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The Lost Boys 1987 -Zu Hause in Santa Carla

von Rivinia
GeschichteDrama, Familie / P16 / Gen
04.02.2021
04.02.2021
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1987

Der Kampf war vorbei und die Vampire in Santa Carla waren Vergangenheit.  Nachdem die Frog-Brüder zurück in ihren Laden gegangen waren, saß Großvater James Martens mit seiner Familie vor dem Haus.  Dieses Haus war sein Zuhause, seit er verheiratet war, und nun war es fast zerstört, genau wie die Blutsauger.

Das Haus zu sanieren würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen und er war zu alt für solche Dinge.  Und er würde sich dort nie wieder sicher fühlen, also beschloss er, es zu verbrennen.  Er hatte ein anderes Haus auf der anderen Seite der Stadt. Für gewöhnlich war es zu vermieten, aber im Moment wohnte dort niemand.  Also hatten sie ein anderes schönes Haus, nicht so groß wie dieses, aber es würde reichen.

Und dieses Haus zu verbrennen bedeutete, die Leichen der Vampire zu verbrennen.  James sah seine Tochter und seine Enkel an.  "Okay, hört zu, ihr holt nur das aus dem Haus, was ihr wirklich braucht, dann verbrennen wir dieses Haus und gehen zu dem anderen", sagte er ihnen. Leicht fiel es James nicht, aber er hatte den Fehler gemacht, seine Familie nicht über die Existens der Vampire in der Stadt aufzuklären, und nun musste er die Konsequenzen tragen.

Seine Familie schaute ihn schockiert an, natürlich, sie waren erst vor kurzem eingezogen, aber James wollte seine Meinung nicht ändern, es musste getan werden.

Sam öffnete den Mund, um etwas zu sagen, schloss ihn aber wieder, als er den ernsten Ausdruck seines Großvaters bemerkte.

Das Mädchen, Star, erinnerte sich James, beobachtete jede seiner Bewegungen.  Der kleine Junge saß auf ihrem Schoß, und die beiden sahen nicht sehr glücklich aus.

Er wusste, dass die beiden keineBleibe hatten, nachdem die Vampire tot waren.  Er hatte Stars Tränen gesehen, als sie neben dem Vampir stand, der auf das Geweih aufgespießt war.


Herrn Martens war nicht entgangen, dass sie dem Vampir sanft über die Wange streichelte und ihm einen Kuss auf die Wange gab.  Und sie hatte etwas zu dem Kerl gesagt.  James konnte es nicht verstehen, aber, die Beiden hatten sich nahe gestanden.  Niemand sonst hatte es bemerkt, aber er schon.  Er traute dem Mädchen nicht und hoffte, sie würde nicht zu lange bleiben.

Und Laddie, der Junge, okay, er war zu jung, um wirklich zu verstehen, was mit ihm geschehen war, aber für ihn waren die Vampire Familie, und der indigene Vampir schien so etwas wie ein Vater für ihn zu sein.  Vielleicht würde Lucy bald die richtige Familie des kleinen Jungen finden können.

Als sie ihre Habseligkeiten gepackt hatten, setzten sie sich wieder eine Weile hin.  Großvater war noch nie sentimental gewesen, aber jetzt musste er einfach noch eine Weile bleiben.  Alle tranken etwas, James hatte Michael, Lucy und sogar Star eine Flasche seines geliebten Root Beer gegeben, die anderen beiden Jungen waren noch zu jung.



James und Michael hatten das Geweih von Davids Körper befreit.  Dieser Hirsch war Großvaters Liebling gewesen, er hatte das Tier in jungen Jahren selber geschossen, als er mit seinem Vater auf der Jagd war.  Es würde mit der Familie umziehen und einen neuen Platz bekommen, nachdem es gereinigt worden war.

Während James mit seiner Familie noch vor dem Haus saß, öffnete David seine Augen. Er hatte Stars armseelige Ausrede gehört, und er hatte ihren Kuss gespürt, aber dann war sie weg, schon wieder!

Davids Brust tat höllisch weh, und er fühlte sich anders.  Er kämpfte sich aus seinem Mantel und seiner Lederjacke und zog  sein Hemd hoch, um einen Blick auf seine Brust zu werfen. Er konnte es nicht glauben, aber die Löcher, die da Geweih in seinen Körper gebohrt hatte,  waren fast verheilt.

Max hatte David vor vielen Jahren erzählt, dass ein Vampire, dessen Sire getötet wurde, unter gewissen Umständen wieder zu einem Menschen werden könnte. Wichtig dabei war, dass das Herz des Vampirs nicht verletzt wurde. Max war selber einmal Zeuge von einer solchen Verwandlung gewesen.
Aber das war nur zwei oder drei Mal während Max' Unsterblichkeit passiert, und er war fast sechshundert Jahre alt gewesen.

David hatte Max immer gesagt, dass er das für Bullshit hielt, aber jetzt wusste er es besser.  Er hatte versucht, an die Decke zu fliegen, aber es gelang ihm nicht.  Seine Kraft war weg, und normalerweise wäre er in der Lage gewesen, die Menschen draußen zu belauschen oder ihr Herz zu hören, aber er hörte nichts.  Er war kein Vampir mehr, sollte er nicht eigentlich tot sein, wie Paul und Dwayne?   Das war wirklich Bullshit!!! David fühlte sich schuldig am Tot seiner Brüder, denn er hatte sie ohne nachzudenken hierher geführt.



