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Alpha Lupi

GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
Blaise Zabini Draco Malfoy Hermine Granger Luna Lovegood Ronald "Ron" Weasley Theodore Nott
08.02.2021
04.05.2021
17
56.761
27
Alle Kapitel
33 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
04.05.2021 4.322
 
A/N:

*schmeißt euch das Kapitel entgegen*

*verschwindet in die Dunkelheit*

PS: XD Wer die Anspielung nicht versteht, sollte sich unbedingt diese Fic mal ansehen.

https://www.fanfiction.net/s/11876868/1/Addicted-to-You

Kittenshift17 ist eine Legende. *fangirling* Habe ein Jahr auf ein neues Kapitel dieser Story gewartet. Bin fast ausgerastet, als es gestern erschien. XD Ihre A/N sind immer super lustig, auch in diesem neuesten Kap. Wer Dramione shippt, sollte Kittenshift17 einfach kennen.

Und los geht’s!

*Langsames Blinzeln ist ein Zeichen des Wohlfühlens/der Entspannung bei Hunden

~~~

Hermine sah den fortlaufenden Wölfen hinterher. Wohin liefen sie? Was war passiert? Im einen Moment dachte sie noch, dass sie bedroht würde, und im nächsten lief Draco dem vermeintlichen Angreifer hinterher, als würde dieser ihm den Weg weisen. Einer Dracos Wölfe war zurückgeblieben und hatte sich vor ihr aufgebaut. Er hatte ein hellbraunes Fell, das an gewissen Stellen noch heller durch sein Deckhaar hindurchschien. Zwischen den Augen, an seiner Brust, an den Schulterblättern, zwischen den Zehen seiner Pranken und am Ende seiner Rute hoben sich diese hellen Haare besonders hervor. Sie konnte sich nicht dazu durchringen wieder ins Zelt zu gehen. Aus irgendeinem Grund hatte sie das Bedürfnis ihm Gesellschaft zu leisten, wenn er schon zurückgelassen wurde, um sie zu beschützen. Luna hatte sich, nachdem sich die Aufregung wieder legte, ins Zelt zurückgezogen. Doch Hermine brachte es nicht über sich ihn alleine außerhalb des Schutzkreises sitzen zu lassen. Irgendwann fröstelte es sie und Hermine beschloss sich eine Decke zu holen. Sie lächelte, als sie Lunas Kopf an Blaise Schulter angelehnt sah. Beide schliefen tief und fest, und sie konnte nur hoffen, dass die beiden sich endlich ausgesprochen hatten. Auf leisen Sohlen ging sie hinüber und griff sich vorsichtig ihre Decke.

Als sie wieder nach draußen trat, schreckte ihr Aufpasser auf. Zum ersten Mal hatte er ihr nicht den Rücken zugekehrt, sondern sah sie direkt an. Er hatte offenbar nicht mit ihrer Rückkehr ins Freie gerechnet.

"Ich werde mit dir warten.", erklärte sie, als sie es sich vor dem Zelt gemütlich machte.

Die Zeit verstrich nur langsam und auch ihren Aufpasser ließ diese Tatsache nicht ungerührt. Erst hatte er einfach nur geduldig vor dem Schutzkreis gesessen, nach einer Weile stand er aber mit Blick in Richtung Dorf und zuletzt ging er wie ein gehetztes Tier auf und ab. Hermine konnte sich das nicht länger ansehen. Er machte sie nervös. Sie machte einen Schritt auf die andere Seite des Schutzkreises. Der Kopf des Wolfes ruckte erschrocken hoch. Unzufrieden stieß er Luft durch seine Nase. Langsam ging er auf sie zu und stupste sie auffordernd an. Als sie sich nicht rührte, begann er sie mit der Schnauze auf die Linie aus Salz hinzuschieben. Sie schüttelte lächelnd den Kopf. Noch nachdrücklicher presste er seine Schnauze in ihren Bauch. Da ließ sie sich einfach in den Schneidersitz hinunter und klopfte auffordernd neben sich. Seine Augen weiteten sich überrascht, doch setzte sich dann ergeben neben sie.

"Sie werden schon bald zurück sein.", sagte sie beruhigend, "Bestimmt."

Gemeinsam blickten sie in den Hain, in welchem die Wölfe verschwunden waren. Fest hatte sie die Decke um sich geschlungen, aber vor allem die abstrahlende Wärme des Körpers neben ihr, gab ihr die Sicherheit, dass alles gut werden würde.

