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SEPTEM AGELESS

von RieZurk
GeschichteDrama, Familie / P18 / Mix
Godric Gryffindor Helga Hufflepuff Merlin Regulus Arcturus Black Rowena Ravenclaw Salazar Slytherin
05.02.2021
07.05.2021
65
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08.04.2021 2.174
 
Kapitel 43
Eine Schneeballschlacht und ihre Folgen


Es war mitten im Advent und die Kinder konnten es kaum erwarten, dass die vierte Kerze brannte. Auch Salazar schien immer ungeduldiger zu wirken.  Aber bei ihm war es, weil es der 24. Dezember war und er nur getrocknetes Brot oder Brotsuppe gegessen hatte, wie man es damals im Mittelalter getan hatte.

Salazar hatte es als Kind so gelernt, und es auch als Unsterblicher so beibehalten. Das Haus wurde festlich geschmückt. Alle halfen fleißig mit, die Girlanden aufzuhängen und die Weihnachts-Strümpfe am Kamin aufzuhängen. Auch der Weihnachts-Müffel hatte einen Strumpf bekommen, auch wenn der Parselmund nur die Augen verdreht hatte.

Der Vortag des Weihnachtsmorgen. Sirius, Regulus, Manasha und TJ schmückten den Christbaum mit Kugeln, Lichterketten und mit ganz viel Limetta, weil Manasha das so wollte.  Salazar beobachtete sie, im Sessel sitzend und auf seinen Skizzenblock herum kritzelnd.  Das Mädchen hatte ihren eigenen Kopf und auch wenn sie kaum Englisch sprach, lernte sie schnell die anderen mit Händen und Füßen ihre Vorstellungen mitzuteilen.

Leise lachend legte der Parselmund sein Skizzenblock beiseite und stand auf, um den Vieren zu helfen. Auch weil Cerberus, der belgische Schäferhund zwischen den zwei Black-Brüdern und den beiden Kindern herum fuselte, und Manasha noch immer ein Bisschen Angst vor dem großen Hund hatte.

Sirius hatte große Geschenke besorgt und sie bereits in weihnachtlichen Geschenkpapier eingepackt und sie unter dem Weihnachtsbaum gelegt. Auch Regulus war bereits mit großen Kartons in weihnachtlichen Papier verpackt ins Wohnzimmer gekommen, um die Geschenke von ihm und Salazar für die Kinder und Sirius zu den Haufen seines Bruders zu stellen.

Die beiden Kinder konnten es kaum erwarten, bis sie am nächsten Morgen, die Geschenke auspacken durften. Doch bevor es soweit war, mussten sie noch einen ganzen Tag überstehen. Salazar lungerte oft im Wohnzimmer herum, und skizzierte den Christbaum mit den ganzen Geschenken. Das gezeichnete Bild schrumpfte er zu einer Postkarte, und schrieb Weihnachtsgrüße drauf, um die Postkarte dann in den Briefkasten der Potters zu werfen.

Es schneite immer noch. Regulus rannte wie ein Kind aus dem Haus zur nächsten Schneewehe im Vorgarten, wo er sich bückte und den Schnee zu einer ungleichmäßigen Kugel zusammenpresste. „Was machst du da?“ fragte Sirius von der obersten Stufe, doch als er erkannte, was sein kleiner Bruder vor hatte, grinste er breit und formte ebenfalls einen Ball.

Die Kinder versuchten einen Schneemann zu bauen. TJ versuchte Manasha zu Erklären, was sie mit dem Schnee machen musste. „Was macht ihr da?“ wollte nun auch Salazar wissen, welcher an der Haustür stehen geblieben war und die Stirn runzelte. Zur Antwort warf Sirius seinen Schneeball und traf den Parselmund mitten auf die Brust.

Slytherin sah auf die weißen Reste hinunter, die seinen Kaschmirmantel verunzierten und hob eine Augenbraue. Das ungläubige Gesicht, das er machte, war zu komisch. Auch Regulus Schneeball traf die Brust des Parselmundes. Sirius lachte laut los, als auch der dritte Schneeball durch die Luft flitzte und Salazar genau ins Gesicht traf.

