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Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P18 / Gen
OC (Own Character)
14.02.2021
14.01.2022
60
107.453
13
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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14.01.2022 1.845
 
POV Amy:
Mit einer ohrenbetäubenden Lautstärke reißt mich mein Handy aus dem Schlaf. Murrend drehe ich mich um und greife danach. Lauren. Müde drücke ich auf den grünen Hörer. „Deine Mutter war bei dir?! Wieso erfahre ich sowas bitte von meinen Eltern und nicht direkt danach von dir?!“, kommt sofort von ihr und das in einer Lautstärke, für die ich definitiv noch nicht wach genug bin. „Dir auch einen wunderschönen guten Morgen.“, brummle ich in den Hörer und schaue mich erstmal etwas verwirrt um. Der Wecker zeigt 6:30 Uhr an, aber von Ellie ist keine Spur zu sehen und das obwohl ich in ihrem Zimmer bin. „Ah fuck. Ganz vergessen, dass bei euch noch früh morgens ist.“, kommt etwas ruhiger von meiner besten Freundin. Leicht lächle ich. „Alles gut, ich bin trotzdem froh mit dir zu sprechen. Und zu meiner Verteidigung: ich hätte dich heute im Laufe des Tages wegen gestern angerufen, nur gestern Abend war alles ziemlich viel.“ Man kann Laurens liebevolles Schmunzeln fast durch den Hörer sehen. „Alles gut, Goofy. Wie geht’s dir denn? Ma meinte, dass es heftig gewesen sein muss zwischen euch beiden. Also den Erzählungen der Nachbarn zufolge.“ Damit sie die Situation auch mal aus der Sicht von einer Beteiligten hört und nicht nur von unseren sehr gesprächigen Nachbarn, erzähle ich ihr erstmal von dem kompletten Abend und dem Gespräch, auch von der Reaktion der anderen auf meine Mutter. Nachdem die aus dem Haus war, haben mich die Mädels erstmal beruhigen lassen und wir hatten uns dann nach einem Disney-Film auch alle schnell schlafen gelegt. „Und an sich geht es mir gar nicht mal extrem schlecht. Klar, es ist scheiße, aber die Mädels waren und sind da und dich Idiotin hab ich ja auch noch.“ „Weißt du eigentlich wie sehr ich dich dafür bewundere?“, fragt Lauren leise. „Äh, wofür bitte?“ „Du hast in Manchester einfach so einen Selbstbewusstseins-Schub bekommen. Von der kleinen ruhigen Amy, die das Thema Liebe jedes Mal so schnell und unauffällig wie es nur machbar ist umgeht, zu der Amy, die genau weiß wer sie ist und wofür sie steht. Und das sogar gegenüber ihren Eltern und einigen Auseinandersetzungen unterhalb jedes Niveaus, auch die Sachen mit Karol. Ich bin einfach verdammt stolz auf dich, Goofy. Aber trotzdem bleibst du für mich der junge, kleine, süße und freche Dummkopf! Nicht, dass wir uns jetzt hier falsch verstehen.“

Nach dem insgesamt zweistündigen Telefonat mit Lauren, dass erst durch einen vor Hunger fast sterbenden Marc beendet wurde, der aus seiner Sicht schon viel zu lange gewartet hatte und endlich los ins Restaurant wollte, mache ich mich schnell frisch und gehe erstmal ins Wohnzimmer. Dafür, dass so viele Leute bei uns geschlafen haben, ist es verdammt leise in der Wohnung. Und ich bin eigentlich der festen Überzeugung, dass die nicht alle noch schlafen, immerhin weiß ich auch immer noch nicht, wo meine Freundin schon wieder hin ist. Wird ja fast schon chronisch in letzter Zeit, dass ich ohne sie aufwache. Find ich jetzt nicht gerade gut. Im Wohnzimmer herrscht aber auch gähnende Leere. Daher: nächste Station Küche. Aus der auch noch kein Ton zu hören ist. Vorsichtig schleiche ich um die Ecke. Fragend blicke ich mich um, es kann doch nicht sein, dass auch hier keiner ist. Kurz überlege ich, was ich machen soll, bis ich einfach mit den Achseln zucke und entscheide, dass ich ja auch noch erst was Kleines Essen kann, bevor ich mich weiter auf die Suche mache. Also husche ich schnell um die Kücheninsel, nur um kurzzeitig einen halben Herzinfarkt zu bekommen. Ellie sitzt komplett kaputt, mit der gesamten Packung Schoko-Eis auf dem Schoss auf dem Boden in der Ecke zwischen den beiden Küchentheken. Kurz guckt auch sie etwas erschrocken hoch, sie scheint mich wohl auch erst bemerkt zu haben, als