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Die halbwegs fantastischen Abenteuer der mehr oder weniger großartigen Captain niemand

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
10.02.2021
21.04.2021
12
11.228
3
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
07.04.2021 987
 
Kapitel 6 ½:
Erklärungen

Vorwort: Dieses „Kapitel“ erhält zur Abwechslung mal ein Vorwort :)
Also... eigentlich gehört es gar nicht zur Geschichte und war auch nicht geplant. Es dient vor allem dem Verständnis dieser Fanfiction, da das letzte Kapitel zu einigen Fragen geführt hat. Jedenfalls bei Unwritten Story und Tintenklecks, die so unglaublich nett sind und zu jedem Kapitel ein Review schreiben (Danke^^). (Das ist schon mehr als ich mir erhofft hatte, es muss sich jetzt keiner dazu gedrängt fühlen, was zu schreiben (auch wenn es mich natürlich nicht stören würde)).
Nun ja. Es handelt sich hier also um einen Versuch, Captain niemand ein wenig durchsichtiger zu gestalten. Dieser Versuch wiederum setzt sich, sofern das jemand wissen will, aus meinen eigenen, bereits vorhandenen Ideen so wie den Fragen der beiden oben genannten Reviewer und ein paar Spekulationen von Unwritten Story zusammen.
Gut... dann viel Spaß :)

Schatten


***

Sie stand also mal wieder alleine in einer dunklen Ecke dieser riesigen Hafenstadt und dachte tatsächlich nach. Und das, obwohl sie das Nachdenken überhaupt nicht leiden konnte. Denn wenn sie sich in ihren Gedanken verlor, konnte sie erstens nicht gleichzeitig aufmerksam sein, zweitens ging ihre sonst permanent fröhliche Stimmung ein wenig in Melancholie über und drittens wurde ihr jedes Mal schmerzlich bewusst, wie schwerwiegend ihre Gedächtnislücke war und wie verschwommen die Erinnerungen an ihr bisheriges Leben.
Eigentlich war es ja nicht so, dass sie letzteres vergessen hatte. Sie hätte auf Anfrage gleich ein dutzend Geschichten darüber erzählen können. Ihr wäre mit Sicherheit auch eine erste Heimatstadt eingefallen, ihre wichtigsten Bezugspersonen, Freunde, Feinde, sie hätte den Namen ihres ersten eigenen Schiffes nennen können und das Alter, mit dem sie das erste Mal unter einer Piratenflagge gesegelt war. Sie hätte auch eine chronologische Aufzählung der wichtigsten Ereignisse erstellen können.
Aber wenn sie sich an genauere Details erinnern wollte, verhielt ihr Leben sich wie ein Traum: Je dringender sie sich das Erlebte vor Augen rufen wollte, desto mehr entglitt es ihr.

Woran dies lag, wusste die jung wirkende Piratenkapitänin nicht. Sie hatte nicht den Hauch einer Ahnung.
Schließlich war sie sich über ihren eigenen Tod nicht im klaren.

Die vielschichtige Komplexität ihres Daseins verstand sie nicht, sie sah nur eine vereinfachte Variante davon.
In niemands Kopf waren die vielen Leben, die sie gelebt hatte, zu einem einzigen, unklaren und unfassbar ereignisreichen geworden.
Vor ihrem alles verändernden Tod war sie unsterblich gewesen, hatte viele Menschenleben gelebt und sich immer, wenn eines zuneige ging, ein neues ausgedacht. Sie hatte sich eine neue Vergangenheit erfunden, einen neuen Namen und neue Verbündete gesucht. Fast immer war es ein Leben als Seefahrerin gewesen, als Frau oder verkleidet als Mann. Und meistens hatte es sich bei ihrem Schiff um ein Piratenschiff gehandelt, meistens war sie Captain oder wenigstens erster Maat gewesen, meistens hatte sie sich mit Betrug und geschicktem Umgang mit Waffen behauptet.
Nicht selten war es trotzdem ein Leben gewesen, in dem die Gerechtigkeit eine der höchsten Prioritäten gewesen war, dicht nach der Freiheit.
Zuletzt war dann eines ihrer Schiffe gesunken, und nicht viel später musste es zu ihrem Ableben gekommen sein.