~~~

Zwar war noch immer nicht die Sonne aufgegangen, aber die ersten Vögel kündeten einen neuen Morgen an. Sie schielte auf ihren Aufpasser, der wieder damit begonnen hatte sich nervös die Lefzen zu lecken. Sie hob vorsichtig eine Hand und strich ihm ermutigend über die Seite. Dankbarkeit füllte seine Augen, als er auf ihre Hand hinuntersah. Zuerst blickte er ihr lange in die Augen und blinzelte dann langsam. Einmal. Zweimal. Dreimal.* Unbewusst erwiderte sie die Miene. Sie schlug langsam ihre Lider nieder und öffnete sie genauso langsam. Als sie ihm wieder in die Augen sah, hing ihm seine Zunge aus der Schnauze und seine Lefzen hatten sich so verzogen, dass es fast wie ein Lächeln aussah.

Doch hiernach spitzten sich seine Ohren, er wandte seinen Kopf ab und lauschte in den Wald hinein. Sie folgte seinem Beispiel und ließ ihren Blick in dieselbe Richtung wandern. Bald schon schien ein weißes Fell zwischen den Bäumen hindurch und sie atmete erleichtert aus. Ihr Aufpasser war aufgestanden. Drei Wölfe kamen trabend heran; vorneweg Draco, der, zu ihrer Überraschung, die Augen zu Schlitzen verzogen hatte. Sie stand nun ebenfalls auf und kontrollierte ihn ohne Zögern auf Verletzungen. Er schob sie leicht ärgerlich mit der Schulter zur Seite. Eine wortlose Kommunikation zwischen seinen Begleitern später, kam wieder Leben in die Wölfe. Die drei Wölfe, inklusive ihrem Bewacher, zogen in das Waldstück hinter Sophies Zelt ab. Verwundert blickte sie insbesondere ihrem Beschützer nach, der sich mit leicht eingezogener Rute davonmachte. Draco blieb zurück, schnaubte und schubste sie schon fast in Richtung seines Zeltes.

"Was soll das?", fragte sie, als sie ihn verärgert zurückstieß, "Hör auf damit!"

Genau in dem Moment, in welchem sie das Zelt betraten, stieg die Sonne über dem Wald auf, und Dracos Verwandlung setzte ein. Schnell wandte sie ihm den Rücken zu. Seine schwere Atmung ließ sie letztlich darauf schließen, dass er wieder menschlich war.

"Was sollte das?", fragte sie abermals, noch immer ihren Blick abgewandt, "Warum bist du so ein Arsch?"

"Warum warst du außerhalb des Schutzkreises? Verdammt nochmal, Granger, kannst du nicht einmal im Leben tun, was ich dir sage?"

Er hatte sich seinen Morgenmantel übergeworfen, so dringlich war es ihm sie auszuschimpfen. Sie rollte mit den Augen.

"Ich bin kein Kind, das du herumkommandieren kannst.", sagte sie, "Und ich bin auch nicht Teil deines Rudels."

"Weil du es nicht sein willst!", warf er ihr bissig vor.

"Wieso auch? Ich gehöre dir nicht.", erwiderte sie und stampfte wütend auf den Boden, "Überhaupt. Warum ist mein Bewacher so niedergeschlagen abgezogen? Was hast du ihm gesagt?"

"Du meinst Fin?", sagte er, "Dem habe ich nur in Erinnerung gerufen, dass jederzeit einer von Markos Anhängern in unser Camp hätte zurückkommen können. Begreifst du es nicht? Ich will dich doch nur schützen."

