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I'm Mr. Loverman (and I Miss My Lover, Man)

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte, Historisch / P18 / Mix
Ryomen Sukuna
08.02.2021
22.11.2021
4
7.210
4
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
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03.03.2021 2.028
 
Kyoko

Kyoko, süße, süße Kyoko, gutherzig und naiv. Sie war die Unschuld in Person. Die Tochter eines Gelehrten mit einem Taugenichts als älteren Bruder. Jeder kannte Kyoko und ihr wildes, bauschiges Haar in Mitternachtsblau mit klimperndem Haarschmuck. Kyoko war stets geschminkt, das Gesicht ganz bleich mit feurigen Wangen. Sie war auch ganz hübsch und roch nach Morgentau und Aprikosen. Ihre Hände waren anders als von den meisten Bäuerinnen ganz weich und zierlich.
Was Sukuna aber wirklich beeindruckte, war, dass sie immer etwas zu sagen hatte. Sie musste das letzte Wort haben oder sie würde sich die Zunge abbeißen. Sie hielt zu viel von sich, von ihrer Meinung, um zu schweigen. Die meisten störte dies. Sie meinten, es würde sich nicht für eine junge Frau schicken so viel zu reden, aber Sukuna mochte es. Sie kannte so viele Wörter, Gedichte und Gesichten. Manchmal sprach sie in Reimen oder Rätseln. Sie sprach in fremden Zungen und er war sich sicher, dass ihre Zunge aus Gold sei. Sie war bezaubernd.

Es war eines Sommerabends, als Sukuna am Meer fischen war, als Kyoko ihm in ihrem Sommerkimono begegnete. Ausnahmsweise trug sie keine Schminke und teuren Haarschmuck. In ihren Augen glitzerten nur Tränen.
Sukuna glaubte, dass Frauen schwach seien und zart besaitet, sodass sie deshalb so oft weinten. Eine Brise trieb ihnen schon Tränen in die Augen.
„Was machen Sie hier zu solch später Stunde?“, fragte Kyoko empört.
„Fischen“, zischte Sukuna, welcher seit Honoka ein Misstrauen gegen jegliche Frauen und Mädchen hegte.
„Warum zu solch später Stunde, mein Herr? Der Mond ist schon aufgegangen.“
„Nachts fängt man die größten Fische.“
„Warum?“ Die Tränen waren versiegt, aber ihre Haut glitzerte bläulich im Mondlicht, wo die Tränen entlang gelaufen waren.
„Was geht dich das an, Gör?“, antwortete Sukuna schnippisch und sie sah ihn bedächtig mit großen Augen an, ehe sie den Mund aufmachte.
„Das ist mein Lieblingsplatz zum Weinen, wenn der Mond scheint.“
Auf Sukunas fragendes Gesicht, fuhr sie weiter aus.
„Ich habe Hoffnung, dass der Mondgott meine Tränen sieht und sich in mich verliebt. Bei silbrigen Mondlicht weint es sich besonders gut.“
Sukuna verstand nicht, was sie sagen wollte, aber in der Tat sah Kyoko bei Nacht immer hübscher aus, vor allem wenn ihre Tränen im Licht glitzerten wie Sterne.
„Du siehst ausgebleicht aus. Deine Haut und dein Haar…, du tätest gut im frühen Morgen zu fischen, wenn die Morgenröte die Erde küsst. Du sähst aus wie ein Sonnenkönig.“
Ihre Finger strichen ihm durch die Haare. Ihre Berührung, ihre Worte hallten in ihm wieder wie in einer großen Muschel und ließen sein Herz beben. Honig triefte von ihren Lippen…
„Ich würde dich morgen gerne wiedersehen.“ Sie strahlte bei seinen Worten.


