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The reluctant hero

von satuvalo
GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
Eren Jäger Grisha Jäger Irvin / Erwin Smith Levi Ackermann / Rivaille Mike Zakarius Nile Dawk
04.02.2021
23.02.2021
3
8.287
8
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3 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
23.02.2021 3.760
 
Hallo ihr Lieben, erst einmal vielen lieben Dank für 5 Empfehlungen und ganze 15 Favoeinträge. Ich bin ganz platt. Ich wünsche euch viel Spass beim weiter lesen und bin gespannt auf eure Gedanken zu Handlung. Wir tauchen hier ein bisschen tiefer in die A/B/O Welt ein und ich gebe mein Bestes, meine Version davon verständlich zu erklären. Es fallen euch sicher auch einige Eishockey Termina vor die Füsse, die man zum Teil nicht übersetzen kann, weil es dafür kein deutsches Equivalent gibt. Die OHL und NHL funktioniert da etwas anders, als die Deutsche Eishockeyliga. Aber überdenkt es nicht all zu sehr, es sind an sich nur Randdetails, damit die Story auch realistischer rüber kommt. Wie findet ihr Eren's Gastfamilie? Wenn wir bis zum nächsten Update 1 oder 2 Reviews schaffen, würde ich mich tierisch darüber freuen.

lg satu
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Kapitel 3 - Niemand daheim

Eren erinnerte sich nicht an die darauf folgenden Tage. Wenn er später danach gefragt wurde, antwortete er in kurzen Interviews nur das Gleiche, was die Leute mit einer schnellen Google-Suche genauso einfach auf Wikipedia nachlesen konnten.

Er wurde dauerhaft zu einer Gastfamilie nach Michigan geschickt, der Familie des ehemaligen NHL-Spielers Mike Zacharias. Dort brachte er die Junior Liga zum kochen für die USA Titans, um sich den Titel des besten Spielers zu sichern, bevor er zum Sina AAA-Hockey Club in Detroit wechselte.

Hockey war immer noch Bestandteil von Eren's Leben und sein Lächeln auf dem Eis ließ nie nach. Aber hinter verschlossenen Türen konnte ihn nichts mehr zum Lächeln bringen.

Er nahm weiterhin seine Hormonhemmer, besuchte die notwendigen Omega-Kurse, machte seine Hausaufgaben, aber ansonsten sprach Eren kaum mit den Zacharias.

Obwohl er anfangs Videospiele mit ihren Kindern spielte, konnte er die fröhliche Fassade nach dem Verlassen der Eisbahn nicht mehr aufrecht erhalten. Es war zu viel verlangt, wenn alles was er sah, während er zu den Wolken am Himmel hinauf blickte, eine graue Suppe der Taubheit war, egal wie hell die Sonne schien.

Er hasste die Omega-Klassen, die Art und Weise, wie ihm beigebracht wurde, wie man für ein Alpha kniet, das Gewicht eines Choker Halsbandes um seinen Hals erstickte ihn fast und ließ ihn mit dem Gefühl nackt und verletzlich bis auf sein Innerstes zu sein zurück.

Die Kurse darüber, wie man auf eine bestimmte Art und Weise spricht, um seinem Alpha zu gefallen, über Körpersprache und Manieren in größeren Gruppen von Alphas und wie man sich bei der Bindung verhalten sollte.

Wann und wie du schnurren solltest und was es brauchte, um im Allgemeinen das Schnurren auszulösen. Alle hatten das großartig gemacht, alle außer ihm. Eren konnte sich einfach nicht dazu zwingen. Kein Ton, der auch nur einem Schnurren nahe kam, verließ seine Lippen oder seinen Hals. Er konnte nicht einmal knurren. Er saß den Kurs einfach nur schweigend ab.