ich um die Insel gekommen bin und senkt dann etwas schulbewusst den Kopf. Schnell drehe ich mich um und nehme mir einen kleinen Löffel aus der Besteckschublade, bevor ich mich langsam neben sie setzte. Sofort lehnt sie ihren Kopf an meine Schulter und vergräbt ihr Gesicht in meiner Halsbeuge und ich lege sofort einen Arm um sie, mit dem ich sie zusätzlich noch etwas näher zu mir ziehe. Sanft drücke ich ihr einen Kuss auf den Haaransatz. Etwas dreht sie den Kopf, nur um sich den Löffel mit Schokoladeneis zu behäufen und sich in den Mund zu schieben. Ich mache es ihr einfach gleich und so sitzen wir beide einfach auf dem Küchenboden, bis selbst sie am Ende kein Eis mehr aus der Box gekratzt bekommt, die jetzt fast schon wie frisch gespült aussieht. Seufzend lehnt Ellie ihren Kopf an den Küchenschrank. Ruhig beobachte ich sie dabei. Auch wenn es ihr offensichtlich nicht so gut geht, sieht sie einfach so verdammt süß aus. Und ich will sie nicht hetzten oder unter Druck setzten, irgendwas sagen zu müssen. Vorsichtig schiebe ich meine Finger zwischen die ihrer rechten Hand, die auf ihrem Oberschenkel liegt. Sanft schließt sie ihre Finger um meine Hand. „Sollen wir zurück ins Bett?“, frage ich sie vorsichtig. „Dann kann uns keiner stören, falls die anderen aufwachen und ebenfalls Hunger bekommen.“ Leicht nickt sie und lässt sich von mir hochziehen und ich drücke ihr nochmal sanft einen Kuss auf die Wange. Langsam löst sie sich und will Richtung Zimmer gehen, aber ich halte sie zurück und hebe sie einfach hoch. Etwas überrascht schaut sie mich an, aber schlingt dann doch recht schnell ihre Beine um meine Hüfte und legt ihre Hände auf meinen Schultern ab. Schnell trage ich sie in ihr Zimmer zurück und setze sie auf ihrem wieder Bett ab. Sie lässt sich sofort zurückfallen, zeigt mir aber noch mit einer kleinen Handbewegung an, dass ich mich danebenlegen soll. Ich lege mich extra so neben sie, dass sie ihr Gesicht wieder in meiner Halsbeuge verstecken kann und streiche ihr leicht durchs Haar. Wir bleiben eine Weile einfach so liegen und man merkt, dass sie noch ein Stückchen entspannter wird, ihr Puls geht noch etwas runter und sie ist auch nicht mehr so verspannt. Leise murmelt sie etwas komplett Unverständliches in meine Halsbeuge und das Kissen. „Bitte was, Süße?“, frage ich schmunzelnd nach und sie dreht sich etwas mehr auf den Rücken, weg von Kissen und meinem Hals. „Ich liebe dich.“, wiederholt sie leise, aber diesmal so, dass ich es auch verstehe. Als Antwort küsse ich sie federleicht. „Ich dich auch, Ellie.“, murmle ich, noch etwas benebelt, nachdem wir uns gelöst haben. „Ich weiß irgendwie auch nicht so ganz, was bei mir los ist.“, flüstert sie. „Inwiefern, was bei dir los ist?“, frage ich ruhig nach. Ich kann noch nicht so ganz einschätzen, was sie damit meint. „Keine Ahnung, nach dem gestern, fühle ich mich irgendwie, so, ahhh, so leer..“, beginnt sie, aber recht frustriert, weil sie wohl immer noch nicht das ausgedrückt hat, was sie eigentlich sagen will. „Es ist eher so eine Mischung aus Trauer, Sorge um dich und auch eine Art Hilflosigkeit, weil ich das Gefühl hab, dir in der Ganzen Situation so gut wie keine Hilfe zu sein.“ Ihr stehen leichte Tränen in den Augen und bevor ich was sage, küsse ich sie genau wie gerade. „Ell.“, kurz streiche ich ihr noch eine Strähne aus dem Gesicht bevor ich weiterrede, „du weißt gar nicht, was für eine große Hilfe du für mich bist. Ohne dich würde ich das Ganze auf keinen Fall überstehen. Von allen hier, bist du die größte Hilfe.  Einfach weil du da bist.“ Liebevoll lächle ich sie an und auch ihre Mundwinkel zucken für heute das erste Mal nach oben. „Und hab bitte keine Angst davor, mir zu sagen wenn es dir schlecht geht. Nur weil es meine Mutter ist, heißt das nicht, dass du nicht von ihren Aussagen verletzt sein darfst, die gehen ja auch gegen dich.“ Leicht nickt sie und schaut mich dankbar an. „Noch etwas kuscheln und dann mal lauschen, wann die anderen wach werden?“, frage ich sie, worauf sie nur grinsend nickt und sich direkt wieder an mich drückt.

