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Demons Hide

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Arthur Shelby Jr. Lizzie Stark Polly Gray Thomas "Tommy" Shelby
08.02.2021
18.04.2021
71
96.701
3
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Dieses Kapitel
1 Review
 
07.04.2021 1.489
 
Huhu, viel Spaß, weiter gehts.

Thomas kam auf dem Camp an und band Dash an den nächstgelegenen Wagon. Er musste mit Charlie sprechen ob  er etwas von dem neuen Epsom Pferderennen gehört hatte. Bei der letzten Besprechung hatte einer seiner Angestellten etwas von einem hohen Preisgeld erwähnt, dass dort ausgesetzt werden würde und, dass die Italiener stark im Spiel waren. Er würde sich nicht von den Sabinis unterbuttern lassen. Thomas musste das Derby gewinnen. Und das ging nur mit Charlies Hilfe, denn er und Curly kümmerten sich und trainierten meistens die Pferde. Aber zumindest hatten sie noch eine Woche Zeit.  Fast anklagend drehte Dash den Kopf zu ihm und wieherte. "Was ist denn, hm? Du hast echt keinen Bock hier zu warten, oder?" Wie als hätte er Thomas verstanden wieherte Dash. "Na gut...du Diva. Unglaublich." murmelte Thomas und nahm den schwarzen Hengst sein Geschirr ab, er musste einen Schritt zurück gehen, sonst hätte Dash ihm die volle Kopfnuss verpasst, als er seine Mähne schüttelte. "Darauf hast du gewartet, oder was?" der Mann an dessen Lederschuhen knöchelhoch der Schlamm hing strich über das glänzende Fell. Keine zwei Minuten später war Dash weggetrabt. Thomas wusste, er würde immer wieder zurück kommen. Zumindest bei Pferden war das so sicher wie das Amen in der Kirche.

"Ja hey, was beschert uns denn diese Ehre?" Thomas Onkel putzte sich gerade seine öligen Hände an einem Lappen ab, als er zu ihm kam. "Ich wollte fragen, wie es mit dem Training läuft?" "Das hast du doch schon vor einer Woche gefragt." "Trotzdem. Wir müssen dieses Darby gewinnen, Charlie." Der ältere Bruder seiner Mutter nickte und zog an seiner Zigarette. "Ich weiß. Wir arbeiten hart dran. Die Pferde sind sehr gut, ich denke die besten die wir bis jetzt hatten." "Die haben ja auch eine verbotene Unsumme gekostet." Thomas sprach noch eine Weile mit ihm über den Zustand seiner Rennpferde und darüber wer wie antreten würde. "Sabinis Pferde sind schnell. Aber unsere haben Gypsy Magie." Thomas lachte auf. "Klar und ich bin ein rothaariger Lockenkopf wenn ich morgen aufwache." Charles Strong schlug seinen Neffen auf den Kopf. "Mach keine Witze darüber. Was meinst du was es ist, dass dich immer irgendwie überall rausholt? Glück? Sicher nicht." Thomas verdrehte die Augen. "Gypsie Magie. Jaha..." murmelte er.

Charles Strong merkte, dass seinem Neffen irgendwas auf der Seele lag. Aber er fragte nicht. Bei Thomas hatte das als Kind schon nichts gebracht. "Wo ist denn Lizzie?" "Sie ist bei Polly und Ada." "Die verstehen sich anscheinend blendend, oder?" "Ja, Gott sei dank. Ich bin echt froh, dass sie Lizzie mehr oder weniger adoptiert haben." "Sie mögen sie mehr als dich, oder?" Charlie lachte laut und entblöste eine wunderbar typische Zahnlücke. "Vielleicht, aber das ist mir so egal, Onkel. Ich bin glücklich wenn sie glücklich ist." Thomas zündete sich eine Zigarette an. "Wann steigt die Hochzeit?" "Bald. Zuerst hat Charlie Geburtstag." "Ach stimmt. Der kleine Lausbub wird schon 7. Sag mal Thomas...Grace hat damals schon spitz gekriegt, dass du ihn nicht nach Charlie Fucking Chaplin benannt hast, oder?" Thomas lachte abermals laut und herzlich auf, er verschluckte sich fast. "Meinst du echt sie wäre darauf gekommen? Natürlich nicht. Sie hatte nur Charlie Chaplin im Kopf und nicht Charlie Strong. Ich hab nur ja gesagt, weil ich mir dann gedacht habe, ok gut, dann nennst du deinen Sohn halt nach deinem Onkel auch nicht übel." "Ich bin aber nicht so das Vorbild." "Wir sind alle keine guten Vorbilder. Aber wir versuchen es zumindest." "Hat er Lizzie auch adoptiert?" "Mehr als das, er nennt sie Mama." Charles und Thomas gingen in die Ställe und strigelten die Pferde nach und nach. "Wahnsinn." "Ist ja auch nicht schwer." Charles schwieg eine Weile, ehe er fortfuhr. "Lässt du ihn Grace vergessen?" Thomas Gesicht verzog sich kurz zu einer schmerzerfüllten Grimasse. Nur einen Moment. "Hey. Nein. Sie ist seine Mutter, egal was passiert ist. Sie ist und bleibt seine Mutter und vergessen werden wir sie nicht. Sie hat ihn schließlich geliebt." "Mehr als dich." "Natürlich mehr als mich, das ist ja wohl offensichtlich." Charles nahm die graue Stute aus der Box und führte sie auf den Hof. Thomas holte eine braune am Halfter heraus und führte sie sanft zu seinem Onkel. "Ausritt gefällig?" "Du weißt, ich reite keine Rennen mehr." warf der Mann mit den Pockennarben ein. "Ich auch nicht, aber das heißt nicht, dass es nicht ab und an Spaß macht." "Du warst verdammt gut, als du so 15 warst." "Ich kam nur nicht viel dazu. Hätte später eh nichts geholfen." Charles nickte, auch er war im Krieg gewesen. Allerdings Infanterie, nicht die Tunnel. Und er war zumindest schonmal 44 gewesen und nicht 29. Ein kleiner aber bescheideiner Vorteil.

