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SEPTEM AGELESS

von RieZurk
GeschichteDrama, Familie / P18 / Mix
Godric Gryffindor Helga Hufflepuff Merlin Regulus Arcturus Black Rowena Ravenclaw Salazar Slytherin
05.02.2021
20.04.2021
54
123.889
5
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08.04.2021 2.082
 
Kapitel 42
Weihnachtsvorbereitungen  


TJ´s frühste Erinnerung an Weihnachten war als er fünf Jahre alt gewesen war. Seine Mutter hatte mit ihm am 24. Dezember den Weihnachtsbaum und das gesamte Haus geschmückt. Am Kamin hingen Weihnachts-Socken, die von dem Weihnachtsmann befüllt worden waren. Auch bei seiner Großmutter war Weihnachten immer sehr traditionell gewesen. Am ersten Weihnachtsfeiertag wurden am Morgen die Geschenke ausgepackt und anschließend gefrühstückt.

Dann ging es jedes Mal in den Gottesdienst. Das große Weihnachtsessen gab es immer am Nachmittag und gegen Abend hörten sie gemeinsam die Weihnachtsrede der Queen im Fernsehen. Am zweiten Weihnachtstag, hatte er sich oft immer mit Albus getroffen, um Geschenke auszutauschen oder hatte auch manchmal seine Großeltern in Florida besucht.

Nachdenklich runzelte der Junge die Stirn und starrte die Schneeflocken an, die vor dem Fenster des Zuges fielen. Die weiße Landschaften, welche vorbei zogen, sahen wunderschön aus. „Hey“, sagte Albus und stupste seinen besten Freund an. „Wir sehen uns doch, am zweiten Weihnachtsfeiertag, oder? Meine Eltern haben wie immer nichts dagegen.“

Doch TJ saß einfach nur da und starrte aus dem Fenster. Sein erstes Weihnachten ohne seine Großmutter. Das erste Weihnachten bei einer Pflegefamilie, und vor allem – Was sollte er seinen Pflegevätern nur schenken? Und was würde er für Geschenke bekommen? In dem Kopf des Jungen wirbelten nicht nur Erinnerungen, sondern auch viele Fragen.

„Klar“, murmelte er etwas neben sich stehend. Natürlich müsste er eigentlich, erstmal seine Pflegeväter fragen, ob er überhaupt zu den Potters rüber durfte, am zweiten Weihnachtstag. Aber TJ ging einfach davon aus, dass er es durfte. Weihnachten war normalerweise die Lieblingszeit jedes Kindes, und auch auch der Junge liebte Weihnachten.

Seine Vorfreude und Aufregung stiegen, während draußen, außerhalb des Zuges die Schneeflocken herum wirbelten. Gefrorene Seen, winterliche schneebedeckte Felder, kahle Bäume unter einer sanften Schneedecke und Dörfer, die aussahen wie einer Schneekugel entsprungen. Seine Träume von einem Zuhause und einer Familie hatten sich verwirklicht. Er war nicht mehr TJ Nielsen, sondern TJ Black – auch wenn er Sals Nachnamen viel lieber mochte.

Rosales klang schöner, und bedeutete übersetzt, Rosenbusch. Irgendwie würde auch ein Doppel-Nachnamen schön klingen wie Black-Rosales. Doch Salazar und Regulus hatten nicht vor zu Heiraten, oder generell die Beziehung auf eine Ebene zu setzten, wie bei einer Ehe. TJ freute sich seine Pflegeeltern wiederzusehen. Und auf Raya, seine Python.

Als der Hogwarts-Express zum Stillstand kam, strömten die Schüler, die über Weihnachten bei ihren Familien verbringen würden auf den Bahnsteig hinaus. TJ nahm seinen Koffer und den Eulenkäfig mit Sammy und verabschiedete sich von Scorpius und Albus, sie würden sich auf jeden Fall schreiben und am 7. Januar sich wieder treffen, wenn es wieder zurück nach Hogwarts ging.

Auf dem Bahnsteig stand Regulus Black, welcher seinen Pflegesohn mit einer kräftigen Umarmung begrüßte, ihm den Koffer abnahm und auf einen Gepäckwagen hievte, bevor er mit ihm durch die Absperrung ging. Dort auf Bahnsteig 9 und 10 stand Salazar mit seinem trainierten Schäferhund Rüde Cerberus, welcher brav Sitz machte.

