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Für immer...

von Kakarotto
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Bardock Radditz Son Goku Turles
11.02.2021
11.02.2021
4
11.069
1
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11.02.2021 2.135
 
Disclaimer:

Alle hier verwendeten bekannten Charaktere aus Dragonball gehören Akira Toriyama!

Ich verdiene mit der Geschichte kein Geld :)

Olve ist ein OC von Tales_


Alle hier erfundenen saiyanischen Wörter entstammen der Fantasie von mir und Tales_:

Sórek = Bruder
Takrá = Mutter
Bókra = Vater
Kúsa   = Onkel
Sárrog = Sohn
Sárek   = Geldwährung auf dem Planeten Vegeta
Varáktu = Um Verzeihung bitten/Entschuldigung
Yábak    = Anrede für einen fremden Saiyajin/ Ähnlich wie die Anrede Sir

Viel Spaß :)

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Laut schepperten Tassen und Teller auf den Küchenboden. Mit angespannter und zittriger Haltung stand Gine wütend vor ihrem Mann. Ihr gesträubter Pelz peitschte unruhig hin und her.

„Bitte Bardock… dann trainiere ich ihn… aber bitte-“, flehte sie, doch der ältere Krieger fiel ihr ins Wort und verschränkte streng die Arme vor der Brust.

„Ha! Du willst ihn trainieren? In was, Gine?! Wie man kocht? Stell meine Geduld nicht auf die Probe! Kakarott geht! Weißt du was für eine Schande er über unsere Familie bringt?! Das fällt nachher alles auf Raditz und mich zurück! Das kann ich nie wieder reinwaschen!“, erwiderte er lautstark und seine Rute peitschte nachdrücklich durch die Luft.

Tränen traten in Gines Augen und die Kraft ihrer Beine gab nach, ehe sie sich auf die kalten Fliesen kniete.

„Er ist dein Sárrog! Er ist erst drei Jahre alt! Du verlangst zu viel von ihm!“, erwiderte seine Frau mit zittriger Stimme und sah ihrem Gefährten in das ernste Gesicht. Doch in seinem Herzen rührte sich nicht einen Funken Mitleid für seinen jüngsten Sohn.

„Nein! Eine Zumutung ist er! Raditz hatte in seinem Alter eine Kampfkraft von 120! Kakarotts liegt heute gerade mal bei Zehn! Damit kann er noch nicht mal Insekten beeindrucken! Ihm fehlt der Killer-Instinkt und rate mal wessen Schuld das ist?!“, fragte er und sah seiner Frau demonstrativ in die Augen, die empört nach Luft schnappte und sich am Stuhl festhaltend langsam erhob.

„Ich ja?! DU willst mir allen Ernstes vorwerfen, dass er wegen meiner Erziehung kein Monster ist?! Du wolltest Raditz‘ Erziehung übernehmen, weil du dich für Kakarott so geschämt hast! Ich bin froh, dass Raditz durch dich noch nicht verdorben wurde! Er soll nicht so werden wie du! Er hat sein Herz behalten, Sadur sei Dank…“, schimpfte sie zurück, ehe sie die Scherben zusammen räumte.

Bardock schnaubte nur verächtlich:

„Das ist mein letztes Wort! Höre ich noch einen Ton aus deinem Mund, verschwindest du mit ihm! Dann kannst du sehen wie du ihn alleine durch bringst!“

Gine zuckte unwillkürlich unter den kalten Worten ihres Mannes zusammen und brachte nur noch ein ersticktes Schluchzen hervor.


Oben im Zimmer rechts von der Treppe hatten Kakarott und Raditz dem wieder einmal lauten Streit ihrer Eltern gelauscht. Der jüngste Sohn Bardocks krabbelte mit seinem Stofftier Zaru auf den Schoß seines großen Bruders und kuschelte sich leise schluchzend an ihn.

„Streiten Takrá und Bókra wegen mir? Dein Name haben sie auch gesagt…“, fragte Kakarott und sah den Älteren mit großen fragenden Augen an.

Raditz strich seinem kleinen Bruder durchs Haar und leckte ihm die salzigen Tränen von den Wangen.

