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You are the one

von Wolke22
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Anastasia Steele Christian Grey OC (Own Character) Taylor
15.02.2021
18.07.2021
36
69.654
35
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62 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
19.04.2021 3.447
 
Eine schöne Woche Euch da draussen.

Danke, an all die, die hier ihre Herzchen und Sternchen verteilt haben. Und auch an die anderen. Die hier mitlesen. Danke, dass ihr dabei seid. Heute geht es weiter und endlich tut sich was zwischen den beiden.

Bleibt gesund!

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ANA POV

Komm Ana, motiviere ich mich selbst. Raus aus den Federn. Heute wirst Du wieder bei ihm sein. Bei Christian. Vier Wochen Abstand hat er uns beiden verordnet. Und hat es doch selbst kaum mehr wie ein paar Tage ausgehalten. Unwillkürlich muss ich lächeln. Ich glaub seine Mitarbeiter haben ihn noch nie in einem anderen Raum gesehen als in seinem Büro oder dem Konferenzraum. Normaler Weise lässt er immer alle bei sich antanzen. Aber in diesen Wochen, da war des Öfteren mal in den unteren Etagen seines Imperiums. Und immer nur um einen Blick auf mich zu erhaschen. Oder er hat mich unter fadenscheinigen Gründen nach oben beordert. Akten die fehlten, Adressen, die er nicht finden konnte. So was halt. Soviel zum Thema Abstand.

Die Wochen waren für mich sehr interessant, wenn ich auch seine Nähe vermisst habe. Aber beruflich waren sie Gold wert. Nun habe ich einen guten Überblick über GEH und die gesamten Geschäfte. Außerdem habe ich Kontakte in die anderen Abteilungen geschlossen. Mit dem ein oder anderen bin ich auch mal privat auf einen Drink gegangen. Während meiner Zeit in der Marketing-Abteilung habe ich nach langer Zeit mal wieder Kontakt zu Kate gehabt. Wir haben gemeinsam eine Anzeigen-Serie für ein neues Produkt von GEH ausgearbeitet. Es war toll. Ich glaube, wir könnten Freundinnen werden, genau wie mit Mia. Auch mit ihr habe ich mich ein paarmal getroffen. Sie ist so nett und flippig. Das genaue Gegenteil von mir.

Langsam fühle ich mich angekommen in Seattle und bei GEH. Klar, als Christians PA begegnen mir alle mit einem gewissen Misstrauen, aber ich suche ja auch keine „Beste Freundin“ ich möchte einfach ein entspanntes Verhältnis mit meinen Kollegen haben.

Heute bin ich also wieder oben. In meinem Büro. Am Freitag hab ich es mir schon angesehen. Neu gestrichen. Die Bilder von José Rodriguez. Neue Möbel. Mir gefällt es sehr. Sicher werde ich mich dort wohlfühlen.

Angezogen und motiviert wie selten trete ich aus meiner Wohnung. Mittlerweile ist es ganz schön kalt draußen geworden. Am Montag nach unserer Rückkehr aus London stand plötzlich ein Mitarbeiter unserer Sicherheitsmannschaft vor mir und überreichte mir einen Autoschlüssel. Ein kleiner Audi Q2 in weiß stand auf einem Parkplatz in der Tiefgarage, der vorne ein Schild hatte mit meinem Namen. Jetzt hab ich also mein eigenes Firmenfahrzeug. Erst war ich ziemlich sauer und wollte Christian sofort zur Rede stellen, aber ich landete bei Taylor, der mir in aller Ruhe erklärte, dass dies so am besten sei. Er könne nicht jeden Tag jemanden für mich abstellen, der mich morgens holt und abends fährt. Unter dem Aspekt konnte ich den Wagen akzeptieren. Also sitze ich nun in meinem schön warmen A2 und fahre Richtung Grey House. Irgendwie ist mir komisch zu Mute. Dabei hat sich doch nichts geändert, nur sitze ich wieder an meinem Schreibtisch.

Heute muss ich wegen zwei Dingen dringend mit Christian reden. Zum Einen, und das fällt mir eher leicht, wegen des Las Vegas Geldes. Ich hab ein tolles Projekt gefunden, dass sicher auch auf Christians Zustimmung fallen wird. Und wenn ich großes Glück habe, dann investiert er nochmal ein schönes Sümmchen und ich kann meinen Weihnachtswunsch als erledigt abhaken.