Ganz oben auf der Scheißliste standen speziell die Kurse über Biologie, da sie  alles behandelten von der Anatomie seiner selbst und seines Alphas, bis hin zu den Veränderungen Ihres Körpers unter Hormonen oder mit Kindern. Des weiteren behandelten sie die Paarung, was Heats und Rut bedeuteten und was er tun sollte, falls er sich in einer wieder fand. Die Größe eines durchschnittlichen Knotens und der Gedanke, dieses Ding für ungefähr dreißig Minuten lang in seinem Arsch zu haben, waren eher furchterregend als erregend, erst Recht nicht bei der Vorstellung, dass der Alpha ihn damit ersticken konnte.

Das Video darüber, wie ein Kind geboren wurde, verfolgte ihn immer noch in seinen Albträumen, niemals würde er seine Hormonhemmer absetzen und sich seinen inneren Heat Instinkten ergeben. Eren würde lieber sterben als sich mit einem Alpha zu verbinden. Er mochte Kinder, konnte sich aber nicht vorstellen, hinter dem Staubsauger zu Hause zu vergammeln. Er spielte lieber Hockey, bis seine Beine nachgaben oder sein Gehirn sich durch die vielen erlittenen Gehirnerschütterungen abschaltete.

Er vermisste seine Schwester und sogar Zeke diesen Arsch. Weder seine Mutter noch jemand anderes machte sich die Mühe, ihm zu erzählen, was überhaupt los war.

Er spielte Hockey, war großartig darin, aber ansonsten fragte niemand wirklich nach etwas, das nichts mit Hockey zu tun hatte. Niemand fragte, wie all das Eren's Gefühle beeinflusste und ihn einsam und traurig zurückließ, in sich gefangen und leise leidend.

Um all seine Träume zu Staub zerfallen zu lassen brauchte Eren seiner Gastmutter Nanaba nur eine Frage zu stellen, ob er für ein freies Wochenende nach Buffalo fahren könnte? Damit wandelte sich der Himmel von grau zu einem endlosen dunklen, stumpfen Schwarz, dunkler als der Nachthimmel und jede andere Dunkelheit, die Eren jemals erlebt hatte.

Als sie seine Bitte zum ersten Mal mit einem kleinen Lächeln ablehnte, war es genug gewesen, um die Idee vorerst aus seinem Kopf zu verdrängen. Er war nicht einmal misstrauisch, dachte nur, dass sie ihre Gründe hatte.

Das nächste Mal stand kurz nach dem fraglichen Wochenende ein Turnier auf dem Programm, was Sinn machte, da er keine Ablenkungen gebrauchen konnte, um auf dem Eis gut abzuschneiden.

Das "Nein, Liebling." Schmerzte ihn dennoch, aber typisch für sie als Omega, gab sie nur Acht auf ihn. Daran hielt Eren sich fest, gab aber die Hoffnung nicht auf, dass er bald nach Buffalo zurückkehren könnte.

Aber als Eren das Thema zum dritten Mal eines Abends beim Essen ansprach, hatte er dafür gesorgt, dass kein Turnier oder freies Training darunter leiden würde.

Es waren Frühlingsferien und er hatte alle seine Hausaufgaben im Voraus gemacht und freute sich auf eine freie Woche und die Möglichkeit, seine Geschwister und vielleicht sogar seinen Vater wiederzusehen, bei letzteren konnte Eren sich kaum erinnern wie er aussah.

Der Alpha, zu dem er sein ganzes Leben lang aufgeschaut hatte, war nicht da gewesen, um sich zu verabschieden, als Carla ihn zu den Zacharias gebracht hatte und es erregte eine solche Traurigkeit in ihm. Er konnte nicht verstehen, warum sein Vater ihn plötzlich mied.

Am Tag bevor er seine Dynamik präsentierte, war er sein kleiner Eren, sein ein und alles. Jetzt konnte er sich nicht einmal daran erinnern, wie seine Stimme klang. Er hatte kein Handy und wollte seine Gastmutter nicht darum bitten, ihr Festnetz zu benutzen, aus Angst vor den Kosten, die dadurch entstehen würden, wenn er einmal pro Woche oder so zu Hause anrief.

