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You are the one

von Wolke22
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Anastasia Steele Christian Grey OC (Own Character) Taylor
15.02.2021
19.06.2021
26
51.753
32
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Dieses Kapitel
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22.03.2021 3.131
 
ANA POV

Es ist früher Abend. Nach einer anstrengenden Verhandlungsrunde sitzen wir in unserer Suite. Sie ist riesig. Meine Wohnung passt bestimmt dreimal hier rein. Christian hat Essen für uns kommen lassen. Er studiert nochmal alle Zahlen. Kalkuliert ob sich ein höheres Angebot rechnet. Rice und seine Leute sind heute mit einer Forderung ins Rennen gegangen die utopisch ist. Das wissen sie auch. Aber nun muss Christian nachlegen. Er hat um eine Unterbrechung bis morgen früh gebeten. Bis gerade hat er hektisch hin und her telefoniert. Er ist nervös.

Endlich setzt er sich neben mich an den runden Esstisch. Seine Essen ist sicher fast kalt. Aber er greift zu und schenkt sich ein Glas Wein ein.

„Möchtest Du auch noch Wein?“ Jetzt hat er mich wieder geduzt. Ich lass es, ihn darauf hinzuweisen. Mir gefällt es ja. Am schönsten ist es, wenn er meinen vollständigen Namen ausspricht. Das hat so einen ganz speziellen, ja schon irgendwie erotischen, Klang.

„Danke gerne.“ sage ich und halte ihm mein Glas hin.

„Irgendetwas stimmt da nicht.“

„Stimmt wo nicht?“ Christian schaut mich interessiert mit seinen wunderschönen grauen Augen an.

„Na ja, mir scheint es, als ob Rice und seine Anwälte auf irgendetwas warten. Sie schauen alle sehr oft auf ihre Handys. Der eine Anwalt..“

„Der Dir seine Nummer gegeben hat.“ Er grinst und ich sehe, dass ihm das gar nicht gefällt. Oder bilde ich mir das nur ein?

„Ja, Tom Branson, er war mehrfach draußen und immer, wenn er wieder herein kam, dann hat er den anderen ein Zeichen gegeben.“

„Und was meinst Du, was das zu bedeuten hat?“

„Was würde Rice noch retten? Du hast gesagt, er ist faktisch am Ende.“

„Ein riesiger Auftrag.“

„Was, wenn er einen Auftrag in Aussicht hat und nur noch auf die Zusage wartet?“


CHRISTIAN POV

Ich Idiot. Das ist es! Er wartet auf die Zusage aus Washington. Wir auch. Daran hab ich überhaupt nicht gedacht.

„Anastasia, Du bist genial. Das ist es. Wir haben beide wieder ein Gebot für einen Regierungsauftrag abgegeben. Er wartet auf die Zusage.“ Ich springe auf, nehme ihr Gesicht in meine Hände und drücke Ihr einen Kuss auf die Lippen.

„Sorry, das musste jetzt sein. Ich muss jetzt ein paar Dinge anleiern und dann machen wir uns einen schönen Abend, Anastasia.“

Scheiß drauf. Den ganzen Tag schon duzt sie mich, ich sie. Was soll’s? Wenn sie Recht hat, dann hat Rice irgendwo in DC eine Quelle, die ihn vorab informiert. Denn eigentlich tritt der Vergabeausschuss erst in einer Woche zusammen. Er kann also noch gar kein Ergebnis kennen. Aber Rice muss bis Ende der Woche seine Kredite bedienen. Sonst kann er zu machen. Mit wem also steht er in Kontakt, der die Macht hat, den Ausschuss eine Woche früher zusammen zu bringen? Das muss ich rausfinden. Ich rufe Welch an.