Der zweite Grund liegt mir allerdings sehr im Magen. Elena Lincoln. Wie ich ihm das beibringen soll? Seine sogenannte Freundin betrügt ihn. Über die Jahre ist ein ganz schönes Sümmchen zusammen gekommen. Und selbst wenn Christian ihr das durchgehen lässt: Sie betreibt Steuerbetrug und da hängt Christian dann mit drin. Dabei werde ich nicht zusehen und ich bin mir sicher, er wird das auch nicht. Er ist sonst so korrekt. Seine Finanzen sind wirklich über alle Zweifel erhaben. Er zahlt lieber Zuviel Steuern als zu wenige. Wie bringe ich es ihm am besten bei? Diese Frage geistert nun schon seit gestern Abend in meinem Hirn und ich wünschte, ich müsste es nicht tun. Ich zerstöre eine Freundschaft. Mir ist zwar schleierhaft, welcher Art diese ist, aber es geht mich ja auch nichts an. Irgendwie scheint sie ihm ja wichtig zu sein, sonst hätte er nicht privat in ihren Beautysalon investiert.

Ehrlich? Die Frage nach Art der Beziehung der beiden, die brennt mir schon ziemlich unter den Nägeln. Aber mir steht die Frage danach nicht zu und weder Mia noch Kate konnten mir dazu etwas sagen. Beide haben nicht mal eine Ahnung davon, dass sie überhaupt befreundet sind. Mia kennt sie nur als Freundin ihrer Mutter. Aber macht man solche Geschäfte mit der Freundin der Mutter? Ich weiß nicht. Da steckt mehr dahinter. Da bin ich mir sicher.

Es ist 8.15 Uhr als ich in die Garage des Grey House einfahre. Christian ist schon da. Sein Wagen steht auf seinem angestammten Platz. Taylor steht am Aufzug und wartet auf mich, als er mich kommen sieht.

„Guten Morgen Miss Steele.“

„Guten Morgen Taylor. Ist er schon im Büro?“

„Schon seit einer Stunde. Zufrieden mit ihrem Auto?“

„Ja sehr zufrieden. Danke Taylor. Wie ist seine Stimmung?“

„Ausgesprochen gut, Miss Steele.“

Das höre ich gerne. Hoffentlich verhagle ich ihm nicht den ganzen Tag.



CHRISTIAN POV

Gleich wird sie da sein. Endlich. Endlich muss ich mir nicht mehr fadenscheinige Dinge ausdenken um kurz mal einen Blick auf Ana zu erhaschen. Sie hat mir gefehlt. Und es hat nichts gebracht. Rein gar nichts. Abstand für die Katz. Ich kann nicht mehr ohne sie. Ich will nicht mehr ohne sie. Und ich hoffe so sehr, dass es ihr auch so geht. Flynn hat mich gewarnt. Langsam angehen lassen. Nicht drängen. Weiter Nähe aufbauen. Mehr nicht. Nichts erzwingen wollen. Und wir hoffen beide, dass wenn unsere Bindung erst einmal wirklich fest ist, dass sie dann nicht schreiend davonläuft, wenn ich Ihr mein Spielzimmer zeige.

Ich hab die letzten Wochen mit mir gehadert. Ich könnte es ja einfach weg machen. Ein anderes Zimmer daraus machen. Die Bibliothek dorthin verlagern. Fernseh-Zimmer. Was weiß ich. Aber irgendwie... Ich weiß nicht. Abgesehen von Schlägen, Züchtigungen, es gibt so viel Schönes, was man dort miteinander erleben kann. Das alles kann wirklich ein sehr erotisches Spiel sein, auf das man sich gemeinsam einlässt, wenn man Lust darauf hat. Es muss keine Dom - Sub Beziehung sein. Auch in einer normalen Beziehung kann man das ein oder andere integrieren. Das hat John mir klar gemacht. Er hat gespürt, wie schwer es mir fällt, mich von diesem Teil meiner Vergangenheit zu verabschieden. Ich könnte mir vorstellen, dass Ana genau diese Art Frau ist. Sie kann sich auf das Spiel einlassen. Irgendwie bin ich mir da sicher. Weiß Gott, woher diese Sicherheit kommt. Eigentlich weiß ich ja nicht mal, ob sie mich überhaupt will. Ja, manches deutet darauf hin. Aber sicher bin ich mir nicht. Ich weiß nur, dass ich ihr nicht gleichgültig bin.