„Ja, Sórek… sie streiten sich wegen uns beiden… Bókra erträgt es noch immer nicht, dass du nach deiner Geburt nur eine Kampfkraft von zwei hattest… Meine Kampfkraft lag bei 51… für einen Unterklassekrieger ist das schon recht viel…“, erwiderte der Langhaarige und setzte Kakarott von seinem Schoß, ehe er sich langsam erhob und auf das Fenster zuging.

Der jüngere Bruder wischte sich über das feuchte Gesicht und sah traurig auf sein Kuscheltier herab, ehe er zu Raditz aufsah.

„Raditz? Was heißt Killer-Instinkt?“, fragte er neugierig nach.

Der Blick des Langhaarigen war ernst nach draußen gerichtet. Dunkle Wolken zogen in ihre Richtung und ein kalter stürmischer Wind wehte einige Blätter von den Bäumen.

Er sah ein kleines Insekt am Fenster krabbeln, was den Weg nach draußen suchte.

Er fing es mit der Hand und spürte ein Kitzeln, als der kleine Käfer in seiner Hand umherkabbelte.

Raditz kniete sich zu Kakarott hinunter und hielt seine Hand auf, ehe er das kleine Tier auf dem Boden krabbeln ließ.

Fasziniert sah der Jüngere der Brüder dem kleinen Wesen nach, ehe er in das ernste Gesicht des Älteren sah.

„Töte es, Kaki… schlage mit der Hand fest drauf!“

„Was? Der Käfer hat mir doch nichts getan…“, erwiderte Kakarott und sah seinen Bruder verwirrt an.

Wieso sollte er jemanden töten, der ihm selbst nichts tat?

Langsam erhob sich Raditz und schritt mit gut fünf Schritten auf das kleine Tierchen zu, ehe er mit seinem Stiefel drauf trat.

Geschockt sah Kakarott auf den Fuß seines Bruders und krabbelte auf ihn zu. Raditz nahm seinen Fuß vom kleinen Insekt und sah mit ernster Miene zu, wie sein kleiner Bruder sich ganz nahe zum Käfer vor beugte und ihn leicht mit dem Finger anstupste.

Es rührte sich nicht mehr.

„Wieso hast du das gemacht, Raditz?! Der arme kleine Käfer…“, jammerte Kakarott und sah Raditz anklagend an.

„Das nennt sich Killer-Instinkt… zu töten ohne Reue… egal wer…-“, der ältere Bruder brach seinen Satz abrupt ab und hörte Kakarott erschrocken nach Luft schnappen.


„Hast du auch schon jemanden getötet als du so klein warst wie ich?“, fragte Jüngere und drückte seinen plüschigen Freund enger an sich.

Raditz kniete sich zu seinem kleinen Bruder hinunter und sah die nervös zuckende Schwanzspitze, die hinter ihm hin und her wedelte.

„Ja, das habe ich, Sórek… mehr als einmal…“, antwortete der Langhaarige ehrlich und wollte seinem Bruder durchs Haar streichen, doch Kakarott wich vor ihm zurück.

„Was meinst du wo…-“, doch ehe Raditz seine Frage beenden konnte, zuckten beide Kinder zusammen als die laute strenge Stimme ihres Vaters Kakarott zu sich hinunter rief.

„Kakarott, Komm runter!“

Mit ängstlich geweiteten Augen starrte Kakarott zur Tür und suchte nun wieder den geborgenen Schutz seines großen Bruders.

Sein kleiner Schwanz legte sich zitternd um Raditz‘ Hand, was ein eindeutiges Zeichen dafür war, dass er um seinen Schutz bat.

Betroffen und geehrt zugleich sah der Ältere auf den Haarschopf seines kleinen Bruders herab und schloss einen Moment die Augen.

Wenn er seine Hand jetzt zurückzog, würde er Kakarott enttäuschen, er würde nie wieder um seinen Schutz bitten, da er ihn fort an, wenn auch unbewusst als Schwach ansehen würde. Raditz war der Einzige, den er immer bewundert hatte.


