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Nachts im Hause Lightwood-Bane

Kurzbeschreibung
SammlungFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
06.02.2021
27.06.2021
19
32.043
18
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Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
06.02.2021 1.611
 
Okay, kurzes Vorwort;)
Meine Muse ist nach über 10 Jahren überraschend zurück- wobei ich mir von ladyfangirl, der hiermit dann dieser erste One Shot gewidmet sei (da immerhin auch ihr Aufgreifen des Projekts die Inspiration geliefert hat) habe sagen lassen, dass es auch sowas wie Plotbunnies gibt.
Egal wer jetzt Schuld ist -solange es so bleibt, mach ich hier mal fröhlich weiter.
Die wunderbaren Characktere gehören Cassandra Clare und mein Beitrag ist pro bono, wie Magnus sagen würde;)
Los gehts:


Halb Blind vor Tränen versuchte Magnus verzweifelt, sich gegen den stahlharten Griff um seinen Hals und seine Hände zu wehren, um zu Alexander zu gelangen, der blass und leblos im Zwielicht der Scheune an einem abgenutzten, alten Seil baumelte, welches dennoch fest um seinen Hals geschlungen schien. Scheune? Wieso Scheune? Und wieso sollte Alexander?Nein! Nein! Nein!
Irgendwas stimmt doch hier nicht! Das kann nicht … ICH MUSS!

Und wieder versuchte er mit aller Macht zu seinem geliebten Mann zu gelangen, doch der Arm um seinen Hals schien immer fester zuzudrücken, zerrte ihn unbarmherzig von Alec weg und egal was er auch versuchte, seine Magie wollte ihm einfach nicht gehorchen.
„Mißgeburt! Ausgeburt der Hölle! Das ist deine Schuld. Nur deine allein! Er hat es nicht ausgehalten. Genauso wenig wie sie! Niemand kann das auf Dauer.“
Diese Stimme! Vor Jahrhunderten hatte er diese Stimme das letzte Mal gehört. Schreiend, ersterbend.
Als der Mann, dem sie gehörte, durch seine unkontrollierte Magie in Flammen aufgegangen und bei lebendigem Leib zu Asche verbrannt war.

Das Bild vor seinen Augen flackerte. Er sah seine Mutter, wie sie dort in der Scheune an demselben alten Seil gehangen hatte.
Nicht mehr schön und voller Leben und Wärme, sondern nur noch eine leere Hülle. Und das einzig und allein durch seine Schuld.
Fast betäubt vor Verzweiflung und Entsetzen kniff er die Augen zusammen, nur um dann wieder Alec an ihrer Stelle dort zu sehen –seinen geliebten Alexander, sein Leben, seine Welt.
Er konnte nicht anders. Er schrie. Gellend und verzweifelt. Das konnte doch alles nur ein Alptraum sein! Das musste einfach ein Alptraum sein!
Der Mann hinter ihm lachte höhnisch und grausam, während er ihm ins Ohr zischte: „Da hast du es, du Monster. Da hast du deine verdiente Strafe. Und nun geb‘ ich dir den Rest. Für sie. Und für ihn.“
Und dann fühlte Magnus, wie er unter Wasser gedrückt wurde und auch wenn es nun so viele Jahrhunderte her war, löste das vertraute Gefühl zu ertrinken eine elementare Panik in ihm aus; eine Panik, die sogar den Gedanken, dass er ohne Alexander ohnehin keinen Grund zum Weiterleben hatte zwar nicht komplett verdrängen konnte, aber dennoch so sehr in den Hintergrund schob, dass er instinktiv mit aller Macht seine Magie zu sich rief…


„Nein! Magnus!!! Verdammt!“ fluchte Alexander verzweifelt und mit wachsender Panik.
Er war vor nicht ganz zwei Minuten unsanft aus seinem tiefen und zufriedenen Schlaf - dicht gekuschelt an die Liebe seines Lebens - gerissen worden, als Magnus ihn plötzlich heftig von sich gestoßen und entsetzlich geschrien hatte.
Im selben Moment hatte die Magie des Hexenmeisters eine elektrisch knisternde Schutzmauer um diesen gezogen, die es Alec unmöglich machte, ihn anzufassen.
Immer wieder und immer lauter rief er nach Magnus und flehte ihn fast schon an, aufzuwachen, aber Magnus reagierte nicht auf ihn.
Offensichtlich hatte sein Mann irgendeinen furchtbaren Alptraum und seine Magie hatte ihn infolgedessen völlig von der Realität abgeschirmt.

