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Das Leben ist kostbar

von Ahadi
OneshotFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 / Gen
07.02.2021
07.02.2021
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5.600
 
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Halli-Hallo allerseits.

Bevor es dann gleich ans Eingemachte geht, möchte ich mich vorher aber natürlich noch einmal vielmals bei meinen beiden Leserinnen KBRC87 und JohannaJames, für deren sehr freundliche Feedbacks zu meinem vorherigen Oneshot bedanken.

Zusätzlich möchte ich mich selbstverständlich auch nochmal in aller Form, bei euch allen für den so eben von mir erwähnten Einteiler entschuldigen, der, wie ich selbst ganz offen zugeben muss und auch kann, wirklich nicht gerade das Gelbe vom Ei war.

Ich bin, wie bereits erwähnt, leider ein klein wenig eingerostet, was das Verfassen von Fanfiktions betrifft, aber ich bin zuversichtlich, dass ich im Laufe der nächsten Wochen ganz bestimmt wieder auf mein altes Schreibniveau zurück gelangen werde.

Bis es soweit ist und ich, hoffentlich schon sehr bald, wieder ganz der alte Ahadi bin, bitte ich euch um möglichst viel Geduld und Verständnis und seit bitte auch ein wenig gnädig, wenn ihr mir in nächster Zeit Kommentare zu meinen Projekten gebt.

Aber jetzt habe ich wirklich mehr als genug geredet und wünsche euch allen stattdessen einfach nur noch viel Vergnügen beim Schmökern!

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Es war gerade mal kurz nach Mitternacht, als Kate Beckett, nur in ihrem Pyjama und einem Bademantel bekleidet, auf der überdachten Veranda von Richard Castles Ferienhaus in den Hamptons stand und auf das nächtlich-schwarze Meer schaute.

Sie war jedoch viel zu sehr in ihren Gedanken versunken, um das Rauschen der Wellen, die gegen das nahe gelegene, sandige Ufer preschten oder sonst irgendetwas anderes um sie herum bewusst wahrzunehmen.

Noch nicht einmal die eisige Kälte, die aufgrund der aktuellen Jahreszeit um sie herum herrschte, schien sie zu bemerken und falls sie es doch tat, dann schenkte sie dieser zumindest keine wirkliche Aufmerksamkeit.

Ebenso wenig bekam sie mit, wie im nächsten Moment die gläserne Verandatür hinter ihr geöffnet und anschließend wieder geschlossen wurde, sie bemerkte erst dann, dass jemand zu ihr gekommen war, als diese besagte Person ihr eine dicke Wolldecke um die schmalen Schultern legte.

Die Polizistin erschrak daraufhin, drehte sich ruckartig um und war, obwohl sie insgeheim bereits wusste, dass es sich eigentlich nur um ihn handeln konnte, dennoch erleichtert, als sie niemand anderen als ihren Partner, guten Freund und Gastgeber vor sich stehen sah.

„Tut mir leid, Kate, ich wollte Dich nicht erschrecken“, hatte er, als er das zu ihr sagte, seine beiden Hände, in Höhe seines Kopfes erhoben, um ihr damit zu signalisieren, dass er wirklich keinerlei negativen Absichten hatte.

„Ist schon gut, Rick“, entgegnete sie in einem beruhigenden Ton, weil sie natürlich auf gar keinen Fall wollte, dass er ein schlechtes Gewissen hatte, obwohl er ihr eigentlich nur etwas Gutes tun wollte.

„Vielen Dank für die Decke“, schenkte sie ihm, um ihn zweifelsfrei davon zu überzeugen, dass sie es ihm auch wirklich nicht im geringsten übel nahm, dass er ihr durch sein Handeln einen kleinen Schrecken eingejagt hatte, zusätzlich zu ihren Worten, ein sanftes Lächeln.

Zeitgleich wickelte sie den kuschelig-weichen Stoff der Decke so eng, wie nur möglich um ihren zierlichen Körper, um sich so gut es eben ging, von der winterlichen Kälte abzuschirmen und sich so zumindest ein kleines bisschen aufzuwärmen.

„Immer gern“, erwiderte er und lächelte natürlich auch zurück, während er die Decke, die er sich umgelegt hatte, bevor er zu ihr auf die Veranda gekommen war, ebenfalls enger um seinen breiten Körper zog, an dem er, genauso wie sie, auch nur seinen Schlafanzug und darüber einen Bademantel trug.

„Was machst Du denn hier draußen?“, stellte er ihr schließlich die Frage, die ihm förmlich auf der Zunge brannte, seit er sie hier draußen vorgefunden hatte, nachdem er unmittelbar zuvor festgestellt hatte, dass sie sich nicht mehr in ihrem Gästezimmer befand.

Bis vor vielleicht zehn Minuten hatte er noch in seinem Bett gelegen und tief und friedlich geschlummert, bis er urplötzlich aus seinem Schlaf aufgeschreckt und der festen Überzeugung war etwas gehört zu haben, ein Geräusch, dass er so auf die Schnelle und noch dazu im Halbschlaf nicht zuordnen konnte.

