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Eine Professorin aus Durmstrang

GeschichteAllgemein / P16 / Het
Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Severus Snape
10.02.2021
08.04.2021
6
19.012
40
Alle Kapitel
86 Reviews
Dieses Kapitel
15 Reviews
 
 
08.04.2021 1.880
 
Hier der versprochene Epilog und einmal mehr der greifbare Beweis, wie wichtig Reviews sind und was sie bewirken können.
Der Epilog existiert überhaupt nur durch den Anstoß der Review von ingatheearthling!
Und deshalb ist der Epilog ihr gewidmet <3
Danke, dass du mich dazu gebracht hast, ich hätte doch wieder wichtige Fragen unbeantwortet gelassen :D


Danke an alle Leser, die nicht nur mitgefiebert haben, sondern mich auch an ihrem Leseerlebnis teilhaben lassen. Das bedeutet mir ungemein viel und hilft mir stets für zukünftige Kapitel/Geschichten.


Vorerst noch ohne Beta-Lesung ;)


Also zum Schluss, weil es so schön ist, ein:


Ron-Bashing-Extra!


„Hermione ... ich denke nicht, dass das eine so gute Idee ist. Ich meine ... muss das sein?“, jammerte Ron sichtlich nervös. Sogar seine Stimme zitterte, während er ängstlich Severus beäugte, der mit einem fiesen Grinsen seinen Zauberstab zwischen den Fingern drehte und seinerseits Ron beobachtete.

„Du wolltest die Dinge doch wieder in Ordnung bringen und wenn du mich fragst, kommst du hiermit wirklich sehr billig davon für das, was du getan hast ... Romilda Weals!“, zischte Hermione innerlich belustigt über Rons schiere Verzweiflung. Wenigstens grob hatte Severus sie über Rons hinterhältige Aktion aufgeklärt, wenn auch sehr geizig mit den Details ...

Noch immer hüllten sowohl Ron als auch Severus sich in Schweigen, was die Briefe betraf, umso mehr war sich Hermione sicher, dass es nicht so harmlos gewesen sein konnte, wie man sie glauben lassen wollte. Severus‘ Zorn ging zu tief und auch, wenn er und Hermione sich absolut sicher waren, dass Ron keine Gefahr bei der Vorführung drohte, so war es doch wichtig für Severus, seinem Zorn Ausdruck zu verleihen. Weniger indem er den Unverzeihlichen auf Ron sprach, nein, aber indem er mit dessen Angst und Emotionen spielte. Auge um Auge ... Hermione fand die Strafe sehr passend und auch Ron konnte kaum etwas dagegen sagen. Aus diesem Grund wusste er auch nicht, dass sie den Trank längst inoffiziell und nach Zauberrecht auch illegaler Weise, getestet hatten. Immerhin waren bereits Wochen seit der Fertigstellung vergangen!

Hermione verabscheute Rons Tat, aber wirklich wütend so wie Severus konnte sie nicht sein, dazu waren die Folgen für sie selbst zu wundervoll. Die Folgen waren auch der einzige Grund, warum Severus überhaupt gewillt war, Ron zu verzeihen oder besser gesagt, ihn in Zukunft zu tolerieren. Ron würde immer ein wichtiger Teil ihres Lebens bleiben und Severus sollte von nun an ebenfalls fester Bestandteil davon sein.

Die Folgen ... Hermione erlaubte es sich, einen Moment in Erinnerung zu schwelgen, während sie die Zutaten für die Demonstration vorbereitete und in die richtige Reihenfolge sortierte. Alles musste vor Augen des Ministeriums und der Zunft passieren, die ihrerseits zuvor die einzelnen Zutaten überprüft und freigegeben hatten. Streng nach Protokoll.

Nachdem sie Severus mit einer Innigkeit und Leidenschaft geliebt hatte, die Hermione bis dahin noch nie erlebt hatte, war ein Moment der Verlegenheit über sie beide hereingebrochen. Die aufkommende Angst, dass die geteilte Leidenschaft und Verbundenheit zwischen ihnen nur ein Strohfeuer gewesen war, hatte so greifbar zwischen ihnen gestanden wie der zunehmende Abstand mit jedem von Severus‘ Schritten hinaus. Er hatte ihr keine Chance lassen wollen, etwas zu sagen und wie sie vermuten musste, damit seine schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen. Beinahe hätte Hermione ihn doch gehen lassen, selbst zu überwältigt und verunsichert über das Geschehene. So impulsive Handlungen passten eigentlich nicht zu ihr und spontane sexuelle Begegnungen schon gar nicht! Aber es war mehr gewesen als das, sie hatte es einfach gespürt und sie war sich instinktiv sicher gewesen, hätte sie ihn wirklich nicht aufgehalten, er wäre nie wieder zurückgekommen. Aber Hermione hatte es gerade noch rechtzeitig geschafft, ihren Stimmbändern die nötigen Laute zu entlocken, um ihn zum Dableiben zu bewegen:

„Severus, bitte, möchtest du mit mir zu Abend essen?“ Ganz selbstverständlich war sie zum Du übergegangen. Alles andere wäre lächerlich gewesen und hätte die Distanz zwischen ihn nur noch vergrößert. Sie wollte ihn wieder näher holen, nicht wegtreiben.