„Ana, schick mir mal kurz die Nummer von diesem Branson. Und dann löschst Du sie. Du wirst nicht mit diesem Typen ausgehen.“ <Ups. Ich spinne total. Ich sollte ihr nicht solche Ansagen machen. Sie ist nicht meine Sub, nur meine PA und als diese hat sie ein Recht auf ein Privatleben. Aber auf der anderen Seite, er gehört zur Konkurrenz. Das kann sie nicht machen. Sich mit dem treffen.>

Als ich mich wieder umdrehe, das Handy in der Hand und darauf warte, dass Welch sich meldet, steht Ana ganz nah vor mir.

„Bitte Mr. Grey, die Nummer hab ich ihnen geschickt. Und hier…“ Sie zeigt auf das Display ihres Handys „die Nummer lösche ich jetzt.“ Und sie drückt auf den Papierkorb. „Obwohl es Dich einen Dreck angeht, mit wem ich mich treffe.“ Die Worte hat sie in mein Ohr geflüstert und ihre Augen funkeln mich dabei an. Wow, so hab ich sie noch gar nicht gesehen. Wieder eine Seite an ihr, die mir mehr als gut gefällt und leider…. Meinem kleinen Freund auch. Schnell drehe ich mich wieder von ihr weg. Ich will nicht, dass sie noch wütender wird.

Ich telefoniere mit Welch. Gebe meine Anweisungen und lege wieder auf. Jetzt noch ein bisschen warten. Taylor steht neben mir und ich weise ihn an, auf Welchs Rückruf zu warten und mir dann Bericht zu erstatten.

Zurück im Wohnraum der Suite kann ich Ana nirgends finden. Ich werde mich wohl entschuldigen müssen. Aber ich kann sie nicht finden. Irgendwie ergreift mich Panik. Bin ich zu weit gegangen?

Und dann sehe ich sie. Sie steht draußen auf dem Balkon. Ihr Glas Wein in der Hand, mein Jackett über ihren Schultern. Langsam nähere ich mich ihr. Sie sieht so verboten schön aus. Egal was sie an hat, sie ist immer schön. Dieser Hosenanzug steht ihr so gut. Die Mörder High Heels trägt sie, als würde sie nie etwas anderes tragen. Langsam nähere ich mich ihr.

„Entschuldige, Ana, ich bin zu weit gegangen. Ich habe kein Recht, Dir irgendwas vorzuschreiben. Wenn Du Dich mit ihm treffen möchtest, dann tu es. Ich bin nur Dein Boss. Aber als der möchte ich Dir sagen, dass ich erwarte, dass Du Firmengeheimnisse stets und immer, egal in welcher Situation zu wahren hast und deshalb bin ich nicht begeistert, wenn Du mit jemanden ausgehst, der für einen Konkurrenten arbeitet.“

„Ich würde nie mit ihm ausgehen. Er interessiert mich nicht die Bohne. Aber Dein Ton hat mir nicht gefallen. Ich bin nicht Dein Eigentum, und auch nicht Deine Partnerin. Ich bin nur Deine Assistentin und als diese habe ich ein Recht darauf, mich zu treffen mit wem und wann ich will.“

„Nochmal, entschuldige. Ich war übergriffig und es tut mir leid. Lass uns das vergessen. Bitte!“

„Den Kuss auch?“ Was meint sie?

„Vergessen, meine ich.“

„Vielleicht, aber in dem Moment war es genau richtig und dafür werde ich mich nicht entschuldigen.“

„Würde ich auch nicht wollen.“

Die Luft knistert zwischen uns. Ich wusste es. Sie empfindet auch etwas für mich. Das macht es noch schlimmer. Wie soll ich da meine Regeln aufrechterhalten? Ich hätte sie nie einstellen dürfen! Ich muss dringend mit Flynn sprechen. Und trotzdem tue ich an diesem Abend wieder etwas, was ich besser nicht tun sollte.