Zunächst dachte er an einen Einbrecher, er verwarf diesen Gedanken jedoch genauso schnell wieder, wie er ihm in den Sinn gekommen war und verbot sich selbst strikt zu zulassen, dass seine hyperaktive Fantasie irgendwelche irrationalen Ängste in ihm schürte.

Der Autor beschloss aber vorsichtshalber dennoch mal nach dem Rechten zu sehen, also stand er auf und machte sich daran, sämtliche Räume im oberen Stockwerk nacheinander strategisch abzusuchen, angefangen mit dem Zimmer, in dem seine Muse untergebracht war.

Doch als er sie weder im Bett, noch sonst irgendwo in dem Raum gefunden hatte, war er nicht nur überrascht und zugleich verwirrt, sondern auch besorgt gewesen, bevor er sich erneut selber ohrfeigte und sich dazu brachte, nicht gleich vom schlimmsten auszugehen.

Vielleicht war sie ja einfach nur runter in die Küche gegangen, um etwas zu trinken, dachte er und anstatt weiter darüber nachzugrübeln, wo Beckett wohl stecken könnte, ging er stattdessen direkt runter ins Erdgeschoss, um nachzusehen, ob er mit seiner Vermutung nun richtig lag oder nicht.

Er hatte aber gar nicht erst in die Küche gehen müssen, weil er die gesuchte Brünette bereits auf dem Weg dorthin, auf der Veranda entdeckt hatte, er hatte sich daraufhin nur noch rasch die beiden Decken, die auf der Rückenlehne der Couch im Wohnzimmer lagen, geschnappt und war zu ihr gegangen.

„Ich konnte nicht schlafen, also bin ich hier runter gegangen, um ein wenig frische Luft zu schnappen“, antwortete sie ihm und wusste insgeheim schon, dass sie ihm den genauen Grund für ihre Schlaflosigkeit nicht extra zu nennen brauchte.

Und tatsächlich war ihm auch so, ohne das sie diesbezüglich weiter etwas sagte, bereits vollkommen klar, warum sie nicht schlafen konnte und er wusste ebenfalls, dass, wenn er zurzeit nicht Schmerzmittel nehmen würde, die ihn extrem müde machten, es ihm dann genauso gehen würde, wie ihr.

„Komm Kate, lass uns lieber wieder reingehen“, sagte er zu ihr, nachdem er im Stillen den Entschluss gefasst hatte, mit ihr darüber zu reden, allerdings wollte er dieses Gespräch nicht hier draußen auf der Veranda, in der Kälte mit ihr führen, sondern stattdessen drinnen im warmen Haus.

Sie nickte daraufhin zustimmend mit dem Kopf und ging dann ins Haus, dicht gefolgt von ihrem Partner, dessen linke Hand sie, sobald er die Verandatür wieder hinter ihnen geschlossen hatte, mit ihrer rechten ergriff, bevor sie ihn anschließend schnurstracks die Treppe hinaufführte.

Zwar hätten sie genauso so gut auch unten im Wohnzimmer bleiben, sich aufs Sofa setzen und dort miteinander reden können, aber die Braunhaarige wollte das Gespräch, von dem sie wusste, dass es unmittelbar und unvermeidbar bevorstand, dann doch lieber entweder in ihrem oder seinem Schlafzimmer führen.

Wenige Minuten später lagen die beiden dann auch schon in seinem bequemen King-Size-Bett, unter der kuschelig-warmen Daunendecke, während in dem großen, mit einem Anker verzierten Kamin ein prasselndes Feuer brannte, das dem Raum noch zusätzlich eine wohlige Wärme verlieh.

Sie lag auf der Seite, hatte ihren Kopf auf seine linke Brusthälfte gebettet, sodass sie seinen stetigen, kräftigen Herzschlag hören konnte und ihr linker Arm war locker um seine Mitte geschlungen, wobei sie immer darauf bedacht war, seine Wunde nicht zu berühren und ihm somit unnötig Schmerzen zu bereiten.

Er hingegen lag flach auf dem Rücken, sein Kopf war auf das rubinrot bezogene Kissen gebettet und mit seiner linken Hand, dessen dazugehörigen Arm er um sie gelegt hatte, streichelte er ihr immer wieder mal sanft, geradezu liebevoll über den Rücken.

„Und? Wie fühlst Du Dich? Schön warm?“, erkundigte er sich, bevor sie anfingen über die Ursache für ihre Schlaflosigkeit zu sprechen, fürsorglich wie er nun einmal war, vorher erst nochmal nach ihrem derzeitigen, körperlichen Befinden.

„Auf jeden Fall“, bejahte sie und tatsächlich hatte sie sich selten, wenn nicht vielleicht sogar noch nie zuvor in ihrem Leben jemals so wohl gefühlt, wie in diesem Moment, sicher, geborgen und vor allem schön warm in den Armen des Mannes, den sie liebte.
   
„Das ist gut“, freute es ihn natürlich zu wissen, dass es ihr rundum gut ging, denn nur solange dem so war, würde auch er sich wirklich vollkommen wohl fühlen, für ihn stand ihr Wohlergehen nämlich, zusammen mit dem seiner Familie, jederzeit an oberster Stelle.