Noch während Alec hektisch überlegte, was er noch tun könnte, ging die Bettwäsche um Magnus herum in Flammen auf und der Schattenjäger keuchte entsetzt auf. Zum Glück schien Magnus sich selbst nicht zu verletzen, aber, beim Erzengel, wie lange noch?!

So schnell er konnte, hechtete Alec ins Badezimmer und füllte einen Eimer mit Wasser, um diesen auf die Flammen und auch auf Magnus zu kippen, in der Hoffnung, das Feuer zu löschen und /oder den Hexenmeister aufzuwecken, der mittlerweile verzweifelt weinte und nach Luft rang, als könne er nicht richtig atmen.
Zu Alecs grenzenlosem Entsetzen schien das Wasser jedoch lediglich Magnus‘ offensichtliche Panik und Luftnot zu steigern und das magische Feuer war davon ebenfalls völlig unbeeindruckt und schien ihm sogar noch höher zu schlagen.
Alecs Herz schlug wie wild, als er bemerkte, dass sich die Haut an Magnus Händen langsam rötlich verfärbte. Offensichtlich schützte er sich im Schlaf nicht ausreichend vor dem Feuer. Er musste handeln! Und zwar jetzt sofort. Er konnte auf gar keinen Fall zulassen, dass sich Magnus verletzte.

So schnell er konnte, griff er seine Stele und zeichnete die Hitzebeständigkeitsrune, die Iratze, die Runen für Stärke, Schnelligkeit und Ausdauer auf der nackten Haut seines Oberkörpers nach. Zudem fügte er eine Öffnungsrune hinzu, wobei er kurz bedauerte, dass er nicht wenigstens einen Schlafanzug trug, wenn schon nicht gleich die schützende Kampfmontour.
„Das wird wehtun", keuchte er, während er rasend schnell Anlauf nahm und sich mit aller Kraft, die er hatte, gegen den magischen Schutzschild und auf Magnus warf. „Magnus aufwachen!“ schrie er gleichzeitig, denn das war jetzt wirklich seine letzte Option.

Er spürte, wie er durch den Schutzwall brach, auch wenn der dadurch verursachte Schmerz ihm fast das Bewusstsein nahm und im selben Moment, wie das magische Feuer ihm trotz der Schutzrunen leichte Verbrennungen an Händen, Armen und Beinen zufügte.
Und dennoch konnte er in diesem Moment kaum etwas Anderes als unglaubliche Erleichterung empfinden. Denn als er unsanft auf Magnus zu liegen kam, wurde er sofort reflexartig in die Arme geschlossen und seine Augen, die er aufgrund des Schocks und Schmerzes nur mühsam offenhielt, gewährten ihm endlich einen Blick in die vertrauten, wunderschönen Katzenaugen seines Mannes.

„Alexander! Um Engels Willen!“
Noch im Aufwachen waren Schutzwall und Feuer verschwunden und mit einem schnellen Fingerschnippen erschien die vertraute, blaue Magie in Magnus Hand, mit der er sich sofort um die Verbrennungen kümmerte und mit dem Nachlassen der Schmerzen wurde Alecs Verstand augenblicklich wieder klarer. Das war wohl auch gut so, denn wie er schnell feststellte, war das Ganze offensichtlich noch lange nicht überstanden. Noch immer liefen unaufhörlich Tränen über Magnus‘ Wangen und nun begann er immer zu wiederholen: „Es tut mir leid. Das tut mir so leid. Ich habe dich nicht verdient. Das ist meine Schuld. Das ist alles meine Schuld. Wie konnte ich sowas nur tun. Tut mir….“

Irritiert streckte Alec die mittlerweile wieder verheilten Hände aus und strich Magnus über die Wangen, um die Tränen fortzuwischen.
„Hey“, sagte er leise: „Es ist alles gut. Beruhig dich erst mal und erzähl mir, was dir so furchtbare Angst gemacht hat.“

Magnus schüttelte nur den Kopf und die Magie in seiner Hand erlosch, nachdem die letzte Verbrennung auf Alecs Schienbein verschwand. Er wollte aufstehen, doch Alec hielt ihn auf.
„Rede mit mir. Ich hatte wirklich Angst um dich.“ flehte er leise.