„Mr. Grey, Welch hat erste Ergebnisse.“

„Raus damit Taylor.“

„Mr. Branson hat mit Admiral Dunston gesprochen. Er ist Mitglied im Vergabeausschuss der Navy. Wie Welch herausgefunden hat, gab es in den letzten zwei Wochen, sehr häufig solche Anrufe. Auch vom Handy von Rice.“

„Mal angenommen, der Admiral ist seine Quelle, das ist ja noch nicht verwerflich. Aber was ist, wenn er Druck auf Dunston ausübt. Und daher immer alle Aufträge an ihn gehen, statt an Dich.“ Ana, wieder mal brillant kombiniert.

„Taylor, Welsh soll alles checken. Konten, Lebensläufe. Gibt es irgendwas über die beiden, was sie verbindet.“

„Wird gemacht, kann aber dauern.“

„Dann sollten sie keine Zeit verschwenden. Miss Steele und ich werden derweil ein wenig von meinem Geld auf den Kopf hauen.“

„Sie wollen mit mir ins Casino, Mr. Grey?“ Ihr Gesichtsausdruck. Am liebsten würde ich sie gerade küssen.  

„Also erstmal: Wir haben uns heute schon so oft geduzt, ich möchte das weiterhin, wenn wir alleine sind. Und sonst, Ana und Christian mit Sie. Andrea und ich haben das auch so gehandhabt. Mit Taylor duze ich mich privat auch und mit Gail meiner Haushälterin. Niemand ist mir näher als ihr.“

„Und zweitens?“

„Hast Du ein schönes Kleid mit? Dann zieh Dich um und wir beide gehen runter. Ich hab heute Lust ein wenig von meinem vielen Geld unter die Leute zu bringen.“

„Geben sie mir eine halbe Stunde Mr. Grey.“ Schön, sie lächelt wieder.


Auch ich mache mich frisch und ziehe mich um. Ein anderes Hemd, keine Krawatte. Auch das hab ich noch nie gemacht. Sinnlos im Casino mein Geld verprasst. Aber warum nicht? Ich hab so viel davon, dass ich gar nicht weiß, wie ich es jemals ausgeben soll. Ich freue mich auf diesen Abend mit Miss Steele. Anastasia. Wie schön dieser Name in meinen Ohren klingt. Ich gehe nochmal kurz mit dem Rasierer durch mein Gesicht, lege ein klein wenig After Shave auf und trete in den Wohnraum.

Mir bleibt die Spucke weg. Ana trägt ein grünes Kleid mit einem Ausschnitt der fast bis zu ihrem Bauchnabel geht. Wäre sie meine Frau, dann würde ich sie damit garantiert nicht auf die Straße lassen. Der Rock ist leicht ausgestellt und umspielt ihre langen Beine bis kurz übers Knie. Kurz aber nicht zu kurz. Irgendwie scheinen ihre Brüste größer als sonst. Bestimmt hat sie mit einem kleinen Trick nachgeholfen. Hoffentlich verrutscht ihr Kleid nicht, sonst haben wir ein kleines Nippelgate. Ich kann nur hoffen, das bekommt die Presse nicht mit.

„Keine Angst, alles so präpariert, dass niemand zu viel zu sehen bekommt.“ Kann sie Gedanken lesen?

„Du müsstest Dein Gesicht sehen.“

„Ich bin ernsthaft am überlegen, ob ich so mit Dir nach unten kann.“

„Kannst Du. Verlass Dich drauf. Dir wird eh keiner die Frau streitig machen. Du siehst nämlich auch verboten gut aus, Mr. Grey.“

„Wenn sie meinen Miss Steele, dann sollten wir uns jetzt ins Getümmel stürzen.“

Im Aufzug brennt die Luft. Ich kann nur schwer atmen. Hier so ganz nah bei Ana. Wieder gehen mir ganz und gar unkeuche Gedanken durch den Kopf und prompt meldet sich mein kleiner Freund. Gut, dass Ana vor mir steht. Ich muss sie nur auf Abstand halten. Nicht das sie noch was merkt. Aber sie bietet einen guten Sichtschutz. Ich lege meine Hände auf ihre Hüften und delegiere sie aus dem Fahrstuhl.

