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Erlöse mich

OneshotDrama / P12 / Gen
12.02.2021
12.02.2021
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Manchmal fragte er sich, wieso er das tat. Und warum er einfach nicht aufhören konnte. Seit Jahren war er kein Teil dieser Welt mehr. Nur noch ein Name, welcher in Vergessenheit geraten war und ein unbedeutender Schatten. Das Jenseits war jedoch der einzige Ort, wo er ihn beobachten konnte, ohne bemerkt zu werden. Niemand konnte ihn dort im Baum sehen, gegen den Stamm gelehnt, mit dem Blick auf das Einzigste, was ihn noch im Diesseits hielt.
Byakuya konnte den Windzug spüren, welcher an ihm vorbei zog und die Blätter über ihn zum Rascheln brachte. Der Wind zog weiter und suchte sich den Weg in das lange, silberne Haar des Mannes, welchen er nicht aus dem Auge lassen konnten. Eigentlich war es sinnlos. Besser gesagt Zeitverschwendung. Doch es erfüllte ihn. Ein kleines Lächeln auf seinen roten Lippen. Das war es wert. Das war alles wert.
Sesshomaru spürte es schon eine gewisse Zeit. Dieses Gefühl...als würde ihm etwas folgen. Nein, nicht etwas. Jemand. Doch der Daiyokai hatte keinen Beweis dafür. Immer wieder sahen sich seine honiggoldenen Augen um, doch konnten nichts erblicken. Doch nur weil er etwas nicht sehen konnte, hieß es nicht, dass es nicht da war. Was auch immer es war, es störte ihn nicht. Es machte auf Sesshomaru nicht den Eindruck, dass dieser Jemand böse Absichten hatte. Viel mehr war es eine ruhige und sanfte Präsenz, welche ihm jedoch zu unbekannt war, um sie einzuordnen.
Sesshomaru ließ seinen Blick über das Dorf gleiten. Nahm die Menschen war, welche dort ihre Arbeit verrichteten, doch ignorierte sie dann weitesgehend. Er war nicht mehr in diesem Dorf, als er es sollte. Früher war er hier, um Rin aufwachsen zu sehen. Jetzt war er hier, um seine Frau zu sehen. Die Präsenz war jetzt griffiger als zuvor.
Es war nicht so, dass Byakuya nicht wusste, was in seiner Abwesenheit passiert war. Die Gruppe um Inu Yasha hatte ihre eigene Familie gegründet, oder war dabei sie zu gründen. Doch das interessierte den jungen Mann nicht sonderlich. Es war damals wie ein Schwert gewesen, was man durch seine Brust stieß, als er erfuhr, dass Sesshomaru geheiratet hatte. Ein Schwert genau durch den Platz, an dem sich sein Herz befinden sollte.
Doch letzendlich machte es für Byakuya keinen Unterschied. Er hatte Sesshomaru zu seinen lebzeiten nicht haben können...Und schon gar nicht jetzt. Wo er nur ein Geist war, welcher sich in der Welt der Menschen aufhalten konnte, wenn er das wollte. Wann hatte das angefangen? Wann hatte er sich zu diesem Mann hingezogen gefühlt? Diesem Mann, welcher ihn bei ihrem ersten Treffen sofort angriff und für den er nichts weiter als ein Abkömmling Narakus war...Byakuya wusste nicht, ab welchem Punkt er Sesshomarus Nähe bewusst gesucht hatte und alles dafür getan hätte, etwas länger in seiner Gesellschaft verbleiben zu dürfen. Sesshomarus Gesellschaft. Mehr hatte er nie gewollt. Das Gefühl, dass der Daiyokai seine Anwesenheit akzeptierte und ihn nicht als eine Verschwendung seiner Zeit betrachtete.
Sesshomaru würde lügen, wenn er behaupten würde, dass die Präsenz ihn störte. Sie war kaum spürbar, doch an manchen Tagen war sie so greifbar, dass er sie fast einordnen konnte. Doch nur fast. Der Daiyokai wollte wissen, was ihn verfolgte. Doch nicht, um es zu beseitigen, sondern um die Beweggründen zu erfahren. Es schien nicht so, dass sie negativer Natur waren, also was waren sie dann?
Doch schließlich tat es Sesshomaru ab. Er hatte schon zu viel darüber nachgedacht. Wenn die Zeit kam, würde er erfahren, was es war.
Und bei Gott ahnte der Daiyokai nicht, dass diese Zeit näher war, als er dachte.