TJ begann zu Strahlen, rannte auf den ehemaligen Soldaten und dem Militärhund zu, um erst den Hund zu begrüßen und dann Salazar in die Arme zu springen. Lachend umarmte der Mann seinen Pflegesohn und ließ ihn schließlich los, als TJ begann ihn zu Kneifen, um zu testen, ob Salazar echt mit Cerberus da stand, um ihn Zuhause Willkommen zu heißen. „Jetzt kann Weihnachten kommen!“ meinte der Junge mit einem breiten Grinsen.

„So eilig habe ich es jetzt nicht mit diesem verfluchten Fest der Liebe, aber du hast Recht“, gluckste Salazar und lockerte die Leine von seinem Schäferhund Rüden etwas. „Jetzt, wo du wieder bei uns bist, kann Weihnachten kommen.“ Schwanzwedelnd begrüßte der Hund auch Regulus, welcher, mit dem Gepäckwagen zu ihnen stieß.

Gemeinsam verließen sie den Bahnsteig und fanden sich schließlich in der Eingangshalle des Bahnhofs wieder. Dort stand ein geschmückter Weihnachtsbaum, den TJ bewunderte, Salazar kaum eines Blickes würdige und Regulus mit einem Lächeln kurz betrachtete. Die Drei und der Militärhund bahnten sich einen Weg durch die hetzende Menge.

…..................


TJ und Cerberus hatten die beiden jungen Männer bei Sirius Black und Manasha daheim abgesetzt. Sirius hatte den Hund ins Haus gelassen, bevor er den Jungen half, den Koffer ins Haus zu tragen und sich seinem Pflege-Neffen als Onkel Sirius vorstellte. Manasha war still gewesen und beäugte den fremden Jungen nur.

Im Supermarkt um die Ecke, da gab es Christbaum-Kugeln, Adventsbestecke, Nikoläuse und Weihnachtsmänner aus Schokolade, Lebkuchen und anderes Gebäck. Es gab Girlanden, Zuckerstangen und einige Sachen mehr. Salazar verdrehte dabei nur die Augen und verschwand mit dem Einkaufswagen zwischen den Regalen.

Regulus tauchte irgendwann bei ihm auf und ließ  Lebkuchen-Packungen, Schokoladen-Weihnachtsmänner und Schokoladen-Christkugeln in den Einkaufswagen fallen. Der Anblick der Schokolade besserte Salazars Laune auf Anhieb. Er schob den Einkaufswagen weiter, und angelte sich abwesend eine Flasche Rotwein aus dem Regal.

„Milch“, sagte Regulus und unterbrach die Gedanken seines Freundes, drehte sich bereits wieder um, und verschwand zwischen den Regalen um frische Mich zu holen. Salazar blieb einfach im Gang zwischen den Regalen von Schokoladen-Weihnachtsmänner und den Getränken in Plastikflaschen stehen und hüllte sich in Schweigen.

Die Geräuschkulisse war wirklich nicht angenehm. Es war laut und stickig in dem Lebensmittel-Laden. Salazar begann trotz der winterlichen Stimmung auf dem Parkplatz zu Schwitzen. Er war kreidebleich im Gesicht, als er ein Spielzeug-Maschinengewehr entdeckte, dass ein Mann für seinen Sohn als Weihnachtsgeschenk in einen Einkaufswagen legte.

Salazars Augen schossen herum, als würde er das erste Mal seit Äonen die Zivilisation betrachten. Die Grenze zwischen Flashback und Wirklichkeit verschwamm und ging im Feuergefecht vor seinen Augen unter.

