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Love affair in florence

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
Caitlin "Kate" Todd Ziva David
03.02.2021
05.03.2021
2
4.158
1
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Dieses Kapitel
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03.02.2021 1.800
 
Hallo ^^
Das hier war wieder eine Blitzidee, die mir gekommen ist, nachdem ich auf tumblr auf eine Fanseite gestoßen bin, die Ziva und Kate gerne als Paar gesehen hätten. Ich weiß, dass es dazu durch Kates Tod nie hätte kommen können, aber trotzdem gefällt mir die Idee der beiden. Es kann außerdem sein, dass Ziva sich nicht wie in der Serie verhält oder alles allgemein ein wenig unstimmig ist. Habt da bitte ein Nachsehen mit mir.

Meinungen und Kritik sind gern gesehen. Viel Spaß beim Lesen.
Vani-Sashanista

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Ein leises Klirren war zu hören, als der Löffel seinen Platz auf der Untertasse mit dem Espresso darauf fand. Schäbig, so viel Geld für einen Schluck schwarzen Kaffee zu verlangen, ging es der Brünetten durch den Kopf, doch was tut man nicht alles, um eine ordentliche Portion Koffein zu bekommen?

Die Nacht hatte sie schlecht geschlafen, hatte sich mehr auf der Matratze gewälzt, als denn wirklich zur Ruhe zu kommen. Sie hatte irgendwann in den frühen Morgenstunden, noch bevor die Dämmerung einsetzte, auf dem Rücken liegend verharrt und den Blick hinaus durch das Fenster auf den Fluss Arno geworfen, der sich durch Florenz zog. Die Lichter auf der anderen Seite hatten sich auf der Wasseroberfläche widergespiegelt, dass es für die junge Frau einen sehr angenehmen, ruhigen Anblick darstellte.

Zwei Tage war sie nun fern von den Staaten, von ihrer Heimat, ihrem Job, der ihr sonst die Welt bedeutete. Caitlin, genannt „Kate“, Todd funktionierte schlichtweg nicht ohne Arbeit. Doch ob ich nach all dem, jemals wieder zurückkehren könnte? Je wieder für den NCIS arbeiten könnte? Oder wäre ich ihnen nur wieder eine Last? Ein zusätzliches Wrack, auf das sie achtgeben müssten?

Noch immer lief es ihr kalt den Rücken runter, wenn sie an das Ereignis von vor einer Woche dachte, ließ ihre Finger krampfen und ihr schier den Angstschweiß ausbrechen. Vielleicht einer der Gründe, dass sie nicht die Augen schließen konnte. Auch wenn sie nun in Europa war und zwischen ihr und dem Angriffsort der atlantische Ozean lag.

Ich würde das niemals loswerden. Niemals. Sie sah es selbst, wenn sie die Augen schloss; sah den erschrockenen Blick ihres Gegenübers, als sie abdrückte und die Kugel ihn zerriss. Auf der Stelle war er tot, sackte zusammen und blieb zu ihren Füßen liegen. Seine Augen starrten sie schwarz wie Obsidian an. Bis sein Blick verklärte und er endgültig auf die andere Seite ging. Sie hatte noch versucht, ihn irgendwie zu retten, erinnerte sich an ihre blutgetränkten Finger, als sie im Halbdunkel seine Wunde abtastete, Druck ausübte und spürte, wie es nur noch weiter aus seiner Brust hervorquoll.

Dabei wäre ihre Bemühung nicht nötig gewesen, hätte sie froh sein sollen, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Es hätte anders kommen können. Statt ihm hätte sie auf Dr. Mallards Seziertisch liegen können, allen Blicken schamlos ausgeliefert.

Doch was Kate an der Sache so fertigmachte, war nicht, dass sie ihren Peiniger, ihren Entführer erschossen hatte. Es war viel mehr, dass auch, wenn sie aus Notwehr gehandelt hatte, sie noch immer ein Leben auslöschte. Blut klebte an ihren Händen und dass sogar wörtlich. Sie hatte einen Menschen auf dem Gewissen.

Dabei war Agent Todd ausgebildet, im Ernstfall zu töten. Schützte einst den Präsidenten. Nicht umsonst trug sie die Glock mit sich. Und nicht umsonst ruhte sie unter ihrem Kopfkissen. Sie arbeitete schließlich für eine Bundesbehörde, hatte gelernt, auf dem Schießstand auf Köpfe zu zielen und zu schießen. Energisch hatte ihr Boss es ihr eingeflößt, indem er auf das Gesicht der Geisel ihr Diktiergerät klebte. So sehr hatte sie ihn angefleht, es nicht zu tun, ihr ganzes Leben sei schließlich darauf gewesen. Doch Gibbs hatte sich nicht erweichen lassen. Und sie zog die Konsequenzen, zwei Kugeln trafen ihr Heiligtum, das sie danach in die Tonne werfen konnte.

