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You are the one

von Wolke22
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Anastasia Steele Christian Grey OC (Own Character) Taylor
15.02.2021
10.05.2021
20
36.503
27
Alle Kapitel
40 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
15.03.2021 2.345
 
Oh, es wird immer besser. 42 Herzchen und 18 Empfehlungen. DANKE!!!!!!!

Anbei nun das neue Kapitel. Die beiden denken viel nach und wissen nicht so recht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen sollen.
Freue mich, wenn es gefällt. Bitte lasst ein paar Reviews da. Die brauche ich gerade besonders. Meine Motivation ist ziemlich im Keller.

Also, Euch allen eine schöne Woche!!!
Eure Wolke22

__________________________________


ANA POV

Ich sitze in meinem Büro und kann mich überhaupt nicht konzentrieren. Heute Morgen hab ich vergeblich auf ihn gewartet. Er kam nicht. Also bin ich meine Runde alleine gelaufen. Ich frag mich, ob ich irgendwas falsch gemacht habe. Aber eigentlich sollte ich mir diese Frage gar nicht stellen und eigentlich sollte ich auch nicht mit ihm Laufen. Eigentlich. Und doch tue ich es. Weil ich irgendwie nicht anders kann. Dieser Mann macht etwas mit mir und ich kann noch gar nicht verstehen, was genau es ist.

Bisher dachte ich, das Wochenende habe ein wenig Klarheit in meine Gedanken gebracht. Aber weit gefehlt. Sobald die Aussicht besteht, ihn gleich wieder zu sehen, dreht sich alles wieder nur um ihn. Es ist so wahnsinnig schwer immer alles mit sich alleine auszumachen. Keine Mutter, mit der man reden kann, keine Freundin. Und mit Kate kann ich auch nicht über das reden, was mich derzeit am meisten beschäftigt. Christian Grey. Schließlich ist sie mit Elliot zusammen. Seinem Bruder.

Wir drei waren Samstag gemeinsam aus. Elliot hat ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert. Hat mir ein paar Dinge von ihm erzählt, die ich bisher nicht wusste. Noch immer habe ich meine Probleme damit, mir ihn als prügelnden Teenager vorzustellen. Er wirkt immer so kontrolliert. Aber wahrscheinlich ist das alles Training. Niemand weiß ganz genau, wie er es geschafft hat, aber er hat wohl von einem Tag auf den anderen damit aufgehört. Hat sich wieder auf seine Schule konzentriert und war sogar ein Jahr in Harvard. Aber warum er dort abgebrochen hat, das wusste Elliot auch nicht. Aber es scheint ihm ja nicht zum Nachteil gereicht zu haben. Er hat auch ohne Abschluss eine sehr erfolgreiche Firma gegründet und zählt heute zu den reichsten Unternehmern in unserem Land. Sein Werdegang ist einfach nur beeindruckend. Nicht geerbtes Geld war seine Grundlage, sondern ganz alleine aus eigener Kraft hat er das geschafft. Meine Hochachtung vor ihm wird immer größer. Und genau deswegen bin ich hier. Um von ihm zu lernen. Nicht um mit ihm ins Bett zu gehen. Auch wenn es das ist, was ich mir wünsche. Und dieser Gedanke, macht mich noch ganz verrückt. Ich weiß es und doch kann ich nicht anders.

Ich dachte, am besten schalte ich diese ganz und gar unkeuschen Gedanken an ihn aus, in dem ich mich auf ein kleines Abenteuer einlasse. Mal wieder ein One-Night Stand. Wie ich sie schon einige Male hatte. Mein Weg, einer engeren Verbindung aus dem Weg zu gehen und doch nicht ganz auf Sex verzichten zu müssen. Auch wenn es ganz und gar nicht das ist, was ich mir eigentlich in meinem tiefsten Inneren wünsche. Ich sehne mich nach einer Beziehung. Nach einem Mann, der dauerhaft an meiner Seite ist. Mit dem ich alles besprechen kann. Der mir zuhört. Mich auffängt. Mit dem ich lachen und weinen kann. Mit dem ich abends einschlafe und morgens wieder aufwache. Der mich liebt und den ich liebe. Kinder, Familie, all das ist es was ich wirklich will.

Aber es geht nicht. Zu einer solchen Beziehung gehören Vertrauen und Ehrlichkeit. Und diese kann ich momentan niemanden entgegenbringen. Und eine Beziehung mit einem großen Geheimnis wie dem Meinen führen, dass kann nur in einer Katastrophe enden. Ich wäre immer eine Lügnerin. Also beschränke ich mich auf One-Night-Stands oder kleinere Affären, wie auf der Uni. Da komm ich mir nicht so schäbig vor. Diesen Männern muss man nicht alles von sich erzählen. Es geht um Sex und alles andere ist nicht wichtig. Also auch nicht mein Geheimnis.

Aber dieses Wochenende bin ich kläglich bei meinem Ansinnen gescheitert. In dem Club, in den mich Kate und Elliot geführt haben, trafen wir einen Typen. Miles. Wohl auch so ein Reiche-Leute-Söhnchen. Er schien mir ganz nett und da Elliot und Kate ihn kannten, dachte ich, das wäre wohl der richtige für ein kurzes Abenteuer. Und dann hab ich gekniffen. Kurz bevor es Ernst wurde. Plötzlich musste ich an Christian denken. Mein Vorhaben erschien mir falsch. Als wäre ich auf dem Weg ihn zu betrügen. Völliger Schwachsinn, aber es fühlte sich genauso an. Ich konnte nicht. Gut nur, das Miles Verständnis zeigte. Er hat mich nach Hause gefahren und ich denke, sollten wir uns mal wieder sehen, dann wird dieser Abend nicht zwischen uns stehen. Aber eines steht. Die Einsicht, dass ich mehr für Christian Grey empfinde, als ich sollte.

Ich frage mich, wo Christian bleibt. In nicht einmal einer halben Stunde hat er seinen ersten Termin.


CHRISTIAN POV

Ja, ich weiß: Ich drücke mich darum, ins Büro zu gehen. Seit einer Stunde verkrieche ich mich in meinem Kleiderschrank. Elliots Erzählung gestern beim Lunch bei meinen Eltern hat mir irgendwie ganz schön zugesetzt. Ana ist Samstagabend mit Miles verschwunden. Ausgerechnet Miles. Ich mochte ihn noch nie. Seine schiefe, in der Zwischenzeit wieder gerichtete Nase, hat er mir zu verdanken. Dieses kleine Arschloch. Er und seine Kumpels haben mir in den ersten Schuljahren das Leben zur Hölle gemacht. Noch immer höre ich, wie sie mich verhöhnen. <Hurensohn, Junkiebaby>. Ich frag mich, woher sie das alles wussten? Wahrscheinlich die Eltern belauscht. Sie sind mit Grace und Carrick befreundet. Klar, dass sie wissen, wo ich herkomme.
Warum Miles? Am liebsten würde ich auf irgendwas einschlagen. Hätte ich eine Sub, hätte ich gestern meine Wut an ihr ausgelassen. So ein paar Schläge mit dem Gürtel, im Moment habe ich dieses Verlangen wieder in mir. Und Schuld daran ist Ana. Sie weckt all diese Dinge in mir, die ich eigentlich hinter mir lassen wollte. Miles dieses kleine Arschloch. Ich hasse ihn, und ich beneide ihn. Das Bild von Ana in seinen Armen macht mich wahnsinnig. In der Zwischenzeit hab ich bestimmt schon die vierte oder fünfte Krawatte gebunden und wieder geöffnet. Heute gefällt mir gar nichts.

Aber geht es um Miles oder um die grundsätzliche Tatsache, dass ich mich in Ana getäuscht habe? Was dachte ich denn? Dass sie ein unschuldiges Mädchen ist, das ausgerechnet auf mich wartet? Nein, irgendwie war mir klar, dass sie genau weiß, wie sie auf Männer wirkt. Im Kino und dieses Kleid. Unter dem sie, ich könnte darauf wette, nichts an hatte. Das alles passt nicht zu einem unschuldigen Mädchen. Und ich würde es auch eigentlich nicht so haben wollen. Ein bisschen Erfahrung kam mir sehr entgegen. Vielleicht würde sie dann auch mit meinem Spielzimmer zurechtkommen. Doch meine Chancen bei ihr gehen wohl gegen Null.