Ich muss grinsen. Wie süß das war. Jeden Montagmorgen in den letzten vier Wochen stand morgens eine kleine Box auf meinem Schreibtisch. Auf der ersten stand „Nervennahrung“ und darin versteckt ein mega leckerer Schokomuffin. Es folgten noch „Roulett-Kugeln“, „French Kiss“ und ein gigantisch leckerer New York Cheeskake vor einer Woche. Heute kommt sie wohl nach mir. Daher kein Gruss auf meinem Schreibtisch. Frauen, die Kochen und Backen können, sollen wohl besonders sinnlich sein, hab ich mal gelesen. Auf Ana könnte das zutreffen. Und sinnlich wäre genau richtig im Spielzimmer. Ich hoffe so sehr. Aber ich werde mir auch Flynns Worte zu Herzen nehmen. Nichts übereilen.

„Guten Morgen Mr. Grey.“

„Guten Morgen Ana, schön sie wieder hier zu haben. Ich ersticke in Arbeit.“

„Ich lege kurz Mantel und Tasche ab und wir können sofort starten.“

„Kann ich Euch kurz unterbrechen?“ Ross steht in der Türe, direkt neben Ana, die mal wieder traumhaft schön aussieht.

„Sicher, Ross. Ich hol Euch beiden einen Kaffee und dann verschwinde ich in meinem Büro. Ihr erster Termin ist 9.30 Uhr Mr. Grey.“

„Ana, wir hatten gesagt...“ weiter komme ich nicht. Sie ist schon um die Ecke

„Was kann ich für Dich tun, Ross? Hattet Ihr ein schönes Wochenende? Was macht der Kleine?“

Ich muss mich noch daran gewöhnen, dass Ross jetzt Mutter ist. Durch eine Samenspende haben sie und ihre Frau ein Baby bekommen. Der Kleine ist jetzt 12 Wochen alt. Nicht gerade die einfachste Zeit mit Kind. Aber Ross Frau ist zu Hause. Sie geht förmlich auf in ihrer Aufgabe als Mutter.

„Hier Euer Kaffee und dazu ein paar Nuss-Macronen. Wenn ihr mich braucht, ich bin nebenan.“ Ana verschwand wieder leise aus meinem Büro. So leise wie sie gekommen war. Ich sehe ihr nach und ich bin mir sicher, die Sehnsucht, die in meinem Blick liegt, ist nicht zu übersehen. Sollte mich wohl besser mal zusammen reißen.

„Also“ schaue ich Ross erwartungsvoll an. Meine ganze Aufmerksamkeit gilt ihr.

„Ich wollte mit Dir wegen Ana sprechen.“

„Warst Du nicht zufrieden mit der Zusammenarbeit?“

„Doch, ganz im Gegenteil. Ich glaube sie passt ganz gut ins Team. Alle sind begeistert von ihr. Egal in welcher Abteilung. Sie macht einen hervorragenden Job. Aber darum geht es mir nicht. Außerdem haben Dir alle sicher Bericht erstattet. Du weißt, welches Juwel, Du da nebenan sitzen hast.“

„Ja, das weiß ich.“

„Ich möchte, dass Du Dich nicht in irgendwas verrennst. Sei bitte vorsichtig. Es könnte sein, dass sie nicht dasselbe empfindet wie Du?“

„Wie meinst Du das?“ Ich stelle mich dumm. Natürlich, weiß ich, wie sie es meint. Also merkt man es mir doch an. Scheiße. Nicht gut. Gar nicht gut.

„Was ist zwischen Dir und Ana in Las Vegas passiert?“

„Nichts, wie kommst Du darauf?“ Es ist ja auch nicht wirklich was passiert. Wir waren uns für einen Abend sehr nah, mehr nicht. <Ja, ja Grey, mehr nicht. Red Dir das weiter ein.>

„Gut, ich werde ehrlich sein. Ich sehe, wie Du Sie ansiehst. Dein Blick vorhin, der erzählt alles. Aber sie empfindet vielleicht nicht so wie Du.“

„Hat sie Dir irgendwas erzählt?“ Woher ist sich Ross da so sicher?

