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Die halbwegs fantastischen Abenteuer der mehr oder weniger großartigen Captain niemand

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
10.02.2021
06.05.2021
14
14.701
3
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.04.2021 1.060
 
Kapitel 7:
Layla White


Ich hatte dann doch noch eine Weile nachgedacht und war im gedanklichen Selbstgespräch irgendwann auf das Thema Captain Jack Sparrow gekommen. Das Ergebnis bestand darin, dass er wirklich nicht vorhatte, mich zu verraten. Und darin, dass er selbst gar nicht der Grund war, aus dem ich vorsichtig sein musste: der Grund war vielmehr, dass ich nicht vorhatte, ihn zu verraten und mir nicht ganz sicher war, wie ich damit umgehen sollte. Zumal ich irgendwie das Gefühl hatte, ihn verraten zu müssen, als würde eine eigenartige innere Stimme darauf bestehen, dass ich es tat. Was mich einmal mehr dermaßen verunsichert hatte, dass ich es einfach ignorierte. Ebenso mein brennendes Schiff. Ich war mir inzwischen nämlich todsicher, dass es mir nicht nur bekannt vorkam, sondern meines gewesen war. Aber, wie gesagt, ich ignorierte es.

Nun hatte der nächste Tag begonnen. Ich hatte nicht die geringste Ahnung von einer Uhrzeit, aber da Jack alleine nicht in der Lage sein dürfte, ein Schiff zu kapern und was weiß ich wohin zu segeln, wäre eine Verspätung sowieso nicht mein Problem gewesen. Höchstens die Schuldgefühle danach, aber wenn es nicht um Hochverrat oder Mord ging, hielten die sich bei mir meist in Grenzen.

Ich schlenderte also wie jeden Morgen gemütlich durch die Gassen Port Royals. Da ich meine Kleidung bestimmt schon einige Tage trug und auf der Victory keine neue finden würde, suchte ich zuerst eine der engeren, dicht besiedelten Straßen auf und klaute mir hier und da etwas von den quer darüber gespannten Wäscheleinen. In einem leeren Schuppen zog ich mich um, dann verteilte ich meine alten Sachen auf umgekehrte Weise und beobachtete die nächste Viertelstunde lang mit Begeisterung eine ganze Reihe sehr verwirrter Bürger. Ich für meinen Teil ging jetzt gerade so als Frau durch, die aber unerhörter Weise Hosen trug.
Irgendwann bekam ich Hunger, und so machte ich mich einmal mehr auf den Weg zum Marktplatz. Ich hielt unterwegs noch einmal bei einem leeren Fass, das ich selbst in einer unauffälligen Ecke versteckt hatte, und angelte meinen Hut und eine Pistole heraus. Falls ich hier nicht mehr vorbeikommen sollte. Ein Fass weiter hatte ich einen alten Rucksack deponiert, in dem ich besagtes verstauen konnte. Zu Beginn meiner Zeit hier hatte ich die Fässer oft verwechselt oder vergessen und fand die benötigten Gegenstände immer in den ungeeignetsten Momenten wieder, aber mittlerweile hatte ich mein undurchsichtiges System verstanden und bedauerte fast, es zurücklassen zu müssen.
[A/N: Stellt euch an dieser Stelle gerne vor, dass in jeder verdammten Ecke Port Royals irgendein Fass steht, in dem niemand irgendwelche Sachen versteckt hat...]

Der Marktplatz sah nicht viel anders aus als gestern. Nur Christopher schien gelernt zu haben, sein Stand war von allen der billigste – dafür wurde er aber am meisten besucht. Angebot und Nachfrage... Aus einer Laune heraus schubste ich einen vorbeilaufenden Mann, der daraufhin stolperte und beinahe eine ältere Dame zu Boden riss. Sofort machten zwei junge Mädchen sich kichernd über ihn lustig und ich konnte mich unbemerkt aus dem Gedränge schleichen und zusehen.