Jetzt stand sie in ihrer Ecke, ihr Blick huschte wachsam umher, auf der Suche nach potenziellen Gegnern. Alles, was sie einmal gewesen war, lebte in ihren Gedanken weiter, überforderte sie ungefragt und brachte sie aus dem Konzept, unterstützte oder nervte sie, unterhielt sich mit ihr. In akuten Gefahrensituationen trat gerne mal eine ihrer verschiedenen Persönlichkeiten in den Vordergrund und verschwand bei Schlüsselmomenten oder längerem Nachdenken wieder. All diese Wesen der Vergangenheit trugen wenigstens eines der Merkmale, die ihre Kernpersönlichkeit, wie sie es nannte, auszeichneten. Diese Grundlage ihres Handelns trug seit ihrem Neuanfang in Port Royal den Namen „niemand“.

Captain niemand selbst nahm dies, wie gesagt, kaum wahr. Sie hörte Stimmen, die unterschiedliche Namen trugen und spürte ab und zu, wie etwas anderes die Kontrolle zu übernehmen schien.

Es zeichnete sie allerdings aus, dass sie sich überhaupt nicht für diese Umstände interessierte, die wohl jeder andere an ihrer Stelle für beunruhigend befunden hätte.
Wenn sie verwirrt war, lenkte sie sich einfach mit etwas anderem ab, lachte, tat sinnlose Dinge, ärgerte andere Menschen und hielt sich mit Schadenfreude davon ab, ihren eigenen Schaden zu erkennen.

~*~

Niemand stieß sich von ihrer Wand ab und verschwand in den Schatten der engen Straßen der Hafenstadt. Endlich würde sie ihr den Rücken kehren können. Endlich! Sie war lange genug an Land gewesen, wenn man die gelegentlichen Rundfahrten in der Bucht nicht mitzählte. Sie sehnte sich nach dem Blick auf den Horizont, nach dem Wind, der ihr die Haare ins Gesicht blies, um sie zu ärgern, nach den Stürmen, die immer wieder erfolglos versuchten, einen auf den Meeresgrund zu schicken. Wenn sie eine Weile überlegte, fehlten letztere ihr am meisten. Sie hatte eben schon immer einen ungesunden Hang zur Risikofreude gehabt.
Den restlichen Tag verbrachte die Piratin damit, sich selbst in Gedanken Geschichten und Witze zu erzählen. Wenn sie Soldaten sah, bog sie in eine andere Gasse ein, wenn ihr nichts besseres einfiel, verfolgte sie sie, bis sie es geschafft hatte, sich hoffnungslos zu verirren. In einer gar nicht mal so großen Hafenstadt, die sie seit zwei Monaten mehrere Stunden täglich durchstreifte. Es gab Talente, die wirklich nicht hilfreich waren...
Auf dem Meer konnte man sich nicht verirren, da gab es keine Mauern, die die Sicht versperrten, keine Kreuzungen, die einem auflauerten, um aus dem Hinterhalt überraschend anzugreifen und einen vor die Qual der Wahl zu stellen. Wenn sie wenigstens eine Karte dieses verfluchten Orts gehabt hätte.
Als es irgendwann dunkel wurde, suchte sie sich ein flaches Dach, auf dem sie die Nacht verbringen konnte. Und mit etwas Glück fand sie morgen bei mehr Licht und einem Überblick von oben einen Weg...



A/N:
Ähm... klar soweit?
Ich hoffe, es fühlt sich jetzt niem-äh-keiner davon gestört, dass Kapitel sieben verschoben wurde...
oder weil es hier sowohl ein Vor- als auch ein Nachwort gibt...
oder weil was weiß ich...


Schatten
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