Einige Sekunden lang, die ihnen wie Minuten vorkamen, herrschte völlige Stille zwischen ihnen, keiner von ihnen, weder sie, noch er sagten auch nur ein einziges Wort, lediglich das Prasseln des Kaminfeuers war zu hören und verlieh dem Raum eine nahezu romantische Atmosphäre.

„Also Kate, warum kannst Du nicht schlafen?“, kannte er den Grund dafür zwar ganz genau, aber er empfand es einfach als taktvoller, sie freundlich danach zu fragen, anstatt sie direkt darauf anzusprechen und damit praktisch mit der Tür ins Haus zu fallen.

„Ich kann einfach nicht aufhören, immer wieder daran zu denken, was alles hätte passieren können. Und wie ich mich jetzt fühlen würde, wenn die ganze Sache anders ausgegangen wäre“, erwiderte sie nach kurzem Zögern.

Castle entgegnete darauf nichts, allerdings nicht deswegen, weil er nichts dazu sagen wollte, er hatte nämlich durchaus ein paar Ideen, was er zu ihr sagen könnte, aber alles, was ihm einfiel, wie zum Beispiel der Satz „Kann ich verstehen“ erschien ihm einfach viel zu banal.

Und während ein Teil seines Gehirns fieberhaft daran arbeitete einen passenden und angemessenen Satz zu bilden, ließ ein anderer Teil ihn derweil geistig in der Zeit zurückgehen, an den Anfang einer Kette von Ereignissen, die er für den Rest seines Lebens nicht mehr vergessen würde.

Alles begann an einem stinknormalen Arbeitstag im 12. Revier, Beckett saß, wie so oft, an ihrem Schreibtisch und bearbeitete gelangweilt, aber dennoch fleißig den anstehenden Papierkram, während ihr Berater, wie immer, in seinem Stuhl daneben saß und ihr fasziniert dabei zusah.

Ryan und Esposito waren ausnahmsweise von der öden Aktenarbeit befreit, weil sie einen wichtigen Gerichtstermin wahrnehmen mussten und der Captain befand sich bei einer seiner wöchentlichen Besprechungen mit den Oberbossen im Hauptquartier.

Die übrigen Kollegen, die im Büro anwesend waren, gingen ihren jeweiligen Aufgaben nach, ohne einander dabei auch nur im geringsten in die Quere zu kommen, mit anderen Worten, es war alles genauso, wie an jedem anderen Tag auch.

Oder zumindest erschien es auf den ersten Blick so, denn obwohl die brünette Mordermittlerin ihrer Arbeit routiniert nachging, wurde Castle einfach das Gefühl nicht los, dass seine Partnerin mit ihren Gedanken irgendwie doch nicht so ganz bei der Sache war.

Ihre Bewegungen wirkten nämlich etwas unnormal auf ihn, geradezu mechanisch sogar, zwar wusste sie nach so vielen Jahren bei der Polizei natürlich ganz genau, wie man einen Bericht verfasste, sodass diese Prozedere bei ihr mittlerweile praktisch automatisch vonstatten ging.

Aber für ihn war dennoch ganz klar, dass mit ihr irgendetwas nicht stimmte, denn sie hatte ihn bislang noch kein einziges Mal angeschnauzt, dass er gefälligst damit aufhören sollte sie anzustarren und das, obwohl er sie bereits seit ungefähr einer viertel Stunde unentwegt anschaute, was völlig untypisch für sie war.

„Du Kate, darf ich Dich etwas fragen?“, hielt er es irgendwann schließlich einfach nicht mehr aus, nur still da zu sitzen, er merkte doch ganz deutlich, dass mit ihr etwas nicht in Ordnung war und er wollte, nein, er musste unbedingt erfahren, was genau es war.

Denn auch wenn er nur das Gefühl bzw. den Verdacht hatte, dass sie sich deswegen so anormal verhielt, weil sie irgendetwas bedrückte, würde er trotzdem erst dann vollständig beruhigt sein, wenn er diesbezüglich hundertprozentige Gewissheit hatte.

Das lag einfach daran, dass es ihm nur dann wirklich gut ging, wenn es ihr auch gut ging, wenn ihr allerdings, so wie in diesem Fall, scheinbar irgendetwas auf der Seele lastete, dann fühlte er sich hingegen schlecht, er litt quasi still mit ihr, eben ein typischer Fall von Empathie.

„Klar“, entgegnete sie kurz und knapp, nicht den Hauch einer Spur von ihrer sonst typischen, schnippischen Art, wenn er sie beim Papierkram störte, was für ihn nur ein weiteres eindeutiges Indiz dafür war, dass mit ihr was nicht stimmte.

Außerdem blickte sie ihn, als sie sprach, nicht einmal an und schrieb stattdessen den Bericht weiter, an dem sie gerade arbeitete, fast so, als hätte er sie zuvor überhaupt gar nicht angesprochen.

Zwar war sie natürlich nicht dazu verpflichtet ihn anzusehen, keineswegs, aber angesichts der Tatsache, dass sie untypisch verhielt, bereitete es ihm dennoch Sorgen, noch mehr Sorgen, als er sich ohnehin bereits um sie machte.