„Nein, aber ich habe zufällig ein Telefonat mit angehört. Zwischen ihr und einem Ray. Sie sagte ihm, dass sich Las Vegas nicht wiederholen werde. Sie würde Abstand zu Dir halten. Sie wisse, wie wichtig das ist.“

„Hast Du noch mehr gehört?“ Gerade eben sind meine Hoffnungen gestorben. Meine gute Laune ist dahin. Ana will mich also weiter auf Abstand halten. Sie will mich nicht. Ich habe es befürchtet. Wie konnte ich nur so blind sein.

„Sorry, Christian. Sei einfach vorsichtig. Wenn Du zu weit gehst, dann verlieren wir eine wertvolle Mitarbeiterin. Dass kann weder in Deinem Sinn sein, noch gut für unser Unternehmen. Oder Du nimmst Dir ein Herz und sprichst mit ihr. Vielleicht ist ja auch alles ganz anders.“

„Danke Ross. Ich muss nachdenken.“

Den Rest des Vormittags bekomme ich gar nicht mehr richtig mit. Mein Elan ist weg, mein positives Denken futsch. Sie will nichts von mir. Oder wie kann man ihre Worte anders interpretieren? Vielleicht sollte ich es wirklich wagen und mit ihr sprechen. Beherzt drücke ich auf mein Telefon.

„Ana, könnten sie kurz mal reinkommen?“ Und keine Minuten später steht sie in der Verbindungstüre unserer Büros.

„Da bin ich, was kann ich für Sie tun?“

„Mach die Türe zu und setz Dich bitte.“ Das Du scheint mir gerade passender. Wie soll ich nur anfangen.

„Christian, spuck es aus. Egal was. Ich verkrafte es schon.“

„Ana, ganz ehrlich. Ich kann im Moment gerade nicht klar denken. Alles was mit Dir zu tun hat ist so widersprüchlich. Deine kleinen kulinarischen Botschaften montags morgens, wie soll ich das zusammen bringen mit deinem Telefonat mit Deinem Vater und der Aussage, Las Vegas werde sich nicht wiederholen, Du wirst Abstand zu mir halten?“

„Du lässt meine Telefonate abhören?“

„Quatsch. Ross hat es zufällig gehört. Ana, bitte, ich brauche Klarheit. Sonst werde ich hier noch wahnsinnig. Ich will nämlich keinen Abstand zwischen uns. Von mir aus kann es nicht eng genug sein. Das hab ich in den letzten Wochen gemerkt. Du hast mir gefehlt und ich hatte irgendwie die Hoffnung, dass es Dir auch so geht.“



ANA POV

Scheiße, Scheiße, Scheiße! Wie mach ich ihm das nur klar? Worauf soll ich hören? Verstand oder Herz? Vielleicht sag ich es ihm genau so.

„Ganz ehrlich Christian?“

„Bitte.“ Wie er mich ansieht. Mir geht das Herz über. Verdammt. Ich weiß ich werde jetzt einen Riesen Fehler machen, aber ich kann nicht anders.

„Ich kann gerade auch ganz schlecht mit meinen Gefühlen für Dich umgehen. Einerseits will ich Dich, andererseits will ich keine Beziehung. Jedenfalls keine im klassischen Sinn. Das kann ich nicht. Konnte ich noch nie und ich befürchte, Du willst mehr. Das kann ich Dir aber nicht geben. Das ist unmöglich.“ Oh mein Gott, was mach ich hier. Natürlich will ich so viel mehr. Aber dafür müsste ich ihm mein Geheimnis offenbaren, und das geht nicht. Auf keinen Fall.

„Verstehe ich das richtig: Eine Büro-Fick-Affäre würdest Du eingehen. Mehr nicht?“

„Wenn Du es so nennen willst.“ Wenn Du nur wüsstest.

