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Ich bin mal wieder dabei mein Herz zu verlier'n

von veronikaf
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Jan "Farin Urlaub" Vetter OC (Own Character)
05.02.2021
23.02.2021
9
16.097
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23.02.2021 1.291
 
Ich schreckte aus meinem Bett und atmete schwer. Verdammt! Ich dachte, die Zeit als ich diese Alpträume hatte war vorbei. Scheißdreck.
Ich sah auf meine Uhr und merkte, dass es erst fünf Uhr morgens war. Ich seufzte und rollte mich aus dem Bett. Ich konnte sowieso nicht mehr schlafen. Ich zog mich leise an, um Anna nicht zu wecken und schnappte mir mein Longboard. Während ich durch die leeren Straßen Berlins cruiste, versuchte ich die Bilder aus meinem Traum zu vertreiben, aber das war nicht einfach.
Nach der Trennung von meinem Ex-Freund, hatte ich diese Träume oft, als ich einfach das wiedererlebte, was mir mit ihm geschehen war… Wie er mich schlug, mir immer wieder versicherte, ich sei widerwärtig, weil ich bi war, wie er mich… okay nein, so weit wollte ich nicht denken.
Ich fuhr wie von selbst zu Jans Wohnung, was ich mir in den letzten Monaten so angewohnt hatte, wann immer es mir schlecht ging. Ich wusste, dass Sex nicht die beste Therapie war, aber bei mir half es Wunder.
Ich läutete trotz der frühen Stunde sturm, bis mir ein verschlafener Dirk die Tür öffnete. „Gott, Sylvie. Was ist mit dir falsch?“, fragte er und rieb sich mit einer Hand die Augen. „Es ist halb sechs.“
Ich ging ohne zu fragen an ihm vorbei in die Wohnung und streifte meine Schuhe ab.
„Grieg ich jetzt etwa das Vergnügen mit dir?“, fragte Dirk und lehnte sich neben mich gegen die Flurwand. Ich sah ich verwirrt an.
„Eigentlich will ich zu Jan“, sagte ich und grinste ihn gezwungen an.
„Jan ist nicht da, das weißt du doch“, sagte Dirk und ich starrte ihn entgeistert an, als es mir wieder einfiel. Jan war für ein Interview nach Hamburg gefahren und kam erst heute Vormittag zurück. Scheiße verdammt nochmal!
„Scheiße“, fluchte ich leise und merkte, wie meine Panik langsam richtig schlimm wurde. An den Traum dachte ich gar nicht mehr, nur doch daran, dass ich jetzt keinen zum Vögeln hatte, der mir diese Panik austreiben konnte.
„Kannst ja die drei Stunden auf ihn warten“, sagte Dirk schulterzuckend und drehte sich um, um sich zu verdrücken, aber ich hielt ihn an der Hand auf und zog ihn zurück zu mir.
„Was wird-“, fing er an, aber ich unterbracht ihn indem ich ihn küsste. Dirk war so überrascht, dass er gar nichts tat, und ich drückte ihn zurück an die Wand und küsste ihn immer weiter, obwohl er es nicht erwiderte. Ich intensivierte den Kuss und fuhr mit meinen Händen unter mein Shirt, um es mir auszuziehen, aber Dirk hielt mich auf.
„Stopp, verdammt, was zum Teufel soll das werden?“, fragte Dirk. Ich hätte am liebsten laut „Keine Ahnung“ geschrien, aber dann würde ich sicherlich nicht zu meinem Ziel kommen.
„Ich brauch dich, Dirk“, seufzte ich also leise und nahm wieder Angriff auf seine Lippen, aber er drückte mich von sich weg. Bevor er etwas sagen konnte, riss ich mir das Shirt vom Körper und näherte mich ihm. „Ich brauch dich so sehr Dirk. Bitte, lass mich besser fühlen. Ich weiß, dass du das kannst. Bitte“, flehte ich und drückte meine Lippen auf seine und fasste ihm zwischen den Schritt. Da brach endlich seine harte Fassade und er ging auf meine Küsse ein.
„Das ist so falsch“, keuchte er und ich schüttelte den Kopf. „Jan…“, sagte er weiter, aber ich schüttelte wieder den Kopf. „Nein“, flüsterte ich. „Das ist genau richtig, das zwischen uns ist richtig.“
Um das zu unterstreichen, drückte ich unsere Lippen wieder aufeinander und zog ihm das Oberteil aus. „Das ist so richtig, ich brauche dich so sehr“, sagte ich leise gegen sein Ohr und schob ein Bein zwischen seine Oberschenkel. Dirk stöhnte leise und stieß mit seiner Hüfte gegen meine.
„Nicht hier“, keuchte er und zog mich in sein Schlafzimmer.
Ich seufzte zufrieden, als er mich auf sein Bett schubste und sich über hermachte.

