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Life is made by memories

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Arthur Morgan Charles Smith Colm O'Driscoll Dutch van der Linde John Marston Tilly Jackson
08.02.2021
15.04.2021
49
139.594
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08.02.2021 822
 
Es regnete.
Die Tropfen prasselten auf mein geschwollenes Gesicht und ich konnte hören, wie sie auf den Boden plätscherten. Eigentlich hatte ich dieses Geräusch immer gemocht und als entspannend empfunden.
Ich sah in den schwarzen bedeckten Nachthimmel, welcher sich über mir erstreckte, spürte den schlammigen nassen Erdboden unter mir und die Kälte der Nachtluft, die mich umgab.
In meinen Ohren hörte ich es rauschen. Alles schien so weit entfernt.
Mein Körper schmerzte und ich nahm immer weniger um mich herum wahr und driftete langsam weg.

"Hey Schlampe, sieh mich an!"
Eine Hand traf hart auf meine linke Gesichtshälfte. Durch den Schlag wurde ich ins hier und jetzt zurückgerissen und alles um mich herum wurde wieder klarer. Ich wusste wieder, wo ich war und was gerade passiert war.
Der Mann, welcher mich gerade geschlagen hatte und immer noch halb auf mir lag, richtete sich langsam auf und sah auf mich herab.
Aus dem Augenwinkel vernahm ich, wie er seine Hose zu machte und einen Schritt zurücktrat.
"Hast nicht gelogen Boss, als du sagtest, sie wäre noch Jungfrau", sagte er zu dem Anderen, welcher neben meinem Kopf stand und sich ein wenig zu mir runterbeugte.

Ich presste meine Schenkel eng zusammen und zog meinen hochgezogenen zerrissenen Rock so weit es ging wieder herunter.
Es war so kalt. Die Kälte ummantelte mich und ich versuchte mich so gut es ging auf sie zu konzentrieren, um den Schmerz besser verdrängen zu können.
Ich zitterte am ganzen Leib und wollte etwas sagen, doch ich brachte wegen des vielen Blutes in meinem Mund nur ein Röcheln heraus.
"Die kleine Schlampe versucht doch tatsächlich immer noch ihre Klappe aufzumachen", sagte dieser Dreckskerl, welcher gerade seinen Spaß mit mir gehabt hatte.
"Das wird sie nicht mehr, wenn ich ihr das Licht ausknipse", erwiderte der Andere, welcher immer noch über mich gebeugt stand.
Beide fingen lauthals an zu lachen. Ein grausames raues Lachen, welches mir das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Wieso verdammt nochmal wurde mir das angetan!?
Ich war gerade aus dem Saloon gekommen, da ich dort nach einem längeren Ritt etwas gegessen hatte. Als ich mich gerade auf mein Pferd Fantasma setzen wollte, wurde mir von hinten ein Sack über den Kopf gezogen und durch einen harten Schlag auf den Hinterkopf hatte ich dann das Bewusstsein verloren.
Als ich wieder zu mir gekommen war, verprügelten mich die Mistkerle grade und traten immer wieder auf mich ein, bis ich regungslos am Boden liegen blieb und jeder Zentimeter meines Körpers weh tat.
Ich hatte versucht mich zu wehren, ich hatte es wirklich versucht... mit Händen und Füßen. Aber gegen zwei kräftige Männer hatte ich keine Chance gehabt.
Ich wusste nicht mal, wer sie waren oder wie sie aussahen, weil ich die ganze Zeit den Sack über dem Kopf gehabt hatte, bis der Mistkerl sich dann an mir ausgetobt hat, weil er dabei mein Gesicht dabei sehen wollte.
Angespuckt habe ich ihn... Daraufhin hat er mir so dermaßen eine verpasst, dass ich kurze Zeit Sterne über mir tanzen sah und Blut spuckte. Ich wehrte mich nicht mehr...
Durch die ganzen Schläge, die Dunkelheit und den Regen hatte ich die Gesichter nicht mal richtig erkennen können. Aber diese Stimme von dem Kerl, der neben meinem Kopf stand, kam mir unheimlich bekannt vor.

Und genau dieser Mann beugte sich nun noch näher zu mir herunter, sodass sein Gesicht nun direkt über mir war.
Es lagen nur noch wenige Zentimeter zwischen meinem Gesicht und seinem und ich konnte seinen widerlichen Atem riechen, wodurch Übelkeit in mir hochkroch.
Ich blinzelte mehrmals um durch den Tränenschleier etwas erkennen zu können und da erkannte ich plötzlich den Mann, den ich vor mir hatte.
Ich konnte meinen Augen kaum glauben, als mir klar wurde, wer dieser Mistkerl war.
Natürlich ist er es gewesen. Wieso war ich nicht gleich darauf gekommen?
"Du..." brachte ich krächzend hervor.
Eine heftige Wut stieg in mir auf und plötzlich spürte ich das Adrenalin durch meinen Körper schießen, sodass ich all meine Kraft zusammen nehmen konnte und ihm eine knallte.
Sein Kopf flog leicht zur Seite und das Grinsen wich aus seinem Gesicht.
Voller Hass und mit einem grausamen Blick sah er mich an.
Er stand wieder auf und trat mir zum gefühlt hundertsten Mal in die Seite.
Ein zerissener Schmerzenslaut kam über meine Lippen und ich krümmte mich erneut mit verzerrtem Gesicht.
'Dieser Wichser!'

"Du kleines Miststück! Ich hoffe, du fährst zur Hölle. Ich hätte dich schon vor Jahren ins Jenseits schicken sollen!"
Dann hörte ich ein Klicken.
Ich schielte in seine Richtung und sah nur noch den Lauf des Revolvers direkt vor mir.
'Das wars jetzt'
Ich drehte meinen Kopf langsam wieder zu Seite. Ich wollte nicht sehen, wie er abdrückt.
Ich schloss die Augen und spürte wie der Regen über mein Gesicht lief.
'Bitte lass es einfach vorbei...'

Ein Knall.

Stille. Dunkelheit...
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