Am Ende bekam Eren nur ein trauriges Lächeln und Nanaba sagte: "Nein, tut mir Leid, Liebling."

Wieder einmal. Wie alle anderen Male zuvor auch.

Tränen der Wut traten ihm in die Augen, weil er immer wieder abgelehnt und zurückgewiesen wurde, und er konnte es nicht länger in sich halten, als es aus ihm heraus platzte wie aus einem Dampfkochtopf. Die Tränen glitten aus seinen geschlossenen Augen hinab und das Schluchzen brach sich gegen seinen Willen aus seiner Kehle Bahn.

„Aber ich möchte sie nur… sehen, mit ihnen sprechen... Mama und Faye und Zeke." schluchzte Eren in seine Hände. Es war nicht fair, es ergab keinen Sinn.
„Ich ... Nanaba, ich habe alle meine Hausaufgaben gemacht, ich war die ganze Woche gut und ich hatte die besten Noten in der Schule, bitte, bitte. Bitte, ich möchte sie nur sehen, ich werde dieses Jahr zu keinem Zeitpunkt noch einmal danach fragen, bitte nur dieses eine Mal.“ bettelte Eren zwischen herzzerreißenden Schluchzern.
"Oh Eren, Liebling." Nanaba  saß ihm gegenüber und seufzte, sie schob ihren Stuhl zurück und stand auf.
„Wirklich, ich schwöre es. Das verspreche ich. Ich verspreche, dass ich mich benehmen werde.“ Eren schniefte und wischte sich mit den Händen über die Augen, um zu verhindern, dass die Tränen weiterhin  flossen. "Ich habe sie so lange nicht mehr gesehen und ich möchte doch nur, ich möchte es nur einmal." er flehte sie schweigend an, seine Augen weit aufgerissen und so tief traurig blaugrün, dass ihr das Herz blutete.
„Schatz, ich wünschte ich könnte ja sagen. Ich wünschte, ich könnte es. Ich tue es wirklich, aber du kannst es nicht. Ich würde dich in der nächsten Sekunde selbst nach Buffalo fahren, wenn wir könnten.“ sagte sie, drückte ihn eng an sich und spürte, wie er sein Gesicht an ihrer Brust vergrub und seine Arme sich um ihren Rücken klammerten. Seine Fingerspitzen suchten in dem Stoff ihres Oberteils nach Halt, als er weinte.

Über Erens zerbrechlichen Körper hinweg warf Nanaba einen Blick auf ihren Ehemann und Alpha. Es war eine Seltenheit, dass er inmitten der Saison mit ihnen allen gemeinsam den Abend zu Hause verbrachte. Ihre eigenen Kinder aßen weiter und warfen Eren hin und wieder mitleidige Blicke zu, als könnten sie seinen Schmerz fühlen, der die Luft mit dem Duft eines regnerischen Abends voller Gewitter und Blitze erfüllte.

Der Duft war immer da gewesen, seit dem ersten Tag, an dem er bei ihnen eingezogen war, aber jetzt grenzte es an überwältigend und der Duft drückte sich in jede Ecke des Raumes, in  jeden Riss, so dass sogar die Lichter gedimmt erschienen.

Er nickte ihr zu, als er langsam den Tisch umrundete und Eren sanft hochhob, der seine Frau nicht losließ. Sie trugen ihn zusammen die Treppe hinauf in sein Zimmer und setzten ihn auf sein Bett.

"Hey, großer Junge." Mike sprach leise und mit nur einem Anflug von Alpha Power in seiner Stimme. "Wir wissen, dass du super verzweifelt bist, aber denkst du, du kannst mindestens eine Sekunde lang zuhören?" fragte er vorsichtig und tätschelte Erens Mopp ungezähmten braunen Haares. Eren schluckte und nickte fast unbemerkt. Er ließ den beruhigenden Alpha-Duft über den Tumult, der in seinem Kopf herrschte, hinweg waschen.