Und Tony, ihr Kollege? Die Mütze, die er drei Monate liebevoll eingetragen hatte, war durchlöchert worden. Und einzig und allein die Forensikwissenschaftlerin Abby hatte ihre Freude daran haben können, passte diese doch so gut zu dem Kleidungsstil der Goth.

Nun daran zu denken, tat Kate so weh. Doch sie hatte nicht damit abschließen können. Nicht, seit sie eigentlich diese faszinierende Freundlichkeit in Ari Haswaris Augen gesehen hatte. Es ließ ihn fast menschlich wirken. Doch nun würde eben dieser Mann nie wieder seine Augen öffnen.

Tony hatte gewitzelt, sie sollte doch zu ihrer Schwester in Behandlung gehen, immerhin war Rachel Psychologin und könnte ihrer kleinen Schwester sicher helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Doch sie hatte ihn nicht einmal ansehen können, saß nur zusammengesunken auf der Pritsche, nachdem man ihr einen Abstrich aus dem Genitalbereich genommen hatte. Was genau die über vierundzwanzig Stunden passiert war, die Ari sie in seiner Gewalt hatte, wusste sie nicht mehr; wollte sie nicht mehr wissen. Oder verdrängte es absichtlich.

Gibbs tat gut daran, sie beurlauben zu lassen, meinte er doch zu ihr, er könnte sie so nicht gebrauchen. Ein tiefer Riss in Kates Ehre. Dabei hatte sie sich schon einiges von ihm an den Kopf knallen lassen. Seine Hand war jedoch anders als bei ihren anderen Kollegen noch nicht dabei gewesen.

Die erste Nacht hatte sie sich in den Schlaf geweint, als alle Emotionen sie plötzlich überkamen. Sie war so unaufmerksam gewesen, dass sie leicht in seine Falle getappt war, sollte doch gerade sie es eigentlich besser wissen. Sie war schließlich die mit der Marke. Die, die die Waffe im Anschlag hielt.

Mit einem Schluck leerte sie nun die kleine Tasse, die sie in zwei Fingern halten konnte, spürte, wie ihr der bittere Espresso die Kehle runterrann. Sie steckte sich schnell die kleine Praline in den Mund, die ihr dazu serviert wurde und ihren Gaumen neutralisieren sollte, ehe sie auch schon einen Euroschein unter die Untertasse legte, um ihre Rechnung zu begleichen. Schließlich griff sie nach ihrer Tasche und trat wieder hinaus in die Wärme der Toskana.

Es flatterte nur eine leichte Brise über ihre Haut, die dafür sorgte, dass der Schweiß in ihrem Nacken sie kühlte.

Kate schlenderte den Weg über die Ponte Vecchio zurück. Ein atemberaubendes Gebilde, architektonische Meisterleistung mit entzückenden kleinen Häuschen, die an der Fassade ausgebaut wurden. Im Schatten war es nun nicht mehr so warm, wie in der prallen Sonne. Die Musik, die von den kleinen Booten zu ihr hinaufdrang, erinnerte Kate an Venedig, wo sie doch allerdings noch nie gewesen war. Jedoch ein Traum, den sie sich irgendwann einmal erfüllen würde. Doch fürs erste war sie in Florenz.


Das Schloss klickte, als sie den Schlüssel eingeführt hatte und ihn kurz darauf herumdrehte. Die Tür öffnete sich und sie trat ein, genoss die Kühle, die sie hier empfing. Es war ein einfach gezimmertes kleines Haus. Ein weißer Anstrich, blaue Tür, dazu passende Fensterläden, rote, angelaufene Dachschindeln und Efeuranken, die dem Gemäuer praktisch angewachsen waren. Kurz gesagt, genau das richtige für eine Frau, die ihrem ursprünglichen Leben für einen Moment entfliehen musste.

Einen Augenblick, bevor Kate die Tür wieder schließen wollte, schlich der Kater hindurch, der ebenfalls schon dagewesen war, als sie mit der Vermieterin den dreiwöchigen Vertrag gemacht hatte. Sie wusste nicht, ob das Tier dazu gehörte, im Preis enthalten war, doch auf eine Weise genoss Kate die Anwesenheit des rotgestreiften Katers. Sie wollte schon darüber nachdenken, ihn Pablo zu nennen. Es schien ihr zu passen.