„Bitte versteh mich jetzt nicht falsch, ich möchte mich keinesfalls in irgendetwas einmischen, was mich nichts angeht, schon gar nicht in dein Privatleben“, wollte er, trotz ihrer merkwürdigen Verhaltensweise, dennoch lieber Vorsicht walten lassen und ihr zusichern, dass seine Absichten absolut rein waren.

Und Du musst mir natürlich auch nicht antworten, wenn Du es nicht willst. Aber ich habe einfach das Gefühl, dass Dir irgendetwas auf der Seele liegt und ich würde, wenn dem wirklich so ist, gerne von Dir wissen, was es ist“, fuhr er behutsam fort und wartete dann auf ihre Reaktion.

Wobei er, während er das tat, gemischte Gefühle in sich verspürte, zum einen war er natürlich neugierig und gespannt darauf, ob sie ihm antworten würde, zum anderen hatte er jedoch auch ein wenig Angst davor, wie ihre Antwort, falls sie ihm denn überhaupt eine geben würde, ausfallen könnte.

Schließlich wusste er aus zahlreichen Erfahrungen, die er in der Vergangenheit hautnah gemacht hatte, wie sensibel sie auf Fragen solcher Art reagieren konnte und wenn sie auf etwas sensibel reagierte, dann brach sie nicht in Tränen aus, sondern wurde wütend, mächtig wütend.

Und das sie wütend wurde und ihn anschnauzte, wie sie es schon oft getan hatte, war mit Abstand das Letzte, was er mit seiner Frage bezwecken wollte, alles, was er damit erreichen wollte war, dass sie sich ihm gegenüber hoffentlich öffnete und ihm anvertraute, was sie offensichtlich bedrückte.

„Nicht jetzt, Rick, ich erzähle es Dir heute Abend nach Dienstschluss. Okay“, wurde sie, entgegen seiner Befürchtung, jedoch nicht sauer, im Gegenteil, sie blieb stattdessen vollkommen ruhig, zwar blickte sie ihn auch diesmal nicht an, aber zumindest schien sie bereit zu sein ihm später zu sagen, was mit ihr los war.

„Okay“, war er, verständnisvoll wie er nun einmal war, natürlich mehr als bereit dazu die paar Stunden bis Feierabend noch abzuwarten, wobei er insgeheim heilfroh darüber war, dass sie ihn nicht hier vor versammelter Mannschaft zur Sau gemacht hatte.

Stunden später, in Beckett Apartment…

Das Duo saß nebeneinander auf ihrer Couch, die leeren Behältnisse des chinesischen Essens, das sie sich unterwegs geholt hatten, standen vor ihnen auf dem gläsernen Couchtisch und nun saßen sie schweigend da, während er geduldig darauf wartete, dass sie anfing zu reden.

„Mein Vater hatte letzte Woche einen Arzttermin, zur Routineuntersuchung“, sollte er nicht mehr lange darauf warten müssen, da sie bereits in der nächsten Sekunde schließlich oder viel mehr endlich zu sprechen begann.

„Nachdem die Untersuchungsergebnisse da waren, hatte sein Hausarzt ihn ins Krankenhaus überwiesen, weil ihm etwas aufgefallen war und Dad sich in der Klinik von einem Spezialisten nochmal genauer untersuchen lassen sollte“, konnte er ihr deutlich ansehen, dass es ihr wahnsinnig viel abverlangte, fortzufahren.

Und die zweite Untersuchung im Krankenhaus, durch den Spezialisten, sollte den Verdacht des Hausarztes letztendlich bestätigen“, musste sie kurz pausieren, um tief Luft zu holen und die nötige Kraft zu sammeln, die sie brauchte, um den nächsten Satz auszusprechen.

„Mein Dad hat Leberzirrhose“, war am Klang ihrer Stimme deutlich zu hören, dass sie schwer mit den Tränen kämpfte, momentan konnte sie diese zwar noch zurückhalten, wenn auch nur mit allergrößter Mühe, aber es war nur noch eine Frage von Minuten, bis sie zusammenbrechen würde.

Allerdings war sie nicht die Einzige, der in diesem Moment zum Weinen zumute war, denn auch ihm ging es aufgrund dieser Hiobsbotschaft hundeelend, er hatte Jim Beckett bislang zwar nur wenige Male persönlich getroffen, aber er hatte den älteren Herrn dennoch sofort ins Herz geschlossen.

Castle, der ja bekanntlich von klein auf ohne Vater aufgewachsen war, sah in Becketts Dad die erste wirkliche vaterähnliche Figur, die er je in seinem ganzen Leben hatte und zu wissen, dass sein „Ersatzvater“ schwer krank war, schmerzte ihn mindestens genauso sehr, wie sie.

Und allein schon der bloße Gedanke daran, dass die schwere Krankheit, an der Jim Beckett litt, zu dessen Tod führen könnte und es sogar würde, wenn er nicht so bald wie möglich ein Spenderorgan oder zumindest ein Leberteil von einem Lebendspender erhalten würde, brach ihm schier das Herz.

Nach dem Mord an seiner geliebten Frau Johanna, war der Anwalt jahrelang dem Alkohol verfallen gewesen, bis er vor einigen Jahren schließlich einen Weg aus der zerstörerischen Sucht fand und er sein Leben endlich wieder im Griff hatte, doch jetzt trafen ihn die tragischen Folgen seiner langen Abhängigkeit unerwartet mit voller Wucht.

