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Unerwartet angezogen - eine Dramione FF

von cookbert
GeschichteDrama, Romance / P16 / Het
Blaise Zabini Draco Malfoy Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
10.02.2021
11.06.2021
38
48.659
14
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
11.06.2021 1.617
 
Hallo ihr Lieben,
ich bin so froh, denn diese Geschichte hat jetzt eine Beta-Leserin bekommen. Vielen Dank an Mond-chan, die ab jetzt gewissenhaft über den ganzen Mist drüberlesen muss, den ich hier fabriziere. Das wird die Geschichte verbessern und solche Fehler vermeiden, wie sie in Kapitel 15 passiert sind. Lang, lang ist's her.
Falls mal wieder jemand etwas Ambiente beim Lesen möchte, habe ich hier was Schönes: https://youtu.be/ZSrVznkaMEM
Ich habe natürlich keinerlei Rechte an den Videoinhalten inne. Jetzt viel Spaß mit dem Kapitel. :)

Ein Gespräch

„Und dann hat er mich einfach vom Besen werfen lassen!“ Draco gestikulierte wild und stieß dabei fast sein Glas vom Tisch. Zum Glück war es bereits geleert worden, und das mehr als einmal. Auch er bemerkte das und winkte mit eine eleganten, fließenden Bewegung die Bedienung heran, um ihre Gläser nachfüllen zu lassen. „Warte“, sagte Hermine, nachdem sie an ihrem Drink genippt hatte, „dein Vater hat dich nicht selbst herunter geworfen? Er hat dich werfen lassen?“, fragte sie nach und grinste. Auch sie hatte schon einiges getrunken, mehr als sonst für sie üblich war, und verlor sich in Dracos äußerst lebhafter Erzählung. „Mach dich nicht über mich lustig“, maulte er als Erwiderung und stützte den Kopf in seine Hand. „Er hatte eben keine Zeit, nebenbei hat er noch seine Geschäfte getätigt. Zudem kann man doch nicht von Lucius Malfoy verlangen, dass er sich die Hände an seinem Sohn schmutzig macht.“ Trübsinnig starrte der Blonde in sein Glas und ließ die Eiswürfel kreisen, die darin herumschwammen. „Hey.“ Hermine beugte sich über den Tisch und ergriff seine freie Hand. „Es tut mir leid“, sagte sie und versuchte, ihrem Gegenüber in die Augen zu sehen, doch Draco sah auf den Tisch.

Langsam wanderte sein Blick zu ihren miteinander verschränkten Händen und ganz besonders zu Hermines Daumen, der langsam Kreise über seinen Handrücken zog. „Wofür entschuldigst du dich?“, entgegnete Draco schließlich und räusperte sich dann. Seine Stimme klang plötzlich rau und belegt. „Ich weiß nicht genau“, sagte Hermine zerstreut. Die Änderung in der Stimmlage des Blonden war nicht spurlos an ihr vorbeigegangen, so wie damals auf dem Ball. Sie seufzte innerlich und riss sich zusammen. „Ich wollte nicht über dich lachen. Das war wirklich nicht in Ordnung. Vor meinem inneren Auge habe ich nur gesehen, wie ein paar Hauselfen dich als Siebenjährigen von einem Besen schubsen, aber was dahinter steckt, daran habe ich nicht gedacht. Bitte entschuldige. Außerdem“,  sie brach kurz ab und löste ihre Hände voneinander. Draco runzelte leicht die Brauen, doch im nächsten Moment spürte er einen zarten Griff unter seinem Kinn. Granger hob seinen Kopf an, damit er ihr ins Gesicht sehen musste. Er dachte sofort an all die Momente, in denen er das bei einer Frau getan hatte und schluckte hart. Er fühlte sich verletzlich und entblößt, obwohl er sich vollständig bekleidet in der Öffentlichkeit befand. Doch die Art, wie Grangers schöne Augen ihn musterten, ließ ihn vermuten, dass sie versuchte, hinter sein Äußeres zu sehen. Nach einer schweigsamen Minute, die auch eine Stunde hätte sein können, setzte die Gryffindor wieder zum Sprechen an. „Außerdem tut es mir leid, was dir in der Vergangenheit widerfahren ist.“ Draco wollte den Mund öffnen, um sie zu unterbrechen, doch sie schüttelte nur den Kopf. „Sag jetzt bitte erst mal nichts. Natürlich weiß ich, dass ich nichts dafür kann und wir auch wirklich nicht darüber reden müssen, lass mich nur Folgendes sagen: niemand hat so eine Kindheit verdient, und vor allem nicht du. Du bist etwas ganz besonderes, Draco Malfoy, und so unfassbar stark. Du hast es ganz allein geschafft, dich aus diesem Sumpf nach oben zu kämpfen.“