„Der hat gesessen!“ grinste der Rumtreiber seinen kleinen Bruder an, und blickte kurz zu den beiden Kindern hinüber. TJ und Manasha warfen vertieft daran, gemeinsam den Unterleib des Schneemannes zu formen. Cerberus flitze an Salazar vorbei nach Draußen und sprang zwischen Regulus und Sirius umher oder wälzte sich im Schnee.

Der Gründer Hogwarts starrte die Brüder an und drehte seinen Gehstock in der Hand. „Na kommt“; sagte er und schüttelte den Kopf, während das Kinderlachen von TJ und Manasah ihm ein Lächeln entlockte. „Es reicht jetzt.“

„Wie lange hast du schon keine Schneeballschlacht gemacht, Sal? Zehn Jahre, vierzig Jahre – hundert?“ fragte Regulus und hob einen Schneeball drohend an, um ihn auf seinen Geliebten zu werfen. Doch Salazars finsterer Blick, ließ ihn inne halten. Schließlich wollte der ehemalige Todesser – es sich auch nicht mit Salazar Slytherin verscherzen.

Der ehemalige Soldat hob beide Augenbrauen, und wirkte etwas arrogant, als er antwortete: „Noch nie.“ Kurz darauf pfiff er seinen Hund zurück, der die Kinder beim Schneemann bauen störte. Und TJ ankläffte, weil dieser einen Schneeball nach dem belgischen Schäferhund geworfen hatte.

„Du hast nicht einmal als Kind im Schnee gespielt?“ wollte Regulus wissen, während sein großer Bruder sein nächstes Geschoss aus Schnee auf den Parselmund ab feuerte. Salazar duckte sich, sodass der Schneeball über seinen Kopf hinwegsegelte und gegen die kürzlich geschlossene Haustür flog.

Salazar richtete sich wieder auf und streckte seine Hände in die Manteltaschen. „Ich bin in einem Kloster aufgewachsen, schon vergessen? Zudem war ich nicht sonderlich scharf darauf, als Kind an einer Erkältung zu sterben.“ Cerberus kam die Treppe hoch gerannt und stupste sein Herrchen gegen das gesunde Bein, als wollte er ihn ermutigen.

„Also hast du wirklich noch nie, im Schnee mit Anderen gespielt?“ fragte nun TJ mit großen Augen, der sich das einfach nicht vorstellen konnte. Auch Manasha schaute mit großen Augen zu dem ehemaligen Grafen hinüber. Der Schnee wehte in wilden Tänzen um sie herum und der Wind pfiff ein schauriges Winterlied.

„Nein.“ Vor diesem einen Wort gab es ein leichtes Zögern von dem Parselmund, welcher langsam und vorsichtig, die Treppe hinunter kam. Cerberus folgte ihm genauso langsam, als wäre er an der Leine befestigt, die allerdings Sirius um seinen Oberkörper wie ein Ordensband trug.

Regulus formte erneut einen Ball aus dem weichen flockigen Schnee. Der eigentliche Schnee-Spaziergang war bereits im Vorgarten des Hauses zu einem IM SCHNEE SPIELEN geworden. „Ach komm, Salazar, lüg mich nicht an“, meinte der ehemalige Todesser und warf den Schneeball auf seinen Bruder.

„Wie du bereits bemerkt haben dürftest, Regulus, war ich ein Graf. Und als solcher war es mir und meinem Cousin Silas nicht gestattet, uns zu derlei albernen Späßen im Schnee hinreißen zu lassen und zu Riskieren, dass die Erben der Grafschaft erkrankten, und wegen dieser Albernheit starben“, erläuterte Slytherin ganz formell und lehnte seinen Spazierstock gegen das Geländer der Treppe, die zu ihrem Haus führte.

Sirius bewarf seinen Bruder mit hastig fabrizierten Schneebällen. TJ schloss sich kurzerhand an und schleuderte seinerseits seine Kugeln auf seine Pflegeväter – abwechselnd auf Salazar – und dann auf Regulus. Die Schneeballschlacht war nun voll im Gange. Jeder gegen Jeden – und absolut alle hatten Spaß, auch Cerberus. Der Hund lief zwischen ihnen herum, bellte, wedelte mit dem Schwanz und schnappte manchmal nach den Schneekugeln.

Auch der Mitgründer der Zauberschule Großbritanniens blickte weniger finster, als zuvor, als er herumwirbelte, und sich ducken musste, da er nun von beiden Seiten attackiert wurde, als Regulus und Sirius ihn wieder mit Schneebällen bewarfen.

