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Aus dem Gleichgewicht

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Het
Jim Beckett Kate Beckett Martha Rodgers Richard Castle
14.02.2021
21.02.2021
3
6.145
6
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
14.02.2021 2.234
 
Schönen Sonntag wünsche ich euch - wie versprochen komme ich mit einer neuen, wenn auch sehr kurzen, Geschichte zu Tür herein.

Kleine Vorwarnung - Entspannung geht anders. ;-)

Ach ja - auch bei der Mini Geschichte gilt - Storykopf lesen und gepostet wird alle DREI TAGE

Nun wünsche ich frohes Lesen - und nicht vergessen, ein Review zu hinterlassen *zwinker*

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Autor: The white Countess
Rating/Pairing: ab 12 Jahren / Kate & Rick
Kategorie: Familie, Romanze
Inhalt: Kate und Rick sind seit einiger Zeit zusammen und heute sollen sich auch endlich Martha und Jim kennenlernen. Doch der Abend verläuft anders als erhofft und holt Geheimnisse ans Licht, die vor allem das Leben von Kate aus dem Gleichgewicht bringen. Und was hat das für Auswirkungen auf ihre Beziehung?
Anmerkung 1: Spielt nach Staffel 5. Es ist bis dahin alles so passiert wie in der Serie. Die Geschichte hat mit dem weiteren Serienverlauf nichts zu tun / Alexis wird ignoriert
Kapitel: 3   Seiten: 7  (Arial 10, schmaler Rand) – Veröffentlichung: 14. + 17.02.21 sowie 21.02.21
Disclaimer: Wie üblich gehört mir außer der Idee zur Story nichts.  Alle Castle Charaktere sind Eigentum von ABC Studios. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeit zu Lebenden und Toten Personen ist zufällig und nicht beabsichtigt. Alle weiteren Charaktere sind Eigentum des Autors.

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Als Kate mit ihrem Vater das Restaurant betrat, sah sie Rick und Martha bereits am Tisch, etwas abseits der anderen Gäste, sitzen.
„Komm Dad, die beiden sind schon da.“
Rick stand auf und gab Kate schnell einen Kuss, bevor er Jim die Hand reichte. „Schön Sie zu sehen, Jim.“
„Danke, gleichfalls“, murmelte dieser, während er wie hypnotisiert auf Ricks Mutter schaute.
„Jim, darf ich vorstellen, meine Mutter Martha Rodgers.“
„Sehr erfreut“, nickte Jim und reichte Martha die Hand.
„Ebenfalls.“
Niemand bemerkte, wie die Stimme von Martha zitterte. Wirklich niemand?
„Wollen wir uns nicht setzen?“, fragte Rick und deutete auf die beiden freien Plätze. Er saß neben seiner Mutter, ihr gegenüber Jim und Kate saß Rick gegenüber. „Was wollt ihr trinken?“
„Ein Bier, bitte.“
„Kate?“ Rick legte seine Hand auf ihre. „Schatz, wo bist du mit deinen Gedanken?“
„Mhm?“
„Ich habe gefragt, was du trinken möchtest. Wie immer?“
„Ja.“
Rick wunderte sich ein wenig über das Verhalten von Kate, vermutete aber, sie wäre nervös. So ein erstes Treffen der Eltern war auch ziemlich aufregend. Vor allem wo Rick seine Mutter kannte. Die war mitunter, nun ja, sehr direkt. Damit kam nicht jeder klar.
„Es ist schön, Sie endlich kennenzulernen, Martha. Kate hat mir schon viel von Ihnen erzählt.“
„Oha“, erwiderte Martha lachend. „Aber glauben Sie ihr ruhig alles, Katherine neigt nicht zu Übertreibungen.“ Da war es wieder, dieses leichte Zittern in der Stimme.

Die Getränke kamen, das Essen wurde bestellt und alle unterhielten sich wunderbar … bis auf Kate. Sie beteiligte sich nur, wenn man sie direkt ansprach. Rick wunderte sich immer mehr und wurde auch langsam etwas ungehalten. Es sollte doch ein schöner Abend werden, wo sich alle kennenlernen und näherkommen können und ausgerechnet Kate torpedierte das alles mit ihrem Verhalten.
Martha machte sich auch ihre Gedanken über das Verhalten der jungen Frau, aber anders als ihr Sohn war sie nicht ungehalten deswegen. Sie ahnte, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis die Bombe platzte. Dafür hatte Katherine ein zu feines Gespür. Die Schauspielerin schaute zu Jim, der sich gerade angeregt mit Rick unterhielt und sich offenbar keine Gedanken machte. Typisch Mann.