Zornig blickte Magnus auf. Noch immer hatte er sich nicht die Mühe gemacht, wieder einen Zauberglanz über seine Augen zu legen, oder er war noch immer zu aufgewühlt, daher kam Alec in den eher seltenen Genuss das wilde Funkeln in seinen bernsteinfarbenen Augen zu sehen.
Wenn Magnus wüsste, dass Alec diesen Anblick selbst beim Streiten manchmal genoss, würde er ihn wahrscheinlich auf der Stelle für verrückt erklären
„Du um mich? Ich habe dich fast angezündet Alexander!“

Mühsam konzentrierte Alec sich. „Das ist nicht wahr und das weißt du auch“, korrigierte er seinen Mann. „Du hast dich selbst fast angezündet. Ich hätte mich nicht ins Feuer werfen müssen. Ich konnte aber nicht ertragen, dass du dich verletzt. Ich liebe dich mehr als alles Andere auf dieser Welt Magnus und auch das weißt du. Und jetzt sag mir, was los war.“

Sprachlos erwiderte Magnus den Blick des jungen Nephilim für einen langen Moment, der ihm unverwandt in die –gewandelten-Augen sah.
Die Bilder und Worte seines Traumes zogen vor seinem geistigen Auge vorbei. Nein. Nein. Hier war kein Vergleich. Überhaupt nicht.
Dennoch – er wollte dieses Thema nicht vertiefen, denn unter dem Strich würde es ihnen Beiden nur weh tun. Es war fast 150 Jahre her das so etwas zuletzt passiert war. Nach Camille.
Und natürlich früher sehr oft nach dem Tod seiner Mutter. Zum Glück hatte es bei den stillen Brüdern nicht allzu viel gegeben, was er hätte anzünden können. Angst verursachte das. Angst davor, alles zu verlieren – und er hatte noch nie so viel zu verlieren gehabt, wie jetzt.
Offensichtlich hatte er sich über Alexanders kleine Verletzung vor 3 Tagen bei dem Einsatz wieder einmal mehr aufgeregt, als ihm bewusst gewesen war.
Er würde seine Magie in den nächsten Nächten sicherheitshalber blockieren müssen.

„Es waren nur Ängste Alexander“, versuchte er leise und ausweichend zu erklären. „Alte Wunden. Meine Mutter. Mein Stiefvater. Manchmal melden sie sich auf diese Art. Wir müssen einfach die nächsten Nächte vorsichtig sein, bis sich das wieder beruhigt.“
„Du hast nach mir gerufen“, bemerkte Alec leise, in der Hoffnung, Magnus würde sich ihm doch noch ausführlicher anvertrauen, doch er spürte bereits, dass der Hexenmeister das Thema abhaken wollte.

Zaghaft näherte Magnus sich Alec wieder und legte den Kopf an seine Schulter, woraufhin er aufseufzend feststellte, dass der Schattenjäger ihn sofort und ohne zu Zögern in seine Arme schloss. Das war Alles was er jetzt wollte und brauchte.
„Es war nur ein Traum.“ schloss Magnus leise und bestimmt und kuschelte sich noch enger an Alec.
„Aber es ist wirklich schade um die schöne Bettwäsche“, fügte er dann murrend hinzu. „Die war von Cellini.“
Er spürte wie Alecs Brust vibrierte, als er leise lachte und war froh, dass dieser offenbar einverstanden war, das Thema fallen zu lassen und verstand, dass Magnus es einfach nicht vertiefen wollte.
Eines Tages würde der Verlust seines geliebten Mannes kein Traum mehr sein, aber darüber wollte er jetzt nicht nachdenken.
„Ich bin sicher, du findest Ersatz dafür, Mags– vielleicht mit etwas Glitzer?“
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