Er strich ihr um die Beine und sie verdrehte die Augen, als er schnurrte und sich an sie schmiegte. „Ich habe dir nichts mitgebracht“, sagte sie und machte dann einige Schritte, immer darauf achtend, den Vierbeiner nicht ausversehen zu treten.

Sie ging weiter durch das offene Einzelgeschoss, das vielleicht gerade einmal ein paar Quadratmeter mehr maß als ihre zweieinhalb Zimmer Wohnung in D.C., stellte ihre Tasche ab und sah dann nach, ob die Blumen auf der Anrichte frisches Wasser bräuchten. Nachdem sie die Blätter der Magnolie abtastete und beschloss, dass sie ihnen noch Zeit geben würde, drehte Kate sich wieder um und sah die Katze nun auf der Arbeitsfläche sitzen und genüsslich die Augen schließen sowie dabei geräuschlos gähnen.

„Du erinnerst mich an meinen Freund Tony“, meinte sie plötzlich. Ich rede mit einer Katze. So weit bin ich schon gesunken. Oder ich bin einfach einsam.

Nun ging Kate näher an ihn heran, streckte eine Hand aus, an der er schnupperte, bevor er sich an sie schmiegte und von ihr den Kopf streicheln ließ. Als das Licht so auf ihn schien, sahen seine Augen fast so aus wie die ihren. Ein sattes Bernstein mit grünen Sprenkeln.

Nun um die Mittagszeit verbrachten die meisten Bewohner ihre Zeit drinnen und so lag es auch Kate Todd fern, sich auf der Straße rumzutreiben. Das hatte sie wieder vor, wenn die Dämmerung einsetzte. Immerhin wollte sie ausprobieren, ob es ihr mit ihrem mehr schlechten Italienisch gelingen könnte, einen Cocktail zu bestellen, ohne den Barkeeper versehentlich anzumachen.

Tony hätte sicher seinen Spaß daran gehabt. Wenn sie nun an den Macho-Italiener dachte, merkte sie plötzlich, dass er ihr fehlte. Es war zwar Gibbs gewesen, der sie zum Flughafen fuhr und sicherstellte, dass sie die nächstbeste Maschine nahm, um ihre Altlasten loszuwerden, doch trotzdem hätte sie sich auch gewünscht, DiNozzo in die Augen sehen zu können. Sich immerhin ohne ihren beider beißenden Sarkasmus voneinander zu verabschieden, hatten sie nicht fertiggebracht.

Und sie mochte wetten, dass sie ihm fehlte, starrte er nun schließlich in gähnende Leere, wenn er auch nur den Blick hob und sie ihm nicht mehr gegenübersaß. Sicher bekam McGee nun all seine Albernheiten ab. Wie der Sekundenkleber auf seiner Tastatur. Oder sie wischten ihr vielleicht gemeinsam eins aus, indem sie sich an den eigentlich abgeschlossenen Schubladen ihres Schreibtisches zu schaffen machten.

Sie erinnerte sich, wie Gibbs ihr auf die Schultern klopfte, zu einer Umarmung war er wohl nicht fähig gewesen. Er hatte sie gemahnt, vorsichtig zu sein. Schließlich wollte er nicht noch ein Kind verlieren.

Sie überlegte nun, ob sie anrufen sollte, ihm versichern, dass es ihr gutging und bisher ihren Urlaub genossen hatte. Es war nun sechs Uhr morgens in D.C. Vielleicht störte Kate ihren Boss dann aber auch nur beim Werkeln an seinem Boot. Und ihn dabei zu stören, käme dem Verschütten seines Kaffees gleich.

Dass sie den Kater noch immer streichelte, dieser sich mittlerweile aber zu einer Kugel auf dem Granit zusammengerollt hatte und von der Sonne durchs offene Fenster angestrahlt wurde, wo er es sich sichtlich gutgehen ließ, merkte Kate nicht.

Es war eine gute Art sich abzulenken. Nicht an das denken zu müssen, was sie vielleicht noch ihr Leben lang verfolgen würde. Sich als Täter und Opfer zugleich zu fühlen, zerriss sie zutiefst, machte ihr zeitweise das Atmen schwer und ließ sie vor schierer Verzweiflung beinahe noch verrückt werden.

Und was, wenn ich nie wieder zurückkäme? Mich hier einfach verstecke und niemanden mehr etwas von mir hören lassen würde? Fiele es auf, würde der Erdboden mich verschlucken? Ob ich jemandem fehlen würde?
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