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You are the one

von Wolke22
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Anastasia Steele Christian Grey OC (Own Character) Taylor
15.02.2021
19.06.2021
26
51.753
32
Alle Kapitel
51 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
04.04.2021 2.267
 
Zu Ostern schon mal ein Kapitel am Sonntag.

Euch allen ein schönes Osterfest. Bleibt gesund!

Eure Wolke

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CHRISTIAN POV


Heute treffe ich mich mit Ana ganz privat. Ich bin nervös, das gebe ich zu. Wieder so ein Ding. Wieder habe ich alles bisher da gewesene über den Haufen geworfen.
Wir haben uns um 14 Uhr verabredet. Erst einkaufen und dann gemeinsam kochen. Ich stehe in meinem Kleiderschrank und frage mich, was ich anziehen soll und entscheide mich schließlich für eine dunkle Jeans, dunkelblaues Jersey Hemd und meine geliebte Lederjacke. Mit dem R8 mache ich mich auf den Weg. In meinem Kopf geht mir soviel rum. Mach ich hier das richtige?

Das Einkaufen war stressig. Nichts für mich. Gut das Gail das für mich erledigt. Ich bin damit hoffnungslos überfordert. Ana war wieder einmal super vorbereitet. Sie ist immer super vorbereitet. Eine bessere PA wie sie könnte ich gar nicht haben. Und sie ist ein Genie am Terminkalender. Nie zu viel. Keine Überschneidungen. Pausen für Essen und Büroarbeit. Bisher kann ich nichts anderes sagen als: perfekt!

Dank ihres Einkaufszettels haben wir die Einkäufe in nicht einmal 1,5 Stunden erledigt. Allerdings waren dafür 5 Läden notwendig. Metzger, Bäcker, Gemüseladen, Feinkost, Asia, und ein Weinhandel. Wenigstens hier konnte ich mich einbringen. Ich durfte auswählen und bezahlen. Allerdings nur, weil Ana einsehen musste, das der Wein nicht in ihrer Preislage zu haben war. Aber ich hasse schlechten Wein. Und dieser wird perfekt zu ihrem Essen passen.

Strukturiert wie sie ist, ist ihre Küche bereits mit zwei Arbeitsplätzen vorbereitet. Das Rezept hat Ana ausgedruckt und an die Wand gepinnt. Schritt für Schritt geht sie vor. Wie ich erkennen kann, stammt das Rezept aus der Feder eines deutschen Kochs, der, wie Ana mir erzählt einer der ersten drei Sterne Köche Deutschlands war. Mal sehen, ob sein Rezept sich umsetzen lässt. Denn dafür steht „cooking annie“ die Umsetzbarkeit von Kochbuch-Rezepten in einer normalen Haushaltsküche. Ich hab mich gestern Abend noch ein bisschen eingelesen. Sie hat schon fast 4000 Follower. Nicht schlecht. In unregelmäßigen Abständen erzählt sie von ihren Erfahrungen mit den Rezepten. Und das macht sie sehr launig. Ähnlich wie ihre Rede war. Die Frau hat Humor. Eines der vielen Dinge, die mir an ihr gefallen.

Sie hat mich zum Gemüse schneiden verdonnert. Ob das mal gut geht? Sie hat extra ein bisschen mehr eingekauft, falls ich versage, als Küchenhilfe. Immer wieder schaue ich sie von der Seite an, sie ist wirklich wunderschön. Auch jetzt in Jeans und T-Shirt und mit einer Kochschürze bekleidet. „BOSS“ steht ganz groß vorne drauf. Ich hab auf eine Schürze verzichtet. Wird schon nicht zu viel passieren. Und wenn schon, dann mach ich mich halt oben herum frei.

„Magst Du uns ein Glas Wein einschenken?“

„Gerne. Wo sind Deine Gläser?“

„Drüben in der Vitrine.“

Ich nutze die Gelegenheit und sehe mich etwas um. Ein Bild fällt mir ins Auge. Vater, Mutter, Kind. Aus den Akten weiß ich, dass ihre Mutter bereits verstorben ist. Ana war da noch gar nicht so alt. Sie sieht ihr sehr ähnlich.

„Nett, Deine Familie.“

„Ja, Leider ist Mum schon tot. Ich war 14 als sie starb. Ich vermisse sie jeden Tag.“

„Meine Mum starb da war ich gerade mal 4. Überdosis. Ich saß mehrere Tage neben ihrer Leiche bevor man mich fand und ins Krankenhaus brachte. Dort hat mich Grace gesehen und mich dann adoptiert.“

„Dass Du adoptiert bist wusste ich, aber die Geschichte Deiner Mutter. Ist ja schrecklich.“

Ich habe es ihr tatsächlich erzählt. Einfach so. Ich habe es noch nie jemandem erzählt außer Flynn. Kaum jemand weiß davon. Was macht diese Frau mit mir? Es fällt mir überhaupt nicht schwer mich ihr zu öffnen. Nur die eine Sache, die kann ich ihr nicht erzählen. Sie will dann sicher nichts mehr mit mir zu tun haben. Und ich will nicht, dass sie wieder aus meinem Leben verschwindet. Ich habe mich noch nie so wohl mit jemanden gefühlt und ich will nicht, dass dieses Gefühl aufhört.

„Christian. Der Wein.“

„Sorry, war in Gedanken.“

Ich schenke uns beiden ein und gehe zurück zu ihr. Setze mich an die Theke und schaue ihr zu, wie sie geschickt alles vorbereitete zusammenfügt. Es riecht bereits köstlich.

„Auf einen schönen Abend.“

„Auf einen schönen Abend.“ Erwidere ich.

Ich sitze noch eine ganze Weile und schaue ihr zu. Ist diese Frau wirklich so perfekt? Oder will ich sie so sehen? Sie kann kochen, sieht wunderschön aus, sie spricht 4 Sprachen fließend, ist ein Organisationstalent und wahrscheinlich kann sie noch so einiges mehr. Wie immer wenn ich sie lange anschaue, wird es in meiner Hose eng. Besonders reagiere ich wenn sie mal wieder auf ihrer Unterlippe kaut oder mit ihrer Zunge die Lippen befeuchtet.

Sie streckt mir einen Löffel entgegen: „Hier schmeck mal. Noch mehr Schärfe?“ Ich umfasse leicht ihr Handgelenk und nehme den Löffel in meinen Mund. Wow. Einfach köstlich. Wie gerne würde ich …. Nein Grey, denk nicht mal daran. „Für mich kann es ruhig etwas schärfer sein. Ich mag scharfe Sachen aller Art.“

„So so Mr. Grey, sie mögen scharfe Sachen.“ Ihr Lächeln. Irgendwie wissend wirkt sie. Sie hat die Zweideutigkeit meiner Worte durchaus verstanden. Ich lächle zurück.

„Gut, dann noch eine Prise Cayenne Pfeffer mehr. Wenn sie scharfes mögen Mr. Grey, wie sieht es dann mit süßem aus?“

„Süß geht immer.“

„Na dann hab ich wahrscheinlich genau das richtige für sie.“ Wieder dieses Lächeln. Ich werde noch verrückt.

„Wo ist Dein Bad Anastasia.“ Ich muss ganz schnell hier weg. Meine Hose bringt mich gerade um. Am liebsten würde ich sie jetzt hier sofort auf der Küchentheke nehmen. Aber das würde wahrscheinlich alles kaputt machen.

Als ich wieder im Wohnzimmer bin, abgekühlt und erleichtert, hat Ana bereits alles auf Tellern angerichtet und macht gerade ein Foto. Für ihren Blogg nehme ich an. Es riecht nicht nur köstlich, sie hat es auch noch wundervoll angerichtet. Wir lassen uns ihr Werk schmecken. Und ich frage sie nach ihrem Fazit.

„Bei dem Koch kann man fast alles gut in einer normal ausgestatteten Küche zubereiten. Bei anderen ist das schwieriger. Da scheitert es schon mal daran, dass man keinen Thermomix oder ähnlich sündhaft teure Geräte hat. Oder Du bekommst die Zutaten nur sehr schwierig. Letztens brauchte ich irgendein Kraut. Das gab es ums Verreck nicht. Erst im Großmarkt und dann nur in riesiger Menge. Ich hasse es, Lebensmittel zu vernichten und seien es nur ein paar Kräuter.“