Er verstand es nicht, er konnte es einfach nicht verstehen.

"Hör zu Eren, Schatz." sagte Nanaba leise und reichte ihm ein Taschentuch aus ihrer Hosentasche. Der Spitzname ließ nur noch mehr Tränen auftauchen, Nanaba war so sanft in ihrer Ausdrucksweise, dass sie ihn an seine Mutter Carla erinnerte.
„Wir würden dich wirklich gerne hoch  nach Buffalo fahren lassen, um deine Geschwister und deine Mutter zu sehen. Und wir wissen, dass du dich gut benommen hast, seit du hierher gekommen bist." versicherte sie ihm und wischte ihm den Schnodder von der Nase, während er ihrem stetigen und beruhigenden Herzschlag lauschte.
"Es sind nicht wir, die dich zurückhalten, Schatz." sagte sie traurig und sah zu ihrem Ehemann auf, in der Hoffnung, dass er ihr dabei helfen könnte, wie sie ihm die Neuigkeiten am Besten überbringen konnte.
"Wir freuen uns, dich hier bei uns zu haben Eren und zu sehen, wie du die Liga aufmischts. Aber deine Eltern haben dich nicht nur her geschickt um fantastisches Hockey zu spielen." Mike  knirschte mit den Zähnen und übernahm das Gespräch an dieser Stelle. Genauso wie seine Frau hasste er es, es sagen zu müssen.
"Warum?" Das Gefühl der Hilflosigkeit bescherte Eren Schluckauf. Traurige grüne Augen wandten sich in seine Richtung, die Augenbrauen vom Schniefen leicht zusammengezogen, umklammerte er das Taschentuch, welches Nanaba ihm gegeben hatte.
"Die Sache ist, es ist nicht deine Schuld, Eren. Aber es gibt da ein kleines Problem, weil du ein Omega bist." Eren sah ihn verloren an, als könnte er nicht wirklich folgen, in welche Richtung dieses Gespräch sich entwickelte.
"Also ist es schlecht ein Omega zu sein?" Eren schluckte. "Deshalb macht sich jeder im Team über mich lustig, nicht wahr? Sie hassen mich, weil ich ein Omega bin. “ Eren schluchzte und rieb seine roten, geschwollenen Augen. Seine Gasteltern waren schockiert darüber, wie Eren sie mit  dieser Bombe konfrontierte. Er hat ihnen gegenüber nie erwähnt, dass er in seinem Team gemobbt wurde.
"Nein Liebling! Es ist nicht schlecht, ein Omega zu sein, hör nicht auf sie. Omega ist deine Dynamik, aber nicht wer du bist! “ sagte Mike beruhigend und füllte den Raum mit dem Lavendelduft, den er normalerweise benutzte, um seine eigenen Kinder bei Fuss und ruhig zu halten. Eren entspannte sich etwas, kuschelte sich weiter in Nanabas Arme und ließ den Alpha-Duft über sich streifen.
"Ich bin auch ein Omega und ich bin kein schlechter Mensch, Eren." Nanaba sprach leise und strich ihm sanft durch die Haare, bevor sie weiterhin seinen Rücken streichelte.
„Nur manchmal denken die Leute anders und haben ein Problem, wenn ein Omega um sie herum ist. Es ist ein bisschen so, wie als du klein warst und Angst vor der Dunkelheit hattest, weißt du? " Erklärte Nanaba. Eren runzelte die Stirn, nickte aber, damit sie fortfahren konnte. Er hatte immer Angst vor Monstern unter seinem Bett gehabt, ebenso wie sein jüngerer Bruder. Er hatte jetzt keine Angst mehr, aber als er Zeke das letzte Mal gesehen hatte, brauchte der immer noch ein Nachtlicht, um die Dunkelheit fernzuhalten, während er schlief. Was ihn daran erinnerte, dass er das irgendwann, als er in seinem Alter war, vielleicht auch gebraucht hatte.
"Menschen, die kein Omega sind, haben manchmal Angst vor Omegas, in etwa so wie vor der Dunkelheit, also vermeiden sie, was sie nicht kennen. Manchmal meiden dich die Leute einfach, um dir keinen Schaden zuzufügen, weil sie vielleicht verletzende Dinge sagen, wenn sie dir begegnen. Denn sie verstehen nicht, warum du anders bist und benehmen sich daneben. Aber anders zu sein ist in Ordnung, wir haben Alphas wie Mike und Omegas wie dich, Betas wie deinen Trainer und wir sind alle unterschiedlich aber okay so. Wäre es nicht langweilig, wenn wir alle so wie Coach oder Mike wären?" Fragte sie mit einem Lächeln auf den Lippen, während ihr Mann etwas knurrte und sein unterdrücktes Lachen hinein mischte.
"Das macht Sinn." schniefte Eren und putzte sich laut die Nase, er fühlte sich ruhiger und erschöpft.
"Deine Eltern sind also ein bisschen so, Eren. Sie haben Angst vor dem, was sie nicht kennen. Aber ich bin mir sicher, dass sie dich immer noch lieben. Sie können im Moment einfach nur nicht in deiner Nähe sein, weil sie deine Gefühle nicht verletzen wollen. Verstehst du?" fragte seine Gastmutter sanft.
"Wahrscheinlich." gab Eren nach und kaut nachdenklich auf seiner Unterlippe. Der starke Geruch von Regen und Donner ließ langsam nach.
"Ich möchte nicht wie Coach sein!" rief er aus, als er die letzten Argumente verarbeitete.

