinaus, was ich denke? Sex? Will er mit mir schlafen? Oh, er will ganz sicher. Wenn ich mich nicht täusche. Die Beule in seiner Hose ist kaum zu übersehen. Sie fällt mir auf, weil sie genau in meinem Blickfeld liegt, wenn ich den Blick senke und auf meine Füße schaue. Sie fällt mir nicht das erste Mal auf. Im Büro hab ich es schon einmal bemerkt. Irgendwie schön zu wissen, dass ich diese Reaktion in oder besser an ihm auslöse. Er lässt mich ja auch nicht kalt.
Aber will ich das?  

Christians Hände streicheln ganz leicht über meinen Körper. Überall hinterlassen sie ein Kribbeln. Ein wunderschönes, sehr warmes Kribbeln. Ich drehe mich. Liege jetzt auf seinem Bauch und wir schauen uns in die Augen. Grau trifft auf Blau. Ich lege meine Lippen auf seine und es scheint, als würde schlagartig die Spannung in der Luft verfliegen. Christian erwidert meine Küsse. Übernimmt die Führung. Seine Hände finden ihren Weg unter meinen Pulli. Ich spüre sie auf meiner nackten Haut. Ich habe das Gefühl alle Nervenenden sind auf ihn und seine Berührungen ausgerichtet. Ehe ich mich versehe, liege ich unter ihm. Seine Lippen finden ihren Weg an meinen Hals. Seine Hände die ihren auf meine Brüste. Niemals habe ich mir vorgestellt, dass es so sein könnte. Mein Herz schlägt laut und schnell. Das Blut rast durch meine Adern. Ich wünschte, er würde nie wieder damit aufhören. Mein Becken reibt an seinem und ich spüre, dass er mittlerweile sehr hart ist. Kann ich das? Ihn in mir? Will ich das? Jetzt?

„Ana,“ hör ich ihn sagen „wenn wir jetzt hier nicht aufhören, dann weiß ich nicht, ob ich noch aufhören kann. Ich will Dich so sehr.“

Und in dem Moment, klingelt sein Telefon. Gott wie ich diese Dinger hasse.

„Ich muss daran. Bitte entschuldige.“

Nur ungern lasse ich los. Aber es geht wohl nicht anders.

„Ana, Sorry, aber das Gespräch wird eine Zeit dauern. Es gibt Probleme in Taipeh.“

„Dann geh ich jetzt wohl besser.“

„Nein, bleib hier bitte.“


CHRISTIAN POV

„Bitte Ana, bleib heute Nacht hier. Ich hab ein Gästezimmer.“

„Ich weiß nicht, Christian, ob das eine gute Idee ist.“

„Ana. Ich fänd es schön, morgen mit Dir zu frühstücken. Wir fahren zu Deiner Wohnung, holen Deine Sportsachen, laufen ein bisschen am Strand entlang. Und dann sehen wir weiter. Bitte Ana.“ Ich weiß genau, dass sie jetzt einknickt. Der Blick den ich aufsetze ist meist eine sehr starke Waffe. Noch nie hat mir eine dann widerstanden.

„Dann brauch ich wohl nur ein T-Shirt zum Schlafen.“

„Gut, dann komm.“ Ich zieh sie hinter mir her ins Schlafzimmer. Hätte so schön werden können. Aber dann verschieben wir es halt. Sollte wohl nicht so schwer sein. Ein paar Wochen mehr oder weniger ohne Sex. Ana ist das Warten wert. Ganz bestimmt sogar.

„Sehr stilvoll alles Mr. Grey.“

„Danke, Miss Steele.“

„Meine Wohnung passt in Deinen Kleiderschrank. Irgendwie ernüchternd.“

„Hey, Baby, kein Grund Dich schlecht zu fühlen. Wichtig ist doch nur, dass Du Dich wohl fühlst.“

„Und Du fühlst Dich hier wohl?“

„Auf Dauer wohl nicht. Irgendwann will ich mal ein Haus, am Sound. Blick aufs Wasser.“

„Blick aufs Wasser hast Du hier auch.“

„Das ist was anderes.“

„Wo darf ich heute Nacht schlafen?“

„Ich zeig Dir Dein Zimmer.“


Mein Telefonat hat leider länger gedauert, als ich dachte. Ana schlief bereits tief und fest, als ich in ihrem Zimmer nachschaute. Sie sah einfach wunderschön aus im Schlaf. Ich habs nicht übers Herz gebracht sie zu wecken. Dabei hätte ich zu gerne das weiter gemacht, wir wir auf dem Sofa aufgehört haben.

Sonntag


Vor ein paar Minuten wollte ich sie wecken, aber als ich ihr Zimmer betrat, war ihr Bett leer und ich konnte die Dusche hören. Sie war schon aufgestanden.

„Ana, ich warte in der Küche auf Dich.“ keine Reaktion. Na ja, egal, sie wird schon irgendwann auftauchen.

„Guten Morgen, Christian.“

„Ana, Guten Morgen. Gut geschlafen?“

„Ja, danke.“

„Komm setz Dich und frühstücke was.“

Wir sitzen eine ganze Weile zusammen, ohne groß zu reden. Das ist aber nicht unangenehm muss ich feststellen. Ich beobachte sie. Selbst in einem einfachen T-Shirt und Jeans sieht sie einfach nur gut aus.

„Sollen wir gleich los fahren? Wir fahren zu Dir und Du kannst Dich umziehen und dann fahren wir runter zum Sound und gehen ein bisschen am Strand spazieren.“

„Ja, gute Idee. Von mir aus, können wir direkt los.“

Eine Stunde später stelle ich meinen R8 auf einem Parkplatz am Sound ab. Das Wetter ist bestens. Kühl, trocken und Sonnenschein. Ana hat statt ihres Mantels von gestern eine dicke Daunenjacke an. Dazu trägt sie eine Mütze mit passendem Schal. Und es ist müßig zu erwähnen, sie gefällt mir, egal was sie anhat. Ich hoffe, ein paar Dinge mit ihr klären zu können. Irgendwie stecken wir gerade fest. Wir wissen, was wir füreinander empfinden und doch geht es nicht weiter. Über ein paar Küsse hinaus passiert nichts. Jedes Mal werden wir gestört. So wie gestern. Es ist wie verhext.

Ich ziehe Ana in meinen Arm und wir gehen an der Wasserkante entlang. Das Meer ist heute ganz ruhig. Hier am Sound ist es relativ windig. Gut, dass auch ich eine Mütze dabei habe. Den Kragen meiner Daunenjacke ziehe ich ganz hoch.

Nicht weit von hier ist mein Haus. Noch steht es leer und Elliot hat auch noch keine Pläne für die Renovierung. Ich lasse mir damit Zeit. Momentan gibt es wichtigeres.
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