„Abendessen ... Ich denke, keiner von uns ist dafür richtig gekleidet“, antwortete er ausweichend und sie merkte deutlich, wie er noch immer versuchte, zu flüchten. Verfluchter Sturkopf! Aber er sprach ebenfalls vertraulich und so schöpfte sie neuen Mut.

„Hier. Wir kochen und essen hier oder wir lassen uns etwas liefern. Bitte ... bleibt!“ Sie erlaubte es sich, ihrer Stimme etwas Flehendes zu geben. Es war die reine Wahrheit, sie wollte unter allen Umständen, dass er blieb.

Zumindest sah er sie endlich an, die Kiefer aufeinandergepresst, unwillig und der Gedanke, dass er vielleicht wirklich nur nicht wollte, schnürte ihr die Kehle zu. Aber als er ihr ins Gesicht sah, wurden seine Gesichtszüge plötzlich weicher und er nickte stumm.

Also war er geblieben. Den ganzen Abend lang, während sie sich beim Essen wundervoll unterhalten hatten und er zumindest ein wenig mehr über Romilda erzählt hatte, die ganze Nacht lang, die sie sich zuerst ausschließlich zärtlich geküsst hatten und dann aneinandergeschmiegt eingeschlafen waren und sogar am nächsten Tag, den sie zusammen Hermiones Labor gereinigt und den Artikel für das Journal geschrieben und diskutiert hatten.



Hermione erlaubte sich einen, wie sie vermuten musste, verliebten Blick auf ihren neuen Partner und Freund. Erstaunlicherweise war Ron wenig überrascht gewesen über ihre Neuigkeit von Severus als neuen Partner. Sie hatte ihn ungläubig angesehen und präzisiert, dass sie Partner nicht nur arbeitsrelevant meinte. Auch das hatte ihn nicht groß überrascht und er hatte mit den Schultern gezuckt. Aber Hermione hatte beschlossen, sich lieber darüber zu freuen, dass Ron nicht ausgetickt war und ihr Glück zu genießen. Ron war allem Anschein nach erwachsen geworden, was auch immer das heißen mochte und deshalb stand er jetzt zitternd auf seinem Posten und tat Buße. Weil es nötig war und weil es das Richtige war.

Severus führte gerade die Gäste ihrer kleinen Demonstration zu den Beobachtungsplätzen. Dies war nötig, um einerseits das Patent und andererseits die Zulassung für den Trank zu erhalten. Severus und Hermione würden unter Teilnahme von Vertretern des Ministeriums, der Tränkemeisterzunft und des Journals ihren Trank nicht nur brauen, sondern außerdem an einem Freiwilligen testen.

Einen unfreiwillig freiwillig Freiwilligen. Es war überhaupt der einzige Weg eine Erlaubnis zum Test zu erhalten und den Cruciatus auszusprechen. Offiziell zumindest. Alles war vorschriftsmäßig angemeldet und abgesegnet. Wenn es richtig gut lief, könnte das Ministerium sogar ein Angebot unterbreiten.

Unter den wachsamen Augen der Anwesenden und dem ängstlichen Zittern der menschlichen Laborratte, brauten Severus und Hermione den Trank. Sie hatten dies nun so oft zusammen getan, sie funktionierten als eine Einheit.

Die Spannung wuchs ins Unermessliche, als sie alle darauf warten mussten, bis der Trank in seine letzte instabile Form überging. Hermione lächelte glückselig, als Severus ihr die zerstoßene Rinde reichte und sie diese in den Trank gab. Er streifte mit seinen Fingern ihren Handrücken, eine völlig unschuldige Geste, die ihr ein Kribbeln verursachte.

Hermione schöpfte eine Portion des Trankes ab und kühlte diese magisch ab.

„Ähm, bist du sicher, dass das eine gute Idee ist?“, wiederholte Ron seine Worte von eben. „Zusätzliche Magieeinwirkung kann die Wirkung beeinträchtigen“, setzte er nervös hinzu.

Hermione und Severus wechselten einen irritierten Blick. Ron hatte durchaus recht, daran lag es nicht, es war nur erstaunlich, dass er dies tatsächlich wusste und ein wenig ungünstig für sie. Sie konnten vor dem Ministerium nicht zugeben, dass sie den Trank unter beiden Bedingungen getestet hatten. Severus hatte darauf bestanden, dass niemand den Trank vor ihm testen würde. Stundenlang hatten er und Hermione darüber diskutiert und er hatte keines ihrer Argumente dagegen gelten lassen, dass es ihr Trank war (Deswegen musst du auch die Wirkung beobachten!), dass er genug Flüche in seinem Leben ausgehalten hatte (Da kommt es auf einen mehr auch nicht mehr an, ich bin es gewohnt!), dass sein Cruciatus stärker war als ihrer (Für einen ersten Test ist das doch perfekt!).