Er war auf sie zugetreten und hatte ihre Oberarme umfasst.

"Ich kann dich nicht auch noch verlieren.", sagte er und zog sie in seine Arme.

"Fin wollte nicht, dass ich rauskomme. Er konnte nichts dafür.", murmelte sie trotzig, ihre Wange an seine Brust gepresst.

Sie hatte sich mittlerweile damit abgefunden, dass der Werwolf Draco wesentlich körperlicher war, als der Teenager, den sie von früher kannte. Dass er sie umarmte, war für ihn eine Geste, die sie besänftigen und gleichzeitig ihn beruhigen sollte.

"Warum saßt du mit ihm draußen?", fragte er fast schon zögerlich.

Langsam schob sie ihn von sich und schaute ungläubig zu ihm auf. Er wich ihrem Blick aus, als würde er sich für die Frage schämen. Und dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen.

"Das kannst du doch jetzt nicht ernst meinen?", fragte sie, ihre Stimme leicht erhoben, "Du kannst deswegen unmöglich eifersüchtig sein."

"Bin ich nicht.", sagte er knapp und wandte sich abrupt ab.

Doch das ließ sie nicht einfach so im Raum stehen, damit es ihr später vor der Nase explodierte. Entschlossen ging sie auf ihn zu. Er hatte sich bereits in die kleine Kochnische geschoben, um nach etwas Essbarem zu kramen. Sie schob sich zwischen ihn und die Arbeitsoberfläche, griff nach seinem Kinn und blickte ihm forschend ins Gesicht. Störrisch sah er überall hin, nur nicht in ihre Augen. Seine Lippen waren krampfhaft aufeinandergepresst und zwischen seinen Brauen war wieder diese Falte aufgetaucht.

"Nun hör mir mal gut zu! Nur weil ich eingestanden habe, dass ich mich von dir angezogen fühle,", sagte sie und plötzlich hatte sie seine ganze Aufmerksamkeit, "heißt das aber noch lange nicht, dass du ein alleiniges Anrecht auf mich hast. Wir sind nicht zusammen, verheiratet oder was auch immer dir da in deinem Dickschädel umherschwirrt. Lass erstmal diesen Krieg vorübergehen und dann schauen wir mal, ob du immer noch glaubst, ich sei dein Gegenstück. Kriege machen eigenartige Sachen mit den Menschen."

"Granger, das ist nicht etwas, dem ich einfach entwachsen kann. Du glaubst doch nicht ernsthaft...", weiter kam er nicht, da sie ihm den Finger auf den Mund legte.

"Außerdem habe ich Fin einfach nur Gesellschaft leisten wollen. Er schien sehr nervös zu sein und sich große Sorgen zu machen.", erklärte sie.

Müde fuhr er sich über das Gesicht. Hermine fühlte sich aber gerade nicht in der Lage Mitleid für ihn zu empfinden. Sie brauchte Luft, brauchte einfach ein wenig Abstand. Sie verließ das Zelt und ging geradewegs zur Ältesten.

Der Schutzkreis war durchbrochen worden, was nur bedeuten konnte, dass die anderen zurückgekehrt waren. Wie erwartet saß Sophie in ihrem Sessel, um sie herum Murray, Carter und Fin, die ihr gerade in dem Moment Bericht erstatteten, als sie eintrat. Auch Hermine hörte interessiert zu. Der Miene Sophies nach zu urteilen, hegte sie ähnliche Gedanken wie sie selbst. Was sollten sie nun tun? Dank Draco und der Jäger hatte man zwar dieses Dilemma bewältigt, aber dass Dracos Rudel durch seine Anwesenheit erst das Fass zum Überlaufen gebracht hatte, schien außer Frage zu stehen. Sie erkannte, dass Sophie sich daran die Schuld gab. Ihrer ganzen Gestalt war ihr Stolz entwichen. Sie wirkte viel älter, als noch vor ein paar Tagen, und ihre Augen lagen tief in ihren Höhlen, als hätte sie schon ewig nicht mehr durchgeschlafen. Als die Männer ihre Erzählung beendet hatten, nickten sie ihr beim Hinausgehen begrüßend zu. Fin zögerte kurz, als er auf ihre Höhe kam.