In Form einer tödlichen Krankheit, ein Preis, den niemand jemals für irgendeine Art von Sucht bezahlen sollte und der Autor wusste bereits jetzt, dass er alles, wirklich einfach alles in seiner Macht stehende tun würde, um zu verhindern, dass der gute, alte Jim diesen verdammt hohen Preis würde bezahlen müssen.    

Dad braucht dringend eine Leberspende oder eine Teiltransplantation, ansonsten…ansonsten stirbt er“, wurde die sonst so hartgesottene Polizistin von der Traurigkeit und der Verzweiflung, die sie aufgrund der schlimmen Erkrankung ihres Vaters empfand, nun endgültig übermannt.

Sie vergrub ihr Gesicht in den Händen und begann bitterlich zu weinen und fürchterlich zu schluchzen, ein Anblick, der ihrem Partner, der bereits seit einiger Zeit in sie verliebt war, noch um eines mehr wehtat, als die Nachricht über Jim Beckett Krankheit und der sein Herz jetzt ernsthaft entzwei zu reißen drohte.

Der Writer überlegte fieberhaft, was er denn bloß sagen oder tun könnte, um sie zu trösten, bis ihm schließlich etwas einfiel, etwas, was wohl auch das Einzige war, was er in dieser Situation hatte tun können, ohne alles womöglich noch schlimmer zu machen, als es ohnehin schon war.

Er zögerte jedoch kurz, weil er sich unsicher darüber, ob er das, wozu er sich entschieden hatte, wirklich tun sollte oder ob er es vielleicht doch besser lassen sollte, dann gab er sich aber einen Ruck, rückte näher an sie heran, legte behutsam seinen rechten Arm um sie und drückte sie sanft an sich.

Beckett versteifte sich aufgrund dieser Handlung zwar zunächst, wahrscheinlich deswegen, weil er sie mit dieser praktisch überrumpelt hatte, aber zum Glück entspannte sie sich bereits nach wenigen Sekunden wieder und nahm die unterstützende und vor allem tröstende Geste still und dankbar zugleich an.

Infolgedessen entfernte sie ihre Hände vom Gesicht und krallte sich mit diesen stattdessen in seinem dunkelblauen Hemd fest, ihr Gesicht hingegen vergrub sie in seiner rechten Brusthälfte, während sie ihren Tränen weiter freien Lauf ließ und er sie die ganze Zeit über einfach nur festhielt.

Im Endeffekt wusste zwar keiner von beiden, wie lange genau sie so da gesessen hatten, aber irgendwann waren ihre Tränen dann schließlich versiegt und sie hatte sich weitestgehend wieder beruhigt, genug, um wieder reden zu können.

„Ich habe mich bereits testen lassen, ob ich meinem Vater einen Teil meiner Leber spenden kann“, sagte die Braunhaarige zu ihm, ihren Kopf hatte sie dabei an seine Schulter gelehnt, während sie sich mit ihren Händen noch immer an seinem Hemd festhielt, allerdings nicht mehr ganz so fest, wie zuvor.

„Aber heute Morgen rief mich der behandelnde Arzt an und teilte mir mit, dass ich nicht als Spenderin infrage komme, weil meine Blutgruppe nicht mit der meines Vaters übereinstimmt“, fuhr sie fort und er musste, als er diese weitere negative Nachricht vernahm, schwer schlucken.

„Was ist mit deinen anderen Verwandten? Käme einer von denen vielleicht als Spender infrage?“, wusste er aus Erzählungen von ihr, dass ihr Dad zwar ihr einziger verbliebener Elternteil, aber nicht ihr einziger lebender Verwandter war, sie hatte noch mehr Familie, die allerdings allesamt außerhalb von New York lebte.

Das wäre zwar eine Option, die ich auch bereits in Betracht gezogen habe“, erwiderte sie und er ahnte bereits, dass da wahrscheinlich noch ein „Aber“ kommen würde und obwohl dies natürlich nicht zu seiner Beruhigung beitrug, sagte er trotzdem kein Wort und hörte ihr stattdessen weiter aufmerksam zu.

„Es würde jedoch viel zu lange dauern, bis jeder aus meiner Familie getestet ist und selbst wenn einer meiner Verwandten als Spender infrage kommen würde, könnte es bis dahin zu spät sein“, sollte er auch tatsächlich nicht sehr lange auf das erwartete oder viel mehr befürchtete „Aber“ warten müssen.

Und obwohl er weder ein studierter Arzt war, noch irgendwelche besonderen medizinischen Kenntnisse besaß, wusste Rick dennoch ganz genau, dass bei einer körperlichen Erkrankung, wie in diesem Fall einer Leberzirrhose, der Faktor Zeit eine verdammt wichtige Rolle spielte.

In einem solchen Ernstfall zählte praktisch jede einzelne Minute und da es einige Zeit dauern würde, bis sämtliche Mitglieder von Kates Familie ausfindig gemacht, über die Sachlage informiert und auf ihre Spendertauglichkeit getestet wurden, die in keinem Fall garantiert war, schied diese Option, so hoffnungsvoll sie auch klingen mag, unglücklicherweise.