So unterhielten sie sich noch eine ganze Weile und Thomas merkte, wie sehr ihm das gefehlt hatte. Die Natur, die Freiheit des Camps, die lockeren Gespräche mit Charlie, seine unfassbar ehrlichen Antworten die er ihm schon als Junge gegeben hatte. Nie ein Blatt vor dem Mund. Immer auf das Beste für die seinen bedacht, weise wenn auch sehr ruppig. Er war sein lieblings Onkel, natürlich hatte er seinen Sohn nicht nach dem verdammten Chaplin benannt. "Und Lizzie und du? Gehts gerade besser?" Thomas blickte auf. "Ich denke ja. Bin mir nicht ganz so sicher, weil irgendetwas ist, das ich nicht verstehe." Charles lachte laut und heftig auf. "Thomas du Idiot, das sind Frauen!! Natürlich verstehen wir sie nicht! Was denkst du denn? Als ob du mit einem siebten Sinn geboren wurdest! Auch du kapierst sie nicht, also mach dir da keinen Kopf." "Mag sein...aber-" "Was aber? Was beschäftigt dich, hm?" "Nichts. Gar nichts. Ich weiß nur nicht...sie kommt so verdammt gut mit Charlie zurecht, weißt du..und ich...seitdem-" Charlie Strong stoppte sein Pferd und Thomas tat es ihm gleich. Sie stiegen ab und Charlie pflückte etwas vom Boden, hielt es Thomas hin. Sie waren auf einem Ackerweg. Es waren Bucheckern. "Erinnerst du dich noch?" "...komm schon. Ja tu ich." Als Thomas klein war hatte Charlie ihn immer mitgenommen, weg von seinen streitenden Eltern auf die Felder zum Umgraben...und Bucheckern suchen. Seufzend nahm Thomas die Hand voll Bucheckern entgegen und begann sie aufzubrechen. Es lenkte ihn ab. Guter Zug. "Was wolltest du sagen?" "Nun ja...ich denke Lizzie fehlt etwas. Etwas ganz bestimmtes das ich habe aber nicht sie." "Was? Ein gutes Auto?" "Mann, nein. Kein Auto. Ich befürchte ihr fehlt ein Kind. Ihr Kind." "Ihr Kind." wiederholte Charlie stockend, er wusste nichts zu sagen, er war nicht gut in sowas, natürlich wusste er von der Fehlgeburt. "Ich meine ein Kind das wir beide zusammen haben. Sie liebt Charlie das ist klar. Aber-" "Es ist nicht das Selbe." Thomas kaute abwesend auf den Kernen herum. "Was machst du wenn es wirklich das ist?" "Keine Ahnung, wirklich nicht." "Ich auch nicht." "Das weiß ich wohl. Du hast keine Kinder." "Ich hatte mit euch fünfen schon genug Scherereien, glaub mir." "Ich weiß."

"Ich denke nicht, dass es das ist." "Hm." Sie setzten wieder auf und trabten zurück. "Ein bisschen Geschwindigkeit gefällig?" fragte Thomas und grinste seinen Onkel böse an. "Du und dein drecks Ego, Junge. Du und dein drecks Ego." murrte Charlie und machte sich bereit. Thomas beugte sich tief über das Pferd und gab ihm die Sporen, trieb es schnell an. Der Wind pfiff ihm um die Ohren und er verlor seine Kappe, aber egal. Die donnernden Erschütterungen des Galopps gaben ihm Freiheit. Er hörte seinen Onkel hinter ihm laut murrend rufen. Er hatte ihn abgehängt. "Los jetzt!" rief er dem Pferd zu, das donnernd über den Weg flog. Er und das Pferd waren eine Einheit. Ein Team. Und das gab ihm für einen Moment völlige Freiheit. Kopfschüttelnd kam auch Charles Strong an, mit der staubigen Mütze in der Hand. "Hast jetzt nicht ernsthaft wieder umgedreht nur wegen meiner Mütze." "Immer muss man dir hinterherräumen, Tommy, immer." "Halt deine Schnauze, Trottel." lachte Thomas und umarmte seinen Onkel lachend. Er wusste nicht was auf sie zukommen würde aber er war dankbar um jede Stunde die er hier verbingen konnte. Es war wie ein anderes Leben.

Tbc.
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