"Danke, dass du mit mir gewartet hast.", sagte er den Kopf ihr zugewandt, und nachdem sie ihn verständnisvoll angelächelt hatte, trat auch er aus dem Zelt.

Sophie sah sie nun mit glasigen Augen an. Ihre Finger krallten sich in ihren Schoß.

"Ich hätte niemals den Vorschlag machen sollen hierher zu kommen.", sagte sie mit brüchiger Stimme.

Rasch war Hermine an ihre Seite getreten. Sie kniete sich vor ihr hin und nahm bestimmt Sophies Hände in ihre.

"Wie hättest du ahnen sollen, dass wir hier auf einem Pulverfass sitzen? Die Probleme waren schon vorher da. Du hast dem Rudel Zeit verschafft.", sagte sie fest, "Und ich werde mir jetzt etwas einfallen lassen. Ich versprech's."

Sophie legte eine Hand an ihre Wange. Wärme hatte sich in ihren Blick gelegt.

"Du wirst für sie sorgen, nicht wahr?", fragte sie voll Zuversicht.

Hermine schluckte, hatte sie doch das Gefühl damit viel mehr zu versprechen, als sie bisher im Begriff war geben zu können. Würde sie Sophie damit versichern Teil des Rudels zu werden? Würde sie sich damit an sie alle binden? An Draco binden? Doch der traurige Ausdruck in Sophies Augen ließ keine andere Antwort zu.

"Natürlich.", versicherte sie ihr, "Ich werde immer eine gute Freundin des Rudels sein."

Sophie verzog ihren Mund zu einem gequälten Lächeln. Sie hatte das Zögern in Hermines Antwort genau verstanden.

"Du bist ein solcher Dickkopf.", sagte sie schwach, aber ohne Vorwurf in der Stimme, "Aber ich vertraue darauf, dass du weißt, was das Beste für dich ist."

Hermine hatte es die Sprache verschlagen. Sophie argumentierte nicht. War sie krank? Skeptisch legte sie ihren Handrücken an die Stirn der alten Frau.

"Hast du Fieber?", fragte sie scherzhaft.

"Du freches Kind, du...", sagte sie erbost und schlug ihre Hand weg, als wäre sie eine Fliege.

Hermine wich bloß aus und grinste schelmisch. Da war sie wieder, Sophie wie sie leibte und lebte.

~~~

Zufrieden verließ Hermine das Zelt. Nachdem sich Sophie wieder beruhigt hatte, gab sie ihr den Rat sich schlafen zu legen. Da die Nacht den Umständen entsprechend gut verlaufen war, gab es keinen Grund weiter auf der Hut zu bleiben.  

Gleichwohl wollte sie selbst noch nicht schlafen gehen. Sie setzte sich an die kalte Feuerstelle und genoss das Erwachen des Waldes um sie herum. Ein lauer Wind bewegte die Blätter in den Baumkronen, emsige Vögel flogen von Ast zu Ast und die Sonne erwärmte immer mehr den kleinen, freien Flecken Erde zwischen den Zelten. Gelassen ließ sie sich auf ihre Ellenbogen zurückfallen und genoss die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut.

Für sie war es beschlossen. Sie mussten unbedingt zurück nach Hogwarts. Die Bibliothek war so umfassend, dass Hermine bestimmt mehr über Schlangenmaledictuse herausfinden würde, als es ihr derzeit möglich war. Außerdem sehnte sie sich nach ihren Freunden. Sie konnte nur hoffen, dass in Rons Händen im Orden wieder Frieden eingekehrt war. Er hatte mit Sicherheit keinen Stein auf dem anderen gelassen, um in Erfahrung zu bringen, wem sie vertrauen konnten. Trotz allem hoffte sie, dass er keinen weiteren Verräter gefunden hatte. Sie könnte es nicht ertragen zu wissen, dass Kingsley kein Einzelfall war. Langsam erhob sie sich, da sich nach der ganzen Aufregung nun auch bei ihr die Müdigkeit in ihre Knochen stahl.

Da gab es noch ein Problem. Ein nicht gerade unerhebliches Problem. Sie schaute auf seinen weißblonden verwuschelten Kopf, der gerade so aus der Bettdecke hervorlugte. Er hatte ihr den Rücken zugewandt, aber auch wenn sie über keine übermenschlichen Sinne verfügte, war sie nicht blöde. Seine Atmung war nicht tief genug, als dass er wirklich schlief.

"Tu nicht so!", tadelte sie ihn und stemmte die Hände in die Hüften.

Er drehte sich um und sah trotzig zu ihr auf. Bei diesem Anblick konnte sie nicht länger an ihrem Ärger festhalten. Sie lachte. Er sah einfach zu niedlich aus, wie er zwischen den Laken zu ihr hinaufsah. Sein Gesicht entspannte sich. Ihr Lachen ebbte ab, als sie bemerkte, mit welcher Intensität er sie ansah.

"Du bist so wunderschön, wenn du lachst.", sagte er mit Ehrerbietung in der Stimme, als könnte er nicht glauben, was er gesehen hatte.

Sie errötete. Sie registrierte kaum, wie er nach ihrer Hand griff und einladend die Bettdecke anhob. Behutsam zog er sie neben sich. Die Wärme lullte sie augenblicklich ein.

"Schlaf, meine kleine Löwin!", flüsterte er ihr ins Ohr, während er ihr sanft das Haar zurückstrich.