„Varáktu… Kaki…“, murmelte Raditz leise und entzog seine Hand, dem kleinen Pelz, ehe er seinen Bruder fest in seine Arme schloss.

„Kakarott! Komm runter! Lass deinen Kúsa nicht so lange warten!“, brüllte Bardock nach oben und Raditz keuchte erschrocken auf, ehe er den Kopf hob und seinen Blick auf die Tür richtete.

„Wer ist Kúsa, Raditz?“, fragte Kakarott wieder.

„Kúsa Tales… er ist der Sórek von Bókra… komm… du musst dich anziehen…“, erklärte der Langhaarige und half seinem Bruder auf die Beine, nachdem er sich erhoben hatte.

Er zog ihm die kleinen Armschoner an und half ihm in die Stiefel, ehe er ihm noch kurz mit seiner eigenen Bürste das Haar und das Fell durchkämmte.

„Lass Zaru hier… ich passe auf ihn auf…“, sagte Raditz und wollte das weiß plüschige Tierchen an sich nehmen, doch Kakarott sah ihn ernst an und drückte sein Stofftier enger an sich, während er entschlossen mit dem Kopf schüttelte.


Raditz öffnete die Tür und nahm Kakarott an die Hand, ehe er mit klopfendem Herzen auf den Flur trat. Bardock sah kurz über seine linke Schulter nach oben, ehe er sich zu ihnen drehte und ungeduldig darauf wartete, dass sein jüngster Spross endlich nach unten kam.

Raditz sah von seinem Vater zu dem anderen Mann, der erst ihn und dann seinen kleinen Bruder neugierig musterte.

Seine Mutter stand mit etwas Abstand mit dem Rücken zur Küche und riss sich vor ihrem Schwager tunlichst zusammen nicht in Tränen auszubrechen.

Sie hatte ein dunkelbraunes Felltuch um ihre Hüfte gewickelt der ihren Schwanz bedeckte. Ihre Eltern hatten sie durch ihre geringe Kampfkraft nach der Geburt schon mit 10 Jahren auf die wichtigsten Regeln und Sitten in einer langen Partnerbindung vorbereitet. So wusste sie auch, dass sie vor fremden Männern ihren Pelz verbergen musste, da er zum einen Lockstoffe aussendet und zum anderen vom männlichen Geschlecht als erotisches Körperteil wahrgenommen wird.


Die Gesetze ihres Planeten waren streng und jeder Saiyajin hatte seinen Platz in der Hierarchie. Doch zu Gines Kindheit noch nicht so streng wie heute! Die schwachen Kinder, werden den nahe stehenden Verwandten oder Ausgestoßenen übergeben. Manchmal wurden sie auch einfach auf der Straße neben dem einen oder anderen Bettler ausgesetzt.

Gine sah immer wieder demütig zur Seite oder zu Boden, wenn Tales sie ansah, damit er ihren Blick nicht missverstand.

Zu langer Blickkontakt mit anderen Saiyajins, wenn es nicht gerade die eigenen Kinder, Eltern oder der Gefährte war, war ebenfalls verpönt!

Ein Mann, war er erfahren genug, konnte in die Seelen einer Frau sehen. Ihre Wünsche erahnen, ihre Sehnsüchte. So wurde es ihr immer beigebracht.

Langsam hörte sie die kleinen zögernden Schritte ihrer Söhne, ehe sie zu ihnen aufsah.

Raditz kannte ihn bereits, von einigen zufälligen Begegnungen auf dem Markt oder bei einem Spaziergang in den nahe stehenden Wäldern.

Als Raditz unten ankam ließ Kakarott seinen Bruder los, schlich hinter seinen Vater, ehe er sich schnell unter dem Felltuch seiner Mutter versteckte. Ängstlich wagte er einen scheuen Blick auf den Mann, der seinem Vater in einer gewissen Weise ähnelte.

Gine wollte Kakarott an sich drücken, ihn nie mehr loslassen, doch ihre Hände taten nichts.

Raditz spürte die Spannung im Haus mehr als deutlich und er hoffte für seinen kleinen Bruder, dass es ihm bei seinem Onkel gut gehen würde.