Direkt vor seinen Augen sah er das Feuer der Handybombe, der Gesteinstaub und der Rauch brannte in seinen Augen. Salazar Magen zog sich zusammen.  Der Anblick seines toten Freundes John jagte ihn durchs Mark und Bein. Er musste sich erstmal übergeben. Der Geruch des Erbrochen zog in seine Nase. Der Tod jeden Tag ins Auge zu sehen und es zu überleben. Das war etwas, an das er sich nie gewöhnt hatte. Es war egal, ob er die Soldaten persönlich gekannt hatte, sie waren Soldaten und somit seine Brüder und Schwestern. Aber er lebte weiter – er hatte Dinge überlebt, die nicht danach ausgesehen hatten. Seine Kollegen sagten, dass er einen verdammt guten Schutzengel haben müsste – doch Salazar war sich sicher, dass er keinen Schutzengel hatte. Seine Augen fielen zu, Blut sickerte auf den Boden. Sein Bein tat tierisch weh.  Geräusche hörte er keine – seine Ohren bluteten. Die Explosion war zu laut gewesen, als dass man sie unbeschadet überstehen würde. Er war zwar unsterblich, aber nicht unverwundbar.  Er spürte, wie die Kraft aus ihn wich, als er versuchte an den Gesteinsbrocken zu rütteln. Je mehr Kraft er aufwand, desto müder wurde er. Aber Salazar wusste, dass er nicht einschlafen durfte. Denn wenn er einschlief, könnte es sein, dass er niemals wieder aufwachte. Doch seine Augen fielen zu und das Blut sickerte weiter aus den Wunden und der Schmerz betäubte seinen Verstand. Irgendwo unter den Gestein lag sein Gewehr, welches er bei der Explosion verloren hatte.

Als Salazar seine Augen wieder öffnete, befand er sich auf den Boden des Supermarkts. Sein Herz raste und in der Panik des Flashbacks war er gestolpert und hatte auch eine Ausstellung von Lebkuchen-Packungen, mit Schokoladen und Zuckerguss Überzug, umgeworfen. Salazar fastete, wie er es aus seiner Kindheit gewohnt war vom 25. November bis Weihnachten. Er nahm nur spezielle Speisen und Getränke zu sich.

Fisch, Fastengebäck, Lebkuchen, Honigkuchen und Fastenbier gehörten zu ihm genauso zu Weihnachten, wie für andere die Weihnachtssocken am Kamin oder der Weihnachtsbaum im Haus. Das Glück brauchte keine bunten Schleifen und Liebe brauchte laut Salazar auch keine Jahreszeit.

Bleich im Gesicht rappelte sich der ehemalige Graf auf und erhielt von niemanden Hilfe. Keiner der umstehenden Leute, schien es nötig zu finden ihm aufzuhelfen. Einige liefen kopfschüttelnd vorbei und flüsterten ihren Kindern zu, dass dieser Mann nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte. Salazar verzog das Gesicht zu einer Grimasse aus Schmerzen. Doch dann schob sich ein Arm um seinen Arm und ein kräftiger Ruck half ihm auf.

Irritiert blickte der Parselmund neben sich und erkannte niemand geringeren als Harry James Potter. Der Vater von Albus Severus Potter. Der Brillenträger lächelte ihn freundlich an. „Geht es Ihnen gut?“ fragte der Held der Zauberwelt, den Mitgründer der Schule, auf die er als Junge gegangen war. „Sie sehen sehr mitgenommen aus. Sehr blass.“

„Mir geht es gut“, erwiderte Salazar tonlos. Schweiß glänzte auf seiner Stirn und am Halsansatz. „Habt Dank für Ihre Hilfe, Mr. Potter.“ Er zwang sich zu einem aufgesetzten Lächeln, doch er wusste, dass man ihm ansah, dass er verwirrt war und auch Schmerzen im Bein hatte. Warum gab es nur solche Spielzeuge für Kinder? Was bezweckte man damit? Dass eine Generation neuer Soldaten heran wuchs, die entweder starben oder für immer mit sich kämpften?

Harry half den vom Aussehen jüngeren Mann weiterhin zu Stehen. Er stützte den Ex-Soldaten beim Gehen. Salazar humpelte nicht nur – er setzte sein gesamtes Bein gar nicht mehr auf. Der Bezwinger von Lord Voldemort nahm den Einkaufswagen und schob ihn mit einer Hand, halbherzig vor sich her.