~~~

Zum Abend hin hatten sich alle wieder an der Feuerstelle eingefunden und aßen in guter Stimmung ein vorzüglichen Eintopf, den Peter, mit bestem Gruß von seinem Koch Friedrich, vorbeigebracht hatte. Er war sogar zum Essen geblieben und sprach angeregt mit Draco, neben welchem er sich niedergelassen hatte. Sie konnte nicht verstehen, was sie dort besprachen. Den Blicken des Rudels nach zu urteilen, war es aber nichts, dass sie beunruhigen sollte. Sie würde noch früh genug erfahren, was dort zwischen den beiden Alphas besprochen wurde. Erfreut erkannte sie, dass Draco auch immer wieder Fin in das Gespräch involvierte und scheinbar des Öfteren nach seiner Meinung verlangte.

Neben ihr saßen diesmal Blaise und die freche Amber, die einen Narren an ihr gefressen hatte. Die Kleine hatte eine geschlagene halbe Stunde von ihrer Vollmondnacht erzählt, und dass mit solcher Inbrunst, dass Hermine gebannt zuhörte. Es war faszinierend es aus der Sicht einer solch jungen Person beschrieben zu bekommen. Als Hermine sie fragte, ob die Wandlung nicht wehtat, war die Antwort derart erwachsen, dass es sie fast umhaute.

"Ein wenig schon. Aber alles danach überwiegt das bisschen Unwohlsein. Jeder hat dann Zeit für mich, jeder spielt mit mir.", erklärte sie begeistert und fuhr nach einer kurzen Gedankenpause fort, "Ich fühle mich dann unglaublich geliebt und gleichzeitig frei. Ist schwer zu erklären."

"So muss sich wahre Liebe anfühlen.", sagte dann Blaise fasziniert, der sich hinübergelehnt hatte, um zuhören zu können.

Hermine konnte ihm nur beipflichten. Dann sah sie ihn an und stellte fest, dass er gar nicht glücklich aussah.

"Was ist mit dir?", fragte sie.

"Ich vermisse meinen Freund.", sagte er und nickte zu Draco hinüber, welcher tief in das Gespräch mit seinen Jägern und Peter versunken war, "Aber, wie wir gerade gelernt haben, bedeutet Liebe auch Freiheit lassen."

