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~Louder than love~

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Bill Georg Gustav OC (Own Character) Tom
10.02.2021
01.04.2021
21
45.840
 
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11.02.2021 2.385
 
Huhu ihr Lieben, hier folgt nun auch schon das zweite Kapitel.

Einige Passagen könnten dem Ein oder Anderen von euch vielleicht vertraut vorkommen.
Das liegt daran, dass ich sie aus meiner FF Masquearde übernommen habe, dafür allerdings diese Story nun gelöscht habe.
Einige Erzählstränge aus dieser FF kann ich mit diesem neuen Werk verknüpfen, also wundert euch bitte nicht, falls ihr immer mal wieder Auszüge aus der nun gelöschten FF hier wiederfindet.


Nun wünsch ich euch ganz viel Spaß beim lesen.


Übrigens meine Inspirationsmusik für dieses Kapitel:

https://www.youtube.com/watch?v=26mcpFUABsM



~ Tom~


„Tom, jetzt halt doch mal die verdammte Tasche fest!“ Jessys Stimme nahm diesen Ton an, den ich auf den Tod nicht ausstehen konnte. - Quietschend, schrill und extrem hoch.
„Ja, ist gut!“ grummelte ich, griff nach ihrer Tasche, die vollgestopft war mit Klamotten, aus irgendeinem Designerladen, und fragte mich wie viele Läden wir wohl noch abklappern werden würden.
Ich besaß, wie vermutlich jeder Mensch, nur zwei Hände, gepflegte Hände, Hände die es liebten über Gitarrensaiten zu gleiten, und keiner dieser zwei Hände hatte noch Platz für irgendetwas:
5 Taschen an der linken Hand und 4 an der Rechten.
Ich kam mir vor wie ein Packesel.
Wie gut, dass ich Scotty zu Hause gelassen hatte, für ihn hätte ich keinen Finger mehr frei gehabt und er wäre mir mit Sicherheit auf und davon gelaufen, um einer hübschen Hundedame den Hof zu machen.
Während ich, wie der größte Dorfdepp vom Dienst, hinter Jessy her trottete schien sie völlig vergessen zu haben, dass ich noch existierte.
„Oh mein Gott, schau dir diese Schuhe an, Hasi!“
Um Himmels Willen, wie oft musste ich ihr noch erklären, dass ich es verabscheute, wenn sie mich in der Öffentlichkeit so nannte?
Wie kam man überhaupt auf die Idee mich mit einem Hasen auf dasselbe Level zu setzen.
Scheußlich.
„Ja, die sehen ganz nett aus...“ - „Wenn man sich gerne auf die Fresse legt, weil man auf den 15 Zentimeter Keilabsätzen nicht latschen kann!“ hätte ich am liebsten noch hinzugefügt, aber schwieg, weil ich wusste, dass jegliche Diskussion sinnlos war. Jessy wollte diese Schuhe und sie würde sie bekommen, weil ich nicht „Nein“ sagen konnte. - Trotzdem sagte ich: “Komm lass uns gehen, du hast doch heute schon genug gekauft oder nicht!“ Doch Jessy war längst davon gerauscht und unterhielt sich mit dem Verkäufer, der ihr bereitwillig, die Stelzen in ihrer Größe aus dem Regal hievte. Sie strahlte übers ganze Gesicht, während sie die Schuhe anprobierte. Himmel noch mal, was für nuttige Pumps, ehrlich gesagt fehlten mir die Worte. Der silberne Absatz war mit Nieten aus Diamanten besetzt, vorne schauten Jessys rot lackierte Fußnägel heraus und zum allem Überfluss prangte über ihren Zehen diese grässliche schwarze Rose aus Seide.
„Schau nur Hasi, sie sind der Knaller! Oh Gott, ich muss sie haben!“ - Was musste diese Frau denn schon nicht haben?
„Jessy, du hast gefühlt an die 600 Paar Schuhe, ich glaube nicht...“
„Tom, du weißt ja nicht wie wichtig es ist...“
„Ja, ja... - Dann lass sie uns kaufen, wie viel kosten die denn?!“
„5000 Dollar!“
„Bitte was?!“
„Na es ist ein Designer- Schuh!!! - Der Absatz ist aus Platin, die Steine, dabei handelt es sich um hochkarätige Diamanten und der Stoff ist aus höchstwertiger Seide. - Da ist es kein Wunder, dass sie so teuer sind!“ verteidigte sie sich und suchte den Blick des Verkäufers, der ihr nickend zustimmte.
„Mach was du willst!“ antwortete ich kraftlos und hoffte, dass sie nach dem Erwerb dieser Luxus-Nutten- Schuhe endlich Ruhe gab und wir nach Hausen fahren konnten.
„Rück schon raus!“ forderte sie und fummelte an meiner Hosentasche herum.
„Ja wie denn? Ich habe 9 Taschen in den Händen...“
Sie angelte sich mein Portemonnaie aus meiner Hosentasche und krallte sich meine Kreditkarte:“ Danke!“
„Ja, ja...“
Wieder einmal, wie so oft in letzter Zeit, fragte ich mich, weshalb Jessy und ich ein Paar waren.
Immerhin war sie 5 Jahre älter als ich, hatte völlig andere Interessen als ich und vom Typ her passten wir null zueinander.
Jessy war eine Schönheit, modelte ab und an und spielte liebend gern mit ihren weiblichen Reizen. Während ich mich gerne in Baggys, zu weiten Pullis und T-Shirt hüllte, die Haare mal in Dreads, mal in Conrows und zurzeit, im Naturzustand, in einen Zopf gesteckt, trug. Jessy stand auf Luxus, ich auf Bequemlichkeit.
Neben ihr wirkte ich unscheinbar oder wie mein Zwillingsbruder  zu sagen pflegte: „Wie ein 12-Jähriger, der seine reiche Tante anhimmelte!“ - Ja Bill war herzallerliebst.
Was verband Jessy und mich, außer dass wir uns recht gut im Bett verstanden?
Ich wusste es auch nicht so recht.
Sie hatte mich mehrmals betrogen mit älteren Männern, aber ich hatte es ihr verziehen.
Ich brauchte Jessy.
Ich brauchte es, dass sie mir sagte wo es lang ging und trotzdem wurde ich von Minute zu Minute, von Tag zu Tag und von Monat zu Monat unsicherer was meine Gefühle für sie anbelangte.
Ich war es leid, dass sie stets die Nummer Eins sein wollte und dass sie mir das Gefühl gab kein Mann zu sein, sondern ein kleiner Junge, mit dem sie machen konnte was sie wollte.
Zweimal hatte ich mich bereits von ihr getrennt und es dann doch nicht ohne sie ausgehalten.
Bill behauptete ich sei abhängig von ihr.
Jetzt grade fragte ich mich wiedermal , ob er recht hatte.
Jessy war in mein Leben getreten kurz nachdem wir unser Haus in L.A. bezogen hatten.
Sie hatte es mir leichter gemacht mich in den USA einzuleben.
Doch wenn ich so darüber nachdachte, war ich immer noch nicht ganz davon überzeugt hierher zu gehören.
„Danke, danke, danke!“ Jessy fiel mir um den Hals und drückte mir einen Kuss auf den Mund.
„Klar bitte!“- Es war ja nicht so, als wenn wir uns diese Schuhe nicht hätten leisten können, 5000 Dollar waren für uns ungefähr so viel Wert wie 50 Dollar.