„Da bin ich voll bei Dir. Ich kann das auch nicht haben. Essen ist eh ein Tick von mir. Ich hasse es, wenn jemand seinen Teller nicht leer macht, oder nur in seinem Essen rumstochert. Ist wohl ein Trauma aus der Zeit bei meiner leiblichen Mutter. Wir hatten oft nichts zu essen, oder nur sehr wenig. Als sie tot war hab ich mich von Tiefkühlerbsen ernährt, weil ich nichts anderes gefunden habe.“

„Kannst Du Dich an Deine leibliche Mutter erinnern.“

„Nein, ich war zu klein. Nur manchmal, da hab ich Albträume. Dann sehe ich sie da liegen, am Boden, ganz kalt. Wie ich eine Decke über sie lege, damit sie nicht weiter friert. Mehr weiß ich nicht.“

„Gehst Du deswegen zu Dr. Flynn?“

„Ja, und wegen ein paar anderer Sachen, aber das erzähl ich Dir ein anderes Mal.“ Ja ganz gewiss nicht heute, denn danach wirst Du gehen und ich will noch nicht, dass Du gehst.

„Lust auf Dessert, Mr. Grey?“

„Ich sagte doch schon: Was Süßes geht immer Miss Steele.“ Sie steht auf und ich folge ihr mit den leeren Tellern.

„Dann werde ich mal schauen, was ich ihnen noch kredenzen kann damit dies für sie das perfekte Dinner wird.“ Ihre Augen funkeln.

„Ich lasse mich überraschen Miss Steele.“

„Überraschen hört sich gut an, Mr. Grey. Was denken sie, erraten sie mit verbundenen Augen, was ich ihnen servieren werde?“ Verbundene Augen? Du machst mich schwach Ana. Ich sterbe. Diese Frau. Wie gerne würde ich sie mit verbundenen Augen sehen. Auf meinem Bett. Wie sie sich ganz auf ihre anderen Sinne verlässt und einfach nur genießt wie ich sie verwöhne. Meine mühsam vorhin wieder hergestellte Verfassung ist gerade wieder futsch. Schnell setze ich mich auf ihr Sofa und greife mir eines der vielen Kissen. Und dann ist sie auch schon wieder da.

„Also Mr. Grey. Maske aufziehen und sich überraschen lassen.“

Ihr mache, was sie von mir wünscht. Diese Frau ist einfach der Wahnsinn. Ich will sie mehr denn je. Und doch… Was mach ich mit meinen scheiß Regeln?

Konzentrier dich Grey. Gerade höre ich gar nichts. Ist Ana nicht mehr im Zimmer? Plötzlich merke ich, wie sich das Sofa neben mir senkt. Ana setzt sich neben mich.
„Mund aufmachen und einfach genießen.“

Langsam öffne ich meinen Mund und schon spüre ich das kalte Metall des Löffelns. Ana schiebt ihn ganz langsam in meinen Mund und ich schlecke ihn ab. Wow. Schokomousse. Aber nicht einfache Mousse, sondern mit irgendeinem Geschmack den ich nicht identifizieren kann. Himmlisch. Ist das einzige Wort, das mir gerade einfällt. Himmlisch, so wie Ana.

„Wow, lecker, aber was ist da noch dran außer Schokolade.“

„Nochmal probieren Mr. Grey?“

„Ja nochmal.“ Und wieder öffne ich meinen Mund und Ana schiebt langsam den Löffel hinein. So lecker das hier schmeckt, gerade habe ich Lust auf einen ganz anderen Geschmack.


ANA POV

Seine sinnlichen Lippen machen mich noch ganz wahnsinnig. Dieser Mann ist einfach verboten heiß. Ja er ist richtig gehend schön. Er könnte locker auf jedem Laufsteg der Welt mitlaufen. Die Damenwelt liegt ihm sicher zu Füßen. Umso erstaunlicher, dass man nie ein Bild von ihm in weiblicher Begleitung sieht. Mit Ausnahme seiner Schwester, die er das ein oder andere Mal mitgenommen hat. Sonst immer ohne Frau. Die Gerüchte im Netz er sei schwul sind kaum zu übersehen. Er scheint aber nichts dagegen zu unternehmen. Interviews gibt er kaum und wenn, dann spricht er nur über seine karitativen Projekte. Ist dieser Mann wirklich perfekt?

So in Gedanken merke ich nicht wie er sich bewegt. Er schlägt mit seiner Hand gegen meinem Arm und schon landet eine schöne Portion Mousse auf seinem Hemd.