„Ana, hier, nimm das Geld und tausche es gegen Jetons. Du wirst Dich registrieren lassen müssen. Hast Du einen Ausweis dabei? Und bitte ab jetzt nie meinen Nachnamen. Ich will nicht, das morgen in der Zeitung steht Christian Grey verprasst sein Vermögen mit schöner Unbekannter in Las Vegas.“

„Mache ich. Wir sollten uns ein Limit geben. Das hier und keinen Cent mehr. Einverstanden?“

„Wenn Du meinst. Mir ist das Geld nicht so wichtig. Wenn wir Spaß haben, können wir auch noch mehr ausgeben.“

„Wieviel ist das?“

„50 Tausend.“

„Du spinnst wohl. Ich kann nicht so viel Geld mit mir rumtragen.“ Sie ist ehrlich aufgebracht. Ihre Augen funkeln.

„Warum nicht. Ist ja nicht Deins und ich bin bei Dir. Beruhig Dich. Also, ich steh dort an der Bar. Möchtest Du was zu trinken?“

„Einen Cosmopolitan, bitte.“ Sie hat sich ganz schnell wieder im Griff.

Ich schaue ihr noch nach. Sie sieht wirklich atemberaubend aus. Und das hab nicht nur ich gesehen. Direkt kleben ihr drei andere Kerle an der Backe. Ich schicke Taylor hinter ihr her. Besser ist besser. Niemand wird sie anfassen. Das schwöre ich.


Dienstag Morgen.


Puh ich bin ganz schön Müde. Wir hätten wohl doch früher nach oben gehen sollen. Es war echt ein super Abend. Ana ist so unglaublich. Erst haben wir fast die Hälfte unseres Budgets am Roulette-Tisch verloren. Das Glück schien uns nicht sonderlich zu mögen. Immer wieder habe ich Ana in meinen Arm genommen und ihr einen Kuss auf die Schläfe gegeben. <Reviermarkierung> nannte Ana das. Ja, und so ist es wohl auch. Diese Frau gehört zu mir. Zu mir Christian Grey und sonst niemanden. Und eines weiß ich seit gestern Abend ganz bestimmt. Ich werde sie nie wieder gehen lassen. Sie verkörpert alles, was ich mir je gewünscht habe. Die oder keine. Und wenn ich dafür meine Regel brechen muss, dann tue ich es. Nur weiß ich nicht, ob sie das auch so sieht.

Nach dem Roulette wollte Ana Blackjack spielen. Am besten hätten wir gepockert. Sie wusste genau was sie macht. Und ich verstand endlich, warum sie dieses Kleid angezogen hat. Mehr Ablenkung geht nicht. Sie hat einen nach dem anderen abgezockt. Mal sehen, wieviel sie gewonnen hat.

„Guten Morgen Ana.“ sage ich, als sie durch die Türe ihres Schlafzimmers herauskommt. Sie hat Wäsche an und den Hotelbademantel. Sie sieht so verflixt sexy aus.

„Morgen Christian. Ausgeschlafen oder abgebrochen?“

„Abgebrochen und wie geht es Dir.“

„Eigentlich ganz gut. Hat Welch noch was rausbekommen?“

„Erstmal frühstücken, Baby, dann kümmern wir uns um die Geschäfte.“

„Mr. Grey, kein <Baby> mehr. Das war gestern Abend. Bitte.“

„Gut, Miss Steele, wie sie wünschen.“ Mir war das eh nur herausgerutscht. Gewohnheit. Aber was lüge ich mir hier in die eigene Tasche. Sie ist mein Baby, wenn auch noch nicht ganz, aber ich werde sie bekommen. Auch wenn die Nuss schwerer zu knacken sein wird, als ich dachte.