Es hörte sich ein wenig zynisch an. Der Slytherin in ihm konnte wohl einfach nicht anders. Er war aufgestanden, als würde er einfach nur seinen Teller zurückbringen wollen. Doch Hermine hatte eher das Gefühl, er würde seine Aussage einfach gerne unkommentiert lassen. Sie machte sich gedanklich eine Notiz, Draco darauf anzusprechen. Luna erhob sich kurze Zeit später und Hermine war klar, dass die einfühlsame Hexe bemerkt hatte, dass etwas nicht stimmte. Doch als sie den Austausch zwischen den beiden beobachtete, wurde sie unruhig. Sie erkannte Blaise’ spöttischen Gesichtsausdruck. Oh, das konnte nicht gut enden. Da kam ein wenig zu viel Slytherin in ihm hoch. Luna ignorierte die Warnzeichen, und als sie eine Hand auf seinen Unterarm legte, schüttelte Blaise sie bloß ab und verschwand zwischen den Bäumen. Traurig blickte Luna ihm hinterher. Hermine seufzte. Sie ging zu ihrer Freundin hinüber, die wie erschlagen dastand. Hermine legte vorsichtig eine Hand zwischen ihre Schulterblätter und holte Luna so aus ihrer Reverie.

"Schon komisch, oder?", begann Luna dann, "Ich kann so ziemlich alle Menschen lesen, weiß was in ihnen vorgeht. Aber ihn verstehe ich überhaupt nicht."

"Aber ist es nicht schön zu wissen, dass sich selbst für dich noch Rätsel auftun?", fragte sie Luna, "Macht es ihn nicht umso interessanter?"

"Das ist ja das Problem.", schluchzte sie dann, und Hermine zog sie überrascht in die Schatten, "Er gehört nicht zu mir."

"Was sagst du denn da?", fragte Hermine perplex, sie hatte Luna noch nie weinen sehen.

