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Love the Demon

GeschichteRomance, Übernatürlich / P16 / MaleSlash
09.02.2021
14.06.2021
16
59.330
13
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
04.03.2021 2.004
 
„ Life isn't about finding yourself. Life is about creating yourself„

~ George Bernard Shaw ~

6. Kapitel

Incubus und Lilith hatten sich am späten Abend von uns verabschiedet so das ich nun mit Azrael alleine war. Im ersten Moment herrschte eine unangenehme Stille bevor Azrael sich erhob und mir breit zu grinste.

„ Also, worauf hast du Lust?“, fragte er und seine Augen leuchteten wie die eines Kleinkindes welches sein Lieblingsspielzeug entdeckt hatte, das wäre dann anscheinend ich in diesem Fall.

„ Könnten wir uns einfach ein wenig unterhalten?“, fragte ich vorsichtig und traute mich nicht aufzusehen um ihn anzublicken.
Doch ich spürte von der Hitze seines Körpers das er nicht weit von mir entfernt stand und dieses kribbeln verriet mir das er mich genau beobachtete.

„ Natürlich, lass uns aber an einen anderen Ort gehen“, bestimmte er und griff plötzlich nach meiner Hand wodurch eine Energiewelle durch meinen Körper schoss und ich musste mehrmals blinzeln da wir nun an einem ganz anderen Ort waren.

Wir standen unter einem japanischen Kirschbaum welcher in voller Blüte zu stehen schien, es duftete wunderbar nach Blumen und etwas besonderes war an diesem Ort.

Hinter uns war ein schlichter chinesischer Pavillon auf wessen Dach ein schwarzer Drache thronte dessen Augen golden schimmerte und mich dabei ein wenig sogar an Azrael erinnerten. Wenn man sich weiter umblickte konnte man am Fuße des Berges auf wessen spitze wir standen, konnte man eine kleine Stadt entdecken aus welcher man aus der Ferne nur ein leises Surren hörte welches jedoch ehr wie ein hauchen wirkte.
Die Stadt war schön beleuchtet, auch auf diese Entfernung konnte man das leuchten sehen.
Hier oben hingen Lampions und Kerzen die das Ganze erleuchtete da es schon dunkel war, also musste es bereits später Abend sein.

„ Möchtest du da festfrieren?“, fragte Azrael amüsiert und mir fiel auf das er immer noch meinen Arm berührte als er mich mit sich in den Pavillon zog wo an den Wänden Bänke standen auf welche wir uns setzten, obwohl ich darauf achtete das ein gewisser Abstand zwischen uns blieb und er endlich meinen Arm in Ruhe ließ.

„ Wie gehts dir?“, fragte Azrael während sein Blick auf Mir ruhte und meiner den Nachthimmel betrachtete welcher mich wirklich faszinierte da man neben dem Schwarz der Nacht und den leuchtenden Sternen, viel farbige Flecken im Himmel sehen konnte. Es wirkte wie schwarze Löcher nur eben in unterschiedlichsten Farben, grün, pink, blau, gelb, orange, rot, lila und noch viel mehr.

„ Das alles hier ist....verwirrend. Doch ehrlicherweise bereue ich es bis jetzt nicht hier zu sein“, gestand ich und bemerkte aus den Augenwinkeln das Azrael meine Aussage zu freuen schien da er breit lächelte.

„ Du brauchst keine Angst haben, wir sind hier mächtige Dämonen und alle Wesen unter meiner Herrschaft sind dazu verpflichtet dich zu beschützen“, erklärte er mir und folgte meinem Blick in die Nacht.

„ Du meinst dieses Feuerwürmchen?“, fragte ich und musste ein wenig Lächeln bei dem Gedanken an dieses kleine Ding welches mich schön gewärmt und beschützt hatte.

„ Das war ein Feuergeist, davon gibt es viele“, erklärte mir Azrael beiläufig doch mich beschäftigte dieses Thema vermutlich mehr als es sollte, also blickte ich Azrael nun direkt an.

„ Kannst du genau den Geist her rufen den ich kennengelernt habe?“, fragte ich neugierig und ein wenig überrascht schnippst der Dämon einmal woraufhin es klirrt und ein Feuerwurm vor uns erscheint.

Er surrt freudig wie eine Biene und schwirrt auf mich zu so das es auf meiner Schulter landet und sich an meine Wange schmiegt wodurch ich lachen musste und den kleinen Feuergeist in die Hand nehme, „ Hey kleiner Wurm“, lächele ich das kleine Wesen an welches sich vor Freude mich zu sehen gar nicht mehr einbekommt.