„Kakarott, das ist dein Kúsa, Tales! Du wirst von jetzt an, bei ihm leben! Wenn du erwachsen bist, bringt er dich hierher zurück, um dich zu prüfen!“, stellte Bardock seinem Sohn seinen Bruder vor.

„Ich will aber nicht von Takrá und Raditz weg!“, schrie Kakarott weinend auf und vergrub sein Gesicht am linken Bein seiner Mutter, die es kaum noch aushielt.

Tales beobachtete das zeternde Verhalten seines Neffen, ehe sich seine Rute von der Taille löste und leicht unter dem weißen Umhang hervorschlängelte.

Tales bot Kakarott sein Vertrauen an.

Gine hatte ihm und auch Raditz beigebracht, dass sie dem Saiyajin eine ganze Weile in die Augen sehen sollen, nur so würden sie die ehrlichen Absichten eines Fremden erfahren.

Denn es gab auch manche, die sich das Vertrauen von Kindern erschlichen, um sie zu töten, wenn ihnen die Mutter oder der Vater gefiel. Kinder wären da nur im Weg.


Gine sah immer wieder unsicher zu Bardock rüber, der seinen Sohn mit strengen Blicken musterte und sich innerlich gerade für das trotzige Verhalten schämte.

Kakarott wich jedoch nicht vom Bein seiner Mutter und verbarg sein Gesicht halb in ihrer Kniekehle, während sein anderes Auge seinen Onkel mit skeptischem Blick ansah.

Auch wenn er jetzt freundlich wirkte, was würde ihm passieren, sobald er das Haus mit ihm verlassen hatte? Wo würde er ihn hinbringen?

„Takrá, was will der Mann von mir?“, fragte der jüngste Sohn Bardocks seine Mutter und sah sie mit seinen großen kindlichen Augen an.

Als Gine ihn ansah, war es um sie geschehen und sie brach weinend auf Knien zusammen, ehe sie Kakarott eng an sich drückte.

Bardock verdrehte genervt die Augen, hörte Kakarott ihm überhaupt zu, wenn er ihm etwas erklärte?!

Er trat auf sie beide zu und packte seinen Jüngsten am Handgelenk, ehe er ihn Tales an die Hand gab, der sich langsam wieder erhoben hatte.


Gine sah mit vorwurfsvollem Blick zu ihrem Gefährten auf, ehe sie sich erhob und sich mit den Armstulpen die Tränen aus dem Gesicht wischte.

Hilfesuchend sah Kakarott zu seiner Mutter und streckte ihr sein liebstes Stofftier entgegen.

Der Griff des ihm fremden Saiyajin war sanfter, als der seines Vaters.

Raditz sah seinen kleinen Bruder mitfühlend an, aber er wusste, dass Kakarott den Blickkontakt zu ihm, nicht mehr suchen würde.

Er hatte seinen kleinen Bruder enttäuscht.


Zum Abschied stieß Bardock sich die rechte Faust auf die Herzseite seiner Brust, während Tales ihm die Hand auf die linke Schulter legte und ihm ernst zunickte.

Der Dunkelhäutige trat auf Gine zu und strich mit der rechten Hand sanft über ihre Wange und hielt ihr den Daumen an die Lippen.

Ihre Lippen zitterten, ehe sie zaghaft über den Finger leckte und kurz hinein biss.

Mit einem Lächeln nahm er seine Hand zurück und leckte sich das Blut gemischt mit ihrem Speichel vom Daumen.

Diese Geste des Abschieds war es nur engen Angehörigen Männern bei Frauen gestattet.

Wenn fremde Männer dies einfach so taten, mussten sie mit einem blutigen Kampf des Gefährten rechnen!

Ohne weitere Anstalten drehte sich Tales mit Kakarott um und verließ das Haus.

Immer wieder sah der jüngste Sohn Bardocks zu seiner Mutter zurück und wischte sich schluchzend mit seinem Stofftier über die feuchten Wangen.

Verängstigt wagte er immer wieder einen Blick in das Gesicht des fremden Mannes, der jedoch nur geradeaus sah.
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