Als Regulus von dem Tumult angelockt auftauchte, riss er überrascht die Augen auf. „Bei Merlin“, stieß der jüngere Black aus. „Sal, was ist passiert? - Hi, Harry. - Sal, geht es dir gut? Du siehst grauenhaft aus. Ich versteh nicht, wie man vom 25. November bis Weihnachten fasten kann, - Bist du deswegen umgekippt..?“

Sorge schimmerte in den grauen Augen des Blacks. Er legte die Milch in den Einkaufswagen und war dann sofort bei Salazar, um ihm zu Helfen. „Ich habe es nicht mitbekommen, aber er ist wohl urplötzlich gestürzt und lag dann da, als würde er von irgendetwas zerdrückt werden“, erzählte Harry Potter seinen Nachbarn. „Ein guter Nachbar und ein guter Freund hilft einen jungen Mann dann, auch wenn – Sal viel älter ist als er aussieht.“

Nachdem Einkauf, bugsierte Regulus seinen Freund auf den Beifahrersitz, winkte jegliche Proteste ab, dass Salazar in der Lage sei Auto zu fahren, und setzte sich hinter das Steuer. „Okay – und jetzt sag mir bitteschön, wie das hier funktioniert“, bat er den Gründer und sah ihn zweifelnd an. Immerhin hatte Regulus Black keinen Führerschein.

…..................


Im Grimmmauldplatz 13 begrüßte sie Plätzchenduft und der leicht bittere Geruch von Kiefer oder Tanne. Salazar nahm sich die Krücken, die neben den Regenschirmständer an der Wand gelehnt standen, und bewegte sich mit diesen Hilfen durch den unteren Teil des Hauses, um im Wohnzimmer stehen zu bleiben und den riesigen Baum anzustarren, den Sirius Black gemeinsam mit Manasha geholt hatte.

Der Weihnachtsbaum war groß, hoch und grün. Natürlich war er noch nicht geschmückt, aber es war ein wirklich schöner Christbaum, den der Animagus da ins Haus gebracht hatte. Cerberus lag in seinem Hundekörbchen mit einem riesigen Kauknochen, mit dem er noch beschäftigt war. Ein Lächeln schlich sich auf Salazars Lippen.

Slytherin hörte wie jemand die Küchentreppe hinunter ging, und ahnte, dass Regulus den Einkauf in die Speisekammer bringen würde – und dabei vermutlich bei Sirius und den Kindern in der Küche beim Backen der Plätzchen vorbei schauen wollte. So sehr Salazar auch gerne das Treiben in der Küche betrachten möchte, desto frustrierter war er, dass sein Bein ausgerechnet an diesen Tag so schlimm schmerzte, dass er sich erstmal wieder Ausruhen musste.

Aus der Küche schwebte Kinderlachen an sein Ohr. Manasha und TJ hatten mit Regulus und Sirius vermutlich ziemlich viel Spaß, während Salazar ausgestreckt auf dem Sofa lag und versuchte die Schmerzen in seinem Bein zu ignorieren. Es war so viel besser geworden, und dann bekam er ein Flashback im Supermarkt und alles war wieder mühsam.

Irgendwann kam TJ mit einen Teller Plätzchen ins Wohnzimmer und stellte den Teller auf den Wohnzimmertisch ab. Salazar setzte sich etwas auf und winkelte seine Beine an, um sich richtig auf das Sofa zu setzen. „Hi, Kumpel“, grüßte er den Jungen und strich ihm liebevoll durch die Haare. „Sind die Kekse für mich?“

„Ja, Regulus hat gesagt, ich soll dir welche bringen, weil dein Bein wieder weh tut“, sagte der Junge und reichte seinem Pflegevater ein Plätzchen mit grünen Zuckerguss und einem silbernen S. Irgendwie war der ehemalige Graf von Slytherin gerührt über dieses Plätzchen, welches sein Wappen darstellen sollte.

Dankend nahm Salazar den Keks von TJ an, und biss davon ab. Die Plätzchen waren wirklich ziemlich lecker. Angeblich ein Geheimrezept von Mrs. Potter – Harrys Großmutter, zumindest behauptete das Sirius Black – und der Rumtreiber sagte viel, wenn der Tag lang war. Aber mit einem lag Sirius richtig, die Plätzchen waren einfach köstlich.
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