Ich kicherte da es mich sehr an einen kleinen Hund erinnerte da sogar sein Hinterteil ein wenig wackelte, „ Hat er einen Namen?“, fragte ich Azrael wobei unsere Blicke sich einen kurzen Moment trafen bevor ich ihn schnell wieder abwendete da ich nicht wollte das meine Wange rot wurden.

Azrael schüttelte den Kopf doch ich wusste sehr genau das er mich weiter beobachtete, kurz dachte ich nach bevor ich sanft über den Rücken des Feuerwurmes strich, „ Ich nenne dich Kasimir“, bestimmte ich da ich mir immer schon einen Hund mit diesem Namen gewünscht hatte.

Es klimperte was aus dem Wurm zu kommen schien als wäre das sein Geräusch wenn er sich freute was wirklich viel zu niedlich war, „ Ich hab noch nie jemanden gesehen der so begeistert von diesen Geistern ist“, murmelte Azrael mehr zu sich selbst aber natürlich hörte ich ihn sitze ja direkt neben dem Dämonen.

„ Wenn man alleine ist lernt man die kleinen Dinge schätzen“, bemerkte ich leise da es schmerzte daran zu denken wie ausgestoßen ich von jedem und allem wurde nur weil ich ein Dämonenmal trug und zufälligerweise zu Azrael gehörte.

„ Es tut mir leid das du wegen mir sowas erleiden musstest, ich hätte dich auch gerne schon viel früher da raus geholt aber der Rat der Dämonen hat es mir verboten dich vor deinem 18. Geburtstag zu mir zu holen oder mich gar bemerkbar zu machen. Du weißt gar nicht wie oft ich dir gerne geholfen hätte“, Trauer schwang in seiner Stimme mit welche mir echt ans Herz ging obwohl wir uns ja kaum kannten, ich war ja kein Herzloser Mensch.

Sanft legte ich den Dämonen der den Kopf hängen ließ meine Hand auf die Schulter, „ Ich hab’s überlebt, mach dir keinen Kopf“, obwohl es mich schmerzte das zu sagen wusste ich das es der Wahrheit entsprach, natürlich war ich sauer auf Azrael aber hassen tat ich niemanden, dafür wusste ich zu gut wie sehr es weh tat wenn man gehasst wurde, das wollte ich niemandem antun.

„ Du trägst an deinem Körper Narben die nur wegen mir dort sind, du hast Dinge erlebt die einen anderen Menschen zum Suizid geführt hätten und ich konnte nichts tun“, diesen Teil knurrt er wütend und ich konnte das Gold seiner Augen brennen sehen während auch sein Körper anfing von der Temperatur her heißer zu werden als würde er gleich in Flammen aufgehen doch ich nahm meine Hand nicht von seiner Schulter vielleicht konnte ich ihn so etwas zurückhalten.

„ Ich bin nicht so schwach wie du denkst, Behandle mich also nicht als wäre ich eine empfindliche Blume. Mir gehts gut und solange du mir nicht allzu schlimme Aufgaben aufgibst wird das auch so bleiben“, sagte ich und spürte die Stärke hinter meinen Worte die Azrael tatsächlich ruhiger werden ließen und nun blickte er mich endlich an.

„ Welche Aufgaben?“, fragte er verwirrt und fuhr sich erneut durch seine schwarzen Haare die ihm zurück ins Auge gefallen waren, „ deine „ Aufgabe“ ist es glücklich an meiner Seite zu leben. Du hast hier keine Verpflichtungen, es soll dir gut gehen“, erklärte mir Azrael und seine Worte waren für mich etwas unverständlich.

„ Aber ich dachte du wirst irgendwelche komischen Dämonen Sachen mit mir machen und irgendwann werde ich dann entlassen“, sprach ich meine Gedanken aus und sah das Azrael sich ein Grinsen verkniff während er eine Augenbraue fragend hob.

„ Dämonen Sachen? Du kannst hier ganz normal leben und machen was du möchtest, aber eben mit meinen Geschwistern und mir hier in der Dämonenwelt, du wirst merken wir sind gar nicht so sehr anders als ihr. Bitte, lass dich auf mich ein und vertraue mir“, bettelte er und sah mich mit einem Hundblick an, das würde mir auch niemand glauben, der Dämon bettelte mit zuckersüßem Blick darum das ich bei ihm blieb und ihm vertraute. Er war wirklich süß.

Obwohl ich wütend war wusste ich das es irgendwo anders auch nicht besser sein würde also wieso sollte ich es hier nicht versuchen? Bis jetzt schienen alle recht nett und wenn sich das als Fehler herausstellen würde wäre es ja auch nur wie überall anders.

Mich würde es nicht wundern wenn Azrael gleich auf die Knie zum betteln gehen würde aber das ersparte ich ihm, so nett war ich mal, „ Okay, ich bin dabei. Aber du hast mich deine Ehefrau genannt, ich muss jetzt hier nicht einen auf Liebespärchen machen oder?“.