Nanaba und Mike lachten und sahen ein kleines Lächeln auf Erens Gesicht spielen, das immer noch sehr blass war.

"Wirst du nicht, Eren. Du wirst viel besser sein als dein Trainer! Das kann ich schon sehen und wir sind sehr stolz auf dich. “ Sagte Mike und stand vom Bett auf.
"Danke." flüsterte Eren und gähnte, er rieb sich mit den Fäusten die Augen und über die Unterseite seiner Nase.
"Du musst müde sein, was hälst du davon, dass du dich hinlegst und wir dich morgen ausschlafen lassen?" Schlug Nanaba vor.

Eren nickte ihr zu und rollte sich auf seine Seite und rutschte etwas die Matratze hinauf, er ließ zu, dass Nanaba ihn bemutterte, ihn mit seinen ganzen Decken zudeckte und sein Haar auf dem Kissenbezug glatt strich, während sie ihm einen Kuss auf seine Stirn hauchte. Beide wünschten ihm eine gute Nacht, bevor das Licht ausgeschaltet wurde und Eren sofort einschlief. Der schwache Geruch von Lavendel zog ihn ins Land der Träume und ließ ihn sich sicher und beschützt fühlen.

Eren fragte die Zacharias nie wieder. Nanaba und Mike waren sich nicht sicher, ob es sich dabei um eine Verbesserung handelte oder ob Eren sich einfach den Tatsachen, die auf der Hand lagen, ergeben hatte.
Er ging ihnen nicht mehr unausweichlich aus dem Weg, nahm danach tatsächlich an Familienaktivitäten teil und spielte ein paar Mal Videospiele mit ihren Kindern, aber ein Sache stach besonders heraus, wie ruhig er geworden war.

Eren, der früher ein ziemlicher Schwätzer war, wenn man Carlas Beschreibung, wie ihr Junge sich zu Hause benahm Glauben schenken konnte, sprach nun nicht mehr als unbedingt nötig. Er antwortete, wenn er gefragt wurde, warf an einem guten Tag sogar einige zufällige Fragen ein, aber im Allgemeinen sprach Eren nicht, außer um über Hockey zu diskutieren.

