Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die halbwegs fantastischen Abenteuer der mehr oder weniger großartigen Captain niemand

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
10.02.2021
06.05.2021
14
14.701
3
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
31.03.2021 1.083
 
Kapitel 6:
Beinahe-Commodore Fernsby
(Ich habe Google aus Unkreativität nach seltenen englischen Nachnamen gefragt...)


Wir waren umzingelt, es gab keinen Fluchtweg. Wo die ganzen Wachen auf einmal herkamen? Keine Ahnung. Ich versuchte noch einmal, die Situation zu überblicken, als ich etwas Entscheidendes bemerkte: Ich stand neben Captain Jack Sparrow, dem Mann, den die Marine schon seit Jahren zwecklos verfolgte. Und noch eigenartiger war, dass meine eigenen Gefolgsleute mich umstellt hatten. Ohne wirklich zu wissen, was gerade vor sich ging, wandte ich mich an einen der Seemänner: „Was, wenn ich fragen darf, hat das zu bedeuten? Antwortet mir, Bob!“ dass der Kerl Bob hieß, wusste ich noch irgendwo her.
„Nun, Sir, wir wollen diesen Mann dort verhaften!“, erwiderte er pflichtbewusst.
„Und weshalb bedrohen Sie dann mich?!“
„Sie befinden sich in der Gesellschaft des Straftäters, Sir.“ Ah ja. Warum eigentlich? Wahrscheinlich... „Wo soll ich mich Eurer Meinung nach sonst befinden? Wo befindet man sich denn, wenn man einen Piraten festgenommen hat um ihn abzuführen? Genau! In seiner Nähe! Wenn das nicht in Euren Kopf gehen will, dann ist es wohl nicht länger nötig, Euren Dienst in Anspruch zu nehmen, Bob!“ Damit hatte ich ihn sprachlos gemacht. Punkt für mich!
„W-wer seid Ihr eigentlich, Sir?“, fragte ein anderer von ihnen schüchtern. Paul, glaube ich.
„Captain Fernsby. Beinahe Commodore!“, verkündete ich stolz. „Ich war einige Wochen lang in England, aber nun bin ich hier. Wie Sie alle wissen, fehlt nicht viel und Greyland wird zum Admiral ernannt – und dann kann ich seine Position einnehmen! Dafür muss man natürlich arbeiten, und ich will mich beweisen, indem ich ein für allemal diesen Herrn hier hinter Gitter bringe. Es war schwer genug, ihn einzufangen. Wenn Ihr mir diesen Triumph nun verweigern wollt, sehe ich mich gezwungen, den Commodore zu informieren...“

Nach kurzem Zögern machten die Trottel mir endlich Platz und ich konnte Sparrow weiter durch die Straßen zerren.
„Ähm... Niemand... wohin gehen wir jetzt? Ich schlage vor, wir suchen erstmal einen Unterschlupf, oder einen Ort, an dem es Rum gibt, oder...“
„Schweigt. Und ich dulde es nicht, als "niemand" bezeichnet zu werden. Habt Ihr nicht zugehört? Ich bin Captain Fernsby, Beinahe Commodore! Und wohin unser Weg führt, dürftet Ihr Euch selbst vorstellen können, nicht wahr?“ Was bildete der sich denn ein?
„In dieser Richtung liegen die Kerker der Festung, aber das wird wohl kaum das Ziel unseres Spaziergangs sein, nicht wahr?“
„Was glaubt Ihr denn? Dass ich Euch direkt zum Galgen bringe? Ich bin wie jeder andere an das hierzulande geltende Gesetz gebunden, Sparrow.“
Darauf wusste er nichts zu erwidern. Irgendetwas hatte ihn verunsichert.