<Los Grey, Du musst ins Büro. Hilft alles nichts. Lass sie bloß nicht Deinen Unmut spüren.> Ich reiße mich zusammen und schaffe es endlich mich auf den Weg zu machen. Wie immer fährt Taylor mich. Heute wäre ich, glaube ich, nicht in der Lage zu fahren. Meine Gedanken sind einfach zu weit weg.

Kaum steige ich aus dem Fahrstuhl sehe ich Ana. Sie sieht wie immer fantastisch aus. Heute trägt sie mal ein Kleid. Ganz in dunklem Blau mit einem kurzen Blazer darüber. Es passt alles perfekt zusammen. Die Schuhe sind heute mal nicht so hoch wie sonst, aber ihre Beine sind von Natur aus schon so lang, das kann kaum besser aussehen. Ihr Lächeln ist irgendwie gezwungen. Sie scheint nervös zu sein.

Ich gehe auf sie zu und schnellen Schrittes weiter in Richtung meines Büros.

„Guten Morgen Miss Steele. Wie war ihr Wochenende?“ Mal sehen, was sie antwortet.

„Guten Morgen Mr. Grey, Sie sind spät dran. In 10 Minuten ist ihr erster Termin da.“

„War ihr Wochenende so schlecht, dass sie nicht darüber sprechen wollen?“

„Sagen wir mal so. Es war voller bitterer Erkenntnis. Wie war ihr Segeltörn?“

„Fantastisch. Warum fragen Sie?“

„Als Elliot davon erzählte war ich ein bisschen neidisch. Es ist schon viel zu lange her, dass ich segeln war.“

„Sie können segeln?“ Wieder etwas, dass wir gemeinsam haben. Aber wie hat sie das mit der Erkenntnis gemeint? War wohl doch nicht so toll ihre Nacht mit Miles.

„Ja, ich hab mit 10 zum ersten Mal in einem Optimisten gesessen und Segeln von meinem Großvater gelernt. Mit 12 hab ich meine erste Regatta gewonnen. Aber leider komme ich nicht mehr dazu. Elliot hat erzählt sie haben für Harvard Regatta gesegelt und sogar einige Pokale geholt.“

„Ja Segeln und Rudern. Beides Sportarten, die ich sehr gerne betreibe. Wollen sie am Wochenende mit auf die Grace kommen?“

„Mr. Grey,“ sie macht eine Pause. Irgendwas beschäftigt sie. „eine Erkenntnis dieses Wochenendes ist, dass wir beide vielleicht lieber an den Wochenenden ein wenig Abstand halten. Sie sind mein Chef. Wir sollten das nicht vertiefen.“

SCHEIßE! Genau dass, was ich nicht will. Was soll ich darauf antworten. Ich muss aufpassen. Die Wut steigt in mir auf. Ich darf sie das nicht spüren lassen.

„Gut Ana, vielleicht haben sie Recht. Sie sind meine PA, ich Ihr Chef. Dann wollen sie wahrscheinlich auch nicht mehr mit mir Laufen gehen. Vielleicht geht Miles ja mit ihnen segeln. Ach ne, der hat ja nur eine protzige Motorjacht für seine Partys. Wenn ihnen das besser gefällt. Ich habe auf jeden Fall verstanden.“ Ich klinge so angepisst wie ich bin. Das alles läuft völlig in die falsche Richtung. Aber ich kann gerade nichts machen. Sie in den Armen eines anderen zu wissen, das macht nicht fertig. Ich ertrage den Gedanken nicht. Am liebsten würde ich sie an mich ziehen, ihr einen leidenschaftlichen Kuss aufdrücken und ihr Zeigen, was ich von dieser Scheiße halte. Nämlich gar nichts. Aber meine innere Stimme sagt mir, dass ich dann vielleicht alles kaputt mache.


ANA POV

Oh nein, er ist sauer und er denkt Miles und ich. Nein. Woher weiß er davon? Klar Elliot wird es ihm erzählt haben. Mist. Ich mache alles falsch. Natürlich würde ich gerne mit ihm segeln. Die Grace muss ein tolles Boot sein, nach allem was ich von Elliot weiß. Christian hat sehr viel Zeit und Geld in den Bau investiert. Hat seine eigene Werft gegründet und verkauft nun diese Boote auf der ganzen Welt.

Aber eigentlich ist es ja ganz gut. So hält er vielleicht Abstand und mir fällt es leichter. Ich kann mich nicht näher auf ihn einlassen. Es geht einfach nicht. Auch wenn ich mir eigentlich nichts sehnlicher wünschen würde. Es geht nicht.