„Wisst ihr, was man als Soldat und damaliger Bogenschütze – richtig gut – tun kann?“ fragte Salazar beiläufig, um mit konzentrierter Miene Schneebälle zu formen, um sie dann in schneller Abfolge auf Regulus, TJ und Sirius abzufeuern. Die Schneebälle trafen ihre Ziele – Schulter, Gesicht, Brust, Oberschenkel, Mütze, Unterarm, Oberarm.

„Du schummelst!“ beschwerte sich TJ, als er sich bibbernd aus dem Schneehügel grub, in dem er gefallen war, nachdem einer von Slytherins Schneebällen ihm ins Gesicht getroffen hatte. Der Junge war noch immer ganz rot dort, wo der kalte Schnee gewesen war.

Salazar grinste. „Ihr wolltet, dass ich mitspiele.“ Damit schleuderte er einen Schneeball auf Regulus ab, dieser duckte sich so, dass der kalte Schnee Sirius auf der Brust traf.  „Ich habe noch nie – mein Ziel verfehlt – noch nie.“ Als Fünfjähriger hatte der Parselmund Bogenschießen gelernt, mit sieben Schwertkampf. Mit Zehn Reiten. Wenn er etwas konnte, dann die Mitte der Zielscheibe treffen, egal ob mit Pfeil und Bogen,  ein Dartpfeil, Pistole oder Gewehr.

Sirius brummte als der kalte Schnee an seiner Jacke hinab rieselte. Er bückte sich und formte mit seinen Händen einen Schneeball, indem leider nicht nur Schnee war, sondern auch Kieselsteine vom Weg. Der Rumtreiber warf die Kugel mit Schnee auf den Gründer Hogwarts, welcher zu spät auswich. Der Schneeball traf  ihn am Kopf

Der Ex-Soldat zuckte so heftig zusammen, als hätte er ein Geschoss aus einem Maschinengewehr abbekommen. Fiel vorne über in den Schnee und rührte sich nicht mehr. Blut verklebte sein Haar. Ihm lief teilweise etwas von seinem kostbaren  Lebenssafts die Wangen und Hals hinunter in den Schnee.

„Salazar!“ Regulus entsetzten Rufen hallte durch die Straße. TJ und Manasha standen da wie erstarrt. Und auch Sirius schien unter Schock zu stehen. Angst durchflutete die Kinder und den Übeltäter der Schneeballaktion. War Salazar okay? Würde er wieder werden? Er war nicht tot, oder?

…...............


Als Salazar die Augen wieder aufschlug, blieb die Welt um ihn herum dunkel. Er fühlte, dass er in seinem Bett lag, und als er seinen Arm hob, merkte er den weichen Stoff, welcher um seinen Kopf gewickelt war. Irgendwie gelang es dem Mann den Verband von seinen Augen zu schieben. Doch das grelle Licht, ließ ihn die Augen wieder schließen.

Er musste sich nicht umsehen, um zu wissen – wo er sich befand. Im Krankenhaus. Diesen Geruch und das Weiß kannte der Parselmund nur zu gut. „Einen Tag vor dem Weihnachtsmorgen, musste ich noch nie eine tiefe Wunde am Kopf flicken“, sagte ein kahlköpfiger aber freundlicher Arzt, welcher ins Zimmer trat. „Sie sind der erste Soldat, der sich bei einer Schneeballschlacht eine fast verheilte Narbe wieder aufgerissen hat. Dazu kommt ihr beschädigtes Bein. Narben von unzähligen Schnittverletzungen, Schusswunden und Blutergüsse. Nach dem was ich gesehen habe, haben Sie einen verdammt guten Schutzengel.“

Salazar schloss die Augen wieder und gab sich der Schwärze hin. Er hörte nur noch, wie kühle Hände die linke Seite seines Kopfes berührten. Und über dem Ohr die verletzte Stelle begutachteten. Dann wurden die Schmerzmittel erhöht und er versank förmlich in die schmerzlose Finsternis, die der Schlaf ihm versprach.