Für den Menschen David war es schwer, die Überreste seines Bruders aus dem Haus zu schaffen.  Sie drinnen zu lassen, war keine Option.  Es hatte nicht lange gedauert, bis David James Schubkarre gefunden hatte. Die war sehr hilfreich.  
Mr. Martens war es gewohnt, Hirsche mit der Schubkarre in seinen Präparationsraum zu bringen, und jetzt benutzte David sie für die Überreste von Dwayne und Paul.

Er wollte gerade durch die Hintertür verschwinden, als er den Brandgeruch bemerkte, er musste sich beeilen, und er musste sich um Marko kümmern.

David, Dwayne und Paul hatten ihren verletzten Bruder mit Blut gefüttert, bevor sie die Höhle verlassen hatten, um Star und Laddie zurückzubringen und sich an den dummen Möchtegern-Jägern zu rächen.
Die Kinder hatten Marko gepfählt, während er schlief, aber sie hatten sein Herz verfehlt.

David und Marko würden später zurückkommen und ihre gefallenen Brüder begraben, und dann würden sie Santa Carla verlassen.  David musste den ganzen Weg zur Höhle laufen.  Ihm wurde klar, dass er nun wieder in der Lage war, die Sonne auf seiner Haut zu spüren. Trotz der miserablen Umstände  ließ ihn der Gedanke  lächeln und gab ihm Hoffnung.



David überlegte, bevor er die Höhle betrat. Ihm war klar, dass er sich in einer prekären Lage befand.  Marko war  ein eher hinterhältiger Vampir.  Meistens hielt er Ausschau nach jungen Frauen, die niemals mit jemandem wie den Lost Boys reden würden.  Frauen, die glaubten, etwas Besseres zu sein, reiche Tussis, deren Aufgabe es war, "Daddys kleines Mädchen" zu sein, die auf andere Menschen herab sahen.

Marko liebte es, sie zu erobern,  für ihn war das eine Herausforderung. Wenn er sein Ziel erreicht hatte, ließ er sie stehen, und wartete, bis sie begannen, ihm hinterherzulaufen.
Zu guter Letzt zeigte er diesen Mädchen seine wahre Natur, und dann waren sie Geschichte.  David war nicht mehr unsterblich, aber was war mit Marko.

David hörte seinen Bruder fluchen, während er nahe am Eingang wartete.  Er zögerte noch ein wenig, aber schließlich ging er in die Höhleund stellte blieb neben dem Brunnen stehen.

Marko stand auf der anderen Seite und sah David verwirrt an, als er bemerkte, dass  David alleine war.  Marko wich  verunsichert zurück, als David sich ihm näherte.

David zögerte erneut und beide Männer sahen zu Boden.  "Sind wir noch Brüder?", brach David schließlich die Stille.  Marko sah ihm in die Augen.  "Ich hoffe es", antwortete er.


David ging zu ihm hinüber und legte seine Hand auf Markos Schulter.  "Wie fühlst du dich?", fragte er.

"Anders, was ist mit Paul und Dwayne?", fragte Marko.  David sah ihn mit einem traurigen Lächeln an.  "Wir müssen sie begraben", antwortete er schließlich und erklärte Marko, was sich zugetragen hatte. "Wir haben diese Kinder unterschätzt," schloß er seinen Bericht.
Marko sah David geschockt an, schnappte sich eine leere Flasche und warf sie wütend an eine Wand.  "Das ist scheiße!", schrie er mit Tränen in den Augen.

David sah ihn mit einem ernsten Gesichtsausdruck an.  "Ich bin anders", erklärte er.  Marko zuckte mit den Schultern. "Anders, wie du kannst nicht mehr fliegen?", fragte der junge Mann.

David nickte nur.  "Ich auch", erklärte ihm Marko.  "Wir werden jetzt altern", fügte er hinzu.  Sein Bruder nickte wieder.  Die beiden setzten sich mit einem Bier auf den Brunnen.

David erzählte Marko die ganze Geschichte noch einmal.  "Wie ich schon sagte, wir begraben sie, und dann verlassen wir die Stadt.  Alle denken, wir sind tot, und das sollte auch so bleiben."

Marko nickte: "Ja.  Aber wohin werden wir gehen?", fragte er. "Wir kennen nur diese Stadt. Wir sind hier zu Hause."  David lächelte ihn an.  "Irgendeine Idee?", fragte er.  Marko zuckte mit den Schultern.  "Lass uns erst die Schaufeln nehmen und und unsere Brüder würdig beerdigen", sagte er.

"Okay", antwortete David.  "Vampir oder nicht, ich will ihre Überreste nicht der Sonne überlassen.  Sie waren uns all die Jahre treue Brüder.  Ich werde sie vermissen", fügte er hinzu.  "Wir werden sicher vieles vermissen, aber wenigstens sind wir beide da", antwortete Marko.

Die beiden Männer packten einige ihrer Habseligkeiten in ihre Rucksäcke, nahmen ihr verstecktes Geld und gingen zu dem Ort, wo ihre Fahrräder versteckt waren.

Bei Sonnenaufgang passierten sie das Ortsschild. 'Wir hoffen, Sie hatten einen angenehmen Aufenthalt' stand darauf geschrieben.  David und Marko sahen sich nur an.  

'Wir haben Menschen getötet', dachte David.  'Wir hatten Spaß, während wir sie getötet haben!'
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