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Blood and Chalk

von Makeyon
KurzgeschichteRomance, Fantasy / P18 / MaleSlash
Aether Bennett Razor Saccharose
14.02.2021
14.02.2021
1
13.963
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Blood and Chalk





Forschungstagebuch des Kreideprinzen


Mein aktuelles Projekt "Chemische Evolution - Sonnennachbildung" ist nun vollendet. Nach gewissen Fehlschlägen und ein paar Zwischenfällen mit Klee's hochexplosiven Kreationen ist dies nun wahrlich ein Durchbruch.


Albedo verdrehte beim Gedanken an jene Missgeschicke die Augen und seufzte. Das eine mal hatte die Plattform kaum von Boden abgehoben, ihn stattdessen mit enormer Geschwindigkeit nach vorne befördert, sodass er sich bäuchlings festklammern und dabei zusehen musste, wie der Rasen unter ihm radikal abgemäht wurde. Es war zum Glück nahe genug vom Zuckerblumenfeld Sucrose's entfernt geschehen. Das zweite Mal katapultierte ihn die Plattform so weit gen Himmel, dass Albedo schon fürchten musste, ins Universum geschossen zu werden - der Absprung aus enormer Höhe war äußerst bedenklich gewesen. An die Zwischenfälle mit Klee's Bomben wollte er gar nicht erst denken.


Notiz zu Sucrose
Sie macht Fortschritte was die Zuckerblumen betrifft.

Ich bin überzeugt, dass sie mich eines Tages auf dem
pflanzlichen Gebiet übertrifft.


Notiz zu Timaeus
Er hat heute erneut vergessen, meine Reagenzgläser auszuspülen.

Ein Glück ist es mir aufgefallen, ehe ich sie neu befüllt habe.
Wärmende Essenz und Pheromonserum sollte man nicht mischen.


Notiz zu dem Reisenden

Heute habe ich ihm das Schwert der Verderbnis vollends ausgehändigt.

Ich habe ein gutes Gefühl, was seine Handhabung mit dieser Waffe
betrifft und bin stolz, dass unser Experiment Früchte getragen hat.
Ich muss nochmals erwähnen, dass ich weiterhin großes Interesse
an ihm habe, welches offensichtlich einseitig ist. Zwar habe ich ein wenig
seines Vertrauens erlangt, doch spüre ich die Distanz, die er zu mir hält,
sei es aus Höflichkeit, Respekt oder gar aus Furcht.


Ziel: Gewaltfrei Nähe aufbauen
Hilfsmittel: Pheromoncocktails verschiedener Intensitätsstufen
Schwierigkeitsgrad: Hoch
Zeitraum: 3 Tage



Dies war ein durchaus straffes Zeitfenster, doch war der Geduldsfaden Albedo's nicht so lang, wie man es von einem ruhigen, rationalen Individuum wie ihm erwarten würde. Wenn es um die Forschung ging, wollte er schnellstmöglich Ergebnisse. Da verzichtete er auch gern auf eine Nacht Schlaf und aß stattdessen eine von Noelle's zauberhaften Luftigen Eierkuchen, um sich die nötige Energiezufuhr für seinen Kopf und Nervensystem zu beschaffen.
Der Schwierigkeitsgrad bei diesem Projekt war deshalb so hoch, da es sich hier um ein lebendiges Objekt mit eigenständigem Bewusstsein handelte, mit welchem Albedo zu interagieren hatte, um Ergebnisse zu erzielen. Beziehungen zu pflegen war keine seiner Stärken, da es ihn zu viele Nerven kostete, die er bevorzugt in andere Themen investierte und demnach auch keinerlei engen Kontakt zu irgendjemandem hatte. Selbstverständlich war Klee so etwas wie seine Schwester, doch sah er dies eher als einseitiges Aufpassen, dass die Welt nicht so schnell in Flammen aufging, als eine Bindung zwischen Geschwistern an.
Doch seine erste Begegnung mit dem Ehrenwerten Ritter hatte ihm gezeigt, dass es Ausnahmen gab. Albedo war wie verzaubert von diesem Fremden, welcher die Aura der Sterne mit sich trug. Eine endlose Faszination und ein unbändiges Verlangen nach mehr Wissen über diesen Reisenden wurde in dem Alchemisten gesät und er wollte mehr Erfahrungen mit ihm sammeln. Daher hatte er zu Ende des letzten Treffens mit Aether eine Einladung zum Essen ausgesprochen, wo er doch Restaurants und deren große Fleischportionen verabscheute. Doch der Reisende war auf die brilliante Idee gekommen, am Rande des Drachengrats auf dem Klagewind-Plateu, wo keine bittere Kälte mehr herrschte, mit ihm ein Picknick zu machen. Selbstverständlich bereitete der Ritter auch ein paar seiner köstlichen Speisen zu, was Albedo's verwöhnter Zunge und Faulheit selbst zu kochen, sehr entgegenkam.

Er blätterte um und schrieb:

Tag 1
18:30
Gewählte Dosis: 20 ml; Cicinbasis.


Der Alchemist erhob sich und betrachtete die lilafarbene Flüssigkeit, welche durch den Filter tropfte, in dem er getrocknetes Nebelgras aufgebrüht hatte. Dazu gab er noch eine Pipette mit verdünntem Schleimkonzentrat, gemahlene Flammenblumen und - die Zutat, deren Beschaffung am längsten gedauert hatte, kaum zu glauben - eigenes Sperma. Vorerst eine winzige Menge, die dazu diente, seine Pheromone durch die Haut auszustoßen, nachdem sein Körper das Gemisch aufgenommen hatte. Albedo befüllte sich zwei Phiolen mit der mittlerweile rötlichen Flüssigkeit und verstaute sie in seinem Mantel, ehe er den Reststand im Reagenzglas maß und in Anschluss in einem Zug austrank. Sein erster Magen erwärmte sich direkt, jedoch auf angenehmer Basis und im Zweiten spürte er nichts mehr von der Flüssigkeit, lediglich eine leichte Gelassenheit breitete sich in seinem Kopf aus, was natürlich auch am positiven Abgang des Gebräus in seinem Inneren liegen konnte. In seiner bisherigen Laufbahn hatte der Alchemist auch einige Fehlschläge seiner Tränke erleben müssen und die Nebenwirkungen waren fast schon bizarr gewesen. Bei diesem Pheromoncocktail konnte sich binnen der nächsten Minuten natürlich noch etwas Unerwünschtes entfalten, doch Albedo hatte ein positives Gefühl dabei.
Er machte sich auf den Weg und teleportierte sich an die Grenze des Drachengrats, wo er aus der Ferne bereits den anmutigen Reisenden sehen konnte, wie er sich im Gras niederließ und seine Habseligkeiten vor sich verbreitete. Der Duft von Butterbratling und Landeierkuchen wehte dem Alchemisten um die Nase, als er sich näherte und der Wind das Aroma der Kostbarkeiten herbeitrug.




Aether

Mein Bauch schlug Purzelbäume, während ich in Mondstadt beim Hirschjäger ein paar picknicktaugliche Gerichte zubereitete und ich fragte mich, ob ich überhaupt in der Lage war, nachher überhaupt einen Bissen runter zu kriegen.
Selbstverständlich zeigte sich ein Ehrenwerter Ritter nach außen hin immer gelassen, doch innerlich sah es da bei mir ganz anders aus.
Allein unsere erste Begegnung inmitten des Drachengrats in der bitteren Kälte hatte dafür gesorgt, dass ich seit jenem Moment kaum noch fror. Wie er dort stand, vollkommen versunken in seine Malerei, hochkonzentriert und gleichzeitig verträumt, die elegante Bewegung, die seine Hand mit dem Pinsel über die Leinwand tanzen ließ - Ich hatte mir nicht das Geringste anmerken lassen. Auch danach nicht, als er beschlossen hatte, mit mir herum zu experimentieren. Ohne zu überlegen hatte ich eingewilligt und war nicht auf Rosaria's Warnung eingegangen. Albedo hatte es geschafft, mich mit seiner bloßen Präsenz um den Finger zu wickeln und es fühlte sich nicht einmal falsch an. Alle Bedenken wichen reiner Faszination, wenn man sah, wie seine langen Wimpern seine Wangen berührten, wenn er die Augen senkte. Doch erlitt mein Herz mit jedem seiner wissenschaftlichen Fortschritte einen Stich, da ich am Ende nur ein Versuchsobjekt für ihn war - weiter nichts. Da halfen auch seine süßlichen Worte von wegen wir seien doch beide so etwas wie 'Sonderlinge' nichts. Dass unsere gemeinsame Zeit sowieso irgendwann vorüber war und Albedo sich wieder in seinem Labor in Mondstadt einschließen und jeglichen Kontakt zu anderen und auch zu mir abbrechen würde, war ebenso klar. Womöglich hatte er eine Gefühlswelt, die gerade so auf einen Teelöffel passte, da er den Großteil seiner Energie in die Alchemie und Forschung steckte.
Nun, ein wenig Zeit hatte er wohl nach dem Abschluss mit dem Schwert der Verderbnis, welches er mir überlassen hatte, für mich übrig. Sonst würde er mich nicht zum gemeinsamen Picknick einladen, oder? Ich lächelte in mich hinein, während ich die fertigen Gerichte in einem Beutel packte und mich anschließend zum Teleporter begab. Vor Ort war ich noch allein und fragte mich einen Moment lang, ob er es sich doch anders überlegt hatte, doch einen Augenblick später sah ich seine Silhouette aus der Ferne, die sich auf unseren Platz zubewegte. Ich tat so, als würde ich nichts mitbekommen und richtete alles her, versuchte meinen etwas eiligen Herzschlag und das flaue Gefühl im Bauch unter Kontrolle zu bekommen.
"Hallo Reisender, schön dass du gekommen bist.", sprach er mit seiner sanften, fast schon hypnotisch beruhigenden Stimme und ließ sich ebenfalls auf das Gras nieder.
"Freut mich auch, und nenn mich Aether.", erwiderte ich etwas kühl, während ich auch seinem Blick auswich, um mir die Hitze gar nicht erst zu Kopfe steigen zu lassen.
"Mit Vergnügen, Aether."
... Ich hatte jetzt schon das Bedürfnis, meinen Schal abzulegen. Schnell kramte ich noch Besteck hervor und blickte eine Sekunde zu ihm auf, ehe ich fragte "Möchtest du Butterbratling oder Landeierkuchen?"
"Ich genieße mit Vorliebe Süßspeisen. Aber sie schmecken noch besser, wenn man zuvor etwas Herzhaftes isst, wenn auch nur eine kleine Portion. Dann entfaltet sich der Geschmack intensiver auf der Zunge.", holte er Kraft seines biologischen Fachwissens aus und machte damit klar, dass er sich offenbar mit beidem vollstopfen möge.
So schob ich ihm jeweils eine Portion auf kleinen Tellern entgegen und bediente mich ebenfalls eines Butterbratlings.
"Achja, ich bin unterwegs in eine Pfütze getappt, laut Teyvat's Lieferregeln sind diese Speisen nun nicht mehr genießbar.", witzelte ich trocken und mein Gegenüber schmunzelte leicht.
"Etwas mehr Feuchtigkeit hat noch keiner Speise geschadet. Wusstest du, dass die Zugabe von Schleimkonzentrat den Sättigungsfaktor erhöht?" Jetzt legte er richtig los. "Da es in dieser Form noch lebendig ist, versucht das Konzentrat sich erneut auszudehnen - aber keine Sorge, unsere Magensäure zerstört es nach spätestens drei Stunden, ehe es uns von ihnen auffressen könnte. Da ist der Sättigungszustand bereits eingetreten."
Den Mund voll starrte ich ihn nun doch direkt an. Seine Mimik änderte sich nicht, doch schien er zu bemerken, dass das etwas zu viel Information für mich war. "Verzeih, ich wollte dir nicht den Appetit verderben."
Etwas gehemmt schluckte ich meinen Bissen hinunter und griff nach dem Wolfshakensaft, um mir den Gedanken an lebendigem Schleim in meinem Magen wegzuspülen.
"Hast du ... in letzter Zeit wieder was Interessantes gemalt?", versuchte ich das Thema zu wechseln und zum Glück ging er auch direkt darauf ein.
"Durchaus, ein paar der groß gezüchteten Zuckerblumen in Saccaroses Laboranteil und eine technische Zeichnung meiner Blütenplattform. Eventuell ergibt sich da noch etwas Neues, doch ich bin mit meinem Ergebnis relativ zufrieden. Ich zeig sie dir gern nach dem Essen." Ich sah ihn kurz an und er lächelte leicht, ehe er sich den Eierkuchen widmete.
"Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich auch mal eine Zeichnung von dir anfertige - Weniger eine Anatomische - eher eine Art Portrait?"
Beim Gedanken daran, als Modell für Albedo eine ganze Weile still zu halten und seine analytischen Blicke auf mir zu spüren, wurde mir wieder heiß. Schlechte Idee.
"Klar, kein Problem.", gab ich gelassener als befürchtet von mir und setzte erneut den Saft an.