Der Arzt seufzte und trat aus dem Krankenzimmer hinaus. Im Wartezimmer warteten zwei Herren mit zwei Kindern darauf zu erfahren, wie es um Mr. Josué Roslaes stand. „Nun, wir haben seine Kopfverletzung im Auge, aber es sieht so aus, als würde er mit einer Gehirnerschütterung davonkommen. Sein rechtes Bein hatte allerdings nicht so viel Glück – es ist ein reines Chaos. Keine Ahnung, was die Kollegen da gemacht haben, aber es wurde falsch zusammen geschraubt und ist an fast vierzehn Stellen gebrochen gewesen.“

„Können wir zu ihm?“ wollte Regulus wissen, welcher als Einziger von den Vieren in der Lage war – zu Sprechen. Manasha konnte nicht so gut Englisch und das einzige, was das Mädchen in den letzten Stunden von sich gegeben hatte, war der Name des anderen Parselmundes. TJ war zu geschockt, um nach seinem Pflegevater zu fragen und Sirius viel zu nervös, weil er sich die Schuld gab, dafür – dass Salazar am Vortag des Weihnachtsmorgen im Krankenhaus lag.

Der Arzt schüttelte stumm den Kopf. „Nein. Er hatte viel Glück. Aber ich bezweifle, dass seine Frau ihn jetzt erkennen würde“; sagte der Doktor und seufzte. „Er trug einen Ring an einer Halskette. Ich nehme an, es ist ein Ehering. Auch wenn ich die Worte nicht lesen kann – der Name ist eindeutig der Name einer Frau.  Cessily.“

„Ich kenne keine Cessily“, sagte Regulus und runzelte die Stirn. Er schaute zu Sirius und fragte ihn: „Kennst du eine Cessily?“ Doch sein Bruder schüttelte den Kopf. Hinterging Salazar ihn? Fragte sich der ehemalige Todesser. War das alles nur ein krankes Spiel von dem Parselmund? Wer war Cessily?

…...............


Salazar konnte sich nicht daran erinnern, wann er das letzte Mal einen solchen Kater gehabt hatte. Sein Kopf fühlte sich an, als hätte eine sich ein Schwarm Donnervögel sich dort niedergelassen und flatterten mit ihren Unwetter in seinem Kopf herum, als gäbe es keinen Morgen mehr.

„Frohe Weihnachten“, begrüßte ihn eine Krankenschwester mit einem Lächeln. „Ich habe Ihnen das Frühstück gebracht. Haben Sie Hunger? Darf ich fragen, wer Cessily ist – sie haben diesen Namen gemurmelt, als sie noch geschlafen haben. Jemand besonderes?“

Der ehemalige Soldat schloss kurz die Augen, und nickte dann. „Cessily war meine Frau“, antwortete er. „Und wenn Sie mich fragen, die einzige Person, die immer an mich geglaubt hat. Egal was für ein Mist ich verzapft habe – sie war stets da, um die Wogen wieder zu glätten oder mein Gemüt wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.“

„Klingt nach einer sehr besonderen Frau“, erwiderte die Krankenschwester und lächelte noch immer. Sie half den Verletzten sich hinzusetzten und schüttelte das Kissen aus. „Ist sie bei Ihren Kindern, um mit ihnen gemeinsam Weihnachten zu verbringen? Sie dürfen sich heute auch wieder dazu gesellen. Ich bringe gleich die Papiere.“

Salazar stöhnte leise, da sein Kopf schmerzte. „Sie verbringt Weihnachten im Himmel mit unseren Kindern“, erklärte der Parselmund mit gedämpfter Stimme. „Ich trage den Ring an der Halskette, weil ich sie vermisse. Und weil ich meine Kinder vermisse. Mein Sohn starb, als er fünf Jahre alt war. Meine Tochter...im Kindsbett ihres Sohnes.“

Die Krankenschwester lächelte schwach, vermutlich verstand sie nicht wirklich – wie es sein konnte, dass ein augenscheinlicher Anfang dreißig Jähriger Mann, verheiratet und zwei Kinder haben könnte, wo die Tochter die Geburt ihres Sohnes nicht überlebt hatte. Selbst wenn die Tochter bereits sechszehn gewesen wäre, würde es nicht hinkommen.

Die Entlassungspapiere waren schnell unterzeichnet, und vom Arzt genehmigt. Aber Salazar wurde mehrfach dazu angehalten, es ruhig anzugehen – viel zu Schlafen und nichts Wildes zu unternehmen. Keine Schneeballschlachten mehr, und auch kein Toben mit den Hund oder den Kindern.
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