„Wieviel hast Du gewonnen?“

„125 tausend Dollar. Deine 50 hab ich dort auf die Kommode gelegt.“

„Und was wirst Du damit machen?“

„Da Du Dich ja weigerst das Geld zu nehmen, oder zumindest die Hälfte, hab ich beschlossen, ich werde das Geld in Seattle an eine Gemeinnützige Organisation spenden.“

„Das ehrt Dich, aber es wäre auch ein schönes Startkapital für Dich. Leg es an. Vielleicht kannst Du Dir mal eine Wohnung dafür kaufen.“

„Ich möchte es aber spenden. Das Geld hab ich gewonnen und ich will es nicht behalten. Und jetzt Ende der Diskussion, das hatten wir schon gestern. Du hast gesagt es ist meines und dann kann ich damit machen was ich will.“

„Sicher. Mach damit was Du willst. Pass nur auf, an wen Du spendest. Wir stehen kurz vor Weihnachten, da treten immer viele dubiose Vereine auf, die die Leute abzocken wollen.“

„Mir schwebt da schon was im Kopf herum. Das wird Dir auch gefallen und ich werde es in unser beider Namen spenden.“

„Das wirst Du nicht tun. Jedenfalls nicht solange, wie ich nicht weiß, um was es sich handelt. Was meine Spenden angeht habe ich feste Prinzipien. Ich werde nicht zulassen, dass mein Name in Zusammenhang mit einer Organisation fällt, die ich nicht kenne.“

„Ich hatte nicht vor, dich darüber im Unklaren zu lassen. Im Gegenteil. Ich werde dir das alles ganz genau und persönlich vorstellen. Am Ende wirst Du noch was drauflegen. Das garantiere ich Dir.“

„Wir werden sehen. Jetzt mach aber, wir müssen um 10 Uhr beim Meeting sein.“

„Erzählst Du mir, was ihr herausgefunden habt?“

„Gleich, Miss Steele. Ziehen sie sich erstmal um.“

Keine 10 Minuten später steht Ana wieder vor mir. Sie hat ein tot schickes Kostüm an. In einem blau, das ihre Augen unterstreicht und darunter eine hellblaue Bluse. Wir gehen heute wohl im Partner-Look.

„Wir können Mr. Grey.“ Ihr umwerfendes Lächeln. Wie sehr ich es liebe.

„Sie werde heute die Verhandlung führen. Miss Steele.“ Uh, da hab ich sie erwischt.

„Sie werde Rice dieses neue Angebot vorlegen. Es beläuft sich auf den exakten Buchwert der Firma, ist also um einiges niedriger als mein Angebot von gestern. Er wird sich beschweren und weiter pokern. Dann lass ich die Bombe platzen. Und sie werden ihm erklären, was es bedeutet, wenn er nicht zustimmt.“

„Und was bedeutet es?“

„Wir haben noch gestern den JAG der Navy informiert. Admiral Dunston wird noch heute aller seiner Ämter enthoben. Rice wird wegen Bestechung angezeigt und seine Firma auf ein paar Jahre hinaus für alle Regierungsaufträge gesperrt.“

„Er hat also quasi keine Wahl, wenn er seine Firma retten will und noch Geld dafür bekommen möchte.“

„Richtig. Steigt er nicht ein, dann hat er alles verloren und 2000 Menschen stehen auf der Straße.“

„Und wenn er einschlägt?“

„Dann haben wir die Zusage des JAG, dass er so wenig Aufsehen wie möglich machen wird. Für Dunston kommt es auf das gleiche heraus. Rice dagegen werde ich das Geld auf ein Treuhandkonto überweisen. Ein Treuhänder wird dann entscheiden, wieviel Geld man ihm zu Verfügung stellt. So verhindern wir, dass er weiterhin seinen korrupten Geschäften nachgeht.“