Er konnte Stunden damit füllen über Strategie und Spielanalysen zu sprechen. Damit Statistiken zu analysieren und öfter als man glaubte sogar nach Mikes Input für sein Stickhandling zu fragen. Mike Zacharias lehnte nie ab und manchmal verbrachten er und Eren Stunden in Mikes Büro, um über Spiele oder Vertragsverhandlungen zu diskutieren, letzteres war besonders wichtig, als Eren 2004 als Nummer 33 in der 5. Runde des Midget Draft von den Maria Knights gewählt wurde.

Natürlich gab es viel Verwirrung über seine ausgewählte Nummer, da die 30er normalerweise von den Torwarten verwendet werden, von denen die meisten wirklich gut in dem sind, was sie tun. Er war sicher kein Torwart, nur ein rechter Außenstürmer. Er passte nicht zur Beschreibung eines Skaters der die Nummer 33 verdiente, was laut dem ungeschriebenen Buch, wie man seine verfickte Trikotnummer auswählt (außer als Glücksbringer, oder aus welchem scheis Grund auch immer) ungefähr so klang "2,05 Meter großer, osteuropäische Mann, Berge werden bevorzugt!"
Aber es war nicht seine Schuld, dass Omegas winzig waren. Wäre er eine Beta oder eine Alpha geworden, wäre er wahrscheinlich 2,05 Meter oder noch größer.

Der Aufstieg in die Ontario Hockey League war ein Schritt, bei dem Eren sich nicht sicher war, ob er dafür jetzt schon bereit war. Er hatte immer noch Probleme mit seiner Dynamik, deshalb verschob er es um zwei Jahre nach hinten. Er fühlte sich nicht bereit und gut genug, um dort anzutreten, und nahm stattdessen am U-18-National Team Development Program teil. Seine Zielgenauigkeit verbesserte sich, seine Hockey Skills verbesserten sich und er ließ alle Alphas dummdastehen, welche versuchten ihn zu unterdrücken.

Eren weigerte sich, sich für irgendjemanden in seinem Team zu verbeugen oder hin zu knien und der Trotz und Hass, den er von seinen Teamkollegen dafür bekam, half ihm nicht im Geringsten dabei seine Probleme überhaupt zu lösen.

Er wurde nur noch stiller. Er verschloss sich selbst und verbrachte alarmierend viel Zeit in seinem Zimmer, wenn er nicht gerade Eishockey spielte oder für die Schule lernte. Fragen gingen ihm durch den Kopf, als er versuchte herauszufinden, wie er der Omega sein sollte, den jeder von ihm erwartete.

Er ging auf die Knie für das Coaching Team, wenn er vor einem Alpha stand, auch für das Management, nur um sie bei Laune zu halten, aber immer nur dann, wenn es wirklich absolut notwendig war. Sonst war es ihm egal, ob es sie sauer machte.

"Warum schnurrst du nicht für deine Teamkollegen Eren?" hatte der Trainer ihn mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck gefragt. Eren konnte sich nicht helfen, sondern schnaubte nur als Antwort.

"Wir haben genug andere Omegas im Team, um das zu tun." war seine stumpfe Antwort gewesen.

"Warum lutschst du nicht einfach ein paar Schwänze, um besser zu werden, Eren-boo?" hatte einer seiner Alpha-Teamkollegen gescherzt und versucht, ihn auf die Knie zu drücken. Eren hatte sich aus seinem Griff gerungen und war einfach nach Hause gegangen. Es war nicht die erste Anspielung in diese Richtung gewesen, die er jemals gehört hatte. Es kam regelmäßig vor, wenn er seinen Gegnern auf dem Eis gegenüber stand, aber es traf ihn nie wirklich zu nah, wenn er auf dem Eis stand. Außerhalb des Eisrings war es eine ganz andere Sache.