Luna machte sich los und verschwand in dem ihr zugewiesenen Zelt, nicht länger willig darüber zu reden.

~~~

Als sie sich nur ein paar Stunden später alle wieder zwangen in die Betten zu schlüpfen, um sich wieder dem menschlichen Rhythmus anzupassen, saßen Draco und Hermine noch immer im Wohnbereich seines Zeltes und naschten Beeren, die Felix und Amber im letzten Licht des frühen Abends gesammelt hatten.

"Wir müssen fort, oder?", fragte Hermine, obwohl ihr die Antwort schon klar war.

Er nickte stumm.

"Okay.", sie schluckte, denn sie war sich nicht sicher, ob ihm ihr Vorschlag gefallen würde, "Lass uns den Orden aufsuchen. Ron wird uns helfen, wenn ich ihm erst einmal die Situation erklärt habe."

"Ach ja?", fragte er spöttisch, "Das Wiedersehen wird bestimmt ganz großartig. Wir werden uns in die Arme fallen und sagen, wie sehr wir uns gefehlt haben, richtig?"

Sie blickte ihn böse an, doch verkniff sich einen gehässigen Kommentar.

"Draco, der Orden braucht fähige Leute.", sagte sie, "Und in den letzten Jahren sind unsere Reihen nicht gerade angewachsen."

"Was ist mit den Spionen?", fragte er skeptisch.

"Das wird Ron bestimmt geregelt haben. Vollkommen sicher kann man sich da allerdings nie sein. Spione wird es immer geben.", seufzte sie, "Aber sind wir mal ehrlich! Der Dunkle Lord weiß mittlerweile so oder so, dass du abtrünnig geworden bist. Was sagt dein Dunkles Mal, hm?"

Auf diese Frage hin, scheute er ihren Blick.

"Ich habe gesehen, dass es sich immer mehr hervorhebt. Leugne es nicht!"

Noch immer keine Antwort.

"Sieh mal, ich muss, um mit meinen Nachforschungen fortfahren zu können, in eine Bibliothek.", erklärte sie und schaute ihn dann verschwörerisch an, "Was sagst du dazu, Hogwarts einen Besuch abzustatten?"

Sie kannte den sehnsüchtigen Blick, der sich ungewollt auf sein Gesicht geschlichen hatte. Für sie alle bedeutete Hogwarts ein Zuhause, das sie überwiegend an die guten Tage erinnerte. An ihre Kindheit, die jeder von ihnen gerne wieder zurückbekäme.

"Und meine Familie?", fragte er und sie wusste genau, dass er damit sein Rudel meinte.

"Wir werden sie nachholen. Zuerst werden wir etwas Überzeugungsarbeit leisten müssen, das kann ich nicht leugnen, aber Hogwarts hat bisher noch jeden beherbergt, nicht wahr?", sagte sie und dachte dabei an Lupin.

"Was habe ich schon für eine Wahl?", seufzte er nachgiebig, "Ist ja nicht gerade so, als hätte ich einen besseren Plan."

Sie grinste zufrieden und griff sich eine weitere Brombeere, die sie genüsslich in ihrem Mund zerplatzen ließ. Sie hatte die Augen geschlossen, als etwas ihren Mund berührte. Überrumpelt schlug sie ihre Augen wieder auf und sah, wie Draco sich hinübergebeugt hatte, um ihr offenbar ein wenig Brombeersaft aus dem Mundwinkel zu streichen. Er war erstarrt, als hätte er jetzt erst registriert, was er da tat. Er schien einfach nicht anders zu können. Das Verlangen, das sich in seinem Gesicht abzeichnete, ließ ihr Herz zusammenkrampfen. Die Intensität, mit welcher er ihr Gesicht musterte, ließ ihren Körper unwillkommene Dinge spüren. Ihr Mund war vor Überraschung noch immer leicht geöffnet. Von dort, wo er sie berührt hatte, zog sich ein Kribbeln über ihren ganzen Mund. Ihr Herz schlug wie wild und eine Hitze stieg in ihr auf, die sich bis in ihre unteren Regionen wand. Sie drückte ihre Beine noch enger aneinander. Er war noch immer ganz auf ihr Gesicht fixiert, und sie konnte nicht anders, als ihren Blick auf seinen Mund fallen zu lassen.

"Ach, verdammt!", flüsterte sie und drückte ihre Lippen hungrig gegen seine.

Die Wucht, mit der sie ihn überfiel, ließ ihn hintenüberfallen. Doch er hatte keine Zeit sich großartig zu sammeln, denn in der nächsten Sekunde war sie über ihm.

"Bilde dir darauf…", begann sie, unterbrochen von einem weiteren Kuss, “...nichts ein!”

"Das würde ich nie wagen.", keuchte er.