"Wie wäre es mit jetzt?"

Ich verschluckte mich an dem violetten Getränk und hustete mehrfach. Er beugte sich zu mir und streckte die Hand nach meinem Rücken aus, ich wich reflexartig zur Seite und gab noch hustend und mit heiserer Stimme von mir: "A-alles gut, passt schon!"
Verdammt, reiß dich zusammen, Aether!
Ich wischte mir dem Mund mit dem Handrücken und steckte den Saft weg, ehe ich mich etwas bequemer hinsetzte - So bequem, wie es mein aktueller Gefühlszustand zuließ.
"So in Ordnung?"
Albedo stopfte sich noch ein Stück des Desserts rein, ehe er zum Klemmbrett griff.
"Das sieht ein wenig verspannt aus."
...
Sein Ernst?

"Würdest du dich hinlegen?"
...
SEIN ERNST!?

Ich tat wie geheißen. War ja nicht schlimm, sich einfach ins weiche Gras zu legen? Schlimm war das Wissen, dass Albedo's Blick durchgehend über meinen Körper wanderte, während sein Kreidestift über das Papier strich. Ich hielt die Augen fest geschlossen, während ich eine Bewegung seinerseits hören konnte.
"Darf ich...?"
Ich zuckte leicht, als seine behandschuhte Hand sanft meinen Unterarm nahm und ihn seitlich meines Kopfes platzierte. In dem Augenblick konnte ich seinen Atem auf mir spüren, so nahe schien er gerade zu sein.
"Bleib so, wenn das angenehm für dich ist."
Ich nickte zaghaft und sah nicht im Traum ein, meine Augen zu öffnen. Ich wollte nicht wissen, wie nahe er mir war, ehe mein Gesicht heiß wurde.
Man konnte die Vögel zwitschern hören und wie die sanften Winde durch die Bäume und das Gestrüpp wehten. Dazwischen immer wieder das zarte Geräusch von Kreide, welche über das Pergament strich, mal schnell, mal langsam. Es war durchaus schön, einfach hier zu liegen und zu wissen, die alleinige Aufmerksamkeit des Alchemisten zu haben, der in diesem Moment nicht einmal etwas für seine Forschung, sondern für seinen inneren Künstler tat. Was auch immer mit dem fertigen Gemälde geschehen sollte... Ich konnte es nirgends aufhängen, da ich aktuell kein wirkliches Zuhause hatte. Zumal es sowieso eigenartig war, Bilder von sich selbst aufzuhängen? 'Ehrenwerter Ritter' hin oder her.
Ich wusste nicht, wie viel Zeit verstrichen war, als er wieder die Stimme erhob.
"Ich bin fertig... Hab Dank, Aether."
Ich blinzelte und die knapp untergegangene Sonnte hatte alles in sanfte Rot- und Violettöne getaucht.
"Willst du es sehen?" Er drehte sein Klemmbrett zu mir und enthüllte ein mehr als perfektioniertes Gemälde von mir.
"Wow... du hast wohl meine Schokoladenseite erwischt!", lobte ich ihn mit Humor, doch Albedo ging nicht direkt darauf ein, sondern tat etwas, das mich wieder vollkommen aus der Bahn warf. Er legte das Klemmbrett beiseite und nahm meine Hand, führte sie an seine Lippen heran und sprach leise und mit der sanftesten Stimme, die mein gesamtes Innerstes mit süßem Öl ausfüllte: "Für mich bestehst du nur aus Schokoladenseiten, Aether." Sein so vielsagender Blick gab mir den Rest. Ehe ich dort, wo ich war, regelrecht in den Boden schmolz, riss ich meine Hand wieder an mich und sprang auf.
"M-mir ist eingefallen, dass ich heute noch keine Dailys gemacht habe! Es ist schon spät und Katheryne macht bald Feierabend, alsooo-" Ich rupfte meinen Beutel hoch und stopfte die übrigen Fressalien ein. "...bis morgen oder so? Da geh ich sowieso wieder auf den Drachengrat, um blutrote Achate zu sammeln. Bis daaaahaaann!", rief ich und winkte dem etwas perplex zurückgelassenen Alchemisten und rannte wie vom Lawachurl geboxt zum Teleporter.
Das war knapp...
Ich war viel zu schwach. Ich durfte nicht so sehr auf ihn eingehen... Am Ende nutzte er das vollkommen aus, weil ich ein leichtes Opfer war. Ich teleportierte mich zu einem muschelartigen Strandhaus der Yaoguang Untiefe im Süden von Liyue, weit weg von Albedo's Terrain, um dort meine Zeit abzusitzen. Das mit den Dailys war reine Notlüge gewesen, denn ich hatte sie bereits am Vormittag erledigt gehabt.
Was tat er bloß mit mir?



Forschungstagebuch des Kreideprinzen


Bisherige Ergebnisse:

- Erhöhte Herzfrequenz des Objekts
- Objekt reagiert verunsichert
- Objekt zeigt Abwehrhaltung


Bisheriges Hilfsmittel:  Pheromoncocktail - Stufe 1
Bisherige Nebenwirkungen: Verstärkter Bedarf an Hämoglobin
Neues Hilfsmittel: Erhöhte Menge des Spermas > Pheromoncocktail - Stufe 2



Albedo legte den Stift ab und fuhr sich durch das aktuell ungeflochtene Haar. Es war mehr als logisch, dass dieser Trank Nebenwirkungen hatte, doch dass er seine Wirkung bei den Reisenden verfehlte, war durchaus zum Leidwesen des Alchemisten. Aber ein Wissenschaftler gab erst auf, wenn er alles versucht hatte. Albedo hatte einen enormen Ehrgeiz, der ihn oft an seine Grenzen trieb. Den Hämoglobinmangel erkannte er an seiner Haut, welche etwas blasser war als sonst. Nun galt es für ihn jedoch, zuerst seine Zutaten zu beschaffen – Allem voran eine spezielle Zutat. Er richtete eine Phiole her, die er gut erreichbar auf den Labortisch neben sich stellte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, ehe er seine Hose öffnete. Dann griff er nach einem Tiegel mit präparierter Schleimabsonderung und verteilte eine riesengroße Portion in seinen Händen. Sein Blick schweifte zu dem Gemälde, welches er zuvor von dem Reisenden angefertigt hatte - zu genau diesem Zweck. Durch optische Reize gelangte Albedo besonders schnell an sein Ergebnis. Und Aether war ein unglaublich starker optischer Reiz. Mit zunehmend schnelleren Atemzügen bewegte er seine durch den Schleim großflächig befeuchtete Hand an seinem Schaft auf und ab und gelangte direkt in seine Kontraktionsphase. Er musste sich zusammenreißen, nicht den Kopf dabei zu verlieren und in dem richtigen Moment zur Flasche greifen. Er warf den Kopf in den Nacken und ein unerwartet lautes, fast schon hilfloses Stöhnen entkam seinem halb geöffneten Mund, ehe er die Phiole packte und sich zielgenau in sie ergoss. Schwer atmend und mit zitternden Händen verschloss er den Behälter und säuberte sich selbst, ehe er die Hose wieder verschloss. Mit schnellen Handgriffen stellte er den stärkeren Trank her und bemerkte dabei, wie ein zunehmend taubes Gefühl in seine Finger kroch und sich allmählich auf seine Hände ausbreitete. Mit schwerem Atem stützte er sich auf seinen Labortisch und schloss für einen Moment die Augen, um die Situation als kritisch einzustufen. Er konnte leise, federnde Schritte sich der Labortür nähern hören. Anschließend öffnete sie sich und eine zarte Stimme ertönte und schallte durch das schummrige, geräumige Labor.
"Albrüderchen, bist du daaa?"
Albedo öffnete die Augen und atmete einmal durch, um so ruhig wie möglich zu antworten.
"Klee."
Das Klopfen ihres kleinen Herzens wurde beständig lauter in seinen Kopf und hüllte ihn mehr und mehr ein, je näher sie kam.
"Ich hab wieder eine Niete, reparierst du mir die?"
Albedo ließ sich auf den Stuhl nieder und hielt sich den Kopf. Das war ein ungünstiger Moment. Klee schien das zu bemerken, da sie ihn etwas verwundert beäugte. "Brüderchen?"
Er ließ die Hand sinken und blickte Klee schwach an, die Haut weiß wie Kreide. Ihr Herzschlag donnerte in seinem Kopf. Sie hob ihre kleine Hand und berührte seine erkaltete Wange.

"Hast du Durst?"

Albedo bewunderte die Feinfühligkeit seiner Stiefschwester.
"Ja... ganz Schrecklichen.", gab er ehrlich und mit leiser Stimme zu.
Klee machte große Augen, dann lächelte sie und zog sich seitlich auf seinen Schoß, legte die Arme um seine Schultern.
"Wie in alten Zeiten?"
Der Alchemist seufzte, erleichtert über die Furchtlosigkeit und das Vertrauen, das sie ihm entgegenbrachte. Mit der tauben Hand zog er den Kragen seiner Schwester beiseite und leckte über den zierlichen Hals, ehe er die dezenten, dennoch nadelspitzen Eckzähne entblößte und sie so sanft wie möglich in ihre weiche Haut versenkte.
Klee gab ein kurzes Wimmern von sich, ehe sie vollkommen ruhig blieb und behutsam über sein Haar streichelte. Der liebliche Geschmack ihres warmen Blutes entfaltete sich auf seiner Zunge und die Lebensessenz floss seine Kehle hinab, gab ihm Körperwärme und Gefühl zurück in seine Glieder.
Es war frustrierend, dass er seine Liebsten verletzen musste, anstatt ein Mittel herstellen zu können, welches die Arbeit seines nicht funktionierenden Knochenmarks ersetzte. Das Problem war, dass das Hämoglobin frisch sein musste. Warm - 'lebendig'. Er hatte bereits alles versucht und so wahr er ein begabter Alchemist war, so zeigte sich hier seine allergrößte Schwäche. Immerhin war Albedo fähig, einen Trank herzustellen, das seinen Opfern wieder auf die Beine half - ein starkes Blutbildungsmittel, welches seine Wirkung binnen Sekunden entfaltete. Dazu noch ein durchaus angenehmer Geschmack, den Klee besonders zu schätzen wusste.
Er ließ von ihr ab und hob sie auf seinem Arm hoch, ging zu einem der Regale und reichte ihr ein Fläschchen, welches sie ruckzuck austrank, ehe sie voller Energie wieder von seinem Arm hüpfte und ihn anstrahlte.
"Jetzt ist es besser, nicht wahr?"
Albedo lächelte und nickte, ehe er die Hand nach ihr ausstreckte. "Und nun zeig mir deine Niete, ich repariere sie dir."



Aether

Die Nacht verbrachte ich mehr oder minder entspannt in meinem Unterschlupf, ehe mich am frühen morgen die Geschosse eines Ruinenjägers liebevoll weckten. Zugegeben war das hier nicht der beste Schlafplatz, denn dieser Jäger zog hier schon ewig seine Streife, egal wie oft man ihn erledigte, so tauchte er am nächsten Tag wieder auf. Ich war auch wirklich nicht der beste Gegner für ihn, da der Wind allerhöchstens ein wenig durch seine Schrauben pfiff, ihn jedoch keineswegs umhaute.
"Aether huhuuu! Brauchst du Hilfe??", tönte eine bekannte Stimme aus der Ferne, welche ihm einerseits Unbehagen, andererseits angenehme Wärme bescherte.
"Bennett, Razor! Jaaa!", rief ich dem Unglücks-Abenteurer und dem Wolfsmenschen zu, die sich mit Gebrüll auf die Maschine stürzten und sie binnen weniger Sekunden zerstörten. Ein Traumduo.
"Danke, vielen Dank euch beiden!" Ich humpelte zu ihnen hinüber, da er mich einmal gut erwischt hatte.
"Kein Ding, hier, nimm das!" Bennett warf mit Schmackes einen riesigen, warmen Kreis mit einem großen Daumenhoch auf den Boden unter uns allen, welcher mir sofort den Schmerz nahm und mich mit neuer Energie erfüllte.
"Wollen wir noch was gemeinsam machen? Wie wär's mit ner Runde Drachengrat? 'N paar Achate und Truhen sammeln!", schlug er genau das vor, was ich ihn fragen wollte. Zwar geschah mit Bennett immer wieder spannendes Zeug, aber so war es niemals langweilig. Und Razor war das lebende Beispiel, dass das Unglück des Abenteurers nicht unumgänglich war. Seit ich die beiden kannte, waren sie gemeinsam unterwegs gewesen und machten alle Gegenden unsicher, sei es Mondstadt oder sogar weit im Süden von Liyue, wie hier.
Voller Enthusiasmus, der von Bennett auf Razor und mich übergegangen war, teleportierten wir uns mitten hinein und erkundeten die Sternschimmerhöhle. Eine weitere gute Eigenschaft Bennett's war sein Feuerelement, mit welchem er sämtliche Fackeln entzünden konnte, damit uns die bittere Kälte, welche auf dem Drachengrat herrschte, nicht allmählich auffressen konnte. Zugegeben, waren wir drei nicht für solch ein Klima gekleidet, aber das zwischenzeitliche Ausruhen an einer warmen Fackel oder Lagerfeuer machte es durchaus erträglich.
Wir fanden einige blutrote Achate und erkämpften uns hübsche Truhen, welche von einigen Fatui oder Cicin-Zauberinnen bewacht wurden. Razor's massiver Zweihänder war ein guter Schildbrecher und Bennett's Feuer breitete sich in Kombi mit meinem Wind quer über das Schlachtfeld aus, sodass uns nichts mehr umhauen konnte. Ein unschlagbares Trio - Dachten wir uns.
Doch der Drachengrat war, so viele Schätze er doch aufwies, ein eiskaltes Ungeheuer.
Ein Schneesturm trieb uns trotz wärmendem Gulaschs im Bauch die bittere Kälte in die Knochen und sorgte dafür, dass wir uns weder sehen, noch hören konnten.
Ich kniff die Augen zusammen und versuchte in der Ferne noch einen meiner Kameraden zu erkennen, doch der stechende Schmerz der Eiseskälte und der tosende Wind in meinen Ohren sorgten dafür, dass ich nahezu ohnmächtig wurde. Von schwach aus der Ferne konnte ich noch das warme leuchten eines Feuers sehen, doch es war zu weit entfernt.
"..ther!"
....
"Aether, hiiiiier! Feuer!
....Komm, schne...
...Beei..."

Bennett's Stimme verebbte im Sturm und ich fühlte meinen Körper in den eiskalten Schnee fallen, welcher sich in jenem Moment wie ein weiches Kissen anfühlte. Vielleicht...
...war ich einfach nicht für diese Welt bestimmt...




Ich erwachte, als etwas meine Stirn berührte.
Das Erste, was ich sehen konnte, war eine verschwommene Silhouette in relativ dunklem Licht. Es fühlte sich warm an. Ich lag weich und mein Kopf war erhöht gelegen, sodass ich einigermaßen aufrecht lag.
Die Gestalt nahm allmählich Klarheit an und sofort wurde mir wieder schwindelig.
"A...Albedo?" , flüstere ich und sein leerer Blick hellte sich auf.
"Du bist in Sicherheit, Aether.", erklang seine beruhigende Stimme und er steckte irgendwas in seine Tasche, ehe er sich erhob und mir den Rücken zukehrte, um an irgendwas zu hantieren, das leicht klirrende Geräusche machte. Dann wurde etwas eingegossen und er kam wieder zu mir herüber, einen Becher mit einer heiß dampfenden Flüssigkeit in der Hand. Ich hätte vermutet, dass es Tee war, doch bei der Brühkunst eines Alchemisten konnte man ja nie wissen.
"Hier, das habe ich selbst zusammengestellt. Es wärmt deinen Körper auf und gibt dir gleichzeitig die notwendige Energie zurück."
Bingo.
Ich nahm das goldfarbene Gebräu dennoch ohne groß zu zögern entgegen und schlürfte vorsichtig daran. Es schmeckte süß und ein bisschen nach Honig.
Sofort erfüllte die heiße Flüssigkeit mein Inneres und mir wurde angenehm warm. Auch mein etwas wattiger Kopf klarte sich auf und die Erinnerungen an den heftigen Sturm schossen mir vor Augen.
"Bennett und Razor! Sie waren auch mitten in Sturm!", rief ich panisch und im Gesicht des Alchemisten regte sich kein einziger Muskel. Er antwortete mit sanfter Stimme: "Keine Sorge, sie sind beide wohlauf und befinden sich aktuell in Mondstadt. Ich habe dafür gesorgt, dass Timaeus sie begleitet."
Mir fiel ein Stein vom Herzen und ich strahlte ihn an. "Danke! Vielen Dank! Und... wie...-? Dieser Sturm war grausam, wie hast du mich gefunden?"
Albedo wich meinem Blick aus und nahm den leeren Becher wieder an sich, um mir wieder den Rücken zuzukehren. "Mein Körper reagiert nicht auf starke Temperaturen. Die Kälte macht mir folglich nichts aus."
Ach, deshalb konnte er einfach mitten im Wald auf dem Drachengrat herumstehen und Hilichurle portraitieren...
Aber eines fiel mir dabei noch ein:
"Es war aber auch schwer, etwas zu sehen? Ich hatte irgendwann keine Orientierung mehr."
Der Alchemist trank ebenfalls etwas aus einem kleinen Glasfläschchen, ehe er sich wieder zu mir drehte und einen Stuhl an mein Sofa schob, auf welchem er sich niederließ.
"Das mag jetzt seltsam klingen, aber ... ich habe dich gespürt."
Mein Sichtfeld verzog sich kurz, als wollte mein Bewusstsein wieder schwinden.
Wie meinte er das?
"W-wegen dem Schwert?", fragte ich direkt, um meinen ansteigenden Puls zu kontrollieren.
"Nein, sonst hätte ich gesagt, ich habe die Präsenz des Schwertes gespürt."
Klar. Logisch. In meinem Kopf tanzten Fragezeichen Ringelreih mit meinen Hormonen und ich hatte wieder das Bedürfnis aufzustehen und wegzurennen. Aber ich wusste nicht einmal, wo ich hier war. Ich schluckte schwer und ließ es zu, dass sein Blick über mich wanderte, als wolle er meine Reaktionen analysieren, mich vollkommen durchleuchten.
"Wie fühlst du dich? Wollen wir einen Spaziergang machen?"
Einen... Spaziergang!? Das klang mal absolut nicht nach ihm, aber vielleicht wollte er nur testen, wie das Mittel bei mir wirkte. Ich war ja offenbar sein Versuchsobjekt für Allerlei. Das Dumme war nur - und deshalb durfte ich mich auch nicht darüber beschweren - Ich machte freiwillig mit. Ohne jegliche Zweifel oder Misstrauen. Warum? Wie schaffte Albedo es jedesmal, mich derart zu benutzen, ohne dass ich es bemerkte?
Siehe da, ich stand soeben auf und wollte ihm zur Tür folgen, ehe er abrupt stehen blieb und die Hand ausstreckte. "Nimm meine Hand, wir teleportieren uns."
"U-uhm...okay. ", murmelte ich und legte leicht zögerlich meine Hand in Seine. Dadurch, dass wir beide Handschuhe trugen, war das Gefühl nicht sonderlich stark, doch eines sickerte mir direkt in mein Inneres: Meine Hand passte perfekt in Seine und ich hatte das Gefühl, tief in mir beantwortet zu werden.
Noch meinen aufblühenden Gefühlen nachhängend, bemerkte ich kaum, wie wir den Ort wechselten und bei einer Sphäre auf einer schönen Ebene landeten, die ich sofort wiedererkannte: Die Sterngreifklippe.
Es war ein wunderschöner, sonniger Nachmittag.
"Hier wachsen die Cecilien, ich brauche sie als Forschungsmaterial - unter anderem, um meine Sonnennachbildung zu optimieren.", erklärte er trocken und holte mich sofort wieder auf den Erdboden zurück. Natürlich war das kein romantischer Spaziergang, es diente lediglich dem Zweck, dämliche Blumen zu pflücken, Blumen, die Venti an seinen verdammten Hut gesteckt hatte. Was war das bitte für seltsames Forschungsmaterial!? Wetten, er erwartete nun von mir, dass ich hier sein Pflücksklave wurde.
"Du kannst mir gern helfen, aber gib Acht, dass die Blütenblätter unversehrt bleiben."
Selbstverständlich, ehrenwerter Herr Kreideprinz, bücke ich mich für Euch!, schoss es mir durch den Kopf und Ich drehte ihm kurz den Rücken zu, um eine wutentbrannte Grimasse zu schneiden. Pflück deinen Kram doch selbst. Ich hab Besseres zu tun, als dein dämlicher Assistent zu sein...
Ich hatte so gehofft das hier wäre mal ... -

"Alles in Ordnung, Aether?", erklang seine Stimme mit einem Mal hauchzart in meinem Nacken und ich fuhr zusammen, mein Herz begann wieder lustige Sachen zu machen. Ich drehte mich ruckartig um, ehe er mich betatschen konnte und sah, wie seine Miene tatsächlich besorgt aussah. So verletzlich, so zerbrechlich, so...
"Ja... Alles gut, überlass das nur mir!" Damit galoppierte ich in Windeseile über die Wiese und pflückte die edlen, schneeweißen Blumen an einer Stelle weiter weg von Albedo, sodass er mich nicht nochmal derart überraschen konnte. Zumal ich mich noch durchgehend von ihm beobachtet fühlte. Notierte er sich das auch, wie ich seine Blumen aberntete? Zählte das noch nachträglich zum Experiment?
Als ich irgendwann mit einem Arm voller Cecilien zu ihm zurückkam, bemerkte ich, dass er es sich tatsächlich auf der Wiese am Rande der Klippe bequem gemacht hatte und mal wieder etwas zeichnete. Einen Moment hatte ich große Lust, ihm die Blumen um die Ohren zu hauen, aber der Anblick wie er dort saß, vollkommen versunken in seine Kunst, war leider viel zu schön.
"Ich... Ich hab sie, hier.", verkündete ich, während ich die Cecilien behutsam neben ihm ablegte.
"Danke dir, Aether.", sprach er sanft, ohne sich von seinem Klemmbrett abzuwenden.
"Sieh her, das hier ist die Chemische Evolution - Sonnennachbildung."
"Sieht aus wie eine Blume.", kommentierte ich leise beim Anblick seiner technischen Zeichnung.
"Da hast du vollkommen Recht.", stimmte Albedo zu und berührte eine der noch stehenden weißen Blumen vor sich. "Ich habe mich an den Cecilien orientiert. Sie wachsen immer zur Sonne hin, siehst du?"
Bei mir wächst auch gleich was zur Sonne hin, wenn du so weitersprichst...
Er legte er sein Zeichenmaterial beiseite, erhob sich und sah mich an. Mir blieb direkt der Atem im Halse stecken, weil wir so nahe beieinander standen.
"Geh einen Schritt zurück.", befahl er direkt. Mist.
Sobald ich das jedoch getan hatte, warf er seine Hand mit Schwung auf den Boden und eine Impulswelle wurde ausgesandt, ehe eine blütenförmige Plattform unter seiner Hand entstand, die ca. einen halben Meter Radius hatte. Sie war Fliederfarben mit einem goldenen Kern und sah technisch aus, aber gleichzeitig auch natürlich und elegant.
"Komm, stell dich mit mir hier hin." Er nahm direkt meine Hand und zog mich an sich auf die Blüte, welche sich bei Kontakt mit unseren Füßen nochmals entfaltete, dabei Gold- und Silbertöne annahm und sich gen Himmel erhob. Ich sog kurz erschrocken die Luft ein und klammerte mich mit den Händen an seinen Schultern fest, woraufhin er seine eigenen Hände an meine Taille legte, um mir zusätzlich Halt zu geben. Doch bewirkte diese Art der Berührung eher das Gegenteil, da mir direkt schwindelig wurde. Ein Glück fuhr diese Art Aufzug nicht allzu hoch, einen Sturz würde mir also nichts ausmachen, außer man fiel die Klippe herunter. Ich blickte zu Albedo und bemerkte, dass er mich die ganze Zeit über ansah. Mit seinen meeresblauen Augen und den langen Wimpern, die sie perfekt umrahmten.
"Das ist sie, meine Sonnennachbildung. Ein praktisches Werk, sowohl im Alltagsgebrauch, als auch für einen Kampf.", erkläre er wieder staubtrocken, was absolut nicht zu seinem innigen Blick passte.
"Sie ist echt praktisch- a-also echt... schön.", stammelte ich, den Blick suchend zu unseren Füßen und verrannte mich in das Gefühl seiner sanften Hände auf meinem blanken Rücken. Ich malte mir aus, wie sie sich ohne Handschuhe anfühlen würden, wenn sie zärtlich über meine Haut strichen, keinen Zentimeter ausließen...
"Aether."
Ich sog die Luft ein und sah ihm erneut in die Augen. Mein Herz raste und mein Gesicht musste mittlerweile sichtbar glühen. Ich konnte es nicht mehr verstecken, nicht in diesem Moment.
"Wärst du bereit für ein weiteres, kleines Experiment?" Sein Blick war so sanft, so tief und so vertraut und seine Stimme klang so unglaublich warm, wenn auch diesmal sogar etwas schüchtern.
Ich schluckte und nickte deutlich. Mach mit mir, was du willst. Lass mich nur nicht los!