Byakuya sprang langsam von dem Baum, von welchem Sesshomaru vor wenigen Sekunden verschwunden war. Als er das Ende des Stammes genauer inspizierte, weiteten sich seine violetten Augen. Er konnte kaum glauben, was er sah.
2 Babys. Eines süßer als das andere. Sie waren so bezaubernd und so wunderschön. Sie waren noch so unschuldig und wussten nicht, was sie jemals in dieser Welt erwarten würde.
Byakuya kniete sich zu ihnen hinunter und betrachtete ihre süßen Gesichter. Waren sie etwa Sesshomarus...?
Der tote Dämon musste lächeln. Was für reizende Geschöpfe sie doch waren. Byakuya musste den Neid unterdrücken, welcher in ihm aufstieg. Denn Kinder, eine Familie...Das konnte und könnte er niemals haben. Selbst wenn er zu Lebzeiten frei von Naraku gewesen wäre, hätte das für ihn niemals passieren können.
Er konnte keine Kinder bekommen. Die Umstände seiner Entstehung ließen es nicht zu. Er war nur ein Abkömmling. Er war nie richtig am Leben gewesen. Nie ein richtiger Mann gewesen. Das einzige, was er jemals gefühlt hatte, war die Anziehungskraft für einen gewissen Daiyokai...
Und nun betrachtete er seine Töchter und fühlte etwas seltsames in sich hochsteigen. Er hatte den Drang, diese hinreißenden Geschöpfe zu beschützen. Es fühlte sich fast so an, wie der Beschützerinstinkt, welcher sich sich unter Geschwistern entwickelte.
Von da an, ließ Byakuya die Beiden nicht mehr aus den Augen. Sie und Sesshomaru. Er verbrachte fast jeden Tag damit, den Daiyokai und seine Töchter zu beobachten. Irgendwann konnte er die Namen der 2 Mädchen in Erfahrung bringen.
Towa und Setsuna.
Der unglückliche Dämon freute sich, etwas gefunden zu haben, was ihn noch mehr erfüllte. Auch wenn es ihn in einem Teil seines Körpers schmertzte, dass er niemals eine Chance bekommen würde, Sesshomaru mitzuteilen, dass er immer bei ihm war und was er fühlte.
Er würde niemals ein glückliches Ende bekommen, doch er konnte dafür sorgen, dass Towa und Setsuna es bekamen. Sie verdienten es, dass ihre Unschuld so lange wie möglich geschützt blieb, denn Niemand hatte seine geschützt.

Sesshomaru bemerkte, wie sich die Präsenz vermehrt von ihm entfernte. Doch sie kam immer wieder zurück. Auch wenn es Niemand erfahren durfte, hielt er sich von Zeit zu Zeit in der Nähe seiner Töchter auf. Und genau dort spürte er die Präsenz. Sie wurde immer deutlicher und Sesshomaru bekam das Gefühl, er könne sie irgendwann einordnen. Er hatte das Gefühl, es beschütze seine Töchter.
In der Nacht des Waldbrandes fühlte Sesshomaru, wie die Aura seine Töchter am Stärksten umgab. Er willigte ein, dass der Wald in Brand gesetzt wurde. Ohne mit der Wimper zu zucken. Der Daiyokai war sich bewusst, dass es seine Töchter schaffen könnten, zu überleben. Besonders, wenn sie Hilfe bekamen.
Und tatsächlich. Sobald er das verängstigte Mädchen auf sich zurennen sah, packte er es am Arm und zog es an sich, um es von den Flammen zu verbergen. Ihm konnten sie nichts anhaben. Er war kein Teil dieser Welt, doch trotzdem konnte er das kleine Mädchen in seinen Armen halten und sie vor dem Feuer schützen. Ob sie ihn sehen konnte? Oder gar spüren konnte? Es zählte für Byakuya nicht. Er konnte sie retten und das war alles, was er wollte.

