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Rumtreiberzeit

GeschichteRomance, Freundschaft / P12 / Gen
James "Krone" Potter Lily Potter OC (Own Character) Peter "Wurmschwanz" Pettigrew Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
09.02.2021
04.03.2021
10
15.646
 
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23.02.2021 1.253
 
Kapitel 8

Accalia hatte das Gefühl ihrem alten Leben Lebewohl sagen zu müssen um in ihr neues einzutauchen. Über die Ländereien wandernd, sah sie dem Adler beim Wettflug mit dem Winde zu. Blickte ihm nach und wünschte sich einmal mehr, ebenso frei davon fliegen zu können. Beinahe neidisch jagte sie dem geflügelten Wesen nach und es gab Momente, da glaubte sie zu fliegen. Ohne Besen, ohne Zauber, ohne jegliche Hilfen.

Sie fühlte sich in den vergangenen Tagen oft einsam. Lily, Santa, Kyra und Alice waren zwar irgendwie da, andererseits fühlte sich Accalia einfach nicht dazugehörig. Sie hatte sich selbstständig in die Gruppe einquartiert und ihnen die Freundschaft irgendwie aufgebunden. Der kleine dickliche Junge namens Peter Pettigrew verbrachte nun einige freie Nachmittage mit ihr und Cali war ihm sehr dankbar für das augenscheinliche Interesse, welches er an ihrem Leben zeigte. Santa suchte ab und zu das Gespräch, doch ließ sie nach wenigen Sätzen meistens Inruhe.

In die Quidditch-Mannschaft der Gryffindor wurde sie natürlich nicht aufgenommen, was Accalia jedoch besser wegsteckte, als sie gedacht hätte. Vermutlich hatte sie Sirius für genau diese Entscheidung vorgewarnt und Accalia war ihm fast dankbar dafür. Wieso verdammt fühlte sie sich so allein neben den anderen? Immer wieder erwischte sie sich dabei allein durch die Gänge des Schlosses zu geistern, die Gespräche mit den anderen recht schnell beendete und sich nachdenkend zurückzog.
Es dauerte fast 2 Wochen bis sie, dank Madame Pomfrey, zu welcher sie bedauerlicherweise mittlerweile ständig geschickt wurde, den wahrscheinlichsten Grund für ihre Momentanen Stimmungsschwankungen und ihren dauerhaft angekränkelten Zustand herausfand.

Ein Kulturschock, gepaart mit heftigen Heimweh. Sie kannte solche Gefühle nicht, vermutlich kapselte sie sich durch dieses Unwissen unfreiwillig immer weiter von den anderen ab. Zu ihrer eigenen Verwunderung, kamen Lily und Remus sie eines Tages, im Krankenzimmer sitzend, besuchen.  Ein verspieltes Lächeln umspielte ihre Lippen und Accalia war schlagartig klar, dass Madame Pomfrey die zwei wohl gerufen, sowie sie in ihre momentane Lage eingeweiht hatte.

Zwar war sie dankbar für das Engagement von Seiten ihrer Zimmergenossen und der Rumtreiber, allerdings hatte sie das Gefühl  deren Zeit zu verschwenden. Sie versuchten Accalia an die neue Situation zu gewöhnen und halfen ihr diese zu akzeptieren, dabei fühlte sie sich einfach nur krank... War anfangs sogar der Meinung, dass sie eine einfache Grippe hätte und diese schnell wieder vergehen würde.

Es dauerte beinahe eine weitere Wochen, bis Accalia diese Phase des Leidens, in welcher sie fast täglichen Briefkontakt mit ihren verlassenen Freunden gehabt hatte, überwand. Sie hatte sogar Gedanken, welche sich an die Rückreise nach Norwegen richteten und dies, obwohl die ersten Tage in Hogwarts besser für sie liefen als angenommen. Ihre Schulischen Leistungen waren bereits jetzt schon im allertiefsten Kellergeschoss angelangt und das, obwohl das Schuljahr doch erst vor wenige Wochen gestartet hatte.

„Kommst du Cali? Wir kommen zu spät zu Pflege Magischer Geschöpfe wenn du weiter herumtrödelst...“ brummte sie Lily genervt von der Seite an. Accalia hatte garnicht bemerkt, dass sie, während sie ihre Gedanken sortierte, nebenbei wahllos ihre Bücher in die Umhängetasche stopfte und ins leere starrte. Ruckartig blickte sie zu der wartenden und langsam grimmig dreinblickenden Vertrauensschülerin auf, welche gerade die Wartezeit überbrückte und ihre feuerroten Haare zu einem Zopf zusammenband.