Gemeinsam sitzen wir ziemlich gequetscht um den fast schon überfüllten Frühstückstisch herum. Ellie wirkt nach dem Gespräch und der Zeit im Bett wieder sehr entspannt und sie grinst mich auch immer mal wieder verliebt grinsend an, zum Glück wieder mit dem mir vertrauten Glanz darin. Auch den anderen scheint der Schlaf ganz gut getan zu haben, denn sie sind auch alle ruhiger und entspannter, auch Steph und Lucy. „Wusste übrigens gar nicht, dass du so klare Ansagen hinbekommst.“, grinst Olly seine Freundin aber dann an, nachdem er sein inzwischen drittes Brötchen verputzt hat. Die Themen sind in den letzten paar Minuten sowieso immer wieder in Richtung des Themas namens <gestern Abend> gerutscht.  Etwas verlegen lächelt Georgia, während wir alle sie etwas angrinsen. „Ich weiß selbst nicht woher das kam. Aber eine musste ja mal eine Ansprache halten und das so ruhig wie möglich. Hätten das Steph oder Lucy übernommen, wäre das alles andere als nett geendet.“ Da hat sie dann natürlich auch wieder recht und selbst die beiden angesprochenen stimmen, allerdings etwas murrend, zu. „Find ich aber gut, Schatz.“, grinst Olly nochmal zu seiner Freundin rüber. Glücklich lasse ich mein Blick über die Mädels -und Olly- streifen. Ich bin einfach so froh die Idioten zu haben. Allerdings fällt mir dabei auf, dass Keira ihre Freundin recht fragend und fast schon besorgt mustert. Genau in dem Moment schreckt sie etwas aus ihrer Starre und kreuzt meinen Blick. „Ich würde noch Pancakes nachmachen.“, wirft sie in den Raum, ist dabei aber schon halb in der Küche verschwunden. „Ich geh mal immerhin als Tragehilfe hinterher.“, zwinkere ich den anderen auch schnell zu bevor ich Keira in die Küche folge, die tatsächlich Pancakes nachmacht. Ob die noch wer reinbekommt sei mal so dahingestellt. „Ich hab Lucy noch nie so sauer wie gestern Abend gesehen. Das passt irgendwie auch gar nicht so zu ihr. Klar, sie ist ein ordentlicher Hitzkopf manchmal. Aber so angespannt wie gestern Abend kenn ich sie halt nicht.“, erklärt sie mir schulterzuckend während sie konzentriert den Pancake wendet. „So sauer hab auch ich sie noch nie gesehen, aber ich kenn sie ja auch noch nicht sooo lange und auf keinen Fall so gut wie du sie. Frag sie doch einfach mal in einer ruhigen Minute zu zweit, woher das kam. Sie wird dir da bestimmt nicht böse sein und es ist mit Sicherheit besser, wenn du das Thema privat und in Ruhe ansprichst, anstatt vor allen anderen.“ Von der Seite lächelt sie mich an. „Da hast du wahrscheinlich sogar recht, Oakland. Ausnahmsweise.“ Leicht schlage ich ihr spielerisch auf den Arm, bevor wir mit vollbeladenen Tellern zurück zum Tisch gehen, wo uns die meisten aber schon vollgefuttert und beim Anblick der Teller seufzend anschauen. Alle außer Olly und Steph. Die beiden sind hellauf begeistert und laden sich die Pancakes auf ihre eigenen Teller, aber während Steph schon reinhaut, sitzt Olly noch überlegend da, bevor er aufsteht und in die Küche geht, aus der nach ein paar Sekunden seine verwirrte Stimme ertönt. „Wo ist denn das Schokoladeneis hin?!“
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