"Schließ die Augen."

Ich tat wie geheißen und bekam sofort weiche Knie. Hoffentlich warf er mich jetzt nicht herunter.
Stattdessen aber legte sich eine seiner Hände mit der samtigen Oberfläche seines Handschuhs an meine Wange und umfasste mein Kinn, hielt es mit Feingefühl an Ort und Stelle, als seine weichen Haarsträhnen mein Gesicht kitzelten. Anschließend spürte ich ganz kurz ein federleichtes Gefühl auf meinen Lippen, es war so zart, dass ich es kaum erfassen konnte.
Dann - endlich - So weich wie Seidenblumen und warm wie die Abendsonne, legten sich seine Lippen auf meine. Ich schmolz in diese innige, zarte Berührung hinein und fuhr mit einer Hand von seinen Schultern zu seinem Nacken, um ihn bei mir zu behalten, für diesen einen Moment. Dieser kurze, magische Moment, in welchem es sich so anfühlte, als wollte er wirklich meine Nähe. Nicht für seine Forschungen, sondern nur für sich. Für sich ganz allein. Ich würde ihm so viel geben können, so verdammt viel...
Doch wie es das ungeheure Schicksal wollte, wurde dieser perfekte Moment unterbrochen. Und zwar von etwas, dass mir einen Schauer den Rücken hinab jagte.
Albedo löste sich und sah mit mir in die Richtung, aus der die verheißungsvollen Windböen kamen. Und da war es schon.
"Ein... Ein Auge des Sturms! Ich bin komplett nutzlos dagegen!", rief ich panisch in zunehmenden starken Wind, der uns das Haar zerzauste und uns jetzt schon fast von der Plattform wehte. Albedo sah mich einen Moment bestimmend an. "Ich kümmere mich darum, geh solange in Deckung." Damit ließ er den Aufzug herunterfahren und ich sprintete ein gutes Stück weit weg, während Albedo eine weitere Blüte nahe des Feindes auf den Boden warf und damit auf Augenhöhe mit dem Ungetüm war. Seine elegante Schwertkunst und der starke Angriff aus dem Sprung waren eine Augenweide für mich. Bei ihm sah das alles so einfach aus. Und so umwerfend schön. Das Auge des Sturms hatte wohl schnell genug und fiel zu Boden, das war meine Chance! Ich sprang hin und wollte ihm ebenfalls einen Hieb verpassen, ehe Albedo noch "Halt! Bleib weg!", rief, es jedoch schon zu spät war. Das Auge drehte sich blitzschnell um die eigene Achse, erzeugte einen heftigen Tornado, wie ich ihn selbst produzieren konnte, nur stärker, schneidender, schmerzhafter. Der scharfe Wind zerriss mir sowohl Kleidung, als auch Haut. Ich wurde nach hinten geschleudert und landete auf der unteren Ebene der Klippe.
An mehr konnte ich mich an diesem Tag nicht erinnern.



Forschungstagebuch des Kreideprinzen


Ziel: Gewaltfrei Nähe aufbauen
Beobachtungen:
Nebenwirkungen:


Albedo verkrampfte sich und ließ den Stift fallen. Seine Hände zitterten unablässig und sein Kopf pochte. Er stützte sich mit beiden Ellenbogen auf dem Tisch ab und hielt sich die Hände vor den Mund, von welchem unkontrolliert Speichel tropfte.
Er hatte es wahrgenommen.
Das umwerfende Aroma seines Blutes.
Es war so wahnsinnig stark, so intensiv.
Der Reisende war deutlich nicht von dieser Welt.
Mittlerweile war er sich nicht einmal mehr sicher, ob seine Nebenwirkungen wirklich von dem Trank kamen, oder ob sie durch Aether's Nähe entstanden waren. Albedo hatte solch ein großes Verlangen nach diesem Menschen aus einer fremden Welt, dass es ihm den Verstand raubte. Niemand sollte ihn jetzt in diesem Zustand sehen...
Sein Objekt der Begierde lag aktuell im Nebenzimmer und wurde von Sucrose versorgt, welche zu Albedo's Glück nach dem Kampf mit dem Auge des Sturms zur rechten Zeit am rechten Ort war. Er hatte es nicht fertig gebracht, sich dem verletzten Ritter zu nähern, seine Wunden waren enorm tief und bluteten so stark, dass er es nicht ertragen konnte.
Albedo schämte sich zutiefst, dass er so schwach war. So schwach für etwas, das durch die Adern eines jeden Wirbeltiers floss. Warum konnte er es nicht selbst produzieren? Warum war er so abhängig von anderen?
'Denn die Kreide kann allein nicht existieren.', hatte seine Herrin einst gesagt. 'Daher speise ich meine Brutkästen mit meinem Blut, um Ihnen das zu geben, was sie brauchen, um ein Lebewesen wie wir zu werden. Auch wenn sie in diesem Stadium noch weit davon entfernt sind.'
Albedo kannte die Antwort mittlerweile. Sie hatte dasselbe auch mit ihm getan. Und nun musste er sich auf eigene Faust die Essenz des Lebens beschaffen, ohne zu morden. Blut von humanoiden Monstern wie Hilichurlen war leider nicht mit seinem Körper kompatibel, genauso das sämtlicher Nutztiere. Er hatte schon einiges versucht... Seit dem Experiment wurde sein Bedarf größer und nahm einen beachtlichem Teil seines Kopfes ein, den er sonst für seine anderen Forschungen genutzt hätte. Nun in den Zustand, in welchem der Homunculus sich nun befand, konnte er nur noch an diese Dinge denken:
Aether. Blut. Aether's Blut.
"Hilfe... Hilf mir... Herrin...", flüstere er verzweifelt und schwach gegen die Tischplatte, auf welcher sein Oberkörper herabgesunken war. Er hatte selten nach ihr verlangt, doch er war an seine Grenzen gestoßen. Eine Träne rollte seine Wange hinab, ehe er zusammenfuhr, als sich sanfte Schritte der Labortür näherten. Es war Sucrose, wie er binnen Sekunden erkannte, allein an den Impulsen, die sie mit ihren Bewegungen aussandte.
"Mister Albedo..."
Er hielt sich sofort den Kopf, als ihr Herzschlag in seinen Ohren stetig lauter wurde.
"Geh wieder."
"A-aber es geht Euch nicht gut..."
"Bitte.", presste er nachdrücklich mit zusammengebissenen Zähnen hervor. Er wollte in seinem Zustand nicht von ihr gesehen werden.
"Lasst mich Euch doch wenigstens helfen." Ihre Stimme klang schon viel zu nahe.
"VERSCHWINDE!", schrie er, in der Hoffnung, sie abzuschrecken, doch sie rührte sich nicht.
"M-mister Albedo, Ihr dürft mich anschreien so viel Ihr wollt. Ich...ich kann nicht anders, ich sorge mich-"
Binnen einer Sekunde fuhr der Alchemist vom Tisch hoch und packte seine Assistentin grob an ihrem Kragen, hob sie daran nach oben.
"Sein Geruch haftet an dir..." , raunte er und sog die Luft ein, die Sucrose umgab.
"Nun ich... H-habe ihn ja auch versorgt...", stotterte sie und ihr Puls hämmerte in Albedo's Kopf. "D-das... Das ist ein äußerst starker Pheromontrank, den Ihr intus habt...", hing sie noch etwas verlegen an, ehe er sie wieder zu Boden sinken ließ.
"Wirkungsstark bei der falschen Person.", zischte er und hielt sich den pochenden Kopf.
"Bitte, Mister Albedo..." Ihre Stimme klang durch den ganzen Lärm, den Ihr Herz machte, nur noch gedämpft in in seinen Ohren.
Er sah auf und erkannte, dass sie ihr Dekolleté freigelegt hatte.
"Lasst mich Euch helfen..." Ihr Gesicht war gerötet und ihr aufgeheiztes Blut rauschte hörbar wie ein starker, reißender Fluss durch ihren Körper.
Ohne Worte packte er sie gezielt im Nacken und presste ihre Kehle gegen seine Zähne, die sich augenblicklich in ihre warme Haut bohrten. Albedo's Kopf schaltete sich für den Moment aus, als er an ihren bittersüßen Strom des Lebens gelangte und ihn gierig in sich aufsaugte. Ihm war nicht klar, wie sehr sie wimmerte und schrie, da er nichts wahrnahm. Nur das befriedigende Gefühl von Hämoglobin, das sein Inneres erfüllte. Irgendwann löste er sich und blickte auf ihr blasses Antlitz herab, das nahe der Ohnmacht war. Er hatte ihr eine enorme Menge genommen.
"Verdammt..." Er ließ sie los und stürzte zum Schrank, um den blutbildenden Trank zu holen.
"Hier, trink das."
Sie blickte ihn schwach und mit halb geschlossenen Augen an, anstatt die Flasche entgegen zu nehmen. Ihre Hände rührten sich nicht.
Albedo schnalzte mit der Zunge und griff nach einer großen Injektspritze ohne Nadel, mit welcher er die Flüssigkeit der Flasche entzog. Dann ergriff er mit einer Hand ihren Unterkiefer und drückte ihn leicht auf, sodass er das Rohr tief in ihren Rachen einführen und die Flüssigkeit zielgenau in ihre Speiseröhre spritzen konnte.
Binnen weniger Sekunden hatte sie wieder Farbe im Gesicht und lächelte ihn an, als wäre nichts geschehen.
"Ich wusste, ich kann Euch vertrauen, Mister Albedo."
"Tu das nie wieder.", sagte er schwach und warf die Spritze ins Waschbecken.