Welche Blutgruppe hat denn dein Dad?“, fragte er sie, nachdem ihm Sekunden zuvor ein Gedanke gekommen war, der, je nach dem, wie ihre Antwort ausfiel, eventuell ein Lichtblick sein könnte, zwar nur ein kleiner, aber ein kleiner Lichtblick war ja immer noch besser, als überhaupt gar keiner.

„AB positiv. Wieso fragst Du?“, antwortete sie ihm daraufhin und obwohl sie nicht den geringsten Schimmer hatte, warum er sie plötzlich, sprichwörtlich aus heiterem Himmel nach der Blutgruppe ihres Vaters fragte, war sie sich dennoch sicher, dass er dafür schon seine Gründe haben würde.

„Das ist gut. Weil ich ebenfalls AB positiv habe. Und das bedeutet, dass ich deinem Dad einen Teil meiner Leber spenden könnte“, ging er gar nicht auf ihre Nachfrage ein und teilte ihr stattdessen geradeheraus mit, dass er vorhatte sich testen zu lassen, ob er vielleicht als Lebendspender infrage kam.

Sie löste sich, auf seine Aussage hin, abrupt von ihm und sah ihn mit vom Weinen geröteten, sowie leicht geschwollenen Augen überrascht und ungläubig zugleich an und wenn sie sich nicht so sicher gewesen wäre, dass sie ihn richtig verstanden hatte, dann würde sie glatt glauben, sich so eben gewaltig verhört zu haben.

„Was? Ist das dein Ernst?“, wollte sie sich darüber vergewissern, ob er das, was er da gerade gesagt hatte, auch wirklich vollkommen ernst meinte, zwar machte er jetzt keinen unehrlichen Eindruck auf sie, aber sie wollte diesbezüglich natürlich trotzdem hundertprozentige Gewissheit haben.

Dafür aber wusste sie, ohne auch nur eine einzige, noch so winzige Sekunde lang daran zu zweifeln, dass er keinesfalls irgendwelche makaberen Scherze machte, er machte zwar ganz gerne mal Witze, aber das würde er in einer ernsten Situation, wie der jetzigen, niemals tun, definitiv nicht und schon mal gar nicht ihr gegenüber.

„Mein voller Ernst. Ich werde mich, wenn möglich, noch heute Abend testen lassen“, entgegnete er mit einer Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit, von der er nicht wusste, wann er sie zuletzt an den Tag gelegt hatte, falls er es überhaupt jemals getan hatte, doch hier ging, wortwörtlich, um Leben und Tod und da gab es nun mal keine Zeit für Witzeleien.

Zwar wusste er natürlich ganz genau, dass es bei einer Lebertransplantation, genauso wie bei jedem anderen chirurgischen Eingriff auch, gewisse Risiken für Leib und Leben gab, aber hierbei ging es ja schließlich um das Leben von Kates Vater und er würde alles tun, um ihn zu retten, koste es, was es wolle.

Und selbst wenn sich bei der Untersuchung im Krankenhaus herausstellen sollte, dass er, entgegen seiner Hoffnung, aus irgendeinem Grund doch nicht als Spender infrage kam, dann würde er hinterher zumindest guten und reinen Gewissens sagen können, dass er sein möglichstes getan bzw. versucht hatte, um ihrem Dad zu helfen.

Die Polizistin, die im Laufe der Jahre bereits unzählige Verhöre mit Mördern durchgezogen hatte, sah ihren Berater an und konnte dessen wilde, unbeirrbare Entschlossenheit sowohl deutlich an seinem Gesicht ablesen, als auch ebenso klar an dem Ausdruck in seinen azurblauen Augen erkennen.

Zudem konnte sie förmlich spüren, wie unglaublich entschlossen er bezüglich seiner Entscheidung war, sich als potentiellen Lebendspender zur Verfügung zu stellen, was alles andere als selbstverständlich war, umso beeindruckter war sie von daher natürlich von seiner Bereitschaft.

Aber das war eben genau der Mann, in den sie sich bereits vor geraumer Zeit verliebt hatte und ohne das er etwas davon wusste oder auch nur ansatzweise ahnte, sorgte er mit seinem entschlossenen Auftreten dafür, dass ihre Liebe zu ihm noch um einiges stärker und tiefer wurde, als sie es ohnehin schon war.

Wenn er sich erst mal etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann blieb er auch eisern dabei und ließ sich dann auch durch nichts und niemanden mehr so leicht von seinem Entschluss abbringen, in dieser Hinsicht waren sie zwei, genauso wie in vielen anderen Dingen auch, halt genau gleich.

„Ich kann Dir gar nicht sagen, wie dankbar ich Dir dafür bin, Rick“, schenkte sie ihm ein schwaches Lächeln und tatsächlich konnte sie auf die Schnelle keinerlei Worte finden, die das Ausmaß ihrer Dankbarkeit auch nur im geringsten passend, geschweige denn angemessen beschreiben könnten.

Natürlich war sie sich der Gefahr, in die er sich mit einer Lebendspende begeben würde, ebenfalls vollkommen bewusst, aber noch war es ja noch nicht soweit, jetzt galt es erst einmal zu eruieren, ob er ihrem Dad seine Leber denn überhaupt spenden können würde, danach konnten sie sich ja immer noch miteinander über die damit verbundenen Risiken unterhalten.