Ein Funkeln erschien in Azraels Augen als er sich weiter vor mit seinem Gesicht beugte so das sein Gesicht nun direkt vor meinem war und uns nur wenige Zentimeter trennten, „ Oh nein, das musst du nicht. Ich bekomme dich nämlich auch so dazu dich Hals über Kopf in mich zu verlieben“, meinte er und ein teuflisches Grinsen huschte über sein Gesichte welches mich selber nur zu einem kleinen Grinsen brachte.

„ Veruschs ruhig, mein Lieber“, sagte ich und stand auf so das ein verdatterter Dämon sitzen blieb während ich aus dem Pavillon trat, doch da spürte ich Azrael schon wieder dicht neben mir.

„ Dann lass uns mal zurück, die Prinzessin brauch ihren Schönheitsschlaf“, grinste Azrael und ich wusste das er damit eigentlich mich meinte aber das würde ich bestimmt nicht auf mir sitzen lassen.

„ Bekommst du sonst Falten? Das wäre natürlich nicht so schön anzusehen“, meinte ich mit monotoner Stimme während sich Azrael spielerisch ans Herz fasst und zu taumeln begann.

„ Direkt ins Herz, man merkt das dein Element Eis ist“, bemerkte Azrael doch ich sah das Grinsen immer noch auf seinen Lippen also machte ich mir keine Gedanken und griff nach seiner Hand so das er uns zurück in unsere Unterkunft bringen konnte.

Dieses Mal war es sanfter und angenehmer als davor als wir aus den Schatten traten, „ So Madam, wir sind da“, mit einer leichten Verneigung deutete er auf die Tür welche ich vor einiger Zeit heimlich verlassen hatte, er hatte mich tatsächlich zu meinem Raum teleportiert, so musste ich wenigstens hier wenigstens nicht umher irren.

„ Sehr nett“, meinte ich nur und Azraels Grinsen wurde breiter, „ gute Nacht, Azrael“, sagte ich bevor ich schnell hinter der Tür verschwand und sie hinter mir geräuschvoll schloss. Einen Moment lehnte ich noch an der Tür und ließ alles auf mich wirken wodurch mir die Tür auffiel welche neben dem Schrank war, heute Morgen hatte ich sie gar nicht bemerkt.

Von der Neugierde getrieben huschte ich nun zur Tür hinüber und öffnete sie vorsichtig, automatisch begannen meine Augen zu leuchten vor Freude, als ich eine vollkommen nach meinem Geschmack eingerichtetes Bad entdeckte welches mich wirklich vom Hocker haute. Wer hatte da nur errichtet? War das ein Versehen oder wusste da jemand was mir gefiel? Ich würde es wohl nie herausfinden aber mein Herz klopfte wie verrückt bei diesem Anblick während ich verzaubert am Türrahmen lehnet.

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Bevor ich schlafen ging stellte ich mich noch unter diese traumhafte Dusche und ließ lauwarmes Wasser auf mich nieder prasseln, heiß duschen war noch nie so meins gewesen, vielleicht lag das auch daran was die Geschwister erzählt hatten, das in mir das Eis schlummerte.

Argwöhnisch blickte ich auf meine rechte Hand als würde im nächsten Moment irgendwas besonderes passieren doch es waren nur meine schlanken langen Finger welche mit Sommersprossen überseht waren.

Langsam ließ ich sie wieder sinken und stellte das Wasser aus um die Dusche zu verlassen. Mit einem Handtuch um die Hüften ging ich nach einigen weiteren Schritten im Bad zurück in das Schlafzimmer wo ich vor dem Kleiderschrank stehen blieb und ihn vorsichtig öffnete.

In diesem Schrank gab es wirklich alles was das Herz begehrte obwohl mir einfach ein Pulli plus Jogginghose genügt hätte, also griff ich nach einer grauen Jogginghose, einer Boxer und einem dunkelblauen Hoodie. Schnell zog ich mir alles über bevor ich mich auf mein neues Bett schmiss.

Sobald mein Gesicht das Kissen berührte war es auch schon um mich geschehen und ich versank im Traumland ohne überhaupt die Chance zu haben die Decke über meinem Körper auszubreiten, aber mir hatte Kälte ja noch nie etwas ausgemacht, ein weiterer Vorteil.

Doch darüber konnte ich nun nicht weiter nachdenken da ich wohl doch erschöpfter war als ich zugeben wollte, aber ich war ja auch nur ein Mensch...der nun unsterblich war, Eis in sich schlummern hatte, einem Dämonen gehörte und neuerdings in einer Dämonenwelt lebte. Das klang irgendwie verrückt, aber das beschreibt mein Leben ja schon ziemlich gut.
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