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Bonusmaterial: Sinclair-Nachfahren

von Shine4You
SammlungAllgemein / P16 / Gen
John Sinclair Kara Myxin OC (Own Character) Sir James Powell Suko
04.02.2021
02.07.2021
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04.02.2021 736
 
Unsere Bestimmung (Sinclair-Nachfahren, Band 1)


Interview mit Johanna, Jacob, Lucy und Giovanni

»Schön, dass ihr, trotz eurer vollen Tage, Zeit für mich habt«, begrüßte ich meine vier Gäste, die mir gegenüber auf der Couch saßen.
»Haben wir denn eine Wahl?«
»Jojo!«, stieß Giovanni aus.
Die Angesprochene seufzte. »Nenn mich noch einmal Jojo und du hast meine Faust in deiner hässlichen Visage!«
»Ihr seid wie Kinder«, beteiligte sich Jacob am Gespräch. Ich konnte das leichte Schmunzeln aus seiner Stimme hören.
»Wollt ihr was trinken?«
»Bier«, sprachen die Männer synchron. Wie als hätten sie sich abgesprochen.
»Und was ist mit euch? Lucy, Johanna?«
»Ich möchte nur ein Glas Wasser«, sprach Lucy.
Johanna seufzte. »Lieber nichts. Nachher werde ich noch vergiftet.«
Jacob seufzte. »Du benimmst dich wie ein kleines bockiges Kind.«
Sie lachte. »Du bist nicht anders.«
Ich wollte dem Streitgespräch lieber nicht noch mehr Stoff bieten. Also stand ich auf und holte die bestellten Getränke.
Nachdem ich mich wieder auf meinen Platz gesetzt hatte, hätten wir eigentlich beginnen können. Doch wie immer hatten sich die Sinclair-Kinder damit beschäftigt, sich gegenseitig zu überbieten.
»Jetzt reicht es aber!«, rief Lucy und Giovanni ließ einen lauten Pfiff durch seine Zähne gleiten. Sofort verstummte das Streitgespräch der Zwillinge, die sich nicht riechen konnten. Wenn das so weitergehen würde, dann musste ich es abbrechen. »Wir wurden eingeladen. Und was tut ihr? Euch wie Kleinkinder benehmen! Was soll das ganze Theater?«
Kein Mucks. Ja nicht mal ein Laut glitt über die Lippen der Zwillinge. Nur die donnernde Stimme von Lucy hallte in meiner Wohnung wieder.

»Wenn dann alles geklärt ist, können wir ja beginnen?«, schlug ich etwas verunsichert vor.
Jemand legte mir eine Hand auf die Schulter. Kurz zuckte ich zusammen. Die Hand verschwand. »Sorry. Wollte dich nicht erschrecken. Aber von mir aus können wir anfangen.«
Ich lächelte und verschränkte, aus purer Gewohnheit und ein wenig Aufregung, die Arme vor dem Körper. »Okay.« Für wenige Sekunden hielt ich inne, ging in mich und versuchte an die Fragen zu denken, die ich den Vieren stellen wollte, bevor sie auf Jagd gehen würden. »Wie war das für euch, als ihr erfahren habt, dass ihr gegen die Mächte der Finsternis kämpfen müsst?«
»Wie soll das schon sein«, begann Johanna und klang mehr als angefressen. »Ich kann es zwar glauben, aber dass Jacob mein Bruder…«
»Lassen wir das Thema doch endlich sein«, wurde sie von ihrem Bruder unterbrochen, der angeschlagen klang. Es schien ihm wehzutun, dass sie nicht verstand, dass beide von den gleichen Genen abstammten. »Denn es geht ja um deine Frage. Ich habe es anfangs nicht ganz verstehen wollen. Es schien so surreal, unwirklich. Bis ich die Ghouls mit meinen eigenen Augen getötet und gesehen hab.«
»Dagegen kommt man nicht rum, wenn man einem Ghoul oder Dämon begegnet, mein Lieber«, stichelte Lucy und klopfte ihm gegen den Oberarm, woraufhin er sie zum Schweigen brachte.
Ich lächelte. »Wie fing es eigentlich an?«
»Ich dachte, du hättest alles gelesen. Warum fragst du uns, wie es begonnen hat?«
Eindeutig. Sie war mehr als angefressen. Das konnte ich spüren.
»Benimm dich, Jojo«, tadelte Giovanni. Das hätte er nicht tun sollen. Leise seufzte ich und betete darum, dass nichts Schlimmes passieren würde. Doch das Gegenteil trat ein. Ich hörte, wie sie aufschrie und dann brach das heillose Chaos aus. Um nicht unter Beschuss zu geraten, verhielt ich mich lieber ruhig. In ein anderes Zimmer konnte ich momentan so oder so nicht. Wenn ich jetzt aufstehen würde, dann war ich garantiert in der Schusslinie. Und das musste vermieden werden, wenn ich lebend aus der Sache herauskommen wollte. Johanna hatte ihre Gabe nicht unter Kontrolle. Das schienen auch die anderen Gäste zu bemerken. Nicht einmal Giovanni, wegen dem es überhaupt geschehen war, konnte ihr Einhalt bieten.

»Ich glaube, wir sollten uns für einen anderen Zeitpunkt verabreden«, meinte Lucy mit reuevoller Stimme.
Ich reichte ihr meine Hand, welche sie kurz schüttelte. »Das muss dir nicht leidtun. Du kannst ja schließlich nichts dafür. Schließlich sind Giovanni und Johanna an der Situation schuld.« Kurz hielt ich inne, suchte nach den richtigen Worten. »Wenn du, oder auch Jacob, Zeit haben, könnt ihr gerne anrufen und wir treffen uns zu einem ruhigen Gespräch.«
Sie umarmte mich. »Klar. Gerne.«
Ich geleitete sie noch zur Tür und verabschiedete mich von Jacob, der sich tausendmal entschuldigte. Nur Giovanni und Johanna blieben still, sagten kein Wort. Es musste ihnen vermutlich peinlich sein, wie sie sich zuvor benommen hatten.
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