Als wir nur noch wenige Straßenecken von der Festung entfernt waren, blieb er schließlich einfach stehen und ließ sich nicht weiterziehen. „Was soll das werden, Pirat? Widerstand? Das könnt Ihr gleich vergessen. Weiter jetzt!“
Er schüttelte den Kopf. „Nichts zu machen, Captain. Ich werde hier stehen bleiben, bis Ihr wieder einigermaßen bei Sinnen seid.“
„Was meint Ihr?! Ich bin bei Sinnen!“
„Ganz sicher nicht. Eben habt Ihr mir zur Flucht verholfen, um nicht zu sagen, Ihr seid ebenfalls geflohen. Und jetzt wollt Ihr mich in den Kerker werfen?“
„Das sind schwere Anschuldigungen, die Ihr erhebt. Ich einem Piraten zur Flucht verhelfen? Ich bitte Euch!“
„Könnt Ihr Euch jetzt wenigstens daran erinnern, wie Ihr hierhergekommen seid?“, fragte mein Gefangener halbherzig. Ich dachte nach. Er war zwar wirklich nicht in der Position, mir Fragen zu stellen, aber nachdenken schadete ja nichts.
„Ich war in England und bin hierher gesegelt, weil... weil ich... ähm... hier als Captain der Marine arbeite und es in England... nicht warm genug ist? Nein, wartet...“
Ein brennendes Schiff. Irgendwie kam es mir bekannt vor... Dunkelheit. Port Royal.
„Ich weiß es nicht“, gab ich zu. „Und es hat auch nichts mit England zu tun, glaube ich. Auch wenn es dich eigentlich nichts angeht!“ Ich sah mich ein wenig verwirrt um. „Was tun wir hier?!“
„Ihr habt versucht, mich zu verhaften und wegzusperren.“
„Nein. Nein, das habe ich nicht!“ hatte ich wirklich nicht. Wozu auch? Jack sah mich wenig überzeugt an. „Seid Ihr euch da sicher, Liebes?“
„Erstens ja, und zweitens seid Ihr tot, wenn Ihr mich noch einmal "Liebes" nennt!“
„Alte Angewohnheit. Aber es gibt schlimmeres, zum Beispiel Menschen, die plötzlich völlig abwegige Dinge tun und sich dann nicht daran erinnern können...“
„Ich fühle mich nicht angesprochen.“
„Solltet Ihr aber, Lie- niemand.“
„Das war nicht ich, das war Fernsby!“, erklärte ich überzeugt und beendete das Thema damit.
„Nun, so kann man es auch betrachten... Und jetzt?“
„Jetzt trennen sich unsere Wege, ich muss nachdenken. Morgen am Kai, elf Uhr.“
Ich drehte mich um und verschwand irgendwo in der Hafenstadt. Dieses brennende Schiff war merkwürdig. Außerdem war ich bisher immer davon ausgegangen, es nicht zu kennen. Vorhin aber hatte es so vertraut gewirkt. Außerdem, konnte es wirklich sein, dass mir ab morgen wieder ein Weg in die Freiheit offenstand? Es musste einen Haken geben. Es gab immer einen Haken.
Und: warum versuchte ich überhaupt, nachzudenken? Das war eine hochgradig sinnlose Beschäftigung. Ich sollte damit aufhören. Letztendlich beschloss ich, mir sehr, sehr viele Pläne zum Entern der Victory auszudenken.
Je mehr Pläne es gab, desto unwahrscheinlicher war es, keinem Plan zu folgen, desto schwerer die Herausforderung, desto interessanter das Prinzip der totalen Planlosigkeit. Morgen würde zweifelsfrei ein sehr interessanter Tag werden.


***

A/N: Ein Kapitel, das tatsächlich wie angekündigt ohne Unterbrechungen ausgekommen ist... ich persönlich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Ergebnis, da die Geschichte jetzt mal etwas vorankommt und mehr Sinn hat, aber das kann auch daran liegen, dass niemand vorübergehend wie ein logisch denkender Mensch gedacht hat...
(Hier wird dann vielleicht einmal etwas klarer, was ich meine, wenn ich sage, dass mein OC eine leichte Persönlichkeitsstörung hat...)
Nur mal zur Information, damit keiner völlig durcheinander kommt: Captain niemand wechselt unbewusst je nach Situation und Betrachter ihr Aussehen, was aber weder sie noch ihre Mitmenschen bemerken. Wenn sie nicht gerade unverkennbar mit jemandem spricht oder sonst wie interagiert, ist sie einfach niemand. Deshalb hat Bob sie auch nicht gleich wiedererkannt.
Andererseits ist sie aber natürlich auch ein individueller Mensch.
In meinem Kopf ergibt das irgendwie Sinn, vielleicht, weil ich sie erschaffen habe und dementsprechend gut kenne...
Nein, jetzt weiß ich, wie ich es erklären kann: niemand sieht immer gleich aus (ach, dieser wundervolle Name...), aber ihre Betrachter sehen sie immer anders... normalerweise... unter Umständen... Oh, schon wieder Punkte... :D
An alle, die das Kapitel schlüssig und sinnvoll finden: Herzlichen Glückwunsch!
(Verzeiht mir bitte die Länge dieser Anmerkung...)

Schatten

Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast