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Prinzessin des Feuers und des Widders

GeschichteDrama, Romance / P18 / Gen
Kouen Ren Kougyoku Ren Kouha Ren Koumei Ren OC (Own Character)
09.02.2021
02.03.2021
4
6.417
2
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23.02.2021 2.049
 
Als Mirai fertig war, dass Haar von Hikari zu bürsten, steckte sie es der Prinzessin hoch. „Meine Prinzessin. Sie sind fertig.“ sagte ihre Zofe und legte die Bürste auf den Schminktisch. Hikari bewunderte ihre Frisur. Aber ganz gefiel sie ihr nicht. „Mach mir bitte ein paar Strähnen vorne raus, Mirai. Sie kräuseln sich dann so schön.“ meinte sie und sah ihre Freundin im Spiegel an. „Natürlich. Wie ihr wünscht, meine Liebe.“ erwiderte Mirai und machte sich gleich daran, die gewünschten Strähnen aus dem Dutt zu machen. Ein feines Lächeln zierte Mirai's Lippen. „Wenn ich eins sagen darf, meine Prinzessin, ist es das, dass eure Haare zu Ihnen passen.“ säuselte ihre Zofe und fasste eine Strähne an. Hikari schaute immer noch in den Spiegel und versuchte, die Euphorie ihrer Freundin nachzuvollziehen. Dann schloss sie die Augen. „Hikari-chan?“ fragte Mirai und blickte sie bedrückt an. „Bitte geh, Mirai.“ antwortete ihr die Schwarzhaarige. Ihre Zofe und Freundin verneigte sich. Das sah aber Hikari nicht. Sie hörte nur, wie die Tür auf und wieder zugeschoben wurde. Langsam öffnete sie ihre Augen wieder und blickte in ihr Spiegelbild. „Du bezahlst also mit deiner einzigen Tochter?“ hörte sie den König sagen. Ihr Spiegelbild veränderte sich und sie sah sich dem König gegenüber und spürte die Hand ihrer Mutter auf der Schulter.
„Bitte Herr. Ich habe meine ganze Habe verloren und weiß nicht, was ich mit meiner kleinen Tochter anfangen soll!“ Ihre Mutter sah damals wie ein Häuflein Elend neben ihr aus. Ihre Kleider waren zerrissen und beide standen vor Dreck. Sie wusste immer noch nicht, warum der König damals ein Waisenkind in seinem Schloss aufgenommen hatte. Hatte er damals damit gerechnet, dass Hikari nicht lange überleben würde?
Ein Satz ihrer Mutter hatte sich aber damals ins Gedächtnis von Hikari gebrannt: „Ich kann ihr nichts mehr geben. Ihr Vater ist früh abgehauen und ich wollte sie nie haben.“
Sie fragte sich seit dem Tag immer wieder, warum sie auf der Welt war und warum sich ihre Mutter dann 4 Jahre sich um sie gekümmert hatte, obwohl sie unerwünscht war. Hikari nahm die Bürste, stand auf und schmiss diese gegen den Spiegel. Das Glas splitterte. Die Glassplitter landeten auf den Boden. Hikari drehte sich um und ging zu ihrem Bett. Sie wollte nicht an ihre Mutter oder an ihre Vergangenheit denken.
Langsam ließ sie sich auf ihrem Bett nieder und begutachtete den Spiegel. Wenn Mirai diese Unordnung sieht, wird sie bestimmt wieder was zu hören bekommen, aber das war Hikari gerade ziemlich egal. Sie streckte sich auf ihrem großen Bett aus, nahm ein Kissen und schmiegte ihre Wange daran. Heute war wieder für Hikari ein Tag, den sie nicht gebrauchen konnte. In ihrem Kopf war wieder viel zu viel los und das machte ihr nur noch mehr Kopfschmerzen. Als die Schwarzhaarige gerade die Augen schloss, klopfe es leicht an ihrer Tür. „Wer ist da?“ fragte Hikari und richtete sich im Bett etwas auf. „Ich bringe das Essen.“ sagte eine Frauenstimme. „Ich habe keinen Hunger. Bitte nimm es wieder mit.“ lehnte Hikari höflich ab. „Sie müssen aber was essen.“ meinte die Stimme und klang etwas gekränkt. Die Schwarzhaarige war genervt und setzte sich hin. „Ich habe aber keinen Hunger.“ sagte sie diesmal mit Nachdruck und stand auf. Hikari ging zu der Tür und wich den Scherben von ihrem zerstörten Spiegel aus. Vor der Tür blieb sie stehen. Mit einem Ruck zog sie die Tür auf und stutzte. „Kougyoku? Was verschafft mir diese Ehre?“ fragte Hikari leicht erschrocken und fiel auf die Knie. Kougyoku war einer der Prinzessinen von Kou. Leider wusste sie nicht mehr, welche Prinzessin sie in der Reihenfolge war. Denn es gab in der Thronfolge einige Geschwister. Kouen war der erste Prinz von Kou. Koumei war der zweite Prinz. „Ach bitte Hikari. Du musst dich nicht vor mir verneigen.“ meinte ihr Gegenüber. Kougyoku lächelte und berührte Hikari leicht an der Schulter. „Aber sicher doch. Du bist einer der Prinzessinnen dieses Hofes.“ sagte die Schwarzhaarige und sah das Mädchen vor sich an. Kougyoku hat rosa Augen und dunkelrosanes Haar. Sie war ungefähr um die 17 Jahre alt. „Ich hätte aber nie die Chance auf den Thron, Hikari-chan.“ gestand Kougyoku und errötete leicht. Hikari kam sich gerade etwas unbehaglich vor, so vor einer Prinzessin zu sitzen. „Möchtest du rein kommen?“ fragte sie und hüpfte überschwänglich auf die Füße. Beinahe verlor sie den Halt, konnte sich aber noch an der Tür abfangen.
Kougyoku lächelte und folgte der Schwarzhaarigen ins Zimmer. Hikari blickte über ihre Schulter zu der Prinzessin. Sie wusste nicht, was ihr Gegenüber von ihr wollte und sie hatte auch kein Thema, was sie mit ihr besprechen konnte. „Bitte setz dich doch auf meinen Stuhl.“ bot Hikari ihr an und zog den Stuhl vor. Kougyoku hob die Arme und verdeckte den Mund. „Ich danke dir.“ meinte sie. Die Prinzessin setzte sich. Hikari blickte zu den Scherben auf den Boden. „Es tut mir leid. Mir ist die Haarbürste in den Spiegel gefallen.“ meinte die Schwarzhaarige etwas bedrückend.
Kougyoku kicherte hinter vorgehaltene Hand. „Unfälle passieren mal, meine liebe Hikari-chan.“ sagte sie und sah über die Glassplitter hinweg. „Bitte nenn mich doch Kari. Hikari und mit der Ansprache -chan fühl ich mich immer so unwohl.“ gestand Hikari und ließ sich auf dem Bett nieder. Kougyoku nahm ihre Arme runter. „Kari-chan hört sich aber auch süß an.“ meinte die Prinzessin und lächelte sie an. Hikari errötete leicht und scharte mit den Füßen.
„Das mit dem Essen war eine Ausrede oder?“ fragte sie und blickte zu der Tür. Dort stand  gar nichts. „Meine Diener werden uns gleich das Essen bringen. Es war von mir ein Wunsch bei dir mein Abendessen einzunehmen. Ich hoffe, du hast nichts dagegen, Kari-chan.“ antwortete ihr die Prinzessin von Kou. Hikari sah sich um. Hätte sie ein Besuch der Prinzessin erwartet, hätte sie natürlich Mirai gerufen und sie gebeten, die Splitter aufzuräumen. „Es ist mir eine Ehre, mit der Prinzessin von Kou zu speisen.“ sagte die Schwarzhaarige und verbeugte sich.
Sie sprach die Prinzessin höflich an, denn gerade kamen ein paar Diener und brachten das Essen. „Räumt das Chaos hier auf und bringt meiner Freundin Kari-chan ein neuen Spiegel.“ herrschte Kougyoku ihre Diener an. Dabei machte sie eine Handbewegung in Richtung der Unordnung. „Und dann lasst ihr uns alleine.“ setzte die Prinzessin schnell hinzu. Die Diener verneigten sich und begannen mit ihrer Arbeit.



Als die Diener gegangen waren und die zwei Mädchen sich gesättigt hatten, setzte sich Kougyoku neben Hikari aufs Bett. „Das war sehr lecker, Kougyoku-chan.“ sagte die Schwarzhaarige und guckte die Prinzessin an. Die Pinkhaarige lächelte und strich ihren Saum des Kleides glatt. Hikari schaute schnell zur Seite. Man schaute eine Prinzessin nicht an, außer die wurde aufgefordert. „Also du hast hier ein sehr hübsches Zimmer.“ fing Kougyoku ein Gespräch an. Ihr Blick wanderte im Zimmer umher. Hikari fand, dass das Zimmer nicht gerade sehr hübsch war, widersprach aber der Prinzessin nicht. „Es ist hübsch ja. Es ist seit 20 Jahren mein Zimmer.“ schmückte die Schwarzhaarige ihren Satz aus. Kougyoku lachte leise. Das ließ den Blick von Hikari zu der Prinzessin schweifen. „Du musst mir nichts vormachen. Das Zimmer ist einfach eingerichtet. Hier und da sieht man eine kleine Note von dir.“ meinte die Prinzessin. Hikari behielt den Blick auf der Prinzessin gerichtet. „Warum seid Ihr hier, Kougyoku-chan?“ fragte die Schwarzhaarige. Dieses Schweigen zwischen den beiden machte sie verrückt. Außerdem wollte Hikari gerne ins Bett und schlafen. Die Prinzessin schaute sie an. „Ich weiß nicht, ob ich darüber reden darf. Die Wände haben bekanntlich Ohren. Nicht, das wir in Schwierigkeiten kommen.“ redete die Prinzessin drum herum. Hikari seufzte innerlich auf. Wenn Kougyoku nur gekommen war, um ihr nur noch mehr wirre Gedanken zu machen, war das deutlich ein schlechter Zeitpunkt. Kougyoku stand auf und war imstande daran, das Zimmer zu verlassen. „Es steht mir nicht zu, darüber zu reden.“ meinte diese nur. Sie ging auf die Tür zu und drehte sich nochmal um.
Hikari stand auf und verbeugte sich vor der Prinzessin. „Wenn es Ihnen untersagt ist, darüber zu reden, Kougyoku-chan, dann belassen wir es dabei. Ich wünsche Ihnen eine gute Nachtruhe.“ meinte die Schwarzhaarige und blieb in ihrer Verbeugung. „Das wünsche ich dir auch, Kari-chan.“ hörte sie ihr Gegenüber sagen. Hikari blieb solange in ihrer Haltung, bis sie hörte, wie die Tür geschlossen wurde.
Nachdem die Prinzessin von Kou gegangen war, hatte Hikari nach Mirai schicken lassen. Ihre Zofe war total aufgebracht und redete ununterbrochen auf die Schwarzhaarige ein. Mit einer Handbewegung brachte sie ihrer Freundin zum schweigen. „Ich habe dich nicht um deine Meinung gefragt!“ herrschte Hikari ihre Zofe an. Mirai schwieg und verneigte sich. „Es tut mir leid.“ kam es leise von ihrer Zofe. „Steh gerade. Du ruinierst deinen Rücken.“ meinte die Schwarzhaarige nur und setzte sich auf den Stuhl. Mirai machte sich gleich daran, Hikari zu dienen. Ihre Zofe löste den Zopf, den sie vorhin so akkurat hat hochstecken müssen. Die Haare fielen ihr über die Schulter. „Warum hast du mich nicht eher rufen lassen? Ich hätte die Scherben weg gemacht und hätte Prinzessin Kougyoku empfangen.“ fing Mirai wieder an. Mit der Bürste wollte sie Hikari nicht mehr durch das Haar kämmen. „Die Zufälle von heute machen mich zu schaffen, Mirai. Bitte mach mich fertig, dass ich ins Bett kann.“ sagte Hikari und guckte über die Schulter ihre Freundin an.
Mirai war schon dabei, alles vorzubereiten. Die Schwarzhaarige stand auf und ging zum Bett rüber. Ihre Zofe schlug die Decke zurück. Dann schüttelte sie die Kissen aus. „Ich frage mich immer noch, was die Prinzessin unangemeldet bei dir wollte.“ überlegte Mirai laut.
Ja, dass fragte sich Hikari auch. Mirai wuselte flink um sie herum und zog ihr das Nachtgewand an. Schnell flocht die Zofe das Haar zusammen. Hikari machte den Zopf nach vorne und setzte sich dann auf das Bett. „Darf ich sonst noch was für dich tun?“ fragte ihre Freundin und verneigte sich.
Mirai ließ den Blick über ihr Zimmer gleiten. Dabei überlegte sie, was Mirai für sie noch tun konnte.
„Hör dich bitte um. Du als meine Zofe wirst bestimmt Klatsch und Tratsch aufschnappen, was in diesen Reich geredet wird. Vielleicht findest du so heraus, was Prinzessin Kougyoku mir nicht sagen konnte.“ sagte Hikari und schaute zu Mirai. Ihre Freundin nickte. „Aber frag nicht direkt nach! Wir wollen doch nicht, dass über mich geredet wird, dass ich zu wissbegierig bin.“ meinte die Schwarzhaarige. Sie hob die Beine aufs Bett und zog die Decke darüber.
„Natürlich nicht! Die Waffe einer Frau ist, dass sie wissbegierig im Hintergrund ist und eine Fassade von Unwissen vor allen anderen hat.“ pflichtete ihre Zofe bei. Hikari machte eine Handbewegung, um alleine zu sein.
Mirai löschte das Licht und verließ den Raum.


„Die Waffe einer Frau ist, dass sie wissbegierig im Hintergrund ist und eine Fassade von Unwissen vor allen anderen hat.“ Ging ihr der Satz von Mirai noch durch den Kopf. Hikari war jetzt schon eine Weile alleine im düsteren Zimmer. Ihr Kopf ruhte auf den Kissen und sie blickte an die Zimmerdecke. „Aber wenn die Frau dennoch im Unwissen ist, kann sie im Hintergrund nicht wissbegierig sein.“ murmelte sie in die Dunkelheit. Klar wusste sie einiges über das Reich, aber nicht alles. Verdammt, sie hatte sich ja nicht mal merken können, in welchen Reihenfolge welche Prinzessin war. Kougyoku hatte ihr was sagen wollen, was sie aber schließlich doch für sich behielt, weil sie nicht sicher war, wer gerade alles zuhörte.
Hikari drehte sich auf die Seite und schloss die Augen. Was könnte es sein, das Kougyoku ihr sagen wollte? War es etwa, dass die Verlobung gelöst wurde? Dann wäre sie in nächster Zeit hier raus und müsste sich auf der Straße irgendwie zurecht finden müssen. Sie hoffte, das dem nicht so war. Auch wenn sie Kouen noch gar nicht richtig kannte, fand sie ihn dennoch schön. Seine ganze Ausstrahlung war einfach umwerfend und er sah einfach ziemlich gut aus.
Hikari drosch auf ihr Kissen ein und vergrub das Gesicht dann darin. Sie wird sich jetzt nicht in irgendwelche Schönheitsträume flüchten. Die hatte sie in letzter Zeit sehr oft gehabt. Sollte es nämlich so sein, dass die Verlobung aufgehoben werden sollte, wären das nämlich nicht gerade die schönsten Träume heute Nacht. Sie hoffte einfach darauf, dass es sich um andere Nachrichten handelte.
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