„Ana, ich bin nicht auf der Suche nach einem schnellen Fick im Büro oder einem Betthäschen für ein paar Wochen. Das alles ist mir zu wenig. Ich suche eine Frau, mit der ich nicht nur im Bett glücklich bin. Eine mit der ich meine Zeit gerne verbringe und diese nicht nur eine lästige Überbrückung zwischen zwei Runden Sex ist. Eine Frau mit der ich mein Leben teilen kann. Und auch wenn wir beide uns kaum kennen, ich hab bei Dir das Gefühl, dass Du genau das sein könntest für mich.“

„Aber das kann ich Dir nicht geben. Es geht einfach nicht. Maximal kann ich Dir eine Affäre anbieten. Sex. Wenn Du das nicht willst, Du Dich darauf nicht einlassen kannst, dann muss ich gehen Christian. Dann bleibt mir keine Wahl.“

„Nein, Ana bitte, geh nicht. Ich weiß nicht warum Du Dich gegen mehr wehrst. Und irgendwie glaube ich Dir auch nicht. Da ist was anderes. Was Anderes, was Dich zurückhält. Ich spüre Deine Gefühle für mich. Ich sehe sie in Deinen Augen.“ Er rauft sich mit beiden Händen die Haare.

„Aber gut. Dann werden wir weiter Abstand halten. Wir werden weiter so machen wie bisher. Denn ich kann nicht mehr ohne Dich. Wir werden uns noch besser kennenlernen. Wir werden hin und wieder was unternehmen und ich werde mich in Geduld üben. Irgendwann wirst Du einknicken. Ich weiß das. Und ich weiß, es wird schön werden. Du wirst es irgendwann genauso sehr wollen wie ich. Da bin ich mir sicher.“

Oh mein Gott, er hat mir ein Liebesgeständnis gemacht. Ich hab das Gefühl ich fliege.

„Gut, wir machen weiter wie bisher.“ Und ich habe Zeit mir Gedanken zu machen. Wie ich ihm von meinem Geheimnis erzähle.  Ach ja, ich vergaß. Aber wir sollten mal wieder zum Geschäft zurückkommen. Da wären noch zwei Dinge, die ich ihm sagen wollte.

„Ana, darf ich eine Bitte äußern?“

„Gut eine.“

„Darf ich Dich jetzt endlich mal küssen.“ Er schaut mich so an, ich kann gar nicht sagen wie, aber widerstehen kann ich ihm noch viel weniger.

„Bitte, Mr. Grey.“

Unser erster Kuss. Der erste richtige meine ich. Las Vegas zählt nicht. Seine Lippen auf meinen. Und schon habe ich alles vergessen, was um uns herum ist. Jetzt zählen nur noch er und ich. Sanft spüre ich, wie er mit seiner Zunge auf meiner Unterlippe streicht. Ich gewähre ihm Eintritt und schon haben sich unsere Zungen in einen kleinen erotischen Kampf begeben. Schon jetzt weiß ich, dass ich nie wieder andere Lippen auf meinen spüren möchte. Es ist einfach himmlisch. Wie viele Frauen er wohl schon auf diese Weise geküsst hat? Ich kann nicht verhindern, dass Neid und Eifersucht in mir aufsteigen. Und als hätte er meine Gedanken gehört, beendet er den Kuss und sagt. „Nie wieder werde ich eine andere küssen. Du bist alles was ich will Ana. Nur Dich.“

Was soll ich darauf sagen? „Und ich will nur Dich.“ Nicht besonders einfallsreich. Aber genau so meine ich es. Ihn und keinen anderen. Und damit habe ich mich in die Scheiße geritten. Alle Worte von eben zählen nicht mehr. Dieser Kuss war nicht gut. Er hat diese Mauer, die ich versucht habe aufzubauen, eingerissen. Und er hat es genau gewusst. Er weiß, wie er auf Frauen wirkt. Ganz genau weiß er es und dieser Kuss macht alles Gesagte zu Nichte. Natürlich spürt er, dass es mir nicht nur um Sex geht. Dass ich mich längst in ihn verliebt habe.

Gerade als er wieder mein Gesicht in die Hände nimmt klingt Claires Stimme aus der Gegensprechanlage: „Mr. Grey, Mrs. Lincoln für sie am Telefon.“

„Sagen Sie ihr ich rufe sie zurück.“ blafft Christian zurück.

„Die hat mir gerade noch gefehlt.“ Während er das sagt, streichelt er langsam an meinem Arm entlang. Durch die Seidenbluse spüre ich seine Berührung und eine leichte Gänsehaut überzieht meinen Arm.