Miyu

Miyu war 7 Jahre älter als Sukuna und bot jedem ihre Dienste an, der ihr 10 Kupfermünzen bot. Sie hatte Gefallen an Sukuna gefunden und bot ihm ihre Dienste deshalb für 5 an. Sie roch nach schwerem Rosenwasser und Rauch und hatte schweres, dichtes Haar in Mahagoni.
„Da bist du wieder, mein Liebling. War es schwer das Geld aufzutreiben?“ Ihre Stimme war reichhaltig und rauchig. Miyu war göttlich von der Art, wie sie sprach, wie ihren Körper einsetzte, wie sie aussah. Sie sprach immer so bedächtig und tief, strich mit ihren langen Fingern immer seine Konturen nach. Ihre Hand ruhte an seiner Wange. In ihren Händen war die gesamte Welt, einschließlich Sukuna, Wachs. Sie war eine Göttin in Menschengestalt.
Sukuna wusste nicht, ob sie lediglich die anderen Frauen, die mit ihr am Tisch auf Freier warteten eifersüchtig machen wollte oder ob sie ihn wirklich begehrte, ob sie es wirklich so sehr mochte, wenn er sich in ihrem Körper vergrub und stieß und stieß. Sie stöhnte immer so laut und deutete nicht aufzuhören, nie aufzuhören, aber es war Miyu. Sie war eine Meisterin in diesem Geschäft. Seit sie 14 war machte sie dies. Damals als sie jung und unschuldig war, hatte eine Bande von Ganoven ihre Dorf abgefackelt und sie wie alle jungen, hübschen Frauen und Mädchen mitgenommen. Erst hatten sie sich selbst an den Frauen vergriffen, dann an haben sie sie verkauft wie Vieh.
„Nein, ich war fischen wie immer“, erklärte er und sie schmiegte sich an ihn, ehe sie seine Hand nahm und in ihr Zimmer zog.
„Du bist so ein guter Junge“, hauchte sie, bevor sie sein Glied in ihre Hand nahm und ihn verzauberte wie eine Hexe.
„So ein guter Junge.“


Kyoko

Kyoko, süße, süße Kyoko sah Sukuna immer ehrerbietig durch einen Kranz aus dichten Wimpern an. Er mochte es, wie schnell sie errötete, wenn er sie neckte. Er konnte in ihrem Gesicht ablesen, wie es in ihr immer kochte, wenn er das tat, ehe sie ihn zurück neckte. Er liebte es, wie sie durch seine Haare fuhr, wenn er seine Kopf auf ihren Schoß legte und sie ihm dann Geschichten las. Er interessierte sich nicht wirklich für diese, aber Kyoko tat fast nichts anderes als lesen, lesen, lesen und schreiben und quasseln. Er fragte sich, ob jemals ein Mann Kyoko so nehmen würde, so vorlaut, so selbstbestimmt, so gebildet. Ihr Vater tat ihr keinen Gefallen, indem er ihr so viele Freiheiten zu ließ, indem er sie unterrichtete. Männer fürchteten Frauen wie Kyoko. Frauen, die Meinungen hatten…
„Magst du mich?“, fragte sie.
„Jede Faser an dir“
„Dann frag ich, liebst du mich?“
Sukunas Brauen zogen sich zusammen.
„Das weiß ich nicht, ich kann dir meine Gefühle nicht beschreiben“, antwortete er ehrlich. Bei Kanaye und Honoka war es damals so einfach gewesen, aber Kyoko hatte eine Zunge wie eine Schlange. Wenn sie nicht mit Aprikosensaft und Nektar triefte, so spie sie Säure und Feuer. Sukunas Gefühle ihr gegenüber waren unentschieden.
„Mein Herz schlägt so schnell, wenn ich dich sehe. Du erfüllst alle meine Träume und Hoffnungen und so will ich wissen, ist das Liebe?“, hauchte sie und beugte sich zu ihm runter. Ihre Haare fielen wie ein dunkler Vorhang um ihre Gesichter. Sonnenlicht schimmerte regenbogenfarben an manchen Strähnen durch.
„Küss mich und uns wird beide Einsicht treffen“, flüsterte er.
Sie küsste seine Wangen, dann seine Lieder, ehe sie seine Wangen streichelte.
„Das muss ich nicht, Liebster. Einsicht trifft mich jedes Mal, wenn du mich ansiehst. In deinem Blicke bin ich mehr Frau, als je zuvor; lebendiger, als je zuvor. Deine Liebe umgibt mich wie jeder einzelne Sonnenstrahl.“
Sie küsste ihn nie, ließ ihn nie sie küssen, aber er konnte in ihrem Blick sehen, wie sehr sie es wollte. Wenn er wollte, würde sie jede Nacht unter ihm liegen und seinen Namen stöhnen, sie würde sich ihm geben und ihn küssen und küssen und küssen.
Allerdings mochte er es ihr zuzusehen, wie sie sich nach ihm verzehrte wie nach einer verbotenen Frucht. Allerdings respektierte er ihre Entscheidung. Er respektierte sie als seine Ebenbürtige, auch wenn sie eine Frau war.