Hermine ließ seine Hand los und lehnte sich wieder in ihrem Stuhl zurück. Sie wusste, dass sie den Blonden verlegen gemacht hatte, auch wenn er es nicht zugab. Die Brünette nahm einen Schluck von ihrem Drink. In diesem Moment kam erneut die Bedienung an ihren Tisch. Das hatte sie in der letzten Stunde, seit Hermine und Draco zusammen dieses Etablissement betreten hatten, auffällig oft getan, selbst wenn ihre Gläser nicht leer waren. Die Gryffindor konzentrierte sich auf das Verhalten der anderen Frau. Sie lächelte, drehte Hermine ihren Rücken zu und spielte erstaunlich oft mit ihren Haaren. Sie flirtete ganz eindeutig mit Draco. Ein für sie sehr untypischer Anfall von Eifersucht überkam Hermine. Langsam beugte sie sich wieder ein kleines Stück vor, um an der Kellnerin vorbei sehen zu können und so die Reaktion des Slytherins zu beobachten. Zu ihrer Überraschung konnte die Brünette sehen, dass Draco ausnahmsweise nicht wie in seinem Element wirkte. Sie hatte ihn schon vorher mit Frauen gesehen, doch diesmal schmeichelte er dem Mädchen gar nicht, er zeigte ihr nur die kalte Schulter. Und doch strahlte er eine gewisse Souveränität aus, dachte Hermine, wie er da saß in seinem maßgeschneiderten Anzug, der ganz sicher so viel gekostet hatte wie ein Familienurlaub bei Hermines Eltern damals. Die Bedienung sah schließlich ein, dass sie sich an Draco nur die Zähne ausbeißen würde und verschwand, doch nicht ohne noch einen giftigen Blick in Hermines Richtung zu werfen. Die Gryffindor musste grinsen, was ihrem Gegenüber nicht entging. „Warum grinst du so?“, fragte er und stützte, entgegen seiner sonst tadellosen Manieren, die Ellenbogen auf der Tischkante auf. „Wie denn?“, entgegnete Hermine etwas zu schnell und legte sich die Hand an die Lippen. Sie fühlte sich ertappt und versuchte, ihn abzulenken, doch auch Draco war nicht auf den Kopf gefallen. Obwohl er recht viel getrunken hatte, bemerkte er die Veränderung im Verhalten der Gryffindor sofort.