ANA POV

Wie macht er das nur? Rice hatte keine Chance gegen ihn. Er musste neidlos anerkennen, dass Christian einfach besser ist als er. Jetzt sind die Verträge unterzeichnet und wir befinden uns auf dem Heimflug. Wie immer arbeitet Christian. Schläft er eigentlich nie? Mir sitzt immer noch der gestrige Abend in den Knochen. Immer mal wieder schaut er von seinem Laptop auf und lächelt mich an. Ich habe große Mühe, mich seinem Anblick zu entziehen. Dieser Mann hat eine Anziehungskraft auf mich, dass ist unglaublich. Ich weiß, dass ich definitiv mehr für ihn empfinde, als ich sollte. Aber ich will nicht weg von ihm. Das bricht mir das Herz. Aber auf der anderen Seite, wie soll das gehen? Er ist mein Chef. Und ich, ich bin nicht die, die ich vorgebe zu sein. Wüsste er es, es würde uns alle in Gefahr bringen. Und er? Empfindet er auch so?

Von Andrea weiß ich, dass er eine eherne Regel hat. Kein Sex mit dem Personal. Und laut ihr, hat er das all die Jahre auch nie gebrochen. Obwohl er sicher mehr als ein Angebot hatte. So wie er aussieht. Und nicht nur das. Er hat auch Geld wie Heu. Dagobert Duck ist ein armer Schlucker gegen ihn. Eine unheilvolle Kombination. Gutes Aussehen und Geld. Sicher ist er sehr vorsichtig. Sein Herz hat er wohl noch nie verschenkt, jedenfalls sagt Andrea das.

Gestern Abend hatte ich manchmal das Gefühl, dass da mehr ist zwischen uns. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Ich muss dringend mit Ray sprechen und ich muss Abstand zwischen uns schaffen. Ich weiß zwar noch nicht wie, aber ich muss.

Christian wirkt nervös. Ihn beschäftigt irgendwas. Vielleicht das gleiche wie mich? Es war gestern Abend teilweise beängstigend, wie er mich angesehen hat und wie er sich verhalten hat. Besitzergreifend, seine Umarmungen, liebevoll, seine Hand auf meinem Rücken, zärtlich, seine Lippen auf meiner Schläfe, bewundernd, seine Blicke. Kann das alles sein? Sein Kuss gestern, seine Umarmungen am Spieltisch, seine Ansage wegen dieser blöden Telefonnummer. Kann das sein? Mein Herz wünscht es sich, aber mein Verstand warnt mich. Nicht zu viel hinein interpretieren. Er wird sich nie auf eine Büroaffäre einlassen. Andrea war da sehr eindeutig. Noch nie hat er sowas gemacht. Warum dann mit mir? Ich muss mir das aus dem Kopf schlagen. Es geht nicht BASTA.

„Anastasia“ vernehme ich seine Stimme. Er holt mich aus meinen Gedanken und sieht mich wieder ganz eindringlich aus diesen wunderschönen grauen Augen an.

„Ja.“

„Ana, ich will, dass Du mich nach London begleitest. Andrea ist mit den Vorbereitungen soweit fertig. Nächsten Dienstag hat sie die Eröffnung unseres Büros dort geplant. Ich sollte dort anwesend sein und ich möchte, dass Du mich begleitest.“

„Wenn Du es wünschst. Wann fliegen wir?“

„Sonntag. Wir nehmen wieder den Jet. Taylor wird Dich abholen. Kauf Dir bitte ein hübsches Kleid, die Rechnung übernehme ich. Die Eröffnung wird im Rahmen einer Foto-Vernissage stattfinden. José Rodriguez ein Junger Mann aus Portland macht wundervolle Naturaufnahmen. Einige seiner Bilder hast Du bestimmt schon in Grey House gesehen. Wir möchten ihm die Möglichkeit geben, international bekannt zu werden, daher hat Andrea diesen Rahmen gewählt. Alle unsere britischen Partner werden anwesend sein und Einige aus anderen Ländern Europas.“

„Ich denke, ich brauche dafür nicht extra was zu kaufen. Mein Kleiderschrank gibt schon noch das ein oder andere her. Auch für diesen Anlass. Aber danke, für das Angebot.
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