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Von wegen 'Kind'

OneshotLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Izaya Orihara
14.02.2021
14.02.2021
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Er ließ mich wieder nicht an ihn heran. Betrachtete er mich noch immer wie ein Kind? Wir kannten uns schon so viele Jahre und er nannte mich, bis heute noch, immer ein Kind. Aber wieso?

Ich wartete auf seiner Couch auf ihn. Er hatte einiges mit Awakusus Chef zu besprechen. Ich hatte heute vor, ihn endlich zu überwinden. Ich hörte den Schlüssel in der Tür und setzte mich schnurstracks auf. Shiki kam herein, aber Mizuki kam ebenfalls. Ich grinste ihnen zu und begrüßte sie extra mit einer süßen Stimmlage.

"Da seid ihr ja, willkommen Zuhause~"

Wie immer beachtete mich Shiki kaum und ging sofort in die Küche. Mizuki hingegen setzte sich neben mich und musterte mich mit einem Lächeln.

"Du bist in letzter Zeit oft hier, Izaya."

"Ist Mizu-chan etwa Eifersüchtig~?"

Er lachte und winkte ab.

"Nein, keinesfalls."

Shiki kam zu uns und setzte sich auf den Sessel, der schräg neben der Couch stand.

"Was wollte denn der Chef der Awakusu?"

"Etwas, was dich nichts angeht."

Shiki klang etwas kühler als die letzten Tage.

"Aber ich möchte es wissen, Shiki-san~"

Er erwiderte nichts darauf und trank einfach seinen Kaffee. Mizuki fing dann eine Unterhaltung über der Tochter von Awakusu an. Akane Awakusu. Sie schien ihm sehr ans Herz zu wachsen. Ich hörte einfach zu und ließ mich zurückfallen, lehnte mich einfach in die Couch.

Ich dachte daran, wie wir uns kennen lernten.

Es war ein regnerischer Tag. Es schüttete seit Stunden aus Eimern. Dadurch waren mir haufenweise Fehler unterlaufen.

Ich hatte Shizu-chan, wie sonst auch, provoziert und war vor ihm geflohen, während er die ganze Stadt verwüstete. Durch den Regen und der schlechten Sicht, bin ich oft genug falsch abgebogen oder bin ausgerutscht.

Diese Chancen nutzte das Monster und traf mich einige Male. Nachdem ich in eine Sackgasse eingebogen war, musste ich mich im Nahkampf beweisen, was nur schlecht funktionierte. Aber ich fand schnell genug den Ausweg aus dieser Situation, nur musste dafür was einstecken.

Als ich das Monster abgehangen hatte, war ich zusammengebrochen und sah in den grauen Himmel. Ich dachte, ich würde vielleicht sterben. Denn die Blutung konnte ich kaum stoppen. Als ich meine Augen für einen Moment schloss, hörte ich Schritte direkt vor mir.

Ich riss vor Panik meine Augen auf. Denn stände das Monster vor mir, könnte ich mich nicht wehren.

Doch dort stand er. Haruya Shiki und seine Gefolgsleute direkt hinter ihm. "Das ist doch dieser Junge, den Kine-san aufgegabelt hat, oder?", hörte ich jemanden sagen. "Nehmt ihn mit", sagte Shiki und ging, ohne ein weiteres Wort. Im nächsten Moment fielen mir die Augen zu. Sie waren schwer, wie Blei.

Ich wachte in Shiki-sans Wohnung auf. Dort hatte all das angefangen.

"Ich habe dich für einen Erwachsenen gehalten, doch du bist noch ein Kind. Kinder sollten nicht mit gefährlichen Dingen spielen", warf er mir vor und zeigte auf die Verbände. "Das kommt davon, wenn man es macht."

Ich wurde wütend. "Ich bin kein Kind!" Doch der Blick war eisern, der mir entgegen kam. Damit hatte das alles erst begonnen.


Es dauerte Stunden, bis der Mann mit der Narbe endlich verschwand. Als die Tür ins Schloss fiel sprang ich auf und setzte mich provokant auf den Schoß von Shiki.

"Lass uns ein wenig Spaß haben~", hauchte ich in sein Ohr und nahm ihn die Zigarette ab, die er sich anzünden wollte. "Ich habe so lange warten müssen~"

Er drückte mich von seinem Schoß und ich landete auf meinen Beinen, neben dem Sessel. Er ging ins Schlafzimmer, wohin ich ihn folgte und er setzte sich auf die Seite, sah an die Wand, beachtete mich nicht.

Ich setzte mich wieder auf seinen Schoß und legte meine Arme um seinen Hals. Ich leckte an seinem Hals und wanderte weiter nach oben zu seiner Wange. Er drückte mich wieder leicht von sich und nahm meine Handgelenke in seine Hände, drückte leicht zu. Dieser Blick. Es zog in meiner Brust alles zusammen. Er sah mich noch immer so erniedrigend an.

Schnell drückte er mich, an seiner Stelle, auf das Bett und beugte über mir. Er erhaschte meinen Mund und küsste mich grob, nicht aus tieferen Gefühlen. Ich spürte seine Zunge in meinem Mund, wie sie meine Zunge umschlang. Plötzlich löste er sich von mir und ließ mich los, ging zur Tür.

"Du bist noch immer ein Kind."

Er verließ das Schlafzimmer. Ich legte meinen Arm auf meine Augen, damit die Tränen, die ich nicht zurückhalten konnte, direkt im Stoff meines Shirts versiegten. Nachdem ich mich beruhigt hatte stand ich auf und nahm ein Messer aus meiner Jackentasche meiner Jacke, die auf der Couchlehne lag und ging ohne zu klopfen in die Küche. Er machte sich wieder einen Kaffee.

Ich wusste, dass er mich bereits bemerkt hatte. Dennoch ging ich auf ihn zu und versuchte in seinen Rücken zu stechen. Er jedoch drehte sich um, umschloss das Handgelenk der Hand, in der das Messer war und sah mich drohend an.

Wieder spürte ich, wie die Tränen versuchten, sich nach außen zu kämpfen, doch ich kniff meine Augen fest zu. Shiki entnahm mir das Messer und flüsterte mir ins Ohr.

"Sag ich ja. Du bist noch ein Kind."

Er entnahm mir das Messer und packte es auf die Theke. Shiki musterte mich und es legte sich ein leichtes Grinsen auf seine Züge.

"Ich hasse dich..."

Es klang viel zu wehleidig. Viel zu verletzt. Man hörte zu viel Emotion heraus. Das wollte ich nicht. Es sollte doch Kühl klingen!

Mein Gegenüber schmunzelte und nahm seine Tasse, nippte kurz daran. Er stoß sich von der Theke ab und ging an mir vorbei und sagte an meinem Ohr:

"Du wirst immer ein Kind bleiben, was zu viel Macht bekommen hat. Aber bei mir nützt das nichts."
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