„Hey Eren-boo, wie viele Schwänze brauchst du, um durch deine Heat zu kommen? Vier? Fünf, vielleicht acht? Erzähl uns davon." Er hasste es und neigt normalerweise dazu, es zu ignorieren. Aber es verfolgte ihn  jedes Mal bis nach Hause.

Er hatte es während der gesamten Omega-Klasse versucht und konnte einfach nicht schnurren. Jetzt, allein in der Dunkelheit seines Zimmers, im Haus des Zacharias, mit der Traurigkeit die ihn niemals zu verlassen schien und ihn immer wieder angriff, erfüllte ein leises Grollen die Luft um ihn herum. Eren beruhigte sich langsam von seinem innerlichen Ausraster, er hielt sich an dem Ton fest und ließ seine Gedanken an einen Ort wandern, an dem es nichts außer Eren, einen Hockeyschläger und einen Puck gab, zusammen mit diesem leisen ständigen Rumpeln, welches seine Tränen trocknete.

Erens Schnurren war schwach, wurde nicht wirklich stärker, aber es war da, konstant und ließ ihn leise in den Schlaf gleiten. Die Spannung entwich aus seinen steifen Muskeln und erlaubte seinem Kopf herunter zu fahren.

Der Geruch von Donner und Regen erfüllte sein Zimmer, als das Schnurren langsam zu einem leisen Knurren wurde und schließlich aufhörte, als Eren tief und fest schlief.

Es blieb nicht unbemerkt, Mike und Nanaba hörten es, als sie auf dem Weg ins Wohnzimmer an seiner Tür vorbeikamen und einen besorgten Blick teilten.

Eines Abends, nachdem er Eren zugehört hatte, der sich jede Nacht selbst beruhigte, um einzuschlafen, wartete Mike nicht allein in seinem Büro auf seinen Gastsohn.

Er und Nanaba hatten es in die eigenen Händen genommen, in der Hoffnung dem Omega in ihrer Obhut dabei zu helfen, was auch immer ihn verzweifeln ließ zu überwinden .

Eren war verschwitzt und erschöpft vom Keep-away spielen und den Suicide drills, er stapfte durch die Haustür und ließ seine Sporttasche direkt neben der Waschküche fallen.
"Willkommen zu Hause, Liebling." lächelte Nanaba, strich ein paar klebrige Strähnen aus Erens Gesicht und bekam dafür ein kleines Lächeln. Es war gedämpft, aber da. Eren versuchte sein Bestes es vor seinen Gasteltern zu verbergen, wie er sich nach seinem letzten großen Freakout fühlte.
"Hallo." murmelte Eren, stieß einen Atemzug aus und zog seine Schuhe aus. Er konzentrierte sich darauf, das Gleichgewicht zu halten, während seine Beine vom Training noch ein wenig wackelig waren.
"Mike wartet in seinem Büro auf dich, Schatz." sagte sie und gab ihm eine Flasche blaues Gatorade, als er nickte und zur Tür hinüber ging, die zu dem winzigen gemütlichen Büro führte, in dem er so viele Nächte verbracht hatte.

Er fragte sich, was heute Abend auf ihn warten würde. Würden sie ihm endlich sagen, dass er gehen sollte?
Ihn austauschen, wie die Last die er war und ihn sich selbst überlassen mit einem anderen neuen Paar Gasteltern?
Hatte er etwas verpasst?
Hatte er sich irgendwie schlecht benommen?
Hatte sein Trainer endlich angerufen und ihnen gesagt, was für ein enttäuschender Omega er für sein Team war?
Hatten ihn die Maria Knights rausgeschmissen, nachdem er sie in die Warteschleife gelegt hatte, oder hat ihn das U18-Team vielleicht auch rausgeschmissen?

Eren biss sich fest auf seine Unterlippe, um das Zittern zu unterdrücken, als er kurz klopfte, um seine Ankunft anzukündigen und langsam den Türgriff nach unten drückte, darauf wartend sich den schlimmsten Szenarien zu stellen, die sich in seinem Kopf überwarfen.
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