„Wir sind zurück, Bill!“ rief ich und schmiss Jessys Einkaufstaschen recht lieblos auf den Fußboden.
Scotty stürmte auf mich zu und ich umarmte ihn: “Hey mein Junge!“
Es war schön nach Hause zu kommen und niemand stand vor der Türe, niemand kreischte deinen Namen, niemand fotografierte dich.
„Schatz, ich bitte dich!“ Jessy sah mich tadelnd an und ich fühlte mich augenblicklich wie ein kleiner Junge, der etwas Falsches getan hatte.
Mürrisch hob ich die Tüten vom Boden auf und schleppte sie hinauf in den zweiten Stock, denn dort befand sich unser eigenes kleines Reich.
Unser Haus bestand aus mehreren kleinen Wohnungen:

Bill hatte sich im Erdgeschoss einquartiert, in dem sich außerdem unsere gemeinschaftliche Küche und unser riesiges Wohnzimmer befand.
Im 3. Stock befanden sich mehrere Gästezimmer und im Keller befand sich unser Tonstudio.
Badezimmer gab es in jedem Stockwerk, sodass man sich nie in die Quere kam.
Luxus pur, der mir dennoch nicht wirklich etwas bedeutete.
Gähnend schloss ich die Türe auf und schmiss Jessys Taschen in die nächstbeste Ecke.
Ich war kaputt, genervt und ich hatte Hunger.
Seufzend ließ ich mich auf unser Bett fallen und rieb mir dir Stirn, denn ich wusste genau, dass ich später noch stundenlang Jessys neuen Klamotten bewundern und zu kommentieren hatte.

So war es immer, jedes Mal:

Dann stand sie vor mir und wechselte ihre Klamotten im Sekundentakt: “Schatz, sehe ich darin auch wirklich gut aus? Bin ich vielleicht doch zu dick dafür? Schau mal, sieht das nicht besonders sexy aus? Wie findest du passt die Farbe zu mir? Komm wir holen Bill, der hat mehr Ahnung von Mode als du! „
So war Jessy, ganz genauso war Jessy und wenn ihr Bills und meine Meinung nicht ausreichen würde, dann würde ich heute Abend noch auf den Genuss ihrer verwöhnten Freundinnen kommen.
Wenn ich über all das genauer nachdachte, dann fragte ich mich ob ich mich in einer dieser billigen Hollywood-Streifen befand, in denen Frauen sich nur mit Nichtigkeiten beschäftigten.


Genervt schlenderte ich die Treppe herunter in den ersten Stock und hoffte endlich in die Arme meines Zwillings fallen zu können.
Nur für einen kurzen Augenblick, wollte ich mich umarmen lassen, mich sicher und geborgen fühlen.
„Was habt ihr so lange getrieben?!“ Bill stand vor der Treppe und grinste.
„Umarme mich bitte!“ jammerte ich und schenkte ihm ein kraftloses Lächeln.
„Oh je, so schlimm?!“
„Frag besser nicht. 10 Tüten voller Klamotten und das absolute Highlight sind ihre Nutten-Schuhe! Ach was, du wirst diese Schuhe bestimmt lieben, also vergiss es. Ich mag gar nicht darüber nachdenken wie viel Geld wir verprasst haben. Allein diese Schuhe... 5000 Dollar. Ey, das ist doch krank Bill!“
„Nicht wenn es Designer-Schuhe sind!“ lachte er, während er mich fest in seine Arme zog.
„Blah, blah... Themawechsel, was gibt es zu essen?!“
„Mit dem Essen dauert es noch etwas, Tom. Ich warte die ganze Zeit nur darauf, dass Georg und Gustav endlich ein Lebzeichen von sich geben. Schon vergessen, sie kommen doch jetzt für die nächsten 3-4 Monate zu uns. Wir können ja nicht ewig nur in den Tag hineinleben.
Es wird Zeit, dass wir neue Songs schreiben, darum habe ich die Beiden hierhergebeten.
Endlich leuchtete mir Bills Telefonat mit Georg von gestern Abend ein.
Wahrscheinlich hatten die Jungs sich darüber erkundigt wie sie vom Flughafen aus nach hierher finden würden.
„Ach stimmt ja!“ murmelte ich und spürte einen leichten Stich in der Brust.
Gustav und Georg würden kommen, nur sie beide.
Luna hingegen?
Sie würde weiterhin in Deutschland bleiben und so tun als hätte sie mich nie gekannt.
So war es doch oder?
Mittlerweile arbeitete sie noch enger mit David zusammen als in der Vergangenheit.
Sie war es die sich quasi um sämtliche unserer Social-Media Seiten kümmerte.
Und sie arbeitete nicht mehr nur ausschließlich für Tokio-Hotel, nein sie kümmerte sich auch um die Termine und Internetseiten anderer Prominenter.
„Was machst du denn so ein ernstes Gesicht Tom?!“ wollte Bill wissen und riss mich so aus meinen tristen Gedanken.
„Alles gut…“ log ich und öffnete den Geschirrschrank, griff nach einer großen Tasse und sah Bill klar und deutlich in die Augen.
„Lügner!“
„Ich lüge nicht…!“ Doch die Art und Weise wie ich nun das Kaffeepulver in den Kaffeefilter pfefferte offenbarte meine wahre Gefühlslage, dessen war ich mir bewusst.
„Du bist immer noch genauso verschossen in Luna wie am ersten Tag.“
Mein Augenlid fing an zu zucken. Ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr lange dauerte und „Arschloch-Tom“ sich wieder seinen Platz an die Oberfläche erkämpfen werden würde.
„Halts Maul Bill! Ich bin glücklich mit Jessy!“ knurrte ich und schaltete die Kaffeemaschine an.
„Bist du nicht, du bist nur froh nicht ständig allein zu sein und dich sexuell vergnügen zu können.“
Manchmal hasste ich Bill aus tiefster Seele, generell wurde unsere Beziehung zueinander immer komplizierter.
Es war wie als würde sich von Tag zu Tag eine immer größer werdende Mauer zwischen uns aufbauen.
„Ich warne dich Bill. Lass diese Kommentare endlich sein oder aber ich steig endgültig aus der Band aus.“ zischte ich und hoffte ihn durch diese Drohung zum Schweigen zu bringen.
„Das war so klar, so klar. Du kannst auch nichts mehr weiter als mir ständig mit dem Ausstieg aus der Band drohen. Werde endlich erwachsen Tom.“
Die Luft zwischen uns schien immer dünner zu werden.
Meine Wut brodelte in mir und ich wusste der Vulkan würde jeden Augenblick explodieren, es würde nicht mehr lange dauern.
„Vielleicht gehört es ja bei mir zum Erwachsenwerden dazu, endlich zuzugeben, dass mir die ganze Geschichte mit unserer Band zum Hals heraushängt!!“
Die Kaffeemaschine piepte auf und ich schüttete viel zu schwungvoll Kaffee in meine Tasse, verbrannte mir prompt die linke Hand.
„Dann erklär du es Gustav und Georg, dass uns unsere Existenz zerstören willst, dazu hast du ja ab heute mehr als genug Zeit.“ giftete Bill und verließ die Küche.
Die Tasse in meiner Hand flog schwungvoll gegen die Wand und zerschellte in tausende Einzelteile, aber das war mir egal.
Kochend vor Wut folgte ich Bill ins Wohnzimmer und sprach mich wie so oft in Rage:“ Ich fasse es nicht, dass du solch einen Druck auf mich ausübst Bill. Ich meine monatelang hältst du mir vor, dass ich diese verfickten Depressionen habe und hast dir nichts sehnlicher gewünscht, als das ich endlich wieder fröhlich durchs Leben schreite und jetzt? Jetzt wo ich mir nicht mehr sicher bin ob ich weiterhin so sehr in der Öffentlichkeit präsent sein möchte wie zuvor, da gehst du hin und machst mich für alles verantwortlich, wie als würde Tokio Hotel nur mit mir funktionieren. Es ging doch nie um mich, es ging doch da draußen immer mehr um dich! Ich bin austauschbar. Ihr werdet schon einen anderen Gitarristen finden, der mit euch auf Tour geht. Wie oft soll ich noch sagen, dass ich durchaus bereit wäre zwischendurch mal für ein paar Live-Auftritte mitzukommen. Es kann ja wohl nicht so schlimm sein, wenn ich mich lieber nur noch im Hintergrund aufhalten möchte?! Ich meine ich würde weiterhin an Songs mit euch Arbeiten und so weiter. Nur möchte ich nicht nonstop mehr um die Welt reisen und meine Fresse von einer Kamera in die nächste halten. Ich bin´s so leid, so unglaublich leid. Kapier es endlich, krieg es endlich in deinen Dickschädel. Tom Kaulitz hat die Schnauze gestrichen voll von dieser hinterfotzigen, widerwärtigen und oberflächlichen dahingerotzten Medienbranche. Es wird schon irgendwie auch ohne mich auf Tour funktionieren!!“
Stille, schneidende Stille.
„Wird es nicht, Tom und das weißt du ganz genau!“ sagte Bill nach einer halben Ewigkeit und suchte meinen Blick.
„Nein, weiß ich nicht!“ log ich und rieb mir die Stirn.
„Lügner!“
„Ja, ja dein Zwilling ist ein verfickter Lügner, ist klar. Aber soll ich dir mal sagen was mein Zwilling ist?? Ein egoistisches Arschloch, welches sich nur noch um sich selbst kümmert. Deine Bedürfnisse und Ziele im Leben stehen über allem Anderen! Und jetzt lass mich in Ruhe. Ach und noch etwas: Ich habe Luna nie geliebt, genauso wenig wie ich Jessica liebe.
Liebe ist nämlich was für Weicheier und somit ganz sicherlich nichts für mich!!“ spie ich ihm entgegen und flüchtete mich in den Flur.
Nur noch weg hier, nur noch weg.
„Tom!!!“ rief mir mein Bruder hinterher, doch ich hatte genug.
Sollten Georg und Gustav doch hierherkommen, sollten sie doch an neuen Songs arbeiten, sollten sie doch an ihrem Traum „Tokio Hotel“ weiter festhalten, aber alles bitte ohne mich.
Tom Kaulitz war es leid, er war es leid.
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