Mit gespreizten Beinen saß sie nun auf ihm, die Beule in seiner Hose drückte sich gegen genau die richtige Stelle. Sie schloss, um Fassung ringend, ihre Augen. Doch das machte es nicht besser, alles schien gleich tausendmal empfindlicher zu werden. Seine Hand fuhr fahrig unter ihren Pullover. Seine Finger zitterten ganz leicht, als er die Unterseite ihrer Brust erreichte. Doch dann griff er beherzt zu und jegliche Unsicherheit, die ihn bis eben noch bestimmt hatte, war mit einem Mal wie weggeblasen. Unerwartet richtete er seinen Oberkörper auf, zog ungeduldig den Pullover, als auch ihren BH über ihre Brüste. Sein Mund schloss sich fordernd über ihren Nippel und der Sog ließ sie erzittern, ließ ihre Nervenenden in Flammen stehen. Ihre Hände hatten sich in seinen Haaren vergraben und sie drückte seinen Kopf noch mehr in ihre Brust. Nach jedem Saugen ließ er seine Zunge über ihre Knospe fahren. Jeder neuerlicher Angriff auf diese reizbare Stelle ließ ihre Bauchmuskeln zusammenzucken. Als er sich endlich ihrer anderen Brustwarze annahm, konnte sie nicht anders. Sie rollte ihr Becken über seinen Schoß. Sein tiefes Stöhnen vibrierte an ihrer Brust, was ihr wiederum ein Keuchen entlockte.

"Du fühlst dich so gut an.", hauchte er gegen ihre Haut, und umgriff ihre vernachlässigte Brust, während er mit seinem Daumen ihren Vorhof umkreiste.

Ein Ruf ließ sie zusammenfahren.

"DRACO!", rief die Stimme, doch Hermine war noch immer zu weit weg, um registrieren zu können, dass jemand auf dem Weg zu ihnen war.

Geistesgegenwärtig zog Draco ihren Pullover herunter, bevor Blaise ins Zelt stürmte.

"Oh, shit!", rief dieser überrascht aus, als er ihre kompromittierende Position bemerkte und drehte sich reflexartig um, "Es tut mir wirklich, wirklich Leid, aber es ist sehr dringend."

Sanft hob Draco sie von seinem Schoß, während sie ihre Verlegenheit niederkämpfte. Er stand auf.

"Ich hoffe für dich, dass es wirklich sehr, sehr, SEHR dringend ist.", knurrte er.

"Hogsmeade wird bei Morgengrauen angegriffen.", platzte es aus Blaise heraus.

Hermines Herz überschlug sich fast. Ihre Freunde waren in Gefahr. Sofort war sie aufgesprungen, packte Blaise an der Schulter und drehte ihn um.

"Woher weißt du das?", fragte sie atemlos.

Er hielt ihr einen Brief vor die Nase.

Einladung zur Einweihung Hogsmeades

Mein liebster Freund,

ich hoffe, diese Einladung erreicht dich noch rechtzeitig, da ich dich zu gerne dabei hätte.

Am 05.05. um 06:00 in der Früh feiert unser Lord einen Neuanfang in unserem geliebten Hogsmeade. Natürlich wäre es gern gesehen, wenn du sogar etwas früher kämst. Ein Zauberstab mehr bei den Vorbereitungen dieses Fests könnte nicht schaden.

In der Hoffnung uns bald wiederzusehen,

Theodore Nott


"Das ist mal wieder typisch, Theo.", knurrte Draco unzufrieden, "Kann er nicht einmal im Leben etwas deutlicher werden?"

"Ich verstehe das nicht ganz.", gestand Hermine.

"Theo spricht immer in Rätseln, was ihm im Dienst des Dunklen Lords natürlich gut zupasskommt. Uns lässt es allerdings regelmäßig verzweifeln.", erklärte Blaise.

"Woher wusste er, dass du bei mir bist?", fragte Draco.

"Das fragst du im Ernst? Wir sprechen hier von Theo. Natürlich weiß er das. Ist ja auch nicht wirklich schwer zu erahnen.", schnaubte Blaise.

"Aber verstehe ich es richtig, dass er ein Todesser ist, meine Freunde angreifen wird und dich dazu eingeladen hat?”, fragte Hermine immer noch verwirrt.

"Ja, er ist ein Todesser und ja, er wird deine Freunde angreifen. Aber nein, das hier ist keine Einladung an mich, sondern eine Warnung für Draco, da Theo vermutlich denkt, dass Draco sich mittlerweile durch den Kontakt zu dir mit dem Orden eingelassen hat.”, erklärte Blaise.

"Aber wie kommen wir jetzt so schnell dahin? Wir sind zu weit weg.", sagte Hermine verzweifelt.

Blaise ließ ein Samtsäckchen vor ihren Augen baumeln und öffnete es hierauf vorsichtig. Ein Blick auf die Miniatur der Heulenden Hütte darin erklärte ihr dann auch, wohin sie dieser Portschlüssel bringen würde.

"Theo überlässt nichts dem Zufall, außer es amüsiert ihn. Es würde ihn aber nicht amüsieren, sollte Draco sterben.", schloss Blaise seine Erklärungen.

Draco hatte während Blaise’ Schilderungen seinen Blick fest auf den Boden gerichtet. Doch jetzt schaute er entschlossen auf.

"Weckt alle, die Blaise’ Gebrüll noch nicht mitbekommen haben!", befahl er, ganz der Alpha, "Die Entscheidung, was wir nun tun sollen, wurde uns scheinbar abgenommen."
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