Leider wurde die – für mich amüsante – Aufregung verhindert, bevor sie überhaupt beginnen konnte. Und zwar von Commodore Greyland höchstpersönlich. Nachdem er die Menge beruhigt und den Streit geschlichtet hatte, begann er nach dem Zufallsprinzip Gespräche mit den Menschen. Eine Befragung? Ich versuchte selbstverständlich etwas mitzubekommen, aber bei dem ganzen Trubel hatte ich keinen Erfolg. Jedenfalls, bis sein Blick auf mich viel und er auf mich zu kam.
„Darf ich fragen, wer Ihr seid, Miss?“
Nein, dürft Ihr nicht, Schwachkopf, dachte ich und antwortete: „Aber natürlich, Sir! Mein Name ist Layla White, ich gehe bei einem Bäckermeister hier in die Lehre. Ich hätte wirklich gerne jemanden geheiratet und ein glücklicheres Leben geführt, aber mein Vater – selig sei er – verstarb unerwartet, und so zogen wir hierher, meine arme Mutter hat kaum Geld und so bleibt mir keine Wahl, ich muss arbeiten und für sie sorgen. Daher kenne ich mich noch nicht gut aus, müsst Ihr wissen, aber...“
Plötzlich fiel mir seine Uniform ins Auge und ich erinnerte mich schlagartig an etwas. Nervös senkte ich den Blick.
„Ihr... Ihr seid doch... der Commodore, nicht wahr?“, stotterte ich. „Bitte, Sir, vergebt mir. Ich hatte Euch nicht sofort erkannt, und...“
„Wenn Ihr einen Augenblick lang schweigen könntet, wäre ich sehr erfreut“, unterbrach er und ich wurde schlagartig rot. Dass ich aber auch so ein Pech haben musste... meine Mutter würde mich ausschimpfen über meine Unhöflichkeit... Sekunde... wer war meine Mutter eigentlich...?
„Nun, Miss White. Ich bin hier um mich umzuhören, denn ein gefährlicher Gefangener ist uns entkommen.“
Beinahe hätte ich erneut losgeplappert. Ein gefährlicher Gefangener! Und der lief hier in Port Royal herum?!
„Ich wollte lediglich fragen, ob Ihr mir etwas dazu sagen könntet?“, fuhr er fort. Etwas dazu sagen? Hielt er mich etwa für eine Verbündete des Mannes?! Ich schwieg und sah fragend zu ihm auf.
„Also, habt Ihr etwas Verdächtiges gesehen oder gehört?“, sagte er ungeduldig. Erleichtert schüttelte ich den Kopf. Er hielt mich nicht für eine Verbrecherin.
„Sicher nicht? Ihr habt ihn wirklich nicht gesehen? Auffällige Kleidung, schwarzer, alter Hut und lächerliches Benehmen? Sagt Euch nichts? Falls es Euch auf die Sprünge helfen sollte: es handelt sich um Jack Sparrow...“
Layla White war weg. Plötzlich, einfach so. Ich war wieder niemand.
„Captain! Es heißt Captain Jack Sparrow, Sie Strohkopf von einem Commodore! Was fällt Ihnen ein, die Ehre eines Piratencaptains derartig zu missachten?! Ich weiß, ich habe sowieso keine Ehre, und Jack bin ich auch nicht, aber beleidigt fühlen kann ich mich trotzdem! ...ups...“
Grayland sah mich kurz sprachlos an. Dann rannte ich.



A/N: Das Kapitel ist jetzt etwas kürzer geworden als ich wollte, aber ich bin gestresst von allem möglichen (in erster Linie Schule). Außerdem dachte ich mir, dass dies eine schöne Stelle für eine Unterbrechung ist. Es ging eigentlich noch ein bisschen weiter, aber da wird jetzt einfach Kapitel 8 draus, da geht diese Geschichte dann auch mal richtig los, wenn nichts dazwischenkommt.
Das ist schon das siebte Kapitel, und was ist bisher passiert? Nichts... jedenfalls nicht viel.
Hoffentlich war dieses Kapitel wenigstens unterhaltsam.
Ich muss einfach etwas gegen den Schulstress tun und mich mehr motivieren, dann wird das schon. Aber, um positiv zu denken: Ich schaffe es tatsächlich, jede Woche ein Kapitel hochzuladen :D
Gut, das war ein sehr (un)interessantes Selbstgespräch.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Kapitel,

Schatten
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