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„Wie lange wollt ihr diese Farce noch aufrechterhalten?“, wollte Kate auf einmal wissen. Mittlerweile war ihre Bestellung serviert worden, sie aßen und unterhielten sich weiterhin, als wären sie sich nicht erst heute begegnet. Und genau das war der Punkt.
„Wovon redest du, Kate? Was ist überhaupt mit dir los? Du vermiest uns den ganzen Abend“, regte sich Rick auf. Eigentlich wollte er das später mit ihr klären. Wenn sie allein waren. Aber nun platzte ihm der Kragen.
„Frag das nicht mich, sondern deine Mutter und meinen Vater.“
„Ich verstehe nicht, wovon du sprichst.“
„Die beiden schon. Oder Dad? Martha?“ Kate hatte Mühe, ihre Tränen zu unterdrücken. „Nun, sagt es doch schon. Ihr seid euch heute … hier … nicht das erste Mal begegnet.“
Jetzt wusste Jim, worauf Kate hinauswollte. „Ja, es stimmt, Katie. Martha und ich kennen uns tatsächlich. Aber das ist schon sehr lange her und ich hatte keine Ahnung, dass sie Ricks Mutter ist.“ So ganz begriff er nicht, warum Kate sich darüber so aufregte. „Das war lange bevor ich deine Mum kennenlernte und hat mit dir nichts zu tun.“
Sie sah zu ihrem Vater. „Ach nein, hat es nicht? Wie kann es nichts mit mir zu tun haben, wenn mein Vater möglicherweise auch der Vater des Mannes ist, den ich liebe?“, fuhr sie ihren Vater an. „Wie kann es nichts mit mir zu tun haben, wenn all meine Träume sich gerade in Albträume verwandeln? Ich wollte Rick heiraten, Kinder mit ihm haben … wie soll das gehen, wenn er mein Bruder ist? Wie kann es sein, dass dir dieser Gedanke offenbar nicht gekommen ist, nachdem du Martha vorhin gesehen hast? Du bist doch sonst so ein Rechengenie und weißt auch, wie alt Rick ist.“ Sie wandte sich an die Schauspielerin. „Und wie lange wolltest du darüber schweigen, Martha?“
„Ich wollte morgen Jim anrufen und mit ihm über die Möglichkeit sprechen, dass er Richards Vater sein könnte und ihn bitten, einen DNA Test machen zu lassen“, erklärte Martha, nicht darüber nachdenkend, dass sie dazu erst einmal an dessen Handynummer hätte kommen müssen, was nur über Rick oder Kate möglich und das wiederum reichlich auffällig gewesen wäre.
Kate lachte bitter auf. „Und bis zu dem Ergebnis hättet ihr dann dabei zugesehen, wie Rick und ich weiterhin zusammen sind? Vielleicht hättet ihr Glück gehabt und der DNA Test wäre negativ. Juhu, nichts passiert. Verschweigen wir es einfach. Aber was, wenn er positiv wäre? Was, wenn Rick mein Bruder ist?“, fragte sie erneut und diesmal hielt sie ihre Tränen nicht zurück.
Rick war fassungslos. Ihm schwirrte der Kopf. Kates Bruder? Sie seine Schwester? Es gab gefühlt Millionen von Fragen, doch ihm fiel nur eine. „Woher wusstest du es, Kate? Ich meine, dass Mutter und Jim …“
„Ich habe den Blick gesehen als sie sich gegenüberstanden, das Erkennen in ihren Augen und dachte noch, oh weh, das könnte jetzt peinlich werden.“
Jim verschluckte sich fast. „Du dachtest, Martha und ich hätten jetzt … also in letzter Zeit …“
„Ja, dachte ich. Bis ich das Zittern in Marthas Stimme hörte. Und die Wahrheit in ihren Augen sah.“
Darüber wunderte sich niemand. Kate war Polizistin. Ihr Job war es, Wahrheiten zu erkennen. Überall, wo sie ihr begegneten.
„Ist das wirklich wahr, Martha?“, wollte Jim überrascht wissen. „Besteht die Möglichkeit, dass ich Ricks Vater bin?“
Martha schluckte und nickte. „Eine fünfzig zu fünfzig Chance. Zwei Tage nachdem wir … nun ja … da begegnete mir Jackson.“
„Und du hattest Sex mit ihm. So wie mit mir. Auch in der Kneipe?“ Jim wusste nicht, wieso er eifersüchtig klang, denn zwischen ihm und Martha war damals wirklich nichts, was in irgendeiner Form mit Gefühlen zu tun hatte. Aber irgendwie verletzte es ihn, dass sie mit dem anderen zumindest den Vornamen ausgetauscht hatte, bevor sie zur Sache kamen.
„Ja. Ja. Und nein“, erwiderte Martha, war aber nicht gewillt mehr über ihre Nacht mit Jackson zu erzählen. Das ging niemanden etwas an.
Kate hatte genug gehört. Sie wollte und konnte nicht mehr. „Ich muss hier raus.“
„Ich begleite dich, Schatz.“
Sie zog ihre Hand weg, als er danach greifen wollte. „Nenne mich nicht so! Hast du es immer noch nicht begriffen, dass wir möglicherweise Geschwister sind? Wie kannst du so ruhig sein?“ Sie schlug sich mit der Hand gegen die Stirn. „Oh, ich verstehe. Meine Träume waren wohl  nicht deine Träume. Ist nicht schlimm, wenn ich deine Schwester bin. Gibt schließlich noch andere Frauen.“
Rick zuckte zusammen. „Das ist nicht wahr! Du weißt, wie sehr ich dich liebe. Und mir ist sehr wohl bewusst, was hier gerade dabei ist zu zerbrechen. Es war nicht nur dein Traum, es war auch meiner. Ist es immer noch. Doch solange wir nicht hundertprozentig wissen, dass …“
Sie sah ihn enttäuscht an. „Was? Können wir einfach so weitermachen? Tun, als wäre da nicht dieses Damoklesschwert über uns? Sex haben?“
Sie stand auf, ihre Beine zitterten und am liebsten wäre sie gerannt. Aber sie waren in der Öffentlichkeit und das hier ging niemanden etwas an. Als Schlagzeile wollte sie nicht in den Zeitungen landen.
Jim haderte mich sich. Kate war so verletzt, so verzweifelt. Er könnte ihr diese Verzweiflung nehmen, ihr aber im gleichen Atemzug einen Schlag versetzen, bei dem er nicht sicher war, wie sie ihn verkraften würde. Und die Gefahr war groß, dass er sie verlieren würde. Doch damit müsste er dann leben. Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Hier ging es um ihr Glück mit Rick und das war wichtiger als alles andere.
„Warte Katie. Bitte setz dich wieder. Es wird Zeit, dass ich dir etwas erzähle. Das hätten deine Mum und ich schon vor Jahren tun sollen.“
Das klang nicht gut  Rick schaute Jim mit einem Blick an, der sagen sollte, <muss das jetzt sein?> und dieser nickte.
Kate war hin und hergerissen. Alles in ihr schrie <lauf!>, weil sie das Gefühl hatte, einfach nicht mehr ertragen zu können, doch sie setzte sich.
„Noch mehr Geheimnisse? Willst du mir jetzt erzählen, dass ihr nicht meine Eltern seid?“
Fragend schaute sie ihren Vater an und zuckte wie geschlagen zusammen, als er kurz die Augen schloss. Eindeutiger konnte die Antwort nicht sein. „Nein. Nein, sag dass das nicht wahr ist. Bitte!“
Rick und Martha waren von Mit-Hauptdarstellern zu Nebenakteuren degradiert worden, die nichts weiter tun konnten, als zuzusehen, wie das Leben von Kate gerade den Bach runterging. Vor allem für Rick war es schlimm, weil er einfach nicht wusste, was er tun sollte. Auch auf die Gefahr hin, dass sie die Hand erneut zurückzog oder ihn wieder zurechtwies, legte er seine auf ihre. Sie reagierte gar nicht.
„Johanna ist deine Mum, Katie. Aber ich bin nicht dein leiblicher Vater.“