„Shit.“ Schreie ich auf.

„Was ist passiert.“ Er sieht ja nichts, fällt mir da wieder ein.

„Ein riesen Klecks Schokomousse auf Deinem Hemd. Ich geh kurz und hole ein Tuch. Nicht bewegen.“

„Nimm das Taschentuch aus meiner Hosentasche. Das reicht. Mehr ist nicht nötig. Das Hemd muss eh in die Wäsche.“

Er dreht sich so, dass ich in seine linke Hosentasche fassen kann. Ich fühle das Taschentuch und ziehe es hinaus. Und was sehe ich? Ein kleines viereckiges Päckchen. Kondom. Wollte er mich flach legen?

War das sein Plan für diesen Abend? Ich weiß gerade nicht, ob ich sauer sein soll oder mich freue.

Ich stelle die Schüssel hin, nehme ihm die Schlafmaske an und stehe während dessen auf. Drücke ihm sein Taschentuch in die Hand.

„Es ist besser, wenn Du jetzt gehst, Christian.“

Er will etwas sagen und merkt, was er in seiner Hand hat.

„Ana, das sieht anders aus als es gedacht ist.“

„Du musst mir nichts erklären. Beenden wir einfach den Abend. Ich möchte jetzt allein sein.“

„Bitte Ana, lass mich kurz erklären.“

„Christian, bitte geh. Ich muss nachdenken.“

Mit gesenktem Kopf nimmt er seine Jacke. An der Türe dreht er sich nochmal um.

„Das war der schönste Abend seit sehr langer Zeit Ana. Ich wollte ihn nicht kaputt machen.“

Und dann ist er weg.

Ja es war ein wunderbarer Abend. Und ich frage mich, was ich gerade gemacht habe? Habe ich ihn wirklich nach Hause geschickt nur weil er ein Kondom dabei hatte? Oder weil mir gerade bewusst wurde, dass er für mich genauso empfindet wie ich für ihn? In welche Scheiße habe ich mich da hinein manövriert. Es darf einfach nicht sein. Ich kann ihm nicht die Frau sein, die er braucht. Immer würde eine Lüge zwischen uns stehen. Immer meine verdammte Vergangenheit. Das kann ich ihm nicht zumuten. Das darf ich nicht. Und ihm die Wahrheit sagen? Sagen wer ich in Wirklichkeit bin? Das bringt ihn und mich in Gefahr. 7 Jahre halte ich nun schon durch. Ich werde mit Ray sprechen. Er muss entscheiden. Freiwillig kann ich nicht gehen. Ich kann Christian aber auch nicht das geben, was er sich wünscht. Und ich mir ja auch. Aber es geht nicht. Nicht solange ich ihm nicht sagen kann, was ich verberge.


CHRISTIAN POV

Gibt es einen größeren Idioten als mich? Wohl kaum. Was muss sie von mir denken? Logisch, dass ich sie flach legen wollte. Wozu nimmt man zu einem harmlosen Date auch ein Kondom mit. Na ja, jetzt weiß ich wenigstens, dass sie das wohl nicht will. Hab ich zu viel in alles hinein interpretiert? Eigentlich ja nicht. Ich habe Flynns Rat gefolgt und alles auf mich zukommen lassen. Das mit dem Kondom ist schon fast wie ein Reflex. Ich hab immer eines dabei. Mindestens. Das haben Dad und Elena mir schon immer eingebläut. Von wegen Krankheiten und Schwangerschaften. Irgendwie gehört es bei mir schon fast zum morgendlichen Anziehen dazu. Selbst in der Innentasche meines Jacketts hab ich immer eines. Dabei hab ich noch nie eines gebraucht. Büro Sex ist eh tabu und im Spielzimmer sind immer irgendwo welche. Selbst in meinem Schlafzimmer, obwohl da noch nie eine Frau drin war. Also warum trage ich diese blöden Dinger eigentlich mit mir rum?

Und warum hat sie das so erschreckt? Sie will es nicht. Obwohl, sie sagte, sie muss nachdenken. Ich werde versuchen mich zu beruhigen und nicht zu viel daraus zu machen und am Montag rede ich mit ihr darüber. Shit, Montag fliegen wir ja nach Südamerika. Dann muss ich wohl alles um eine Woche verschieben. Nicht gut. Gar nicht gut.
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