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Gemeinsam

OneshotLiebesgeschichte / P12 / Het
Anri Sonohara Mikado Ryuugamine
12.02.2021
12.02.2021
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Mikados Sicht

Ich betrachtete das Foto, das ich mir aufgehoben hatte. Darauf waren Anri und ich, als wir heirateten. Hinter uns standen unsere Gäste und es kamen erstaunlich viele. Ich legte das Foto wieder zurück in mein Portmonee und sah rüber zum Bett, worauf Anri noch schlief. Ich stand jeden Morgen früher auf als sie und machte uns das Frühstück. So begab ich mich in die Küche und machte mich an die Arbeit.

"Das riecht ja lecker."

Anri stand im Türrahmen, mit ihrem Nachthemd und einer kurzen Hose, in weiß.

"Guten Morgen, Anri."

"Guten Morgen. Hast du gut geschlafen?"

Sie setzte sich an den Tisch, während ich nickend das Essen darauf servierte.

"Was ist mit dir?"

Sie lächelte.

"Ich habe von der Schule geträumt. Als wir zu dritt hingingen, mit Masaomi."

"Ich denke auch noch oft daran."

Ich setzte mich zu ihr und wir begannen zu essen.

Als wir fertig waren, half mir Anri beim abräumen und sie spülte die Teller ab. Ich ging soweit ins Schlafzimmer und zog mich um, da ich bald zur Arbeit musste. Anri kam in den Raum und betrachtete mich mit ihrem süßen, sanften lächeln, das ich so liebe.

"Ich gehe mir heute einen kaufen."

"D-das ist toll."

Ich wusste was sie meinte und es machte mich verdammt nervös. Ihre Wangen färbten sich leicht rot und ich umarmte sie.

"Warte damit, bis ich Heim bin, ja?"

Sie nickte und umarmte mich zurück. Ich ging ins Bad und machte mein Haar. Anri brachte mir meine Krawatte, die ich vergessen hatte und machte sie an. Dann brachte sie mich, wie jeden Tag, zur Tür und verabschiedete mich.

Anris Sicht

Ich wank ihm zum Abschied und schloss die Tür. Ich atmete erleichtert aus und fasste an meine Brust.

Warum schneidest du ihn nicht endlich?

Die Stimme von Saika hallte in mir. Sie wollte ihn noch immer schneiden, die ganze Zeit. Es fiel  mir unheimlich schwer, sie zurückzuhalten. Immer wenn wir uns näher kamen, versuchte sie nach außen zu dringen. Besonders im Bett, wenn wir schliefen, fiel es mir schwer. Aber ich versuchte oft, Mikado zu rufen, als Mutter, und da es nicht klappte, wurde er bisher nie geschnitten. Das bedeutete, es versuchte es nicht im schlaf, was mich unheimlich erleichterte.

Wir werden so eine bessere Familie sein.

Ich trank noch einen Tee und dachte über früher nach. Wir hatten seit einigen Wochen nicht mehr mit Masaomi und Saki-san geschrieben oder uns gesehen. Vielleicht würde ich Mikado mal darauf ansprechen, sie mal zu uns einzuladen?

Schneiden. Schneiden.

Ich stellte die Tasse in die Spüle und ließ etwas Wasser einlaufen, dann machte ich mich im Bad fertig. Nach dem Duschen und dem Anziehen, sowie Haare föhnen, die mittlerweile etwas über die Schulter gingen, schnappte ich mir meine Tasche und meinen Schlüssel. Mein Handy hatte ich in der Jackentasche meiner schwarzen Jacke. Darunter trug ich eine blaue Jeans und weiße Schuhe.

Lass ihn schneiden. Kinder. Familie. Schneiden. Schneiden.

Ich verließ die Wohnung, in der ich mit meinem Mann wohnte und machte mich auf dem Weg zu einer Apotheke.

Mikados Sicht

Ich dachte während meiner Pause an ein Date, das wir früher hatten.

Ich sah auf das Display und las die Nachricht von Anri, dass sie gleich da sei. Nervös verlagerte ich das Gewicht auf das andere Bein und schaute mich um. Ich traf mich heute in der Stadt mit Anri. Wir hatten uns verabredet und wollten zu zweit etwas Zeit verbringen. Ich dachte daran, wie nervös ich war, als ich sie gefragt hatte. Sie hatte unbekümmert zugestimmt. Mir war fast so, als sei ich der einzige, dem es so vorkam, dass das ein Date war.

Ich sah Anri, die auf mich zu kam und lächelte. Sie trug eine schwarze Strickjacke und darunter ein weiß-rotes Shirt und einen schwarzen Rock. Eine weiße Tasche hatte sie um. Ihr lächeln war bezaubernd und mein Herz machte einen Sprung. Es schlug so schnell. Ich spürte, wie die meine Wangen glühten.

"Hallo Mikado."

"H-hallo Anri."

Sie schaute nach rechts und ihr Haar leuchtete in der Sonne. Sie schob ihre Brille kurz zurecht und lächelte noch immer.

"Und? Wohin gehen wir?"

Sie schaute wieder in meine Richtung. Unter ihrem Blick fielen mir erst keine Worte ein. Ob es ihr auffällt, wie nervös ich bin?

"Ähm... Lass uns doch erstmal einfach irgendwie rumlaufen... und überlegen uns dann was...?"

Sie kicherte und nickte.

"Ja. Ist gut."

Ich lächelte sie leicht verträumt an. Ich hoffte, sie merkte nicht, wie sehr mein Herz gegen meine Brust hämmerte. Das war mir peinlich. Wir sahen uns jeden Tag in der Schule und hatten uns öfter mal in der Stadt herumgetrieben. Dennoch war ich unglaublich nervös.

Ein Kollege klopfte auf dem Tisch und machte mich darauf aufmerksam, dass meine Pause um war. Ich bedankte mich und machte mich schnell wieder an die Arbeit.

Anris Sicht

Ich betrachtete die kleine Schachtel und legte sie schnell auf dem Trockner ab. Ich verließ das Bad und wartete, bis Mikado heim kam. Da ich heute frei hatte, musste ich lange warten.

Es dauerte einige Stunden und er kam schnaufend an und zog sich seine Schuhe am Eingang aus. Ich ging zu ihm und verschränkte die Hände hinter meinem Rücken, hielt die Schachtel darin.

"Bin wieder da."

Schneiden. Das ist deine Gelegenheit.

Ich nickte ihm zu und er kam zu mir und küsste mich sanft. Er zog noch seine Krawatte und sein Jackett aus und folgte mir dann ins Badezimmer. Ich las die Gebrauchsanweisung und danach Mikado. Er war peinlich berührt, das sah ich ihn an. Wir standen mit etwas Abstand zueinander, da er wusste, dass ich Saika zurückhielt.

Komm schon. Wir werden eine Familie sein. Mutter. Mutter.

"Ich... gehe dann mal. Sag, wenn du fertig bist."

Mutter. Mutter. Familie. Mutter. Schneiden.

So verließ er das Bad und ließ mich zusammen mit dem Ding allein.

Ich atmete mehrmals ein und aus und testete es nun.

Mikado kam auf meinen Worten, dass ich fertig sei, wieder herein und wir warteten fünf Minuten. Mit weiten Augen starrte ich auf die zwei Streifen und schaute in das erst geschockte, dann aber glückliche Gesicht von Mikado. Mir kamen ein paar Tränen.

Schneiden. Familie. Kinder. Familie. Mutter.

"Wir werden Eltern."

Ich nickte und umarmte ihn.
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