Sie bewunderte Severus, egal wie wütend er auf Ron war, egal wie schlimm dessen Vergehen war, Severus wollte Ron nicht wirklich schaden oder auch nur die Möglichkeit offenlassen, dass er zu Schaden kommen könnte. Aber ein wenig leiden und vor Angst schlottern …

„Ich bin fast beeindruckt, dass Sie offenbar durch ihre kleine Intrige doch mehr gelernt haben, als jemals in meinem Unterricht“, erwiderte Severus süffisant und leise genug, dass nur Ron ihn hören konnte.

Hermione schwankte zwischen Lachen und mitleidigem Schnauben. Ron sah elendig aus.

„Unser freiwilliger Helfer hat natürlich recht, aber mein Partner und ich sind auch der Meinung, dass der Trank wenig Sinn macht, wenn er einem einfachen Abkühlungszauber nicht standhält. Unser Anspruch war ein vollfunktionierender Abwehrtrank.“ Hermione hatte sich direkt an die abwartende Delegation gewandt und trat nun wieder näher auf Ron zu und hielt ihm den Trank hin. Er hatte genug gelitten, soweit es sie betraf.

Ron schluckte trocken, schloss die Augen und griff mit zitternden Händen nach der Phiole. „Ich tue das für dich, Mione“, flüsterte er leise.

Hermione streichelte seinen Arm entlang und lächelte ihn aufmunternd zu. „Ich weiß Ron. Es wird alles gut gehen.“ Sie würde ihn immer lieben, wenn auch auf eine brüderliche Art und Weise, sie konnte nicht so agieren, als wäre es anders.

Severus räusperte sich drohend und Hermione trat schnell zur Seite, während Ron den Kopf in den Nacken legte und den Trank herunterschluckte. Er schmeckte erstaunlich süß, wie Hermione von Severus wusste.

Wie Hermione es Ron aufgetragen hatte, berichtete er nun genau für alle Anwesenden und fürs Protokoll, wie er sich fühlte und was er an Veränderungen wahrnehmen konnte. Eine unabhängige Mediheilerin untersuchte Ron und führte Messungen mit ihrem Zauberstab durch. Die Ergebnisse und ihre Beurteilung wurden ebenfalls protokolliert und neben den Vergleichswerten von Rons Vorabcheck vermerkt.

„Bereit, Mister Weasley?“, fragte Severus wenig später mit schneidender Stimme.

„Bereit, Professor Snape. Ich bedauere wirklich, was ich getan habe!“ Ron bewies echte Stärke, indem er dies mit offenen Augen und erhobenem Kopf sagte und Severus mit aufrichtiger Scham entgegenblickte, bevor er die Augen zusammenkniff.

„Zu Ihrem Glück glaube ich Ihnen sogar“, erwiderte Severus belegt und während er zu Hermione hinüberblickte, setzte er leise und warm hinzu: „Und bedauere es selbst nicht mehr.“

Dann verschwand jede Sanftheit aus seiner Stimme: „CRUTIO!“

Ron zitterte nun über alle Maßen und alle hielten ihren Atem an, weil nicht klar war, ob der Fluch nicht doch Auswirkungen zeigte und er sich unter Muskelkrämpfen wand.

„Ron? Hast du Schmerzen?“, fragte Hermione nun doch etwas unsicher geworden nach.

Plötzlich hörte das Zittern abrupt auf und Ron machte vorsichtig erst ein Auge, dann das zweite Auge auf und betrachtete seine Hände. „Nein“, rief er schließlich erleichtert aus und fiel schwankend auf die Knie. Sofort war die Medieheilerin bei ihm und kontrollierte seine Werte. Nachdem sie ihren Daumen für alle sichtbar hochhob und breit grinste, wurde es mit einem Schlag sehr laut.

Hermione fiel Severus jubelnd um den Hals und schlang ihre Arme um den Tränkemeister, der nicht umhinkam wenigstens die Andeutung eines Lächelns zu zeigen.

Die Ministeriumsmitarbeiter, die Leute vom Journal und die anderen Tränkemeister riefen wild durcheinander und konnten es nicht fassen. Aufgeregte Stimmen, die immer lauter wurden.

Die Mediheilerin kniete noch immer neben Ron und hielt seine klamme Hand fest zwischen ihren Händen. „Das war ja so mutig von Ihnen!“, hauchte sie tief beeindruckt und brachte Ron dazu, dass er seine Schultern strafte und sich aufrecht hinsetzte.

„Ach“, winkte er ab und seine Ohren wurden vor Verlegenheit ganz rot. „Wie ich meinen Brüdern auch immer sagte: Als erwachsener Zauberer muss man sich seiner Verantwortung stellen!“
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