„Immer“, war er zwar der Ansicht, dass sie sich nicht bei ihm zu bedanken brauchte, weil seine Bereitschaft sich auf seine Spendertauglichkeit testen zu lassen, für ihn eine Selbstverständlichkeit war, aber darüber würden sie später reden, sobald die ganze Situation vorbei und hoffentlich gut überstanden war.

Die beiden verloren keine Zeit und fuhren auf schnellstem Weg ins Krankenhaus, wo Castle sich umgehend, sowie eingehend untersuchen ließ, zum Glück mit positiven Resultaten, sämtliche Testergebnisse zeigten, dass er hundertprozentig dazu in der Lage war, Jim Beckett seine Leber spenden zu können.

Von da an ging alles recht schnell, Rick brachte das obligatorische Gespräch mit dem behandelnden Arzt hinter sich, der ihn ausführlich über alle möglichen Risiken eines solchen Eingriffs aufklärte, die sowohl während, als auch nach der Organspende auftreten konnten.

Und natürlich machte auch Kate ihm unmissverständlich klar, dass sie ihm zwar unendlich dankbar dafür war, dass er sich so selbstlos dazu bereit erklärte, ihrem Vater zu helfen, er seine Gesundheit, wenn nicht möglicherweise sogar sein Leben, aber trotzdem nicht unbedingt aufs Spiel setzen musste.

Zwar liebte sie ihren Dad natürlich und sie würde auch alles erdenkliche tun, um ihm nicht beim Sterben zusehen zu müssen, aber sie liebte Castle auch sehr und die beiden wichtigsten Männer in ihrem Leben gleichzeitig zu verlieren, das würde sie einfach nicht verkraften, an einem solchen Verlust würde sie über kurz oder lang zerbrechen.

Aber der Krimiautor blieb, wie es nicht anders zu erwarten war, felsenfest bei seinem Entschluss und sobald alle notwendigen Formalitäten erledigt und sowohl seine Familie, als auch die Jungs über die ernste Lage informiert waren, ging die lebenswichtige Lebertransplantation auch schon über die Bühne.

Gott sei Dank verlief die Operation, zur großen Erleichterung aller, völlig reibungslos und glücklicherweise schien Jim Becketts Körper das gespendete, fremde Leberstück auch problemlos anzunehmen, denn auch in den folgenden Tagen gab es, anders als vorab befürchtet, keinerlei Komplikationen.

Und auch Rick erholte sich gut von dem Eingriff und sobald die größte Gefahr von postoperativen Folgen vorüber war, er sich fit genug dazu fühlte und auch der behandelnde Arzt sein „Okay“ gab, konnte er die Klinik wieder verlassen und zurück nach Hause zu seinen Liebsten.

Kates Vater war zwar noch nicht vollständig über den Berg und es würde auch noch einige Zeit dauern, bis er wieder auf den Beinen war, aber die ärztlichen Prognosen waren überraschend gut und wenn ab jetzt nichts mehr dazwischen kam, dann würde er bald wieder weitestgehend genesen sein.

Castle hatte sich, unmittelbar nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus, dazu entschieden sich ein paar erholsame Tage in seinem Domizil in den Hamptons zu gönnen und weil er nicht alleine fahren wollte, hatte er kurzerhand Beckett gefragt, ob sie denn nicht Lust hätte ihn zu begleiten.

Er hätte zwar natürlich genauso gut auch seine Mutter und seine Tochter darum bitten können ihn zu begleiten, aber er hatte ganz bewusst seine Herzensdame gefragt, weil er ihr nach der wahnsinnig emotionalen Zeit, die sie hinter sich hatte, einfach etwas Gutes tun und ihr ein wenig Ruhe und Erholung gönnen wollte.

Zwar hatte er insgeheim nicht wirklich damit gerechnet, dass Kate zusagen würde, aber nach kurzer Überlegung nahm sie seine Einladung tatsächlich an, zwar wäre sie natürlich schon gerne in der Stadt geblieben, um für ihren Vater da sein zu können, aber schließlich war er im Krankenhaus ja in den allerbesten Händen.

Außerdem würden ein paar Tage Urlaub, fernab der Stadt, ihr nach allem, was sie hatte durchmachen müssen, ganz bestimmt gut tun und selbst ihr Dad meinte zu ihr, als sie ihm von Rick großzügiger Einladung erzählte, dass sie ruhig fahren konnte und das sie sich ein wenig Freizeit vollkommen verdiente hatte.

Und tatsächlich sollte ihre Zusage sich als die absolut beste Entscheidung herausstellen, die sie überhaupt hätte treffen können, sie waren mittlerweile schon seit drei Tagen hier und es war einfach nur wundervoll, vor allem Castle, der sie die ganze Zeit über geradezu wie eine Prinzessin, ach was, wie eine Königin behandelte.

Dabei müssten ihre Rollen eigentlich vertauscht und sie diejenige sein, die ihn verwöhnte und nicht umgekehrt, zwar war er der Gastgeber und sie sein Gast, aber das änderte natürlich dennoch nicht das geringste daran, dass er ihrem Vater das Leben gerettet hatte, womit sie ihm im Grunde genommen etwas schuldig war.