Miyu

Miyu war ihm nicht ebenbürtig, niemand war ihr ebenbürtig. Ihre Zunge war messerscharf und bot nur Lippenbekenntnisse.
„Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich“, stöhnte sie, während er in sie stieß.
„Du bist so ein süßer Junge“, sagte sie dann später, mit einer Stimme, die keine Widerworte zuließ.
„Gibt es denn kein Mädchen in deinem Alter, mit dem du lieber all das machen würdest?“
„Nein, du bist gut genug dafür. Du bist perfekt.“
Miyu saufzte enttäuscht, ehe sie mit starkem Griff seinen Kiefer in ihre Hand nahm. Ihre Nägel bohrten sich in seine Haut.
„Es gibt immer ein Mädchen, das besser ist als eine Dirne, dummer Junge. Jede Frau kann eine Dirne sein, aber aus keiner Dirne wird eine gutes Frau.“ Sie lächelte bittersüß, ehe sie abließ, Sukuna nahm ihre Hand und küsste ihre Innenseite.
„Ich ehre dich“, flüsterte er in ihre Haut, ehe er ihren Mund küsste. Ihre Küsse waren immer bittersüß…


Kyoko

Kyoko, süße, süße Kyoko hatte einen alten Tempel gefunden, den sie Sukuna aufgeregt zeigen wollte.
„Liebst du mich?“, fragte sie wieder, wie sie es immer tat, wenn es ihr in den Sinn kam.
„Ja“, antwortete Sukuna und er tat es auch, weniger als Kanaye, mehr als Honoka. Anders als Beide. An manchen Tagen kam sie an Kanaye heran, übertraf ihn sogar manchmal. Manchmal übertraf sie sogar Honoka in ihrer Abscheulichkeit.
„Lass uns heiraten“, sagte sie bestimmt, als sie am Tempel ankamen.
„Hier und Jetzt.“
Fragend wiederholte Sukuna ihre Worte.
„Ja, die Götter werden unsere Zeugen sein.“ Sie band ein rotes Band um ihre kleinen Finger und bot Sukuna die Verlängerung an. Dieser schaute sie nur ungläubig an.
„Das geht nich!“, wand er ein und sie fragte warum, es nicht ginge; wie sie es so oft tat.
„Du liebst mich und ich liebe dich, das ist genug.“
„Nein, ist es nicht…Ich kann nicht deine Familie werden, kann nicht für dich sorgen!“ Die Antwort traf Sukuna mehr als Kyoko. Er fühlte sich entmannt. Es fiel ihm schwer sich und anderen seine Schwächen einzugestehen.
„Aber ich, als Frau will dich, hier und jetzt, als Mann. Ich will deine sein und …und…“, sie brachte es nicht über sich, weiter zu sprechen. Ihr Gesicht lief nur rot an beim Gedanken ihre Wünsche laut auszusprechen. Auszusprechen, wie sie angefasst werden wollte; woran sie dachte, wenn es dunkel wurde, wenn ihre Hände sich zwischen ihren Schenken vergruben.
Es war nicht so, dass sie ihre körperlichen Begierden nicht aussprechen wollte, aber sie konnte es nicht. Ihr fehlten die Worte dafür.
„Ich liebe und ehre dich, deshalb warte, Liebste. Warte auf den Tag, an dem wir unbekümmert sein können."
Kyoko streifte sanft ihre Lippen gegen seine wie ein zarter Schmetterlingsflügel, bevor sie ihn anstrahlte wie die Sonne.