Aber ich muss das richtig stellen. Er soll nicht denken, dass ich durch die Gegend hure. Offensichtlich mag er Miles nicht und Miles mag ihn nicht, das hab ich an dem Abend in seiner Wohnung, in der kurzen Zeit die ich dort war, schon bemerkt. Miles hat sehr abfällig von ihm geredet. Der Auslöser, warum ich dann gegangen bin. Nach seinen Worten, konnte ich Christian einfach nicht mehr aus meinen Gedanken verbannen.

Es ist kurz vor Mittag, als ich mich wieder in Christians Büro traue. Ich habe Wasser dabei und meine selbstgemachte Lasagne. Die Portion ist so groß, dass wir bestimmt beide davon satt werden.

„Darf ich?“

„Wie kann ich ihnen helfen Miss Steele?“ Er ist so distanziert, das versetzt mir einen Stich ins Herz. Das will ich nicht.

„Sie können mir beim Lunch Gesellschaft leisten und mir einfach kurz zuhören.“

„Was soll das bringen?“

„Zum einen ihren Magen beruhigen, den ich bis hier hin knurren höre und zum anderen möchte ich etwas richtig stellen.“ Ich hoffe, er gibt sich einen Ruck. Er sieht doch selbst, dass wir so nicht weiter machen können.

„Gut Miss Steele. Was duftet denn so gut aus ihrer Lunchbox?“

„Lasagne, nach einem Rezept eines italienischen Fernsehkochs.“

„Riecht auf jeden Fall köstlich. Ich esse ihnen aber ungern ihr Mittagessen weg.“

„Machen sie nicht. Es ist genug für uns beide da.“

Er setzt sich mir gegenüber an den Besprechungstisch. Ich gieße ihm Wasser ein und reiche ihm einen Löffel.

„Zwischen Miles und mir läuft nichts. Ich gebe zu, ich bin am Samstagabend mit ihm gegangen und ja ich gebe auch zu: ich wollte die Nacht mit ihm verbringen. Aber es ging nicht. Als er sich abfällig über sie geäußert hat, da bin ich gegangen, bzw. hab ihn gebeten mich nach Hause zu bringen und das hat er dann auch gemacht.“

„Du hast nicht mit ihm geschlafen?“ Er schaut mich irgendwie erstaunt aus seinen wundervollen Augen an. Sehe ich das Erleichterung? Hat dieser Gedanke ihm wirklich nicht gefallen? Meine innere Göttin jubiliert. Aber das sollte sie nicht.

„Nein, ich….“

„Das ist gut Ana. Und trotzdem möchtest Du Abstand zu mir?“ Ich höre die Enttäuschung in seiner Stimme

„Ja, es ist besser so. Akzeptier das bitte. Ich…“ Scheiße, wie soll ich es ihm nur klar machen. Er scheint auf eine Erklärung zu warten. Aber was soll ich ihm sagen? Ey, ich steh auf Dich, aber ich kann Dir nicht geben, was Du möchtest. Obwohl: Was will er denn? Ich weiß es ja nicht einmal. Aber ich spüre, das er nach mehr sucht, als nach einer kleinen Büroaffäre. Das hätte er schon so oft haben können. Ich bin mir sicher, hier würde jede Frau alles dafür geben, auch nur einmal in den Genuss zu kommen, von Christian Grey angefasst zu werden. Aber Andrea sagt, er habe da seine Regel und die habe er auch noch nie gebrochen. Was also will er ausgerechnet von mir? Da ich ihm nicht antworte, gibt er sich wohl gerade selbst die Antwort.

„Gut, ich nehme das so hin. Im Grunde weiß ich, dass es besser so ist. Ich hab noch nie meine eigenen Regeln gebrochen. Für Dich hätte ich fast alles über den Haufen geschmissen. Aber so ist es wohl besser.“ Ich weiß nicht, was ich aus seiner Mimik lesen soll. Enttäuschung? Ja ganz sicher. Er dreht sich weg, damit ich ihm nicht ins Gesicht sehen kann.

„Das denke ich auch.“ sage ich.

Schweigend essen wir zu Ende. Wie gerne würde ich ihm sagen, dass ich so ganz anders empfinde. Aber ich kann nicht und ich darf nicht.
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