Etwas unbeholfen rappelte sich Cali auf und lächelte leicht. „Ja ich weiß. Tut mir leid“ schnell schulterte sie ihre Tasche und huschte nun mit Lily zusammen aus dem Zimmer und in den Flur. Sie trafen auf dem Weg auf Remus, welcher irgendwie benommen und nervös wirkte. Er schloss sich schweigend den beiden Mädchen an und ging mit ihnen die großen Flure entlang, den Blick jedoch ständig umherwandernd. „Alles okay?“ fragte Accalia Lily’s Vertrauensschülerpartner, worauf dieser leicht zusammenzuckte, bevor er kurz nickte. „Ich glaube einfach ich werde krank“ gab er von sich und kassierte für diese Aussage einen besorgten Blick von Lily. „Du bist ständig krank Remus...nicht das du irgendwas ernstes hast“. Sie hob ihre Hand und legte diese auf die Schulter des Rumtreibers. „Nein Quatsch. Ich hab einfach kein gutes Immunsystem“. Bevor eines der Mädchen antworten konnten, kam ihnen bereits das Gegröle von zwei nicht unbekannten Stimmen entgegen, welche sich lautstark mit Severus Snape stritten.

Ohne das Accalia lange überlegen musste, wem die Stimmen gehören konnten, entlarvten sie sich bereits als James und Sirius. Wer hatte es gedacht... Lily blickte verständnislos auf die drei Jungen, welche alle ihre Zauberstäbe gezückt hatten und sich wild anfunkelten. „Hey!“ protestierte sie sofort und verengte die Grünen Augen zu schlitzen. Cali war sofort klar, dass sie sich nicht bloß wegen ihres guten Rufes als Vertrauensschülerin ‚einmischte‘, sondern weil sie tatsächlich besorgt wirkte, dass James und Sirius dem fetthaarigen Slytherin Schaden zufügen könnten.

James warf der rothaarigen 15 Jährigen kurz einen aufhellenden Blick zu, eher er diesen wieder dem harkennasigen Snape widmete. „Keine Sorge Evans...er überlebt das schon“ meinte er nun mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen, welches sich weit über sein Gesicht erstreckte. Sirius hingegen hatte den Blick keine Sekunde abgewandt und wirkte, als würde er Severus im nächsten Moment einen Fluch nach dem anderen auf den Hals hexen. Doch auch Snape, welcher sich sichtlich nicht entscheiden konnte, auf wen der beiden er seinen Stab richten sollte, wirkte keinesfalls eingeschüchtert, durch die Drohungen der beiden Rumtreiber.

Wie herbei beschworen, tauchte plötzlich Professor McGonagall in den Gängen auf um die Schüler zu ihren jeweiligen Unterrichtsräumen zu hetzen. Sie bemerkte nicht einmal die Auseinandersetzung der drei Jungen, da diese ihre Zauberstäbe in den Umhängen verschwinden ließen, sobald sie die Professorin erblickt hatten.

„Miss Evans,Mister Lupin...Ich hoffe für Sie beide, dass sie gerade drauf und dran dabei wahren ihrem Posten als Vertrauensschüler nachzugehen und den Herrschaften klar machen wollten, dass jetzt Unterricht ist!“ ihr deutlich erkennbar gereizter Blick fuhr über die beiden genannten 15 Jährigen, während diese wie ertappt nickten.

McGonagall scheuchte die Schüler vor sich her und ermahnte sie noch einmal, dass sie sich bei den Lehrern vergewissern würde ob jeder einzelne im Unterricht angekommen war, bevor sie sich mit klackenden Schuhen von ihnen entfernte. Snape war der erste, welcher verschwand, bevor Lily sich wie eine Furie an James und Sirius wandte. „Wieso müsst ihr immer für Ärger sorgen?! Lasst Severus doch endlich mal Inruhe!“ schrie sie schon fast und zog dann Accalia am Arm fort, sodass die drei Rumtreiber zurückblieben.

„Sag mal Lily...verteidigst du Snape nur weil du Vertrauensschülerin bist? Ich meine versteh mich nicht falsch aber ich finde den auch absolut ätzend...“ Cali versuchte möglichst Angreifbar zu wirken, damit sich Lily aus Mitleid mit ihren Worten zurückhielt. Die Rothaarige presste die Lippen aufeinander und starrte die dunkelblonde 15 Jährige nun an. „Er ist mein Freund...also ein Freund! Wir kennen uns schon so lange und haben frühes alles gemeinsam gemacht...seine komischen Slytherinfreunde sind das Problem und ziehen ihn runter! Er ist eigentlich wirklich nett“ die Worte von Lily wirkten auf Accalia wenig beeindruckend, da diese solch eine Antwort bereits erwartet hatte. „James und Sirius mobben ihn in einer Tour. Das geht schon Ewigkeiten so...“ sie seufzte schwer und beschleunigte dann ihr Tempo. Accalia war sofort klar, dass sie dieses Thema nicht weiter besprechen wollte und akzeptierte dies auch, indem sie einfach schweigend neben ihr her lief.

In der Zeit, nachdem sie den Kulturschock überwunden hatte, bemerkte Cali erst ihr Interesse an den einzelnen Unterrichtsfächern, in welchen sie in der anfänglichen Zeit nicht mehr als nur anwesend war. Pflege magischer Geschöpfe, entpuppte sich recht schnell als ihr Lieblingsfach, wohingegen ihr Zaubertränke ein Graus war...und das lag nicht nur an ihrem immer unsympathisch werdenden Sitzpartner Severus Snape.
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