„Hey, Dirk, ich bin wieder da!“
Ich schreckte aus meinem Halbschlaf und starrte gerade in Dirks erschrockenes Gesicht. „Scheiße“, fluchte ich leise und sprach vom Bett auf um meine Klamotten zusammen zu suchen. Verdammter Mist!
Ich fand meinen BH ums Verrecken nicht und zog mir kurzerhand mein T-Shirt einfach so über. So war meine Unterhose? Mann! Hatte Dirk vorher alles so rumschmeißen müssen??
Gerade, als ich sie gefunden und angezogen hatte, war es aber eh schon zu spät, weil sich Dirks Zimmertür öffnete und ein strahlender Jan vor mir stand. Das Strahlen verließ aber sofort sein Gesicht, als er sah, was hier drin los war.
„Was?“, fragte er lautlos und musterte abwechselnd mich und Dirk, der auch aufgehört hatte, sich anzuziehen und jetzt nur in Boxershorts dastand und meinen BH in der Hand hielt, als wollte er ihn mir gerade geben.
Ich holte schnappend Luft und setzte zu einer Erklärung an, aber Jan schnappte sich meine Hose vom Boden und drückte sie gegen meine Brust, bevor er mich mit einem Pokerface aus dem Zimmer schob. Er stellte mich ohne Hose vor die Tür und warf mir meine Schuhe und mein Longboard hinterher.
„Jan!“, rief ich und schlüpfte in Rekordgeschwindigkeit in meine Hose. „Warte, verdammt! Es tut mir leid.“ Ich holte Luft um die Lage zu erklären, aber Jan schnitt mich mit kalter Stimme ab.
„Ist mir egal. Hau einfach ab und komm ja nie wieder“, sagte er und wollte die Tür vor mir zuschlagen, aber ich stellte meinen Fuß zwischen die Tür und den -rahmen. Ich zog scharf die Luft ein, als die Tür gegen meinen Fuß stieß; schließlich hatte ich immer noch keine Schuhe an.
„Warte, Jan. Bitte! Lass mich das wenigstens erklären!“, rief ich und hielt ihn am Arm fest, damit er nicht in der Wohnung verschwinden konnte. Er riss sich los und starrte mich wütend an.
„Da gibt’s nicht zu erklären!“, rief er jetzt endlich wütend. „Du hast mit meinem besten Freund gevögelt?! Wie billig bist du denn? Du hast gesagt, du tust mir nie wieder weh, Sylvie, und weißt du, das tut gerade ziemlich weh. Ziemlich verdammt weh. Also hau einfach ab, ich will dich nicht mehr sehen.“
Ich stand mit offenem Mund da und rang nach Worten. Verdammt, wie kam ich da nur wieder raus?!
„Hau verdammt nochmal ab, bevor ich was tu, was dir nicht gefallen wird. Hau ab! Und komm ja nie wieder!“, rief Jan und trat mir auf den Fuß, damit ich ihn wohl oder übel aus dem Eingang ziehen musste und warf die Tür zu.
„Jan!!“, rief ich durch die Tür, aber ich konnte gedämpft hören, wie sich Dirk überschwänglich bei Jan entschuldigte und versuchte zu erklären, dass ich ihn verführt hatte. Ich konnte nicht mal sagen, dass das nicht stimmte. Ich schluchzte und raufte mir die Haare. Was hatte ich nur getan?
Ich ließ mich neben der Wohnungstür nieder, um meine Schuhe anzuziehen, während ich Jan dabei zuhörte, wie er ohne Emotionen sagte: „Halt den Mund, Dirk. Ist schon gut, ich weiß, wie sie sein kann und du hast gestern gekifft.“
Ich schlug mit meinem Kopf gegen die Wand und konnte nicht mehr meine Tränen zurückhalten. Scheiße, was war nur mit mir? Wie konnte ich es nur so verhauen?
Ich stand auf und klopfte gegen die Tür um es nochmal zu versuchen, aber es öffnete keiner. Ich hörte Dirk „Lass es lieber bleiben“ sagen, aber ich wusste nicht, ob ich es mir nicht einbildete.
Ich wartete noch eine Weile vor der Tür und ging dann aber nach Hause.
Ich hatte es in Jans Blick gesehen: Das würden wir nicht mehr hinbekommen.
Scheiße!

*_*

So, das war's tatsächlich mit meiner kleinen Geschichte schon wieder. Ich hoffe es hat euch gefallen! Wenn ja, dann freue ich mich natürlich immer über eine Empfehlung oder ein Review.
Vielen Dank euch allen für's Lesen!
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