Allerdings wusste sie bereits jetzt, dass es höchstwahrscheinlich nie irgendetwas geben würde, was sie für ihn tun könnte, um sich für das, was er für sie und in erster Linie natürlich für ihre Dad getan hatte, auch nur ansatzweise revanchieren zu können.

Ebenso wenig wie damals, als er im Mordfall Jack Coonan bereitwillig sage und schreibe 100.000$ von seinem Privatvermögen opferte, nur damit sie, nach mehr als zehn Jahren, endlich die Chance bekam den Mörder ihrer Mom dingfest machen und seiner gerechten Strafe zuführen zu können.

Aber auch wenn sie ihm den unglaublich großen Gefallen, den er ihr und vor allem natürlich ihrem Vater getan hatte, niemals auch nur im geringsten zurückzahlen können würde, so würde sowohl sie, als auch ihr Vater ihm trotzdem auf ewig dankbar dafür sein.

„Hör zu, Kate, ich kann wirklich voll und ganz nachvollziehen, dass Du Dich einfach nicht daran hindern kannst, Dir ständig irgendwelche Was-wäre-wenn-Szenarien vorzustellen. Denn mir geht es ganz genauso“, begann er, sobald er mit seinen Gedanken schließlich wieder ins Hier und Jetzt zurückgekehrt war.

„Auch ich kann nicht anders, als mir immer wieder auszumalen, was gewesen wäre, wenn meine Untersuchung im Krankenhaus ergeben hätte, dass ich doch nicht als Spender infrage komme. Wenn bei der Operation oder auch danach irgendetwas schief gelaufen wäre“, erklärte er ihr weiter.

„Aber möchtest Du wissen, wie ich es schaffe, diese grausigen Gedanken zu verdrängen?“, fragte er sie anschließend und obwohl er es nicht mit Sicherheit sagen konnte, ahnte er zumindest bereits, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit von ihm wissen wollen würde, was denn sein „Geheimnis“ war.

„Ja bitte“, sollte er mit seiner Vermutung auch tatsächlich vollkommen richtig liegen und obwohl er normalerweise jubelte, wenn er recht hatte, tat er es dieses Mal ausnahmsweise nicht, weil momentan einfach nicht der passende Zeitpunkt war, um sich über irgendetwas zu freuen, beim besten Willen nicht.

„Ich konzentriere mich einfach ganz fest darauf, wie es letztendlich tatsächlich gekommen ist und schon rücken die düsteren Bilder weit in den Hintergrund“, verriet er ihr, auf ihre Zusage hin, wie es ihm gelang die Was-wäre-wenn-Szenarien aus seinem Kopf zu verbannen.

Und tatsächlich hatte er im Laufe der Zeit gelernt, alle möglichen dunklen Gedanken, die ihm im bisherigen Verlauf seines Lebens heimgesucht hatten, auf diese Weise zu bewältigen, zwar gelang ihm dies nicht unbedingt immer, aber zumindest in den meisten Fällen hatte er damit Erfolg.

„Danke Rick. Ich danke Dir für alles“, sagte sie, nach einigen Sekunden der Stille, lächelnd zu ihm und streckte sich dann ein wenig, um ihm einen zärtlichen Kuss auf die linke Wange zu geben, wohl wissen, dass kein Wort der Welt jemals wirklich Dank genug für seine Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit sein würde.

„Immer, Kate, immer“, erwiderte er das Lächeln, bevor die beiden sich anschließend wieder ganz eng aneinander kuschelten und die Nähe zueinander, sowie natürlich auch die Wärme des anderen in vollen Zügen genossen, während sie dem stetigen Prasseln des Kaminfeuers lauschten.

Und es sollte nicht sehr lange dauern, bis ihre Augenlider immer schwerer und schwerer wurden und schließlich ganz zufielen und innerhalb weniger Minuten waren die zwei dann auch schon in Morpheus Land der Träume versunken, aus dem sie auch erst dann wieder zurückkehrten, als die Sonne bereits am Himmel stand.

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So dalla und schon ist ein weiterer Oneshot beendet, von dem ich wirklich inständig hoffe, dass er euch besser gefallen hat, als der Letzte, für den ich mich jetzt und hier auch nochmal vielmals entschuldigen möchte.

Auf jeden Fall bin ich schon jetzt mächtig gespannt darauf, wie eure Reviews wohl ausfallen werden und ich hoffe sehr, dass ich diesmal ein paar mehr bekommen werde, als zum vorigen Oneshot.

Und obwohl ich euch zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts hundertprozentig versprechen kann und es daher auch nicht tun werde, möchte ich euch zumindest in Aussicht stellen, dass ich in naher Zukunft eventuell endlich mal wieder eine Geschichte verfassen werde.

Ideen habe ich zwar bereits einige, aber es ist leider noch nichts konkretes.

Zu guter Letzt wünsche ich euch allen noch einen schönen Rest-Sonntag, sowie einen möglichst reibungslosen Start in die kommende Woche, allen voran denjenigen, die, so wie ich, von Schnee, Eis und Kälte betroffen sind.

Mit den allerbesten Grüßen, euer Ahadi.
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