Als Sesshomaru den verbrannten Wald betrat, traf es den Daiyokai fast wie ein Schlag. Die Präsenz war so nah. Näher, als sie jemals gekommen war. Er drehte seinen Kopf und konnte niemanden erblicken. Doch genau hinter ihm spürte er es. Die Aura wurde ihm vertrauter. Er kannte sie. Zwar nur flüchtig, doch er tat es.
Byakuya lächelte, als er Sesshomaru in die Augen schaute. Er konnte ihn nicht sehen, doch er war sich sicher, dass er ihn spüren konnte. Jetzt noch stärker als zuvor. Ob er nun endlich wusste, wer er war?
Sesshomaru streckte seinen Arm aus und es fühlte sich zum ersten Mal so an, als würde er auf ein Hinderniss treffen. Doch er sah nichts. Aber er spürte es. Er spürte die Aura am aller stärksten und konnte nun endlich einordnen, zu wem sie gehörte. Nach Jahren der verschleierten Anwesenheit kam es dem Daiyokai so vor, als ob dies ein Abschied war. Doch was konnte ihn mit ihm so stark verbinden, dass seine Seele dem Diesseits nicht entsagen konnte?
Byakuya spürte, wie Glück ihn durchströmte und er nun endlich bereit war, seinen Frieden zu finden. Er hatte getan, was er tun wollte. Er hatte das beschützt, was dem Mann am wichtigsten war, welchem sein Herz gehörte. Seit seinem Tod fühlte es sich so an, als würde es endlich wieder in seiner Brust schlagen. So wiedersprüchlich es auch klang.
Auch wenn Sesshomaru die Worte nicht hören würde, musste er sie sagen. Zu seiner endgültigen Erlösung.
„Ich habe euch immer geliebt, Sesshomaru-sama.“
Die Verbindung zu dieser Welt brach ab. Es war, als wäre er endlich aus der endlosen Leere befreit wurden, in welche er sich seit Jahren befand. Ein Licht empfing ihn, als er endlich erlöst war. Nach dem Tode käme der Frieden...Ob dem wirklich so wahr, würde Byakuya nun herausfinden.
Sie war verschwunden. Die Aura. Einfach alles.
Sesshomaru neigte sein Gesicht zum Himmel und verengte seine Augen. Er hatte die Worte vernommen. Sie waren seine Erlösung gewesen.
Vor ihm auf dem Boden eine Lotusblume. Sie hatte das Feuer verschont. Sie war das einzige, was noch in diesem Wald strahlte und blühte. Sie biegte sich im Wind nach oben, welcher auch sein silbernes Haar durchfuhr.
Sesshomaru drehte ihr den Rücken zu und setzte seinen Weg in den Wald weiter fort. Seine Augen schlossen sich, als er ein letztes Mal anhielt.
„Ich würde mir deine Gesellschaft wünschen, wärst du noch hier.“
Noch ein letzter Blick in den Himmel.
„Lebe wohl, Byakuya.“

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Eigentlich ist diese Geschichte total absurd, doch das sind alle von mir also störe ich mich daran nicht weiter. Ich denke, ich muss endlich von meinem Lieblingspairing los lassen, da Yashahime mir jetzt dazwischen gekommen ist. Ich denke, dass ich meine jüngste Geschichte trotz allem noch fortsetzen möchte.
LG Witchmaster
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