„Über die Dame würde ich gerne mit Dir sprechen.“

„Muss das sein Ana, Elena ist wirklich kein Thema für hier und jetzt.“

„Ich denke schon. Wenn Du einen kleinen Moment wartest, dann erklär ich es Dir.“

„Ana bitte, Elena ist kein Gespräch zwischen uns wert.“



CHRISTIAN POV

Elena ist nun wirklich das letzte über das ich mit Ana sprechen will. Und schon gar nicht hier und jetzt. Sie hat aber auch ein Talent. Diese Frau macht mir nochmal alles kaputt. Wenn ich nur wüsste, wie ich sie loswerden kann. Sicher hat sie mal wieder eine ganz tolle Sub für mich. Sie weiß ja nichts von Ana und hoffentlich bleibt das noch lange so.

„Christian,...“ Ana ist wieder da und hat einen ganzen Aktenordner dabei. Was wird das?

„Ich weiß, dass Du und Elena Lincoln, na ja, dass ihr ein besonderes Verhältnis habt. Jedenfalls gehe ich davon aus. Du wirst Deine Gründe haben, warum Du Dich an ihrem Beautysalon beteiligt hast. Ich will das auch gar nicht wissen. Es geht mich nichts an. Das ist Deine Sache.“

Wenn Du wüsstest. Irgendwann werde ich es Dir erzählen, aber nicht heute.

„Sie hat mir damals das Startkapital für GEH gegeben. Die Beteiligung ist mein kleines Dankeschön dafür.“ Wie komm ich dazu ihr das zu erzählen? Grey, denk bitte nach bevor Du ihr alles erzählst.

„Gut, verstehe ich. Aber sie scheint ziemlich undankbar zu sein.“

„Ana, bei aller Liebe, Du redest Unsinn. Ich will solche Sachen nicht hören. Du wirst Elena nicht bei mir schlecht machen. Sie ist eine langjährige Freundin und hat mir in einer schwierigen Phase sehr geholfen. Das wirst Du nicht kaputt machen. Du überschreitest gerade eine Linie.“

Ich warne sie.

„Gut, Christian. Dann lass ich es. Aber mach mich nicht verantwortlich, wenn demnächst die Steuerfahndung hier vor der Türe steht.“ Sie dreht sich um und will gehen. Ich bin wohl doch etwas zu weit gegangen.

„Wie meinst Du das?

„Ich hab Dir hier alles zusammengestellt. Lies selber.“ Sie schiebt mir den Ordner hin und will schon wieder gehen.

„Ana, bitte.“

„Nichts, Ana bitte. Ganz unabhängig von meinen Gefühlen für Dich, habe ich meine Arbeit getan. Die Arbeit, die man mir aufgetragen hat. Den Monatsabschluss von ESCLAVA. Mir ist schleierhaft warum nie jemandem etwas aufgefallen ist. Aber Deine saubere Elena betrügt Dich. Wenn ich es richtig überschlagen habe, dann hat sie in den letzten 5 Jahren knapp über eine Million Dollar an Dir vorbei gewirtschaftet. Mit Hilfe von Rechnungen von Firmen, die überhaupt nicht existieren.“

Das hat gesessen. Diese Bitch. Was glaubt sie eigentlich, mit wem sie es zu tun hat.

„Zeig her.“ Ana kommt zu mir um meinen Schreibtisch herum.

„Hier, Hier und hier. Drei Firmen von denen sie angeblich Beauty Produkte bezieht. Alle aus Europa. Aber die gibt es gar nicht und die angegebenen Konten sind Nummernkonten auf den Caymens. Sorry Christian. Ich...“

„Schon gut Ana, Du hast Recht, das hätten wir längst bemerken müssen. Ich hätte es merken müssen. Die Produkte hab ich noch nie gesehen. Die Logos sagen mir alle nichts und ich bin schon hin und wieder in ihrem Salon. Wahrscheinlich wollte ich es nicht sehen. Und die in der Buchhaltung haben nichts sehen wollen, weil Elena als eine Freundin der Familie bekannt ist. Ich bin ein solcher Idiot. Das kann uns viel mehr kosten als diese Million. Sind die von der Steuer erstmal an einem dran, dann lassen sie einen so schnell nicht wieder los. Ich werde mit meinen Anwälten reden. Sie anzuzeigen wird wohl das einzig mögliche sein.“ Ich ziehe Ana auf meinen Schoß. Lege meinen Kopf auf ihre Schulter. Zieh ihren Duft ein. So wunderbar nach Rosen und Sommer.

„Danke, Ana. Das meine ich ganz ehrlich.“ Und was mach ich jetzt mit Elena?
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