Aether


Ich erwachte erneut an einem anderen Ort und fand mich in einer Art Labor wieder. Diesmal erkannte ich alles, da es heller erleuchtet war, als der andere Raum, in dem Albedo mich begrüßt hatte.
Ich lag auf einem Sofa, neben dem ein gewöhnlicher Kaffee-Tisch mit Spitzendeckchen stand, jedoch war der Raum drum herum voller Bücherregale, Apparaturen, Käfigen und Terrarien. Hie und da raschelt etwas, dann aber war wieder nur das leise Surren einer Maschine zu hören.
Konnte das hier im Ordo Favonius sein? Der Baustil schien derselbe zu sein...
Auf dem Kaffeetisch neben mir lag eine Brille mit großen, runden Gläsern.
Also war das Sucrose's Teil des Labors? Oder gehörte es ihr und Albedo gemeinsam?
Ich erhob mich etwas aus meiner liegenden Position, um noch mehr vom Raum zu sehen, als ich an mir herunter blickte und zu meinem Schrecken bemerkte, dass ich komplett entkleidet war. Mein Bauch war Bandagiert, genau wie einer meiner Oberschenkel und die rechte Hand. Ich fühlte keinen Schmerz, doch eine leichte Kälte. Wo waren meine Klamotten!?
Ich sah mich diskret um und mein Blick suchte alles nach Textilien ab, fand aber lediglich die Tischdecke. Das konnte ich nicht bringen... Sucrose oder Albedo waren bestimmt gleich zurück. Beim Gedanken daran, dass es Albedo hätte sein können, der mich ausgezogen und meine Wunden versorgt hatte, wurde mir ganz komisch. Klar, von Sucrose entblößt zu werden war auch keine entspannte Vorstellung, aber... Mir war absolut nicht egal, was Albedo von mir hielt. Was, wenn mein Aussehen ihm nicht gepasst und er fluchtartig den Raum verlassen hatte!? Zusammen mit... Meine Augen schweifte zu der Brille. Zu welchem Zweck legte man seine Brille ab?
Mir fuhr ein Stich ins Herz, der nochmals untermalt wurde, als ich eine Stimme aus dem Nebenzimmer hörte.
Es war eindeutig Sucrose's Stimme. Sie... Sie klang, als hätte sie Schmerzen? Oder war es Ekstase? Beides trieb meinen Kopf dazu, genau das zu denken, was ich mir unterbewusst zusammen gesponnen hatte. Die beiden arbeiteten immer gemeinsam, da war es nur naheliegend, dass...
Ich fror noch mehr. Diese Emotionen waren hier absolut fehl am Platz. Ich sollte mich zusammenreißen, besonders als Ehrenwerter Ritter. Solche Gedanken waren überhaupt nicht ehrenvoll. Was hatte ich mir auch dabei gedacht, Hoffnung zu haben, dass der Hauptalchemist des Ordens, das größte Genie Mondstadts, an einem Fremdling wie mir interessiert war? Aus wissenschaftlichen Gründen war ich natürlich das beste Objekt, aber persönlich? Niemals.
Ich erhob mich zitternd und hielt mir eines der geklöppelten Sofakissen vor den Schritt, ehe ich zum Regal ging und die Tränke und Tinkturen darin betrachtete. Irgendwo musste doch bestimmt...
Ich erkannte mehrere seelienförmigen Fläschchen, die in einem Ständer eingehängt waren, darin eine rötliche Flüssigkeit, die Wärme ausstrahlte. Das dort musste die wärmende Essenz sein! Fiel bestimmt nicht auf, wenn ich mir eine schnappte, so viele Bücher, wie ich sie schon aus dem Orden hatte mitgehen lassen... So viele Artefakte, wie ich sie mit schon aus sämtlichen Kisten unter den Nagel gerissen hatte... Und es schien ja niemanden zu stören.
Auf dem Fläschchen, das ich zur Hand nahm, klebte ein kleines Etikett, das sagte '
Stufe 2' - Vielleicht ein stärkerer Wärmetrank? Das wäre ja noch besser, besonders wenn er länger anhielt. Ich zog den kleinen Stopfen heraus und entleerte die Flüssigkeit direkt in meinen Rachen. Etwas schleimig lief sie mir spürbar die Speiseröhre hinab und mir wurde einen Moment flau im Magen, als ich an das lebendige Schleimkonzentrat dachte, von dem Albedo gesprochen hatte. Dann wurde mir schlagartig warm. Wirklich schlagartig. Fast schon wie ein Fieberschub, nur nicht krankhaft. Meine Hände begannen leicht zu kribbeln und ich konnte das leere Fläschchen nicht mehr festhalten, sodass es mir aus der Hand rutschte und zu Boden fiel. Auch meine Knie fühlten sich plötzlich wie Pudding an und gaben nach - ich sank direkt dort nieder, wo ich stand. Mein Herz hämmerte heftig gegen meine Brust und mein Puls setzte all meine Gliedmaßen in Schwingungen. In meinem Kopf wichen alle Bedenken und Ängste einem anderen, unglaublich mächtigen Gefühl - Erregung. Stockender Atem entkam meinen leicht geöffneten Lippen und ich sank komplett zu Boden. Alles um mich herum stimulierte meine überreizten Nerven und so packte ich das Kissen, um meine anschwellende Erektion daran gütlich zu tun. Heftiges Stöhnen meinerseits erfüllte den Raum und ich könnte dabei nur an eine Sache, eine Person, denken - Albedo.
Ich wollte ihn so sehr. Ich wollte, dass er mich vollkommen einnahm, mit mir Dinge tat, die er vielleicht mit Sucrose getan hatte und dafür sorgte, dass ich nichts mehr denken konnte, nur daran, wie gut sich unsere beiden Körper zusammen anfühlen würden.
Eines war klar - Ich fror nicht mehr.



Albedo hatte Sucrose nicht einmal mehr aufhelfen müssen, so gut schien es ihr nach ihrem enormen Blutverlust zu gehen - das Mittel schien sich zu bewähren.
Gerade, als er sich das Gesicht wusch und Sucrose ihre Wunde versorgte, klirrte es im Nebenzimmer.
"Ach du Schreck, ich sehe schnell nach ihm!", kam sie ihm zuvor und eilte zur Tür hinaus, wo sie einen Schreckenslaut von sich gab. Albedo warf das Handtuch hin und näherte sich ebenfalls dem anderen Raum, in welchem sie sich schon an dem entblößten Körper des Ritters zu schaffen machte. Albedo fühlte, wie sich seine Wangen erwärmten. Sucrose's Blut sei Dank, dass dies nun geschah.
Ein verlockender Duft stieg ihm in die Nase und direkt zu Kopfe. Dieser schien von der frischen Schnittwunde am Knie des Reisenden zu kommen... Doch da war noch etwas anderes...
"E-er hat etwas getrunken!", rief sie panisch und ihre Hände zitterten leicht, als sie seine Stirn fühlte. Warum hatte sie ihn auch allein gelassen?
Albedo versuchte, einen klaren Kopf zu bewahren und betrachtete mit Abstand die Splitter auf dem Teppichboden.
"Das ist eine wärmende Essenz - Halt, das Etikett dort ist meines." , bemerkte er und machte große Augen. "Hast du das aus meiner Tasche genommen?"
"Es ... Es tut mir so Leiiiiid!", begann sie direkt zu weinen und faltete die zittrigen Hände vor ihrer Brust. "Ich...wollte bloß den Inhalt analysieren, einfach weil...-"
"Weil?" Der Hauptalchemist fixierte streng ihren Blick. Nun war es schon soweit und seine Assistentin hinterging ihn. Er war restlos enttäuscht von ihr.
"W-weil ich eine Theorie zu diesem Pheromontrank Eurerseits habe. Wenn... Wenn es jemand anderes trinkt - jemand, dem Ihr etwas bedeutet... I-i-ich zum Beispiel..." Sie bedeckte ihr glühend rotes Gesicht mit ihren Händen. "Dass es ...d-dass es eine aphrodisierende Wirkung hat!"
Albedo stutzte leicht und wunderte sich über die plötzliche Wendung. Dennoch hatte sie sich ohne zu fragen seiner Sachen bedient.
"Du hättest mit mir sprechen können. Ich hätte es dir freiwillig gegeben. Aber nun..." Er blickte zu dem fiebrigen Ritter hinab, der seine Augen nur halb geöffnet, die Hände gegen eines der Kissen gepresst, welches seine Genitalien verdeckte.
"Offenbar liegst du mit deiner Theorie nicht falsch." Albedo schluckte und näherte sich einen weiteren Schritt dem wunderschönen Geschöpf, welches zunehmend heftiger zu atmen schien. Sollte Sucrose's Theorie stimmen, müsste Aether etwas für ihn empfinden. Anhand seiner Reaktion bei ihrem ersten innigen Kontakt auf der Sterngreifklippe könnte das zutreffen. Doch war der Reisende nicht so leicht zu interpretieren, da seine Handlungen meist unkontrolliert und spontan waren. Das genaue Gegenteil von Albedo.
"M-Mister Albedo... Ich...", unterbrach seine Assistentin seine Gedanken und seinen starren Blick in das erhitzte Gesicht des Ritters. Sie hatte ihre Tierohren seitlich angelegt und hielt sich die Hand vor dem Mund, die andere krallte sich zitternd in ihren Rock. "Ich fürchte, dass mich diese Pheromone zu sehr beeinträchtigen... Ich k-kann nicht..."
"Ist in Ordnung, geh an die frische Luft.", ordnete der Hauptalchemist direkt an und zog sich seine Handschuhe über.
"Ich kümmere mich darum, keine Sorge."
Ehrlich gesagt konnte Albedo es kaum abwarten mit seinem Objekt allein zu sein. Dies war eine äußert interessante Beobachtung. Hätte er es früher gewusst, hätte er Aether schon direkt zu Anfang den Trank eingeflößt. Der Reisende trank ohnehin alles, was Albedo ihm vor die Nase hielt. Dies war entweder ein großes Vertrauen, welches er ihm entgegenbrachte oder eine gewisse Naivität und Dummheit. Vielleicht ein bisschen von beidem.
"S-seid Ihr sicher, dass...-?"
"Geh schon.", unterbrach er sie mit leicht ungeduldigem Unterton und ging neben dem Reisenden in die Hocke, um ihn unter den Kniekehlen und am Rücken hochzuheben. "Schließ die Tür hinter dir ab. Ich möchte jetzt weder Klee, noch Timaeus hier sehen.", hing er noch an und brachte sein Forschungsexemplar in den dunkleren Raum von beiden, sein eigenes Labor.



Aether


Heiß.
Viel zu heiß.

Atmen, ich musste atmen. Mehr. Schneller.
War ich krank? Nein.
Vergiftet? Vielleicht...
Was war in diesem Wärmessenzfläschchen drin gewesen?
Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, was nach meinem Sturz zu Boden geschehen war. Ich wachte nur irgendwann auf, als mir eine kleine Lampe ins Auge leuchtete.
"Geweitete Pupillen trotz des starken Lichteinflusses...", sprach die sanfteste und schönste Stimme der Welt, ehe ein leichtes Kratzen über Papier zu hören war.
Albedo..! "Mhh- hmhnn...", war alles, was ich zustande brachte, da ich einen Knebel im Mund hatte. Ich fühlte mein Herz erneut gegen meine Brust schlagen und atmete heftig und schwer durch meine Nase. Mir war schwindelig davon, doch ich konnte nicht fallen, da mein Körper irgendwo befestigt war. So langsam kehrte auch das Gefühl in alle meine Glieder zurück und ich sah nach unten, um zu bemerken, dass meine Füße nicht einmal den Boden berührten. Sie waren seitlich angewinkelt und - genau wie meine Handgelenke - von etwas umgeben, das sie warm und zäh an den jeweiligen Orten festhielt. Ich sah wieder auf und direkt in Albedo's Gesicht, welches zu meinem Leidwesen zur Hälfte von einem Atemschutz bedeckt war. War ich ansteckend?
"Das ist die Weiterentwicklung des Schleimkonzentrates - Es wurde so präpariert, dass es, einmal an einer Stelle befestigt - sich eng um das Objekt schließt und erst nachgibt, wenn man es mit Cicin behandelt.", erklärte er und allein seine Stimme, wenn auch etwas gedämpft durch die Maske, jagte mir einen wohligen Schauer über den Rücken. Seine Augen wanderten über meinen Körper und blieben an so mancher Stelle etwas länger hängen. Komm schon, tu irgendwas, fass mich an!
"Ich werde nun deine Reflexe testen.", erklärte er und hob seinen Stift andersherum, um mit der abgerundeten Rückseite über meine Haut an meinen Beinen zu fahren. Diese Berührung allein war so intensiv, obwohl er nicht einmal seine Hände benutzte. Ich wand mich wie ein Fisch in den Fesseln aus Schleim und spürte, wie er sich durch meine Bewegungen enger um meine Handgelenke und Knöchel zog.
"Das ist auch eine Eigenschaft des neuen Schleimkonzentrates - Es zieht sich fest zusammen, wenn man versucht, es mit roher Kraft zu lösen. Beweg dich also lieber nicht zu viel, Aether."
Aber ... meine Reflexe - Wollte er die nicht testen!?
Ich wollte etwas dagegen sagen, aber der Knebel ließ es ohnehin nicht zu.
Warum tat er das alles? War das das Experiment, von welchem er an der Klippe gesprochen hatte?
Ich wurde wieder aus meinen Gedanken gerissen, als der Stift sich meinem Schritt näherte. "Mhmmnh...!", entkam mir direkt ein unbeholfenes Stöhnen und meine fast schon schmerzende Erektion gab ein wenig Flüssigkeit preis.
"Ich habe noch nicht einmal direkten Kontakt mit dir und deine... Reaktion ist..." , murmelte Albedo und machte dabei etwas größere Augen.
"Mnnhhh...mhnm!", flehte ich ihn an, seinen blöden Stift wegzulegen und mich doch bitte richtig anzufassen. Aber vermutlich kam das nicht so an.
Stattdessen tat er aber etwas, das mir ebenfalls half. Er griff mir zielgerichtet an den Hinterkopf und löste den Knebel von meinem Mund, welcher in meinem Speichel getränkt war und noch einige Fäden mit sich zog, als er ihn entfernte. Ich konnte endlich richtig atmen.
"Hahh... A-Albedo..."
"Shhh.", unterbrach er mich direkt und legte den Stift an meine Lippen. "Ich habe ihn nur entfernt damit du besser atmen kannst. Sprich nur, wenn ich dich dazu auffordere."
Was bitte?!
Ehe ich mich aufregen konnte, legte er den Stift tatsächlich weg und griff mir mit seinen Latexhandschuhen an unterschiedliche Stellen an meinem Kopf und Hals, teilweise zärtlich, teilweise kraftvoll. Er erwischte eine Stelle, bei welcher ich direkt zusammenzuckte und behandelte diese dann ganz besonders intensiv. Als hätte sie eine Verbindung zu meinem Unterleib, spürte ich wieder den Puls in meiner Erektion. Sie tropfte bereits.
Albedos Augen sprachen nicht sonderlich viel, aber man konnte in ihnen eine Art Faszination sehen. Oder es war einfach nur mein Wunschdenken...
'Warum machst du das mit mir?'
'Und wozu die Atemschutzmaske??'

Ich traute mich nichts laut zu fragen, da ich in meiner Verfassung machtlos war.
"Ich teste nun deinen Würgereflex. Im besten Fall verkrampfst du dich nicht." , kündigte er nun an und näherte seine beiden Finger meinem Mund, strich leicht über meine halb geöffneten Lippen und drang schließlich ein. Ich hielt einen Moment lang die Luft an und erschrak von dem unglaublich erregenden Gefühl, als er weiter vordrang und dabei meine Zunge streichelte. Ich konnte nicht anders als genussvoll zu stöhnen und meine Lippen um seine Finger zu schließen, um an ihnen zu saugen. Es würde sich noch so viel besser anfühlen, wenn er keine Handschuhe tragen würde... Oder wenn er seine Maske abnehmen und mich einfach küssen würde, seine Zunge tief in meinem Rachen-
"Urgh-..!", würgte ich nun doch mit einem Mal.
"Da ist er... Beeindruckend, wie tief ich in deinen Mund komme. Jeder andere in deiner Situation hätte sich übergeben."
Ja... Tief genug für dich?
Mir lief der Speichel am Kinn hinunter, als er seine Finger wieder herauszog.
"Weißt du, warum du gerade hier bist?", stellte er nun die Frage und sah mich kalt an.
" ... "
"Du darfst gern antworten."
"W-wegen... einem...Experiment?"
Er verengte die Augen ein wenig zu Schlitzen. "Kluge Antwort deinerseits, so könnte man es nennen. Es ist jedoch ein äußerst spontanes Experiment, denn ich hatte hierfür keinerlei Vorbereitungszeit... Weißt du auch wieso?"
Ich schüttelte den Kopf. Seine Stimme war so angenehm... Bitte sprich weiter...
"Du hast dich, ohne Sucrose oder mich zu fragen, einfach an unseren Tränken bedient."
Ich erstarrte. Oh-oh.
Also war das hier eine Art ...Bestrafung?
"Dass dort rein zufällig ein Spezialtrank meinerseits dabei war, liegt auch in Sucrose's Hand aber..."
Er näherte sich meinem Gesicht und ich konnte die Musterung seiner wunderschönen, türkisfarbenen Iris erkennen.
"...du dienst nun als Testperson eines Tranks, den ich für mich selbst gemacht habe. Zumindest so lange, bis die Wirkung nachlässt."
"Und w-wieso die Maske?", fragte ich mutig dazwischen. Ich wollte es einfach wissen.
"Sie dient deinem Schutz."
"M-meinem...?"
Er drehte mir den Rücken zu und kramte in seinen Utensilien herum.
"Ich habe mich zu dieser Zeit nicht unter Kontrolle. Wir hatten Glück, dass Sucrose da war, als du von dem Auge des Sturms schwerverletzt wurdest."
Also hatte Sucrose mich gerettet und versorgt... Aber was meinte er mit 'unter Kontrolle'? Hatte er Panikattacken in Kämpfen gegen Monster?
"A-also mir geht es jetzt ja wieder... gut...?"
Er fuhr herum und packte mich urplötzlich mit einer Hand am Hals. Seine Augen durchbohrten die meinen. Das war verdammt heiß...
"Es spielt in dem Zusammenhang keine Rolle, ob es dir gut geht oder nicht. Ich könnte dich jederzeit verletzen, Aether."
Verletzen?
Ich konnte nichts erwidern, da er mich würgte. Ich hörte meinen Puls in meinen Ohren. Seine Hand zitterte und er ließ mich wieder los, drehte mir erneut den Rücken zu, aber ohne etwas seiner Dinge auf dem Tisch anzufassen.
"Es ist das beste für uns beide, wenn ich die Maske aufbehalte."
Das bezweifelte ich stark. Ich wollte sein Gesicht sehen. Ich wollte seine Lippen sich bewegen sehen, sie auf mir spüren. Warum war das nicht möglich? Was war sein Problem?
"Wir fahren mit dem Test fort." , beschloss er und bediente sich einem Behälter, aus welchem er eine kleine walnussgroße Portion der durchsichtigen Masse entnahm und an seinen Fingern einer Hand verteilte. "Das ist destillierte Schleimabsonderung von Feuerschleimen. Das bedeutet, sie erwärmt sich bei Kontakt mit organischem Material." , erklärte der Alchemist sachlich und näherte sich mit der Hand meinem Unterleib. Er hatte doch nicht wirklich vor...-
Etwas berührte meinen Eingang. Zuerst war es eiskalt, doch dann wurde es angenehm heiß. Ich sog sofort die Luft ein und warf den Kopf nach hinten. Einer seiner Finger hatte den Weg in mein Inneres gefunden und bewegte unablässig in kreisenden Bewegungen. Zitternd hing ich in meiner gefesselten Position, wissend, dass Albedo alles mit mir machen konnte, was er wollte. Dies wurde mit hier erst richtig bewusst. Ich atmete heftig und verkrampfte, als er noch einen weiteren Finger dazunahm.
"Um dich abzulenken und gleichzeitig deine Konzentration zu testen, stelle ich dir nun ein paar Fragen. Antworte, wenn möglich."
Was zum!? Was war falsch mit diesem Alchemisten? War das Gang und Gäbe, dass man seine Objekte sexuell erregt, um sie dann zu verhören oder Matheaufgaben zu lösen?
"Auf welchem Kontinent befinden wir uns?"
"..." Ich bekam kein Wort raus, Ich hatte viel zu viel damit zu tun, meinen Atem unter Kontrolle zu bringen, während er seine Finger auch noch stärker bewegte. Gott, bitte mach weiter.
"Hmmm.", reagierte er seelenruhig, dachte aber wohl nicht daran aufzuhören.
"Dann machen wir es etwas einfacher: Wie heißt die stellvertretende Großmeisterin des Ordo Favonius?"
Jean - Na los, sag es, Aether!
"...J-..ahhh...hahh...!" , entkam es mir heiser und ich passte mich seinem Rhythmus an. Das Herz schlug mir bis zum Hals und mir war schwindelig vom schnellen Atmen. Er machte weiter.
"Wie wäre es hiermit: Nenne mir deinen Namen."
"Ahh...aaahhh...hnnn...!" Ich biss mir auf die Lippe. Es war erniedrigend, doch ich bekam kein Wort mehr heraus. Meine Gedanken waren so fixiert auf ihn und seine geübten Finger, die mich rasend schnell gen meines Höhepunkte brachten.
"Letzter Versuch: Sprich einfach nur ein Wort aus - irgendeines." Er drückte seine Finger noch tiefer in mich und traf mehrere Male genau den Punkt, der mich um den Verstand brachte.
"Ahhh...Albedo … ALBEDO!!!", entfuhr sein Name meiner Kehle, ehe ich kam und mich großzügig auf mir und teilweise auch auf seiner Kleidung ergoss. Zitternd und schwer atmend hing ich dort und sah, wie mein Zeug an ihm klebte. Normalerweise sollte ich mich schämen, aber ich war in diesem Moment viel zu erregt. Ich wollte sein ganzes Gesicht sehen.
Er hielt einen Moment inne, bevor er seine Finger aus mir zurückzog und sich der Handschuhe entledigte. "Dein Fokus liegt allein auf mir, das ist ein gutes Ergebnis."
Das tat er schon immer, falls er glaubte, das kam von seinem Trank, irrte er sich gewaltig!
Nachdem er seine Notizen aktualisiert hatte und sich wieder mir zuwandte, ergriff ich meine Chance und beugte mich, soweit es die schleimigen Fesseln an meinen Handgelenken zuließen, nach vorne und schnappte mit den Zähnen nach seiner Maske, riss die ihm mit einem Ruck vom Gesicht. Da waren sie. Seine wundervollen, geschwungenen Lippen. So zart, so weich...
Doch seine Augen sprachen blankes Entsetzen. Wie zu Eis erstarrt stand er vor mir und rührte sich nicht, ehe er mit seiner Hand Nase und Mund zuhielt, die Hand zitternd und mittlerweile schneeweiß.



Albedo hatte immer die Kontrolle behalten. Sowohl über sich selbst, als auch über das Geschehen um sich herum. Er war derjenige mit dem Ausmaß an Intellekt, den es brauchte, um nicht einem starken Reiz zum Opfer zu fallen. Doch der Reisende hatte es nun schon mehrfach geschafft, ihn aus dem Konzept zu bringen. Nun, durch die Auswirkungen des Trankes konnte der Alchemist ihn gefügig machen, auf eine wenig gewaltvolle Weise - hatte er geplant. Aber dass Aether so mutig sein und ihm einfach so seinen Schutz von Gesicht reißen würde... Das hatte er nicht mit einkalkuliert.
Eine Quelle voller Aroma, welche gut von der Atemschutz-Maske abgeschirmt worden war, stieg ihm nun in die Nase und direkt ins Gehirn, sein zentrales Nervensystem und sorgte dafür, dass seine Glieder sich für einen Augenblick nicht bewegten, da sich alles auf seinen Geruchssinn konzentrierte. Dieser Duft war so stark, so intensiv, dass er ihn förmlich auf seiner Zunge schmecken konnte. Die süßen Pheromone, welche der Reisende durch seine Haut absonderte, kombiniert mit dem reichhaltigen Geruch seines Blutes, der noch an seinem Knie haftete, brachten Albedo nahezu im den Verstand. Er hielt sich die Hand vors Gesicht, um einen Moment den Atem anzuhalten. Ihm lief das Wasser im Munde zusammen.
"A-aeth..er...", sprach er stockend und seine Augen irrten umher, suchten Halt an etwas in seinem Labor, das ihn zur Vernunft bringen konnte. Doch die Präsenz des Ritters war zu stark. Zu verlockend.
Der Homunculus wollte ein paar Schritte zurückgehen, doch seine Beine waren wie angewurzelt.
"A-Albedo?", sprach sein Objekt der Begierde leise, fast schon verängstigt. Er ließ die Hand sinken und starrte dem Reisenden in die Augen, welche wie flüssiges Gold schimmerten. Sein Herzschlag beschleunigte sich, wurde stetig lauter in Albedo's Kopf. Er hatte einen wunderschönen Klang. Wie von unsichtbaren Fäden gezogen, bewegte der Alchemist sich auf ihn zu und sog den umwerfenden Duft ein, so viel sein Lungenvolumen preisgab.
"Du hast einen Fehler gemacht..." , raunte er und leckte sich die Lippen, beobachtete das rot angelaufene Gesicht seines Gegenübers, während er immer näher kam.




Einen Fehler? In diesem Moment war ich einfach nur stolz auf meine Aktion, da ich nun endlich sein schönes Gesicht sehen konnte. Doch sein Blick hatte durchaus etwas ...Bedrohliches. Hing das mit dem Drachen Durin zusammen?
Albedo war mir nun unglaublich nahe und sah mich an, als wäre ich ein Stapel Landeierkuchen. Das war wieder sehr heiß. Bitte fass mich an, küss mich.
"Du solltest... etwas wissen...", sagte der Hauptalchemist heiser und atmete dabei schwer und zitternd. Sein Atem streifte meinen Hals. Er war kühl.
"Ich bin nicht ... auf natürliche Weise entstanden." Seine Augen fanden dabei die Meinen und hatten etwas unglaublich Verletzliches. "Meine... Meine Herrin, Rheindottir, hat mich künstlich erschaffen."
Oh... und ich hatte schon immer ein Gefühl, dass er nicht ganz menschlich war. Er wurde also in einem Reagenzglas...zusammengestellt? Albedo hörte sich an, als würden ihm beinahe die Tränen kommen. Ich hätte niemals gedacht, dass er solch eine verwundbare Seite hatte und war unglaublich glücklich, dass er sie jemanden wie mir, seinem Versuchsobjekt, darbot. Vielleicht bedeutete ich ihm doch etwas?
"Mein Knochenmark produziert kein Hämoglobin, daher muss ich es mir von anderen humanoiden Organismen...nehmen." Seine Stimme wurde bei diesem Satz zum Ende hin immer leiser und seine Augen wanderten unkontrolliert auf meinem Körper umher. "Als du vom Auge des Sturms verletzt wurdest... Hat der Duft deines Blutes mich... nahezu um den Verstand gebracht."
Oha. Er brauchte also ...
Sein Gesicht hatte mittlerweile einen äußerst blassen Ton angenommen. Weiß wie Kreide - Hatte er deswegen diesen Titel?
"Du...uhm...-", begann ich leise, ohne zu wissen, was ich eigentlich sagen wollte. In mir vermischten sich Lust und Besorgnis miteinander, was eine eigenartige Kombination war. Albedo's Gesicht sah mittlerweile sehr gequält aus, als würde es ihm Schmerzen bereiten, in meiner Nähe zu sein.
"Ich will dir nicht wehtun, Aether."
Sagte derjenige, der einfach eine Reihe an Experimenten mit mir durchführte, die auch alle nach hinten hätten losgehen können.
"Und ich will nicht, dass du leidest.", entgegnete ich und sein Blick wurde wieder etwas weicher. Dann hing ich noch mutig an:
"Ich gebe dir alles was du willst."
Riskant? Vielleicht. Aber ich wollte einfach nur, dass es ihm gut ging. Schmerzen war ich vom Kampf auch gewohnt, also was sollte eine kleine Bluttransfusion schon ausmachen?
Mir war nicht klar gewesen, wie schüchtern Albedo dreinblicken konnte, bis zu diesem Moment. Das war unglaublich süß. Ich hatte das Bedürfnis, ihn in die Arme zu schließen.
"Bist du dir der... Konsequenzen bewusst?", fragte er noch leise und griff dabei zu einer Phiole vom Tisch, aus welcher er eine Spritze voller Flüssigkeit herauszog. Wollte er mir wieder etwas einflößen??
"N-nein?", antwortete ich etwas verwirrt und beobachtete, wie der Alchemist ein weiteres Fläschchen zur Hand nahm und den Inhalt mittels einer im Deckel integrierten Pipette auf meine Schleimfesseln träufelte. Sie lösten sich augenblicklich auf und gaben meine Gelenke wieder frei.
"Du könntest dabei sterben..."
Meine Augen wurden groß.
"Vorausgesetzt, ich kann nicht aufhören. Kann ich mich auf dich verlassen, dass du mich aufhältst?"
Er sah wieder so verunsichert aus. Ich streckte meine freie Hand aus und berührte seine kühle Wange. Er zuckte kurz zurück, ehe er es sich gefallen ließ und seine eigene Hand zu ihr wanderte, um sie sanft zu nehmen und an seine Lippen heranzuführen. Sein Gesichtsausdruck wandelte sich um 180°, denn nun hatte etwas so Heißes, Verführerisches an sich, dass es meine Sinne vernebelte und der direkte Hautkontakt mit ihm mit ebenfalls eine Gänsehaut bescherte.
"Nun?"
"J-ja! Natürlich...", wimmerte ich und meine Hand erzitterte, als er mit seiner Zunge über mein inneres Handgelenk fuhr.



Albedo war mehr als beschämt, dem Reisenden sein körperliches Defizit darzulegen, doch wie jener mit dieser Sache umging, überraschte ihn positiv. Leider hatte der Alchemist hier erneut nicht genügend Zeit zur Verfügung gehabt, die eventuellen Verlaufsmuster eines solchen Ereignisses durchzugehen und abzuwägen, was am ehesten geschehen würde. Andererseits konnte er dies nun auch noch als Teil des Experiments betrachten, obgleich er sich vor seiner eigenen Gier fürchtete. Er löste die Schleimfesseln von den Gelenken des Ritters, um ihn die Chance zu geben, sich zu wehren, oder gar zu fliehen. Doch nichts dergleichen geschah, sondern eine sanfte Berührung an der erkalteten Wange des Homunculus. Sein Aroma stieg ihm direkt zu Kopfe und vernebelte seine sonst so kalkulierten Gedanken. Er wollte diesen Menschen so sehr. Er wollte ihn berühren, ihn spüren, ihn schmecken.
"Ich bringe dich in einen anderen Raum.", beschloss Albedo mit etwas rauer Stimme und hob sein Objekt erneut sanft an den Kniekehlen und Rücken hoch, trug ihn fort vom Labor, in den Raum nebenan, welcher sein privates Schlafzimmer war, wenn er seine nächtliche Zeit in Mondstadt verbrachte. Einige seiner Experimente bestehend aus leuchtenden Ranken und Gesteinen kleideten das Zimmer in warmem Licht aus und hüllte sie beide in eine andere Welt ein. Ein großes Himmelbett, ebenfalls sanft beleuchtet, stand mitten im Raum und wurde direkt angesteuert, da die Hände des Alchemisten bereits zu zittern begannen. Saft legte er den entblößten, schönen Körper seines Gegenübers in die weichen Laken und setzte sich neben ihn, beugte sich über das gerötete Gesicht des Reisenden, welchem die Umgebung in eine positive Stimmung brachte, sofern Albedo dies an seinem Puls beurteilen konnte.
"Bist du bereit?", fragte er und sein Blick wanderte von den rosigen Lippen des Reisenden hinab zu seinem Hals und verweilte an seinem Schlüsselbein, ehe er eine deutlich pulsierende Ader darüber entdeckte. Er konnte seinen Blick nicht mehr davon lösen.


Etwas benebelt sah ich zu ihm auf und überlegte, ob ich versuchen sollte, ihm seine Kleidung auszuziehen. Ich wollte mehr von ihm sehen. Ein leichtes Keuchen entwich meiner Kehle, als seine Finger meinen Hals berührten und in Zeitlupe gen meiner Brust strichen. Sie waren ebenfalls kühl, aber mein Körper war so sehr aufgeheizt, dass es sich angenehm anfühlte. Sein Blick hatte etwas Bedrohliches in sich, aber dies war unheimlich erregend. Er hatte mich etwas gefragt. Bereit, wofür genau? Ich sah mich nach etwaigen Geräten um, die er benutzen müsste, um mein Blut in seinen Körper zu befördern. Aber dieser Raum war mit all seinen warmen Lichtern einfach nur schön anzusehen und wurde von Albedo offensichtlich zum Übernachten genutzt.
Als würde meine Verwirrtheit bemerken, erklärte er leise: "Eine direkte Transfusion ist nicht möglich, da meine Adern das fremde Blut sofort abstoßen würden. Es muss zuerst alle drei Mägen durchlaufen - dadurch passt es sich meinem Körper an." Er klang dabei vollkommen sachlich, was absolut nicht zu seinem Blick passte.
"Also geschieht es auf eine ... primitive Weise - Ich beiße dir in deinen Hals."
Ich erstarrte und wurde noch röter im Gesicht. Allein die Vorstellung, wie sich seine Zähne in meine Haut bohren würden, brachten meinen Puls zum rasen.
"Meine Eckzähne sind nicht sehr prominent, aber scharf - du wirst ein leichtes Stechen spüren."
Ich atmete zitternd ein und aus und nickte ihm dann zu. Sanft hob er mich etwas an und schob mich nach hinten an die hohen Kissen am Kopfende, sodass ich eher aufrecht als flach auf dem Rücken lag. Dann setzte er sich direkt vor mich und ich verschaffte ihm noch mehr Platz, näher zu kommen, indem ich die Beine seitlich anwinkelte. Es war beschämend, dass er noch komplett bekleidet war und ich mit einer stolzen Erektion vollkommen nackt vor ihm saß. Doch alle Gedanken wichen binnen Sekunden, als sich sanfte, leicht zitternde Lippen direkt auf meine legten und eine seiner Hände in meinen Nacken griff. Die andere Hand strich über meinen Hals und fand ihren Weg weiter nach unten, als seine Lippen nach dem zärtlichen Kuss ebenfalls gen meines Halses wanderten und Punkte trafen, von denen ich nicht wusste, dass sie mich so sehr erregen würden. Ich wimmerte leise und genoss die Liebkosungen und dieses wahnsinnige Gefühl, nicht zu wissen, wann seine Zähne wirklich in meine Haut eindringen würden. Ich legte meine Arme um seine Schultern, streichelte mit einer Hand über sein Haar und bemerkte dabei, dass meine eigenen Hände ebenfalls zitterten. Albedo's freie Hand hatte bislang sanfte Kreise über meinen Oberkörper gezogen und fand ihren Halt nun um meine Taille. Er hatte mich vollkommen in seiner Gewalt. Ich stöhnte leise, als ich seine Zunge spürte, wie sie eine lange, feuchte Spur über meinen Hals zog. "Keine Angst, ich werde sanft zu dir sein.", hauchte er in mein Ohr und widmete sich wieder der Stelle, die er noch ein wenig mit seiner Zunge bearbeitete und mir weitere Laute entlockte.



Die Worte noch so fein gewählt, tobte in Albedo's Inneren ein hungriges Unwesen, dass drohte, an die Oberfläche zu brechen, wenn er nicht bald an die Quelle des Lebens gelangte. Der Reisende war zu seinem Glück besonders willig, was mit Sicherheit am Pheromon-Trank lag. Sein Puls hämmerte in dem Kopf des Alchemisten und breitete sich in seine Glieder aus, so als würde er mit dem Ritter nun ein und denselben Herzschlag teilen. Seine Zähne kribbelten aufdringlich, als er über die weiche, delikat duftende Haut leckte und die Geräusche, die Aether dabei machte, brachten ihn jetzt schon in die Präexstase. Er spürte die ausgeprägte Halsschlagader einladend gegen seine Lippen pulsieren, die dünne Haut erhitzt von dem rauschenden Strom des Lebens, der sich direkt unter ihr befand. Albedo flüsterte seinem Objekt noch ein paar süße Worte ins Ohr, ehe er sich vollkommen in seine Gier fallen ließ und mit seinen scharfen Eckzähnen in die weiche Haut eindrang. Ein überraschter Laut des Reisenden war zu hören, ehe er die Arme um seine Schultern warf und sich in seiner Kleidung festkrallte. Der reichhaltige Fluss erfüllte die hungrige Mundhöhle des Homunculus und strömte bereitwillig seine Kehle hinab. Er stöhnte genussvoll und schlang den Arm enger um die Taille seines Opfers, drückte dessen Hals noch fester gegen seinen Mund, während er das Leben aus der Wunde saugte. Sein Geschmack war so einzigartig, so intensiv und so erfüllend, dass Albedo nicht wusste, ob und wie schnell er aufhören konnte.



Ein Stechen fuhr durch meinen Hals und erschütterte meine gesamte Wirbelsäule, ließ meine Muskulatur und Glieder erzittern. Ich schnappte nach Luft, schlang meine Arme um Albedo's Oberkörper und ergab mich dem Gefühl, mein Leben vollkommen in seine Hände zu legen. Mein Herz hämmerte unablässig in meiner Brust, mein Bauchgefühl warnte mich, doch der Rest meines Körpers erlag diesem wahnsinnigen Rausch, der sich mehr und mehr in mir ausbreitete, je mehr Blut mein Gegenüber mir raubte. Sein Unterleib berührte meinen und eine spürbare Erhebung machte sich an genau der richtigen Stelle bei mir bemerkbar. Zitternd presste ich mein Becken gegen ihn und schlang die bisher angewinkelten Beine um seine Hüften. Er packte mich fester und stöhnte so unglaublich heiß, dass ich beinahe nicht bemerkte, wie die Kräfte meine Glieder verließen, wie mein Kopf immer leichter wurde und mein Sichtfeld verschwamm.
Kann ich mich darauf verlassen, dass du mich aufhältst?
Ich hatte ihm mein Wort gegeben. Er hatte nicht im Sinn, mich zu töten...
Doch was konnte ich tun?
"Ahh...A...-Albedo...", drang es nur schwach aus meinen Lippen, während das Geräusch, wie er immerzu mein Blut hinunterschluckte, beinahe meinen gesamten Kopf ausfüllte.
Ich musste meine Elementarkräfte nutzen...
Meine Physischen hatten mich bereits so gut wie verlassen.
Meine Arme lockerten sich und rutschten von seinen Schultern nieder. Mit letzter Kraft legte ich sie an seine Brust und übte eine Anemo-Druckwelle aus, die so schwach war, dass er sich nicht rührte, aber im nächsten Moment seine Lippen von meinem Hals löste. Ich hatte es irgendwie geschafft. Einerseits war ich erleichtert, andererseits vermisste ich das Gefühl jetzt schon. Meine Körperhitze war währenddessen auf ihn übergegangen, denn seine Hände fühlten sich mittlerweile warm auf meiner Haut an.
"Danke...", flüsterte er und ich sah nur noch unscharf, wie er etwas aus seiner Tasche holte und mir im nächsten Moment den Mund öffnete, indem er seinen Daumen zwischen meine Lippen schob.
"Ich verabreiche dir jetzt das Blutbildungsmittel."
Langsam führte er die Röhre ein, so tief, dass sie meinen Rachen berührte. Im nächsten Moment schoss eine Flüssigkeit in meine Kehle und ein warmes Gefühl breitete sich direkt in meine Gliedmaßen aus, brachte sie zum angenehmen Kribbeln. Die Spritze zog noch einen Speichelfaden mit sich, als er sie wieder aus meinen Mund herauszog. Ein süßer Nachgeschmack breitete sich auf meiner Zunge aus und ich leckte mir die Lippen. Von dem Blutverlust spürte ich nichts mehr, lediglich die Hitze befand sich noch in meinem Körper und sorgte dafür, dass mein Unterleib sich noch immer an mein Gegenüber presste, willig und ungeduldig.