Miyu

„Etwas ist mit dir, Knabe“, stellte Miyu trocken fest, als Sukuna zu ihr kam. Sie hatte nur einen kritischen Blick über ihn streifen lassen.
„Ich bin gekommen, um mich zu verabschieden.“ Sukuna nahm Miyus Hand in seine. Sie passte so gut darein, fast so gut wie Kyokos, die sich immer einen Weg in seine bahnt. Kyoko verkreuzte immer ihre Finger mit seinen, küsste seine Fingerkuppen, aber Miyu sah nur bedächtig ihre Hände an.
„Warum? Was ist passiert? Ein Mädchen?“, hauchte sie mitleidig. Sukuna fragte sich, ob sie Hoffnungen in ihn gesetzt hatte, ob sie in ihm einen Ausweg sah, aber bei Miyu wusste man nie genau Bescheid. Ihr Gesicht war stets eine aufgesetzte Maske.
„Ich bin verlobt“, gab Sukuna zu und der Stich war größer für ihn als für Miyu, die ihn nur anlächelt und wieder eine Hand an seine Wange legte.
„Ich wünsche dir und deiner Verlobten alles Gute, mein lieber Junge“, sagte sie und er sah Tränen ihren Augen glitzern


Kyoko

Kyoko, verbitterte, verbitterte Kyoko weinte am Strand. Ihre Tränen versiegten die ganze Nacht nicht und wurden eins mit dem Meer. Ihre Gesicht quoll an und ihr Hals schmerzte vom vielen Schluchzen, aber der Schmerz ließ nicht nach, die Wut, die Enttäuschung versiegten nicht. Der Mond schien auf sie herab, sodass sie aussah wie eine verwunschene Prinzessin mit mitternachtsblauen Haaren, sibrig weißer Haut und Tränen als Perlen.
Am Anfang konnte sie den Worten ihres Taugenichts von älterem Bruder keine Beachtung schenken; wollte ihm nach dem Wort Hure nicht zuhören und verzog das Gesicht, als sie erfuhr, was für Etablissements ihr Bruder besuchte. Dann redete er weiter und erzählte von der berüchtigten Miyu und Sukuna, ihrem Sukuna, welcher ihre Hand hielt. Ihr Bruder hatte sie in Flagranti erwischt, als er das Zimmer einer Prostituierten verließ.
„Kyoko…“, setzte Sukuna an, aber sie unterbrich ihn.
„Schweig!“
Er wollte einen Arm um sie legen, ihr Miyu erklären, welche für ihn da war, als er seinen Tiefpunkt erreichte, welche ihn mitgenommen hatte, als er betrunken in einer Gasse lag. Natürlich hätte er Details ausgelassen, wie, dass sie ihn riet, bis der Morgen graute.
„Fass mich nicht an!“, weinte Kyoko, „Du hast mich verraten. Das ist die schlimmste Weise jemandem das Herz zu brechen: Verrat hält ewig!“
Sie weinte und weinte und weinte, bis der Ozean sich mit ihren Tränen füllte und Sukuna erkannte, dass Kyokos Gefühle für ihn bodenloser Enttäuschung wichen. Er konnte sie nicht retten, also ließ er sie zurück, auf dass sie in ihren Tränen ertrank.
Kyoko, bittersüße, bittersüße Kyoko wurde darauf nicht mehr gesichtet. Sukuna hoffte, dass ein Mondgott sich ihrer erbarmt hatte, aber er wusste die Götter waren grausam so wie er…
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