„Was ist los?“, bohrte er sofort nach und ließ keine Ablenkung zu. Um cool zu wirken und wieder etwas Fassung zu gewinnen, schlug Hermine seelenruhig die Beine übereinander und nahm einen Schluck von ihrem Getränk. „Die Kellnerin steht auf dich“, sagte sie schließlich und stellte ihr leeres Glas auf dem Tisch ab. „Das ist mir auch aufgefallen.“ Draco lehnte sich ebenfalls in seinem Stuhl zurück und verschränkte seine Hände miteinander. Granger wirkte, als wäre sie aus dem Konzept geraten. Das konnte interessant werden. Sie räusperte sich. „Sie flirtet auch schon den ganzen Abend mit dir“, führte die Brünette weiter aus. Noch weidete sich der Slytherin daran, wie sie sich wand, doch gleich würde der Ball wieder in seiner Spielhälfte liegen. „Ja, auch das ist nicht neu für mich“, antwortete Draco und versuchte, sein aufkommendes Schmunzeln in seinen Mundwinkeln zu verstecken, doch es wollte ihm nicht so recht gelingen. Scheinbar teilnahmslos begann Hermine mit einer ihrer Locken zu spielen, doch sie wusste genau, was sie tat – und sie hatte auch nicht Dracos Belustigung verpasst. „Ich habe mich nur gefragt, du, der sonst nichts anbrennen lässt... Du sahst aus, als hättest du nicht bemerkt, dass sie dich anstarrt, seit du durch diese Tür getreten bist.“ Darauf wollte sie also hinaus, dachte Draco. Sie wollte ihn dazu bringen, dass er zugab, im Moment nur für sie da zu sein. Er wusste, wie leicht er ihr dabei den Wind aus den Segeln nehmen konnte – er würde es einfach tun. „Oh Granger“, sagte er daher und fuhr sich durch die Haare. Hermine konnte kaum blinzeln, da hatte er sich schon vorgebeugt und seine langen Finger geschmeidig um ihre Hand geschlungen. „Was wäre ich für ein Mann, wenn ich bei so einer Begleitung Augen für andere Frauen hätte? Ich müsste tot sein – oder wirklich sehr, sehr dumm.“ Nachdem er geendet hatte, strich Draco langsam eine Locke hinter Grangers Ohr. Hatte er es sich in diesem Zwielicht nur eingebildet, oder hatte sie eine Gänsehaut bekommen?

Hermine konnte es nicht glauben. Er machte sich schon wieder über sie lustig! Wie gut, dass sie ihm nicht ihre wahren Gefühle, nämlich die Eifersucht, verraten hatte. Was für Sprüche hätte erst darüber auf Lager gehabt? Und doch verzehrte sie sich nach ihm, sie konnte es nicht leugnen. Jedes Mal, wenn er sie berührte, liebte sie es und jedes Mal, wenn der Körperkontakt dann endete, verlangte ihr Körper nach mehr. So hatte sie sich noch nie gefühlt. Malfoy war sicher nicht der Erste oder der Einzige, der ihr je die Haare zurückgestrichen hatte, doch es war etwas an der Art, wie er es machte. Etwas, das ihr beim bloßen Gedanken daran Schauer über den Rücken jagte und ihr Blut zum Brodeln brachte. „Ich brauche dringend noch was zu trinken“, stieß sie ruckartig hervor und befreite sich aus den Händen, deren Berührung sie zugleich verführte und verwirrte. Draco Malfoy war wirklich der König der gemischten Signale, dachte sie und streifte gedankenverloren ihre Strickjacke ab. Mittlerweile war die Bar gut gefüllt und die Luft hatte sich aufgeheizt. Ihre Hitzewallung hatte nichts mit dem blonden Adonis zu tun, der mit ihr am Tisch saß, das versuchte sich die Gryffindor zumindest einzureden. Als sie zu ihm hinsah, um festzustellen, ob er sie gehört hatte, fiel ihr jedoch etwas anderes auf.

Sein Blick hatte sich verändert und etwas Raubtierhaftes war darin zu erkennen. Seine Zungenspitze fuhr über seine Oberlippe und er öffnete, scheinbar ohne es zu merken, einen weiteren Hemdknopf. Seine grauen Augen verharrten auf ihren nun entblößten Schultern, die durch die Spaghettiträger an ihrem Kleid gut zur Geltung gebracht wurden. Augenblicklich lag eine ganz andere Spannung in der Luft, die beinahe elektrisch knisterte. Sein Blick glitt zu ihrem Gesicht und wie hypnotisiert versank Hermine in dem Sturm, der in seinen Augen tobte. Fast synchron beugten sie sich über den Tisch zueinander und Draco ergriff erneut Hermines Hand. „Willst du unbedingt hier noch was trinken? Wir können auch woanders hingehen...“ Er ließ das Ende des Satzes bedeutungsschwanger in der Luft hängen und das Mädchen begriff sofort. „Gerne“, sagte sie, „hier ist es mir sowieso zu voll geworden.“ Beim Aufstehen streifte sie mit ihren Lippen hauchzart Dracos Wange und lächelte ihn an. „Lass uns gehen.“
 
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