Albedo war überrascht, wie ihn eine Anemo-Kraft zurück zur Vernunft hatte bringen können. Doch er war sehr erleichtert, nun, da das Mittel auch im Körper des Reisenden denselben Effekt erzielte wie bei Klee und Sucrose. Das frische, unglaublich berauschende Blut durchflutete den Körper des Homunculus und schenkte ihm unglaublich viel Energie. Diese zeigte sich allem voran in seinem Schritt, gegen welchen Aether sich unablässig drückte, um Stimulation sowohl für sich selbst, als auch für Albedo zu erzielen. Mittlerweile hatte das übrige Schleimkonzentrat im Inneren des Ritters seine Hose benetzt und auch teilweise seinen Mantel erwischt (welche ohnehin schon einige Spritzer Sperma abbekommen hatte). Er ließ den ungeduldigen Körper seines Gegenübers los, um sich von jeglichen Textilen frei zu machen.
Mit jedem abgelegten Kleidungsstück haftete der Blick des Reisenden mehr und mehr an ihm und trieb sogar Albedo die Röte ins Gesicht, welche er durch das frische Blut gewonnen hatte. Er zuckte leicht von der Berührung, die Aethers Hände an seiner entblößten Haut erzielten und gab ein erregtes Geräusch von sich. Dieser Mensch brachte ihn um den Verstand.
Mit sanfter Gewalt ergriff er die Handgelenke seines Gegenübers und drückte sie über seinen Kopf in die weichen Kissen. Seine Stirn traf auf die des Ritters und sie teilten nun ein- und dieselbe Körperwärme. Die rosigen Lippen des Reisenden zitterten voller Lust, während er versuchte, mittels Durchbiegen seines Rückens Albedo's Unterleib zu berühren. Der Alchemist führte beide Handgelenke über seinem Kopf zusammen, sodass er sie mit einer Hand festhalten konnte und die andere benutzte, um den feuchten Eingang aufzusuchen.
"Ein weiterer Aspekt an dieser Schleimabsonderung ist, dass sie sich multipliziert, sobald Reibung entsteht.", hauchte er in Aether's Ohr und drang sanft mit zwei Fingern in das feuchte Paradies ein, aus welchem der sich vermehrende Schleim quoll.



Ich gab ein schockiertes Geräusch von mir, welches sich ganz schnell in gieriges Gestöhne verwandelte, nun, da dieser Unmensch mir die Berührung gab, die mein Körper verlangte. Ich hatte mir schon öfters vorgestellt, wie es sein würde, mit einem Alchemisten Körperlichkeiten auszutauschen, insbesondere mit einem solch ruhigen, rationalen Geist wie Albedo. Es war überraschend. Überraschend gut. Die Sache mit dem Bluttrinken war unerwartet, aber so verdammt erregend, dass ich ihm gestatten würde, es immer wieder zu tun. Seitdem mein Blut durch seinen Körper strömte, hatte er, soweit im schummrigen, warmen Licht sichtbar, wieder Farbe im Gesicht bekommen und sah unglaublich attraktiv aus, mit diesem lasziven Blick, dem etwas wilden Haar und seiner aufgeheizten Haut. Ich wollte ihn so sehr. Doch er ließ mich ihn nicht einmal berühren, sondern hielt meine Handgelenke fest, kauerte wie ein Raubtier über mir und nahm sich die volle Oberhand. Das zeigte sich vor allem, als er wieder zu mir sprach und diese anregend gehauchten Worte direkt in meinen Unterleib schossen. Den Inhalt seiner Worte verstand ich erst, als sich glitschige, schmatzende Geräusche durch die Bewegung seiner Finger in mir deutlich hörbar bemerkbar machten. Im Normalfall mag es ekelhaft klingen, doch in meinem aktuellen Zustand sorgten diese Geräusche dafür, dass ich noch mehr in Ekstase geriet, meiner Stimme freien Lauf ließ und meinen Muskelring rhythmisch um die geübten Finger zuckte. Ich wollte mehr.
"Ahhh...m-mach... -", versuchte ich ihn meine Bedürfnisse zu äußern, doch er hielt in diesem Moment inne.
Ich keuchte und begann zu zittern, als sein Blick mich fixierte.
"Wer hat dir erlaubt zu sprechen?" Er setzte ein solch diabolisches Lächeln auf, dass ich einen Schauer spürte, der mich beim bloßen Anblick beinahe kommen ließ. "Wir befinden uns noch immer im Experiment, Aether."
Wollte er mich auf den Arm nehmen? Ich schluckte und versuchte meinen Atem zu kontrollieren, was bei all den Reizen beinahe unmöglich war. Was für ein Experiment sollte das sein? Oder wollte er einfach die Macht haben, über mich zu verfügen und vollkommen zu kontrollieren, was geschah?



Albedo lächelte auf den wehrlosen, schönen Körper unter sich hinab und spürte die Genugtuung in seinem Inneren. Er mochte zwar ein ruhiger, zuvorkommender Charakter sein, doch fand er die größte Befriedigung darin, alles unter Kontrolle zu haben - zumindest alles, was ihn involvierte. Sein Gegenüber sah so wunderschön und unterlegen aus, dass seine eigene Erektion, welche sich während des Blutkonsums gebildet hatte, mittlerweile ungeduldig pulsierte. Sofort schob er seine Finger tiefer in Aether's Inneres und genoss die Laute und Bewegungen, die der Reisende unter ihm machte. Die Schleimabsonderung vermehrte sich immer weiter und durchtränkte das Laken. Durch die Unmenge an organischem Gleitmittel konnte er den Ritter problemlos weiten und dabei zusehen, wie er dabei in seiner Lust ertrank. Albedo achtete jedoch darauf, ihn nicht kommen zu lassen, indem er mit seinen Fingern gekonnt dem Punkt auswich, der ihn an seine Grenze treiben würde. Der Alchemist hatte sich oft und lange genug mit der Anatomie befasst, sodass er wusste, wo und wie man einen Körper berühren musste, damit Stimulation entstand. Aether's Körper schien genauso zu reagieren, wie er es tun sollte - wenn auch seine Erregung und Empfindsamkeit durch den Trank gesteigert worden war. Davon ging Albedo stark aus. Prinzipiell musste er am Folgetag den Vorgang wiederholen, um diese Annahme zu bestätigen.
Der sich windende Reisende unter ihm wimmerte immer ungeduldiger und kreiste seine Hüfte so, dass er die Finger in sich in Richtung seines G-Punkes leiten konnte. Sofort zog Albedo sie geräuschvoll heraus und eine Ladung Schleim folgte. Er sah so einladend aus, so bereit. Der Alchemist beugte sich hinunter und legte die Lippen an sein Ohr, sprach mit gehauchten Worten:
"Ich teste nun die Zeitspanne zwischen deinen Ejakulationen, Aether. Dazu dringe ich in dich ein... Ist das in Ordnung für dich? Du darfst antworten."


Ich hatte keine Ahnung, wie man sowas als Experiment bezeichnen wollte, aber letztendlich machte Albedo genau das was ich so sehr wollte.
"Ahhh... JA ... BITTE...", flehte ich ihn lautstark an und bog meinen Rücken durch. Ohne weitere Worte ließ er meine Handgelenke los, packte mich an meinen Schenkeln und zog mich näher an sich heran. Mir entkamen mehrere erregte Laute und ich nutzte meine freien Arme, um sie eng um seine Schultern zu legen. Sein Blick wanderte über mich und blieb an einer Stelle unterhalb meines Gesichtes hängen. Dann spürte ich, wie sich etwas in mich schob, mit einigen unartigen Geräuschen und dem stockenden Atmen meines Gegenübers, welches mich zusätzlich anmachte. Durch die Unmenge an Schleim in meinem Inneren empfand ich keinerlei Schmerz, obgleich er mich vollkommen ausfüllte. Ich krallte mich zitternd in seinen Rücken und stöhnte ausgelassen, als er begann, sich zu bewegen. Auch von ihm kamen nun Laute, die meinen Kopf schachmatt setzten und ich nur noch das schmatzende Geräusch von unterhalb wahrnahm, welches in beachtlich ansteigendem Rhytmus geschah. Ich schnappte nach Luft und legte den Kopf in den Nacken. "I-ich...ich...-!!!", versuchte ich noch anzukündigen, doch kam sofort, da mein Gegenüber direkt noch härter zustieß. Ich schrie und ergoss mich großflächig auf mir selbst. Schwer atmend und mein rasender Puls in meinen Ohren, lag ich da und blickte in das wunderschöne Gesicht des Alchemisten, der mit gesenkten Lidern und geröteten Wangen auf mich herabsah. Er zog das Tempo sofort wieder an und machte weiter, heftig atmend und keuchend. Ich sog erschrocken die Luft ein und meine Hände rutschten von seinen Schultern, klammerten sich nun seitlich ins Laken, damit ich dem starken Rhythmus standhalten konnte. Er dachte nicht daran aufzuhören. Er wollte testen, wie lange es dauerte bis ich erneut kam. Zielsicher traf er immer wieder meinen Punkt, der mich wieder über die Klippe beförderte. Ich verkrampfte mich in meinem zweiten Höhepunkt und schien ihn dadurch ebenfalls mitzureißen. So etwas Heißes hatte ich noch nie zuvor gesehen.... Beinahe hilflos stöhnend, zitterte sein Körper und er warf den Kopf ihm den Nacken.
In beachtlichem Rhythmus machte er weiter und schien nicht im Geringsten daran zu denken, aufzuhören. Ich ließ mich vollkommen fallen und genoss dieses berauschende Gefühl und die Geräusche, die unsere Körper miteinander machten.
Ich hatte aufgehört zu zählen, wie oft ich gekommen war, nachdem wir verschlungen ineinander schwer atmend da lagen und einfach nur die Nähe des anderen genossen.

Irgendwann hatte sich mein Kopf verabschiedet, denn ich erwachte scheinbar am nächsten Tag, da der Raum etwas heller war. Die dichten, goldenen Vorhänge ließen einen Spalt breit Sonne hinein. Ich streckte mich ausgiebig und stöhnte direkt. Mir tat alles weh. Besonders die untere Hälfte.
Die Tür schwang auf und Albedo kam mit seinem Klemmbrett herein, jedoch lediglich in einen dünnen Morgenmantel gehüllt, die Haare offen und zu allen Seiten abstehend. Einfach umwerfend.
"Du bist wach, Aether. Guten Morgen."
Ich löste meine Augen von ihm und blickte an mir selbst herunter - bemerkte, dass ich unter der Decke noch immer splitternackt war.
"Ich habe mir eben erlaubt, ein Blutbild von dir zu machen. Keinerlei Restbestände mehr vom Trank - Du solltest dich wieder normal fühlen."
Irgendwie sah er dabei etwas schüchtern drein. Bereute er etwa das von gestern?
"Okay - kommst du wieder ins Bett?", rutschte es mir direkt raus und Albedo erstarrte.
"Du... Du solltest eigentlich nicht mehr von den Pheromonen beeinträchtigt sein... ", murmelte er und schien schwer nachzudenken.
Ich seufzte hörbar und lächelte ihn an. "Bin ich auch nicht. Meine Gefühle für dich sind echt."
Das schien ihn unglaublich zu erwischen. Sein Gesicht nahm einen sichtbaren Rosaton an, ehe er sich etwas roboterhaft zu mir bewegte und zaghaft am Rand des Bettes niederließ.
Ich ergriff zielstrebig seinen Arm und zog ihn zu mir herunter, sodass er mit seinem Kopf an meiner Brust landete. Er schien sich nicht dagegen zu wehren. Ich legte die Arme um seine Schultern und strich durch sein wildes, weiches Haar.
"Also... Ich habe nicht viel Erfahrung mit Alchemie, aber eines kann ich dir klar sagen... "
Ich senkte ein wenig die Stimme und sprach sanft in sein Ohr.
"Diese Art Gefühle lassen sich mit keinem Trank der Welt zusammenstellen."
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