Ringsherum im Restaurant war Trubel, die anderen Gäste bekamen nichts mit von den Dramen an diesem Tisch, an dem es auf einmal so still war, dass man einen Wattebausch hätte fallen hören können.
„Erklär es mir.“ Kate sprach ruhig. Leise. Ihre Augen waren leer, ihr Blick irgendwo in die Ferne gerichtet.
Rick machte sich große Sorgen. Und dass das alles ausgerechnet in einem Restaurant stattfand, war auch nicht hilfreich. Gut, es nahm niemand Notiz von ihnen, aber er konnte nicht so agieren, wie er gerne wollte. Obwohl er sich nicht sicher war, ob Kate seine Nähe zulassen würde.
„Deine Mum war schon mit dir schwanger, als wir uns kennenlernten, hat es aber nicht gewusst. Und als sie es dann bemerkte, wollte sie sich von mir trennen, weil sie es nicht fair mir gegenüber fand. Aber ich war längst bis über beide Ohren in Johanna verliebt und wollte sie nicht verlieren“, erzählte Jim. Irgendwann könnten sie ausführlicher darüber sprechen, wenn Kate das wollte, aber jetzt … und hier … musste die Kurzform reichen. „Ich habe lange gebraucht, bis sie nachgab und weiß, sie hatte immer Angst ich würde dich ablehnen. Doch je mehr die Schwangerschaft fortschritt,  je mehr wurdest du zu meinem Kind und als du schließlich auf die Welt kamst war ich dir sofort verfallen, Kate. Du warst meine Tochter und wirst es auch immer sein. Ob ich auch noch immer dein Dad bin musst du entscheiden.“
Kate schloss kurz die Augen. „Ich weiß es nicht. Ich fühle auch nichts.“
„Lass dir Zeit, Katie. Oder darf ich dich so nicht mehr nennen?“
„Doch.“  Etwas gab es noch, was sie wissen musste. „Weiß mein …  Vater von mir?“
Jim schüttelte den Kopf. „Er starb wenige Tage nach dieser Nacht bei einem Unfall.“
„Wer war er?“
„Ein Kollege deiner Mum. Sie waren bei einer anderen Kollegin zum Geburtstag eingeladen. Er brauchte sie nach Hause und nun ja, ein klassischer One Night Stand.“
Kate stöhnte auf. „Ich kann das nicht mehr hören.“
„Es tut mir leid, Kate. Deine Mum und ich wollten es dir sagen, aber irgendwie haben wir immer den passenden Moment verpasst.“
„Dafür hätte es nur einen einzigen passenden Moment gegeben … Jim.“ Kate schaffte es nicht, ihn Dad zu nennen. Sie liebte ihn, im Herzen war er ihr Dad. Aber der Verstand musste erst einmal begreifen, dass sich nichts ändern musste zwischen ihnen. „Als ich alt genug war, um es zu verstehen. Da hättet ihr es mir sagen müssen.“ Kate stand auf. „Ich muss jetzt hier raus, sonst ersticke ich.“
„Katie.“
„Nein, lass mich.“ Sie wehrte die Hand ihres Vaters ab. „Ich melde mich bei dir. Versprochen. Aber lass mir Zeit, bitte.“
„Natürlich“, erwiderte er traurig. „Ich … ich habe dich lieb, Kate.“
Sie lächelte, in ihren Augen brannten Tränen. „Ich dich auch.“ Dann verließ sie das Restaurant so schnell wie möglich, aber so unauffällig wie nötig.
Ein kalter Wind schlug ihr entgegen, sie machte ihre Jacke zu und schlug den Kragen hoch. Wohin jetzt? Egal. Einfach nur weg. Völlig in Gedanken ging Kate los, geradewegs auf die Straße. Sie hörte das Hupen nicht, als sich der Wagen näherte …

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Cliffhanger- So was gemeines aber auch *fiesgrins*

Ich hoffe, es hat euch dennoch gefallen. Oder vielleicht gerade deswegen.

Mittwoch kommt dann auch schon der letzte Teil.
Aber keine Sorge, einige Tage danach startet eine längere Geschichte.
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